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Die Sonnenposition: Roman Gebundene Ausgabe – 18. August 2013

4.0 von 5 Sternen 9 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Marion Poschmanns Sonnenposition ist ein virtuos gearbeiteter Roman, der in einer dunkel funkelnden Sprache die Ränder unserer Wirklichkeit ausleuchtet.«
Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung 10.08.2013

»Mit diesem Roman führt Poschmann ihre Leser zur Sonne und zu einer poetischen Freiheit und Kühnheit, die ihresgleichen sucht.«
Katrin Hillgruber, Frankfurter Rundschau 23.08.2013

»Die Sonnenposition erweist sich als einer der sprachmächtigsten und kunstvollsten Romane dieses Herbstes.«
Sigrid Löffler, RBB Kulturradio 02.09.2013

»Ein Buch, das zum Verweilen bei Formulierungen, Wortbezügen, Bildern einlädt, vor allem natürlich zum Sinnieren über das zentrale Motiv, das Licht.«
Susanne Mayer, DIE ZEIT 26.09.2013

»Das faszinierende an ihrem Roman ist, wie sie diese Handlungsstränge miteinander verknüpft, wie sie immer wieder Fäden aufnimmt, sie zurückverfolgt, um sie dann so kunstvoll mit anderen zu verweben, dass dem so entstandenen Geschichtennetz seine besondere Fragilität anzumerken ist ... In Marion Poschmanns Roman über das Sehen verwischen sich die Grenzen des Wahrnehmbaren.«
Michael Opitz, Deutschlandradio Kultur 23.09.2013

»Marion Poschmann verwandelt den finsteren und schwer lastenden Stoff restlos in leuchtende poetische Substanz, ohne ihn verschwinden zu lassen. Dieses Kunststück vollbringt sie mit den Mitteln einer Sprache, in die ihre ganze Erfahrung als Lyrikerin einfließt, und eines Formbewusstseins, das sich in ihren vorausgegangenen Prosaarbeiten ankündigte und jetzt zu wunderbarer Kompromisslosigkeit herangereift ist.«
Kristina Maidt-Zinke, Süddeutsche Zeitung 04.10.2013

»Ein philosophisch hochintelligenter und erzählerisch virtuoser Roman ... Über die Dämonen der Aufklärung und die Schattenzonen der menschlichen Psyche ist schon Iange kein so kluges und aufwühlendes Buch mehr geschrieben worden.«
Michael Braun, Neue Zürcher Zeitung 05.10.2013

»Sie schreibt außergewöhnlich, sie erzählt radikal anders, ein literarischer Prototyp ... An der Sinnlichkeit der Sprache kann man sich geradezu berauschen.«
Richard Kämmerlings, DIE WELT 05.10.2013

»Mit diesem Roman führt Poschmann ihre Leser zur Sonne.«
Frankfurter Rundschau

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Marion Poschmann, 1969 in Essen geboren, studierte Germanistik und Slawistik und lebt heute in Berlin. Für ihre Prosa und Lyrik wurde sie vielfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt sie den Peter-Huchel- Preis und den Ernst-Meister-Preis für Lyrik; ihr Roman Die Sonnenposition stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und gewann den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2013.


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Format: Gebundene Ausgabe
„Es heißt, die Zeit heilt alle Wunden, aber das Gegenteil ist der Fall. Wir erfinden die Zeit, und dann läßt sie uns sterben.“
Es geht um Erinnerung und das, was wir dafür halten, um beschädigte Seelen, um Geschichte und darum, wie sie sich auf den Einzelnen auswirkt. Marion Poschmanns ambitioniertes Romandebüt stellt den westdeutschen Psychiater Altfried (was für ein Name!) ins Zentrum, in die Sonnenposition – so auch der Titel des Buchs.
Der eher unscheinbare Mann mit dem „Faible für Abweichung“ist von West nach Ost gezogen und arbeitet in einem verrottendem barocken „Schloss“, wo Menschen untergebracht sind, die an den unterschiedlichsten Psychosen leiden, teils auch infolge der Wende. Alfried, blond und dicklich, schon als Schüler überangepasst, mangelt es an Selbstbewusstwein. Schon deshalb bewundert er Odilo, der vor Selbstbewusstsein nur so zu strotzen scheint und hängt an dem Jugendfreund mit fast submissiver Ergebenheit.
Doch Odilo ist nicht die Sonne, wie Altfried lange glaubt. Auch er, der Luziferen-Forscher, leidet unter der Abwesenheit von Licht, was er mit seiner Forschung kompensiert – und mit einer Leidenschaft für Feuerwerke. Während er Altfried auf seiner unergiebigen Jagd auf die „Erlkönige“ – camouflierte Prototypen der Autoindustrie – begleitet, selbst während er mit der Schwester des Freundes, Mila, zusammen ist, wirkt Odilo seltsam leblos, unverortet .Ein Muttersöhnchen, ein Schlafwandler, der sich nie ganz öffnet und mit seinem Versteckspiel den von Altfried vergeblich gesuchten Erlkönigen gleicht. Odilos Tod und das Begräbnis sind für den Freund Anlass, sich über die Beziehung klar zu werden und dabei auch über die eigene Position zu reflektieren.
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Format: Gebundene Ausgabe
Es ist ein kaltes Land, in dem die Figuren der Marion Poschmann ihr Wesen treiben. Und ihre Menschen im Roman "Sonnenposition" sind seltsam leblos. Liegt das bröckelnde Schloss, in dem die psychiatrische Anstalt, Hauptbühne des Romans, untergebracht ist deshalb auf dem Gebiet der verblichenen DDR? Soll das Gewesene seinen düsteren Schatten auf das Heute werfen? Der Rheinländer Altfried Janich, ein Arzt der Anstalt, hätte die Kulisse nicht gebraucht. Schon sein Hobby weist ihn als Schattenwesen aus. Er jagt "Erlkönige", jene neuen Automodelle, die, mit Applikationen verfremdet, zum Testen über Nebenstraßen gefahren werden: Zwar wollen die Hersteller die Prototypen der rauen Wirklichkeit aussetzen, aber kein fremder Blick soll die künftige Gestalt der Modelle erahnen können. Janich wird nie ein Foto der von ihm begehrten Objekte gelingen, immer bleiben ihm leere Landschaften, verwehte Bäume, Regen auf einsamen Straßen.

Scheinbar ganz anders Odilo, Janichs einziger Freund. Der ist ein erfolgreicher Forscher und versucht das Luziferin, den Stoff der Glühwürmchen und Quallen leuchtend macht, auf andere lebende Organismen zu übertragen. Er luziferisiert Mäuse. Weil er von dieser Wissenschaft besessen ist, weil sie all seine Zeit frisst, schläft er nur noch wenige Stunden, wohnt immer noch bei seiner Mutter und ist so selbstbezogen wie nur einer sein kann. Wie solch ein Sonderling ein Liebesverhältnis zur durchaus lebensbejahenden Schwester Janichs entwickeln konnte, wird immer das Geheimnis der Autorin bleiben.
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Von Jo am 26. August 2013
Format: Gebundene Ausgabe
„Die Sonnenposition“ ist ein mitreißend geschriebener, sehr poetischer Roman über ein heruntergekommenes Barockschloß, das die Geschichte symbolisiert, und über Altfried, den Erzähler, seinen Bewohner, der als Psychiater schon von Berufs wegen versucht, zu heilen, was vielleicht nicht zu heilen ist: die Vergangenheit, die, wie sich zeigt, auch die seiner eigenen Familie ist.
Ausgelöst durch den Tod seines besten Freundes begibt er sich – freiwillig oder unfreiwillig – auf eine Reise nach innen, ins Erinnern, und so überlagert sich das Leben im Schloß mit Erinnerung an die gemeinsame Zeit mit dem Freund, die ihre eigenen Abgründe hat, zum Beispiel an die als „Erlkönigjagden“ inszenierten ziellosen Autofahrten durch Deutschland.
Ist Altfried selbst ein Versehrter, einer, der (wie es eine witzige Stelle andeutet) das Kreuz trägt? Der Roman greift auf den alten Sonnenmythos von Tod und Wiedergeburt zurück, und im immer wieder auftauchenden Bild der Rundheit auch auf die Idee eines letztlich zu sich zurückkehrenden, gelingenden Lebens. Der Roman ist lebensklug genug, offen zu lassen, ob sich Altfrieds Geschichte am Ende rundet, aber auf dem Weg dorthin ist er von einer berauschenden Fülle und Sprachkraft, und er erzählt von einer Liebe zum Leben, die das Dunkle, die Verluste nicht leugnet.
Zugleich wird kunstvoll die Frage nach der Greifbarkeit der Wirklichkeit gestellt: zwischen scheinbarer Realität und scheinbarer Imagination gibt es bis zum Schluß immer wieder Umschlagpunkte, doppelte Böden.
Mich hat der Roman gefesselt, gerade weil er nicht das übliche Tempo hat, sondern genauer hinsieht, weil er sich behutsam mit den „letzten Dingen“ beschäftigt, und das auch mit einem eigenwilligen, hintergründigen Humor.
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