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Die Nacht, die Lichter: Stories Taschenbuch – 1. März 2010

4.1 von 5 Sternen 20 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Clemens Meyer, geboren 1977 in Halle / Saale, lebt in Leipzig. 2006 erschien sein Debütroman ›Als wir träumten‹, es folgten ›Die Nacht, die Lichter. Stories‹ (2008), ›Gewalten. Ein Tagebuch‹ (2010), der Roman ›Im Stein‹ (2013) sowie die Frankfurter Poetikvorlesungen ›Der Untergang der Äkschn GmbH‹ (2016). Für sein Werk erhielt Clemens Meyer zahlreiche Preise, darunter den Preis der Leipziger Buchmesse. ›Im Stein‹ stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis und wurde mit dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet. ›Als wir träumten‹ wurde 2015 von Andreas Dresen für das Kino verfilmt und lief im Wettbewerb der Biennale.

Literaturpreise:

Mainzer Stadtschreiber 2016
Bremer Literaturpreis 2013
Stahl-Literaturpreis, 2010
TAGEWERK-Stipendium der Guntram und Irene Rinke-Stiftung, 2009
Preis der Leipziger Buchmesse, 2008
Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg, 2007
Märkisches Stipendium für Literatur, 2007
Förderpreis zum Lessing-Preis des Freistaates Sachsen, 2007
Mara-Cassens-Preis, 2006
Rheingau-Literatur-Preis, 2006
Einladung zum Ingeborg Bachmann-Wettbewerb, 2006
Nominierung zum Preis der Leipziger Buchmesse, 2006
2. Platz MDR-Literaturwettbewerb, 2003
Literatur-Stipendium des Sächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, 2002
1. Platz MDR-Literaturwettbewerb, 2001


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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Taschenbuch
Wenn erfolgreiche Romanautoren hierzulande Kurzgeschichten veröffentlichen, hat das irgendwie immer den Beigeschmack einer verlegenen Schreibübung, der behelfsmäßigen Überbrückung einer Roman-Sendepause oder vergeblichen Bemühungen des Verlags, mediale Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten. Man könnte fast meinen: Kurzgeschichten können keine Bestseller werden, ihr literarischer Wert ist irgendwo zwischen einem Artikel aus der Schülerzeitung und dem wöchentlichen Fortsetzungsroman in der Fernsehzeitschrift anzusiedeln. Dieses (Vor-)Urteil, sofern es denn überhaupt prinzipiell berechtigt ist, widerlegt Clemens Meyer für sich selbst höchst schlagkräftig. Die Vorfreude auf "Die Nacht, die Lichter" konnte gar nicht groß genug sein nach dem melancholischen Porträt einer Leipziger Gruppe von verlorenen Jugendlichen zur Wendezeit namens "Als wir träumten". Meyer erstickt die Befürchtungen, man habe es mit einem "One-Hit-Wonder" zu tun, im Keim.

Auch in "Die Nacht, die Lichter" verschreibt sich Meyer ganz den Verlierern der Gesellschaft: Kriminelle, Übergewichtige, Hartz-IV-Empfänger, Witwer, Schläger, Alkoholiker - sie alle bekommen die Einsamkeit und Trostlosigkeit zu spüren, die ungefilterte soziale Kälte. Sie sind Außenseiter. Meyer hat sich durch die ernsthafte Auseinandersetzung mit ihnen schon in "Als wir träumten" eine Nische, eine Marktlücke geschaffen. Sonst bekommt man zu gesellschaftlichen Randfiguren vorwiegend Statements von Politikern oder akademischen Feuilletonisten aus dem Elfenbeinturm zu hören.
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Format: Taschenbuch
Eine Nacht haben sie mich wach gehalten, diese Geschichten von Vergessenen, Treibenden und Verlorenen.
Meyers Protagonisten nehmen einen mit auf ihren Wegen, die irgendwohin führen, weiter, immer weiter, letztlich wohl nach unten.
Das wirklich Erstaunliche daran ist, dass man ihnen folgen möchte. Bis zur letzten Seite, zum letzten Wort.

Da ist eben dieses Leuchten. Ein Leuchten, wie wir es von den Neonlettern der schäbigen Absteigen nahe der Autobahn (und nicht von ungefähr ahnen wir Verwandtschaft zu MOTEL und Highway) oder dem gelben Schummer der Eckkneipen kennen.
Das Aufglimmen der Zigaretten, ein Mond, der aus dem 'Knast' eine lang eingebüßte Sehnsuchtsferne zurückerlangt- Clemens Meyer scheut vor solchen Bildern nicht zurück, er weiß wohl um sein Gespür und seine literarische Könnerschaft. Sie gelingen ihm, gerinnen in den meisten Fällen nicht zum Klischee. Als Autor ist er seit seinem bereits großartigen Debut Als wir träumten nochmals gewachsen.

Meyer schreibt "unbedingt" und kein bisschen furchtsam - er brennt für die großen Themen.
Die Protagonisten seiner Erzählungen zeigen Hang zu Destruktion, scheinen Auflösung geradezu herbeizwingen zu wollen.
Und gerade da erkennt Meyer sie als Aufbegehrende, die mit dem Tod als Fluchtpunkt der menschlichen Existenz ringen, die dem dunklen Sog ins Licht entkommen wollen und dabei verbrennen.

Wie Meyer diese Gescheiterten zu tragischen Helden umdeutet, das ist furios und herzergreifend, das kann in diesem Land zu dieser Zeit kein anderer wie er.
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Format: Gebundene Ausgabe
Nachdem ich "Als wir träumten" begeistert gelesen hatte, hatte ich Bedenken, ob Clemens Meyer (Jahrgang 1977!) seinen doch sehr spezifischen Erstling toppen wird können. Er hat also keinen Roman nachgelegt, sondern einen Band mit der wahrscheinlich sogar schwierigeren Form der Erzählung, bzw. um genau zu sein, der "Story". Dieser feine Unterschied ist wichtig, da sich Clemens Meyer weniger an der im deutschsprachigen Raum typischen Erzählung, sondern an der eher amerikanischen "Short Story" orientiert. Dadurch entsteht in seinen Stories eine eigenartig rauhe Poesie der Sprache, die nichts mit den z.T. selbstverliebten (und nichtssagenden) Prosagebilden vieler anderer (z.T. sehr erfolgreicher) junger deutscher (bzw. deutschsprachiger) SchriftstellerInnen zu tun hat. Literatur, die trifft, berührt, nie sentimental ist, die den Leser sprachlos zurücklässt und vor allem zeigt, dass es wirklich große junge Literatur gibt. Irgendwo am Schutzumschlag steht eine Aussage von Clemens Meyer, er wolle Geschichten schreiben, die leuchten. Das tun sie, und wie !
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Format: Gebundene Ausgabe
Dieses Buch habe ich gelesen, weil ich Herrn Meyer im Aspekte-Interview gesehen habe und er mir sofort bekannt vorkam. Dabei war er so merkwürdig wahrhaftig, als sei er gerade von der Straße hereingekommen und versehentlich auf dieses blaue Sofa geraten. Genauso wahrhaftig sind die Geschichten, die er erzählt. Es sind "Stories", die man eigentlich gar nicht hören will, wenn man durch die Großstädte von heute fährt und sich fragt, was sich hinter all den Fassaden abspielt, fernab der immer ähnlicher werdenden Innenstädte. Hier zeigt sich die Wirklichkeit, die man spürt, wenn man durch die nicht enden wollenden Altbauschluchten von Leipzig kommt, wo zwischen Vorzeige-Immobilien noch die schwarzen Löcher klaffen. Dieses Buch erzählt von erloschenen Helden, die verzweifelt versuchen, das letzte bißchen Würde zu wahren. Allein die Titelstory zeigt mit wenigen Worten so viel Verzweiflung, Wut, Liebe und bittere Wahrheit, dass es fast schmerzt. Wer dies mal erlebt oder erahnt hat, wer auch mal hinsieht in die Nischen, die kleinen Kneipen und Hauseingänge, der wird dieses Buch verstehen und lieben. Denn zwischen all der Verzweiflung keimt immer wieder Hoffnung. Das sind die Lichter, an denen man sich hier wärmen kann. Auch wenn sie am Ende doch immer wieder verglühen.
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