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am 4. November 2009
Zwanzig Jahre Mauerfall - so langsam will ich nichts mehr davon wissen. Information Overkill. Genug ist genug. Ich will Schabowski nicht mehr im Fernsehen sehen und keine freudetrunkenen Westberliner, die auf Trabis einschlagen.
Mir reicht es mit der großen Geschichte. Vielleicht hat mir Anke Geberts jüngst erschienener Roman 'Die Summe der Stunden' deshalb so gut gefallen. Endlich eine 'kleine' Geschichte, die Biografie zweier Menschen, ihrer Stadt und 'ihres' Hotels.
Die Protagonisten, Ursula, Tochter einer berühmten Opernsängerin, und Karl, Sohn eines Pagen, wollen Weihnachten und Silvester im Hotel Adlon in Berlin verbringen, wo sie sich ca. 70 Jahre zuvor kennen und lieben gelernt haben. In Gedanken und Gesprächen durchleben sie ihr ganzes Leben noch einmal. Ein Leben, in dem die große Geschichte dem kleinen, privaten Glück im Wege stand. Wie die zwei Königskinder konnten sie nie zueinander finden. Zuerst riss sie der Krieg auseinander. Als sie sich endlich wiederfanden, schaffte es Ursula nicht, ihre Mutter zu verlassen, die vor ihrer nachlassende Sangeskunst und Popularität in den Alkohol flüchtete. Als sie schließlich bereit war, zu Karl in den Westen zu gehen, wird die Mauer gebaut und trennt sie abermals für 28 lange Jahre. Erst nach dem Mauerfall treffen sie sich wieder und beginnen ein gemeinsames Leben. Noch bleiben ihnen 18 glückliche Jahre.
So sehr Ursulas und Karls Leben die Geschichte Berlins und ihres berühmtesten Hotels spiegelt, die besondere Stärke des Romans liegt in der Fokussierung auf die Liebesgeschichte zweier Menschen. Dabei erzählt Anke Gebert leise und ohne jedes Pathos. So gelingt es ihr, den unzähligen 'Klischeefallen' auszuweichen, die in der Handlung zur Genüge lauern. So folgt man als Leser mit großem Genuss der ohne kitschige Sentimentalität erzählten Liebe dieser beiden Menschen zueinander, zu ihrer Stadt und zu ihrem Hotel.
Nur dort, wo die große Historie gestreift wird, scheinen die Bilder manchmal etwas abgenutzt. Musste der Mauerbau unbedingt mit dem über den Stacheldraht springenden Volkspolizisten illustriert werden, dessen Foto jeder schon hundertfach gesehen hat? Dem Lesevergnügen tut diese aber weniger Abbruch als die Tatsache, dass es bereits nach 187 Seiten beendet ist. Von Ursula und Karl hätte man gerne mehr gelesen.
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am 14. September 2009
In diesem kleinen beschwingt zu lesenden Büchlein wird eine anrührende Liebesgeschichte erzählt.

Die beiden Liebenden waren sich fast als Kinder noch im Hotel Adlon in Berlin zum ersten Mal begegnet. Es waren die goldenen zwanziger Jahre und in Berlin tobte das Leben. Im Hotel Adlon logierte die Mutter von Ursula, die als Opernsängerin durch die Welt zog. Karl aber war der Sohn eines mit Komik und Zaubertricks begabten Kellners, der hier als Page seine ersten Berufserfahrungen sammeln durfte. Die beiden treffen sich heimlich in den langen Fluren, oder Ursula folgt ihm schelmisch in die Zimmer, um ihn bei seiner Arbeit zu beobachten. Eine kleine zärtliche Neigung entwickelt sich zwischen beiden.

Jetzt sind sie so um die 87 Jahre alt und wohnen und feiern Sylvester im Adlon! Ursula hatte sich diesen Aufenthalt als Weihnachtsgeschenk gewünscht, um mit dieser symbolischen Geste ihrem gemeinsamen Schicksal und der Begegnung vor so langer Zeit einen Akzent zu geben.

Wie aber war ihr Leben inzwischen verlaufen? Und wie fanden sie im Alter noch zusammen? Schließlich lagen der zweite Weltkrieg und eine lange Nachkriegszeit hinter ihnen, und die trennende Mauer zwischen ihnen hatte sie vollends getrennt.

In einer anrührenden kleinen Erzählung berichtet Anke Gerke über das alte Paar, über die Schicksalsschläge, die sie immer wieder auseinander und zusammen führte und zeigt eine unvergängliche Liebe. Dabei streift man in Erinnerungen nochmals die Berliner Bombennächte, den Mauerbau und Wiederbeginn, sowohl nach dem Krieg als auch den nach dem Fall der Mauer.
Die Jahre sind vergangen und tatsächlich bewahrheitet sich der Spruch:"Alte Liebe rostet nicht."
Im Alter, nachdem beider Leben schon fast hinter ihnen liegt, wird ihr Leben und ihre Liebe noch einmal lebendig. 18 Jahre haben sie zuletzt noch einmal gemeinsam verbracht und wir werden zu Zeugen, dass auch alte Menschen mit ihrer Liebe durchaus zärtlich, glücklich, humorvoll und fröhlich mit einander umgehen können.
Eine hübsche, einfache und durchaus lesenswerte Lektüre ist der Autorin mit ihrer unsentimentalen und leichten Erzählung geglückt.
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