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am 9. Juli 2017
Grass präludiert das ende, das ende nicht von allem, das ende "nur" des menschen. Vielleicht in höherem Sinn sollte gesagt sein : er Phantasiert das enden einer Menschlichkeit, eines aufklärerischen humanismus, der viel zu selten was andres war als tückische Heuchelei. (- ein beispiel dazu aus jüngst gegebenem anlaß: G 20 - Gipfel - sein Bekenntnis zum antiprotektionismus -.) Ein trauriges Buch ein schönes Buch. Aber zu hoffen bleibt -?
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am 10. Februar 2002
Kaum ein anderes Buch von Günter Grass - obwohl sie alle gleichermaßen polarisierten und reichlich Stoff für lobende und verreissende Kritik boten - wurde derart einvernehmlich von der Kritik abgelehnt, ja förmlich zerlegt. Was macht dieses knapp fünfhundertseitige Buch zu einem derartigen Streitpunkt, ja zur einer Provokation ? Ist es die langatmige Ausführung ? Die - scheinbare - Abwegigkeit der Thematik, die manch einem zu pessimistisch geraten sein mag ? Oder die parallel ablaufenden Handlungsstränge, die ein höheres Maß an Konzentration erwarten, als es beispielsweise für Unterhaltungsliteratur nötig wäre ? Reich-Ranicki deklamiert, dass Grass seinen Oskar Matzerath zerstört habe, da er ihn zur "Karikatur der Karikatur einer Karikatur" gemacht habe; doch genau davon handelt die RÄTTIN: Von der Zerstörung von Utopien;
mit Blick auf gesellschaftliche, welt- und nationalpolitische und besonders auch ökologische Mißstände, entwirft Grass ein denkbar pessimistisch gestimmtes Szenario, das vor dem Ende der Welt warnt; das allein macht natürlich keine große Literatur aus; das allein könnte der Film wesewntlich stimmungsvoller in Szene setzen: Was macht die RÄTTIN also schließlich doch zu einem großen epischen Wurf ? Es sind die unterschiedlichen Handlungsstränge, an denen Grass die Ausweglosigkeit der Weltsituation eindrucksvoll schildert; all diese Geschichten, die eigenen wie die vom BUTT oder von Oskar, die volkstümlich verwurzelte Rattenfängerlegende, der Märchenfundus der Gebrüder Grimm usw., haben eines gemeinsam: sie enden in ihrer bekannten Grundform utopisch: das Schicksal Oskars liegt eigentlich in den Sternen, man traut ihm alles zu, am Ende des BUTT mag ein kleiner Hoffnungsfunken bleiben, das den Frauen in der Gesellschaft vielleicht doch noch einmal so etwas wie Gleichberechtigung zukommen wird, die Märchen - allen voran das zentrale von Hänsel und Gretel - enden sogar glücklich; Grass setzt nun an den jeweligen Enden - bewusst unnötig - ein und führt Geschichten weiter, ja zerstört sie gar, die eigentlich keiner Fortsetzung benötigen; dadurch wird deutlich, wie letztendlich jede Utopie bröckeln wird, wie, zwanghaft auf optimistisch getrimmte, politische und wirtschaftliche Prognosen an Armut und Umweltzerstörung zerbrechen werden, ja müssen.
Grass hat mit der RÄTTIN einen grotesken, weit ausschweifenden Antiroman geschrieben; keinen Unterhaltungsroman, aber einen, der haften bleibt, er hat sich fernab des Bestsellermarkts und einer nach Publicity geifernden Literaturkritik, einen künstlerischen Freiraum geschaffen, den er uns Lesern durch dieses fordernde und letztendlich unvergessliche Buch eröffnet hat.
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am 4. Januar 2009
Die Menschheit am Abgrund: Bald wird sie durch ihre eigenen Massenvernichtungswaffen ausgelöscht sein. Was haben die Ratten damit zu tun. Sind doch deren Geschicke eng mit denen der Menschen verwoben. Und was kommt nach der Hochkultur der Menschen?

Vor diesem Hintergrund spielen gleich 6 Handlungsstränge: es geht um den Autor und sein Zwiegespräch mit der Rättin; die solidarische Rattenkultur und ihre Intrige; Oskar Matzeraths Rückkehr als alter Mann nach Polen; 5 Frauen, die vom Butt zu einer verheißungsvollen Insel geführt werden; die Kanzlerkinder Hänsel und Gretel, die sich mit den anderen Märchenwesen verbünden und ihre Eltern entführen; den Maler Malskat, der an der Decke einer Kirche arbeitet.

Jedes Kapitel besteht aus 6 Abschnitten. Jeweils ein Abschnitt ist aus einem der 6 verschiedenen Handlungsstränge, sodass beim Lesen viele Sprünge zwischen den Handlungsfäden zustande kommen. Dazu kommen viele verschiedene Erzählzeiten: vor, nach und während der Katastrophe. Zwischen den Erzählzeiten wird dazu oft gesprungen. Handlungsgegenstände werden dabei vorweggenommen, bzw. Handlungsfäden plötzlich weitergeführt, die bereits ihr Ende erfahren haben. Auch gibt es Sprünge in der Perspektive, sodass z.B. mal der Autor erzählt und mal Oskar Regie führt, als arbeitete er an einem Film.

Viele gute Ideen mögen Günter Grass zu diesem Buch getrieben haben, dass spürt der Leser. Auch gibt es ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten aus der Grassschen Literatur. Aber es ist das Durcheinander an Handlungssträngen, Erzählzeiten und Perspektiven, dass die Lesefreude so drückt. Auch Atmosphäre kommt so nicht auf.

Beim Lesen konnte Ich mir richtig vorstellen, wie sich Grass mehr und mehr in sein Schreiben hineinsteigert. Aber nicht alles, was da an viel Fantasie und spontanen Eingebungen aus der grassschen Schreibfeder hervorbricht, bereitet dem Leser so eine große Freude, wie dem Schriftsteller wohl beim Verfassen. Vielleicht auch ist Grass mit »Die Rättin« ein Experiment missglückt. Vielleicht wollte er in diesem Buch einfach zuviel. Schade drum, denn von Inhalt und Witz her sind viele gute Ansätze vorhanden. So ist »Die Rättin« nur sehr bedingt empfehlenswert. Ich für meinen Teil werde wohl vorerst keinen Grass mehr in die Hand nehmen können.
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am 28. Januar 2010
Schluß! sagt sie. Euch gab es mal. Nie wieder werdet ihr Daten setzen. Alle Perspektiven gelöscht. Ausgeschissen habt ihr und zwar restlos. Wurde auch Zeit! In Zukunft nur Ratten noch...."
Apokalyptische Visionen schildert Günter Grass in seinem Buch "Die Rättin". Zu Weihnachten wünschte er sich eine Ratte. Der Wunsch wird erfüllt und - sie spricht mit ihm. Die Rättin ist in ihrer physischen Existenz bald unwichtig. Grass träumt vielmehr von ihr; unterhält sich mit ihr, hört sich ihre Suaden an. Oder träumt gar sie ihn? Das wird lang und breit erörtert.
Zeitlos ist dieses Buch allemal. So gibt es keinen erkennbaren zeitlichen Ablauf und es verlangt vom Leser einige Konzentration nicht den Faden zu verlieren. Verschiedene Handlungsstränge, mehr oder weniger phantastisch, finden zur gleichen Zeit statt und werden kunstvoll ineinander verwoben.
Bekannte Figuren aus anderen Werken Grassens treten auf. Oskar Matzerath als Filmproduzent. Nachdem er endlich zur letzten Ruhe gefunden hat wird ihm zur Erinnerung noch seine alte Blechtrommel beigegeben. Der Butt führt auf dem kleinen Forschungsschiff "Die neue Ilsebill" Frauen über Vineta.
Gedanken, die Grass während des Schreibens quasi nebenbei kamen, wurden im Text eingebaut und tragen ihr Quäntchen zur Verkomplizierung bei.
Verschwundene Worte werden wieder aktuell. Waldsterben - wer kann sich an das noch erinnern? Der Katastrophen sind so viele.... Und dann: "Überliefert ist der Beschluss, sich auf demnächst zu vertagen." Das klingt doch wieder sehr aktuell: Der erfolglose Klimagipfel in Kopenhagen und sonstige Treffen der Großen dieser Welt in der wir (noch) existieren rufen sich in Erinnerung.
Im Buch hört die Menschheit auf mit ihrer Existenz. Der atomare Overkill fand statt. Ausgelöst wurde er von Ratten. Schön wird zwischen herkömmlichen Atombomben und Neutronenbomben unterschieden. Letztere retten ja immerhin das sogenannte Kulturgut (für wen?).

Endzeitliteratur par excellence. Ich habe das Buch trotz teilweise großer Längen mit großem Genuss gelesen.
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am 20. Dezember 2002
Lesenswert ist das Buch sicherlich nicht. Zwar kann Grass im ersten Drittel noch durch interessante Ideen und geschickt verknüpfte Handlungsstränge begeistern, doch im restlichen Teil des Buches ergeht er sich in endlose, vollkommen nichtssagende und fast absolut handlungsfreie Erzählorgien. Mit Ausnahme der Watsoncricks fällt ihm auch nichts Neues mehr ein. Oft drängt sich der Eindruck auf, gut 300 Seiten des Buches wären aus schierem Selbstzweck, aus Begeisterung an der eigenen Erzählkunst geschrieben worden. Das wirkt erschreckend oft reichlich infantil.
Da hilft auch die durchweg kunstvolle und subtile Sprache nichts.
Einziger Lichtblick sind die gelegentlich eingeschobenen Gedichte.
Dennoch sollte man die Rättin in dem Sinne verstehen, in dem sie gedacht war: als eine durchweg engagierte Warnung.
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am 28. Februar 2001
Wo ist sie nur geblieben? Die ungezügelte Sprachgewalt, die ironischen Seiltanzexkursionen, die unfassbare Originalität wie sie noch in der "Blechtrommel" eigen war. Nichts von alle dem findet sich in der "Rättinn" wieder. Sie entpuppt sich als Sammelsurium von Personen und Motiven alter Werke. Die verkrampfte Wiederbelebung von Oskar Matzerath ist da nur noch hilfloser Ausdruck mangelnder Kreativität, die von einer penetranten Thesenhaftigkeit abgelöst wurde. Schafft es Grass in der "Blechtrommel" Sozialkritik genial in Satire einzubetten, wirkt dies hier absolut beänstigend hohl und naiv. Märchenfiguren einzuführen, die die Regierung in einem fiktiven Film ablösen soll: Aber Herr Grass! Sie wissen doch selbst, dass nur eine Märchenfigur jemals in vollster Überzeugung agierte und den Leser amüsierte ,in einem Buch, welches ich niemals, im Gegensatz zur "Rättin", aus meinem Gedächtnis auslöschen werde: Ihre "Blechtrommel"
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am 10. Februar 2000
ein geniales thema, nur leider ist die ausführung alles andere als gelungen. chaotischer schreibstil, mehrere parallellaufende, unsinnige handlungstraenge (maerchengestalten auf dem weg zum bundestag) machen das buch zu einer wahren zerreissprobe!
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am 8. Januar 2000
Die Rättin ist sicher kein herausragendes Glanzstück aus Grass' Bücherfundus. Aber schlecht ist sie deshalb noch lange nicht. Der Mensch, von Ratten hintergangen, damit diese ihr eigenes Überleben sichern können. Die Ausrottung des Menschen als letzte, wenn auch tierische Notbremse, um der eigenen Aussrottung zu entgehen. Ein wilde Phantasie, die durch das immense Erzählvermögen von Grass greifbar wird. Sicher, die vielen Handlungsstränge sind schon mal verwirrend, genauso, wie der oftmals undurchsichtige Satzbau. Man muss es mögen und sich darauf einlassen können. Es stört mich auch nicht, mich erneut, mit dem deutlich gealterten Oskar oder Anleihen aus dem "Butt" anfreunden zu müssen. Sicher nicht aus Mangel an Ideen oder aus dem glauben heraus, diese Figuren wären Erfolgsgarantie hat Grass sie erneut aufleben lassen. Es fällt dem Leser durch sie leicher sich im Buch zu orientieren, sich mit dem Geschehen zu identifizieren und auseinanderzusetzen. Schwer ist es deshalb sicher für jene, die in Grass' Werke mit der "Rättin" einsteigen wollen und mit die "Vorgeschichte" jener Figuren nicht kennen. Ansonsten ist und bleibt Grass einfach echt krass!
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am 11. November 2013
Dieser Roman von Gynter Grass ist ausgezeichnet. Zuvor hatte ich nur gelesen sein Roman "Die Blechtrommel" und seine Erinnerungen ... aber "Die Rattin" hat Appetit auf mehr gegeben.

Große Schreibkunst, Fantasie, Geschichten, Horror, Zartheit, Virtuosität, wunderbare Projektionen ... - Sie werden feststellen, es ist alles hier.

/KEVS
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am 26. April 2013
etwas schwierig zu lesen, man muss sich sehr konzentrieren. Man sollte zusätzlich den Film dazu sehen, er ist hochkarätig besetzt. Der Untergang der Welt einmal anders erzählt.
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