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am 28. Juli 2014
Ein Kapitel dieses Buches trägt den Titel "Die ausgefallene Revolution". Als Italien gegen Ende des zweiten Weltkrieg die Seiten wechselte, auf die Seite der westlichen Allierten bzw. der Anti-Hitler-Koalition umschwenkte und dafür passend die faschistische Regierung unter Mussolini ablöste, da war das, wie der Autor schreibt, eine Palastrevolution. "An ihr beteiligten sich alle Klassen und Schichten der Gesellschaft, die in Opposition zur faschistischen Diktatur standen..." schreibt der Autor Feldbauer. Das ist offenkundig unzutreffend, denn eine Palastrevolution ist eine Geschehen im engsten Zirkel der Macht.

Die antifaschistische Linke, namentlich die starke kommunistische Partei setzte ihre Hoffnung darauf, aus dem antifaschistischen Kampf, der Resistenza, vor allem gegen die deutsche Besatzung eine antikapitalische Revolution entwickeln zu können. Diese Hoffnung realisierte sich nicht - aus sehr verschiedenen Gründen.

Obwohl der Autor habilierter Historiker ist, geht er manchmal zu unkritisch mit Quellen oder vermeintlichen Quellen um. Problematischer ist allerdings, dass Feldbauer den Gegenstand unter einer teleologischen Sicht darstellt (wonach das Endziel der Geschichte der Sozialismus/Kommunismus ist). Auch das wäre zu verkraften und könnte durchaus befruchtend sein, wenn eine umfassend kritische Darstellung und Abwägung erfolgte.

Für den Autor und erst recht für den Leser bleibt unverständlich, warum der PCI, also die Kommunistische Partei nichts dagegen setzte als die eigentlich diskreditierten früheren Staatsdiener wieder in Amt und Würden genommen wurden. Auch, dass man den Lateranverträgen des italienischen Staates mit dem Vatikan zustimmte, die damals sehr geholfen hatten, das Mussolini-Regime zu stabilisieren. Es wird nicht untersucht, ob und in welchem Maß die sowjetische Führung, an der sich die italienischen Kommunisten orientierten, mit diesen Maßnahmen ein (allerdings nicht aufgehendes) Kalkül verband. Es ist sozusagen erzähltechnisch ungeschickt diese Rätsel erst im letzten Teil des Buches aufzuwerfen und den Leser dann ratlos zu entlassen.

Das Buch liefert einen Abriss der Geschichte des italienischen Faschismus von der Machtübertragung an Mussolini Anfang der 20er Jahre bis in die Zeit nach 1945. In Italien gab es auch nach Ende des Krieges eine legale faschistische Partei. Die fehlende Säuberung wird dargestellt und verständlich gemacht. Eine ausgebliebene Revolution noch dazu (wie oben erwähnt).

Die erheblichen Einwände brauchen aber nicht davon abzuhalten, das Buch mit Gewinn an Erkenntnissen und Anregungen zur Diskussion zu lesen. Viele Informationen sind hier sehr kompakt zusammengetragen. Auch Querbezüge (Italien - Deutschland, De Gasperi - Adenauer) werden hergestellt.
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