Hier klicken Sale Salew Salem Hier klicken Jetzt informieren 30 Tage lang gratis testen Cloud Drive Photos Learn More TDZ Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimitedFamily Autorip longss17
Kunden diskutieren > Forum: Der Untertan: Roman

Die Kirche im Dorf lassen!


Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 31.10.2007, 10:01:43 GMT+1
abraxas meint:
Es kann nicht angehen, den 'Untertan' über alles in der Welt zu stellen, denn dafür scheint er insgesamt doch zu zeitbedingt, wenn auch nicht zeitverhaftet. Gewiß repräsentiert Heßling einen Typus, der auch heute noch begegnet, zumal in Deutschland, und so läßt sich manches übertragen. Zudem erreichen Satiren per se selten die höchsten literarischen Höhen. Zwar wird H. Mann international (noch) wahrgenommen, indessen steht dies in keinem Verhältnis zu seinem mit Recht weltweit hochberühmten Bruder.
Aufschlüsse können Kurzprosen bieten: Welch ein thematischer Reichtum bei Thomas gegenüber der monomanen Fleischesliebe samt ihren Komplikationen in meist halbseidenem Milieu bei Heinrich. Zudem sind manche von Heinrichs Romanen beinahe verschollen, alle in sich etwas ungleichmäßig geraten.
Gewiß ist der Ansatz unterschiedlich; vielleicht ist Thomas der letzte, im Grunde rückwärtsgewandte großbürgerliche Literat der Kunstreligion, während Heinrich entschieden auf eine demokratische Zukunft setzte und (wie eine Zeitlang G. Mahler) wähnte, für die werktätigen Massen zu schreiben, mithin z.T. Züge eines politischen Literaten zeigt.
Allerdings ist es leichter, Heinrich zu lieben, denn irgendwann müssen sich doch viele von der Eitelkeit des ständig pfauenräderschlagenden Thomas erholen, die wohl auch mit seiner sexuellen Orientierung zu tun hat: man unterbricht dann die Lektüre eine Zeitlang.
Klein geredet werden soll Heinrich freilich nicht, ohne Frage ist er besser als fast alles heutzutage, und wo es darum geht, Situationen zuzuspitzen, zeigt er sich dem eher redseligen Bruder öfter sogar überlegen: Ein grandioses Beispiel findet sich an der Stelle, als sich Heßling zum Schwängerer seiner Schwester aufmacht.
Abschließend werden Rezensenten darum gebeten, nicht ihre Bedürfnisse mit kritischem Horizont zu verwechseln und ihre Aussagen absolut zu setzen.
Wenngleich communis opinio, ist eine Rose nicht schön, aber man darf sie schön finden.
‹ Zurück 1 Weiter ›
[Kommentar hinzufügen]
Schreiben Sie einen Beitrag zu dieser Diskussion
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Eingabe des Log-ins
 


 

Zur Diskussion

Teilnehmer:  1
Beiträge insgesamt:  1
Erster Beitrag:  31.10.2007
Jüngster Beitrag:  31.10.2007

Neu! Bei neuen Einträgen eine E-Mail erhalten.

Das Thema dieser Diskussion ist
Der Untertan: Roman
Der Untertan: Roman von Heinrich Mann (Taschenbuch - 1. November 1996)
4.1 von 5 Sternen (220)