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Die Moralfalle: Für eine Befreiung linker Politik Taschenbuch – 30. November 2018
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Taschenbuch
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- Seitenzahl der Print-Ausgabe205 Seiten
- SpracheDeutsch
- HerausgeberMatthes & Seitz Berlin
- Erscheinungstermin30. November 2018
- Abmessungen11.9 x 1.4 x 20.7 cm
- ISBN-103957577128
- ISBN-13978-3957577122
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Produktbeschreibungen
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Produktinformation
- Herausgeber : Matthes & Seitz Berlin; 1. Edition (30. November 2018)
- Sprache : Deutsch
- Taschenbuch : 205 Seiten
- ISBN-10 : 3957577128
- ISBN-13 : 978-3957577122
- Abmessungen : 11.9 x 1.4 x 20.7 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 603,968 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 9,318 in Politikwissenschaft (Bücher)
- Nr. 14,792 in Gesellschaft (Bücher)
- Kundenrezensionen:
Informationen zum Autor

Bernd Stegemann ist Professor für Dramaturgie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin und arbeitete als Dramaturg u.a. am Deutschen Theater Berlin, der Schaubühne und aktuell am Berliner Ensemble.
Zahlreiche Publikationen zur Kunst des Theaters und Dramaturgie der Öffentlichkeit: DIE ZEIT, Spiegel, FAZ, Süddeutsche Zeitung, Lettre international, Die Welt und im Cicero.
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Stegemann macht seine Kritik vor allem an der aktuellen migrationspolitischen Position der Linken fest. Er wirft ihr vor, die negativen Folgen einer solchen im wahrsten Sinne des Wortes grenzenlosen Politik zu verdrängen und das Erstarken faschistischer Bewegungen zu provozieren (S. 14, 143f). Er fordert stattdessen eine "realistische linke Politik" (S. 19). Mit Blick auf die gestörte Selbstwahrnehmung vieler Deutscher spricht Stegemann von "Nichtidentität", die durch die Fokussierung auf ökonomische Erfolge und moralische Belehrung anderer Nationen kompensiert werden solle (S. 62-67). Stegemann wirft der Linken in diesem Zusammenhang auch doppelte Standards vor, da die eigene Identität, ja selbst regionale Identitäten konsequent angegriffen und dekonstruiert würden, während man kulturelle Identitäten anderer Völker bejaht und fördern möchte (S. 131). Doppelte Standards gebe es auch in der moralischen Bewertung von Straftaten und Antisemitismus - je nach Herkunft der Täter (S. 133). Die Linke mache sich durch die moralisierend vorgetragene Forderung nach unbegrenzter Aufnahme von Zuwanderern, d.h. von ungelernten und billigen Arbeitskräften, zum nützlichen Idioten des Neoliberalismus (S. 83f). So hätten sich "die Interessen der Eigentümer aufs innigste mit der Moral einer politisch korrekten Identitätspolitik verbündet" (S. 154). Stegemann tritt für die Bewahrung aufklärerischer Errungenschaften ein und fordert offene Diskurse jenseits politischer Korrektheit und "moralischer Kommunikation" (S. 117, 179), um die Dinge beim Namen zu nennen und Probleme lösen zu können. Die Verweigerung des Diskurses habe auch zur Folge, dass solche Themen von der AfD aufgegriffen würden und sich die linke Tabuisierung bestimmter Themen ins Gegenteil verkehre (S. 182f).
Stegemanns klarer Analyse kann man auch als Leser außerhalb des linken Spektrums zustimmen, da sie die Realität erfasst. Es geht im Grunde genommen auch gar nicht um rechts oder links, sondern um Vernunft oder Unvernunft. Hier müssten über Parteigrenzen hinweg gemeinsame konstruktive Lösungen möglich sein. Leider zeigt die aktuelle Entwicklung in Deutschland aber in eine andere Richtung. Stegemann - oft auch als Vordenker oder Stratege von Sahra Wagenknechts Bewegung "Aufstehen" bezeichnet - wird eine Einzelstimme im linken Lager bleiben, wie auch Sahra Wagenknecht gegen die geballte Macht der Realitätsleugner und Traumtänzer in ihrer Partei nicht ankommt. Von Wagenknechts Bewegung "Aufstehen" spricht fast niemand mehr. Am rechten Rand des Parteienspektrums übernimmt die AfD die Funktion des Stachels im Fleisch, treibt die übrigen Parteien vor sich her, wird auf absehbare Zeit bundesweit jedoch unterhalb der 20-Prozent-Marke stagnieren, d.h. politisch kaum etwas bewirken können. Hoffnung auf politische Einsicht und personelle Erneuerung gibt es bei den etablierten Parteien nicht. So bleibt nur ein einziges Szenario, um den gegenwärtigen politischen Irrweg zu beenden: eine tiefgreifende politische und vor allem wirtschaftliche Krise, die polarisierend und umstürzend wirken wird. Bernd Stegemanns sehr empfehlenswertes Buch wird man in Zukunft wohl als kluge aber folgenlose Einzelstimme eines Milieus deuten, das seinen eigenen Untergang inszenierte und das Land mit sich riss.
Die Widersprüche und Paradoxien der moralisierenden Kommunikation bzw. Hypermoral werden von Ihm dann reichlich abstrakt mit verschiedenenTheorieeinschüben dargestellt. Wenn konkrete Beispiele wie die Kopftuch-Debatte bzw. die Migrationsfrage angeführt werden, so wird schon deutlicher, welche Positionen bzw. Parteien gemeint sind. Namentlich genannt und als „Moralisten“ kritisiert werden Harald Welzer und Carolin Emcke (S. 122-135). Dagegen wird David Miller mit seinem Buch „Fremde in unserer Mitte“ ausführlich als Realist gewürdigt. (S. 135 – 147)
Vieles was B. Stegemann als Konflikt zwischen Realisten und Moralisten beschreibt, das ist – wie er auch selbst erwähnt – als Spannungsfeld zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethik schon oft diskutiert worden. Neu ist sein Versuch zu zeigen, dass sich Moralisten langfristig selbst schaden, wenn sie die Thematisierung von realen Konflikten und Problemen mit moralischen Argumenten oder Political Correctness vorschnell abblocken.
Zum Schluss zeigt Stegemann nochmals am Beispiel von Diskussionen in Talkshows (S. 157ff), wie eine sachliche Auseinandersetzung mit der Realität letztlich durch moralische Bewertung verhindert wird, da sofort der Vorwurf der Diskriminierung bzw. des Rassismus vorgebracht wird. Talkshows werden als dramatische Situation beschrieben und mit Framing und Wording werden auch Konzepte der Medienanalyse aufgegriffen.
Insgesamt ist aber auch diese Talkshow-Analyse wie das gesamte Buch eher theoretisch gehalten, wenn auch Beispiele im Text und in den 12 Seiten Anmerkungen angeführt werden. Wenn B. Stegemann in seiner Kritik der Moralisten zwar immer für realistische Beschreibung der Gegenwart und sachliche Argumente plädiert, so bleibt er selbst bei politischen Aussagen wenig konkret.
Was die Funktion und Problematik von Political Correctness betrifft, so ist das Buch „Es war doch gut gemeint“ von
Ullrich/Diefenbach mit vergleichbarer Thematik wesentlich anschaulicher und analytischer. Die Moral- bzw. Kulturkritik von Nils Heisterhagens „Die liberale Illusion“ ist m.E. überzeugender und anschaulicher als die von B. Stegemann beschriebene „Moralfalle“, der dieses Buch von Heisterhagen mehrfach kurz erwähnt.
Fazit:
„Die Moralfalle“ ist ein kluger Beitrag eines kritischen, linken Intellektuellen zum aktuellen Zustand der politischen Diskussion mit reichlich bedenkenswerten Einsichten und Forderungen. Also durchaus mit Gewinn zu lesen und
vier Sternchen wert....
Aber für den Mit-Initiator der „Aufstehen-Bewegung“ ist mir dieses neue Buch – wie bereits sein „Gespenst des Populismus“ aus dem Jahr 2017 - zu intellektuell-theorieverliebt und zu wenig konkret, da es sich oft im Aufzeigen von „blinden Flecken“ und Paradoxien beschränkt. Klartext bei Beschreibung der Konflikte und der eigenen Forderungen wäre erwünscht, wenn Stegemann als Realist heftig den Moralismus und die Realitätsverweigerung der anderen kritisiert.
In seinem kurzen Nachwort (S.189-192) zur Sammlungsbewegung unterscheidet er im linken Lager eine „kulturalistische“ und eine „soziale“ Seite, gemeint ist wohl die Kipping- bzw. Wagenknecht-Position in der Links-Partei. Aber auch hier wird Klartext vermieden, und was anschließend als zentrale Aussage formuliert wird, verwischt diese beiden Positionen fast zur Unkenntlichkeit . „Die These dieses Buches wie von Aufstehen ist hingegen, dass eine erfolgversprechene Strategie, um dem Rechtsruck in unserer Gesellschaft entgegenzutreten, darin bestehen kann, die Rechten nicht zu dämonisieren, sondern nach den sozialen und materiellen Ursachen zu fragen.“ (S. 191)
Welcher Linke möchte dieser allgemeinen Aussage widersprechen? Die Forderung, die „soziale Frage ins Zentrum“ zu stellen und stärker die ökonomischen Verhältnisse zu berücksichtigen (S. 18-19) ist so richtig wie allgemein.
Wie aber soll bzw. muss nach Stegemanns Ansicht eine realistische linke Antwort zu Globalisierung, Migration, Nationalstaat, Europa oder UNO-Miltitäreinsätzen etc. aussehen? Es wäre unfair, von B. Stegemann in diesem Buch gleich ein alternatives linkes Parteiprogramm zu erwarten, aber seine berechtigte Kritik am "aggressiven Moralisieren"
in der politischen Auseinandersetzung ersetzt nicht die geforderte realistische Gesellschaftsanalyse und die daraus abgeleiteten konkreten politischen Positionen/Forderungen.
Man misst mit zweierlei Maß und hebt unangenehme Themen auf die moralische Ebene, um eine sachliche Diskussion auszuschließen. Man fordert Differenzierung und verurteilt Pauschalisierungen - und handelt selbst umgekehrt.
Mit Stegemann sollten wir die Rückkehr zur sachlichen Auseinandersetzung suchen und die Verkünder von falschen Ideen im Dialog auseinandernehmen und uns nicht vor einer solchen fürchten.
Absolut lesenswert! Aus meiner Sicht auch ein Buch für die Sekundarstufe II.





