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Die Königspfalz Werla: Forschungsreise in das 10. Jahrhundert Broschiert – 19. Mai 2005

5.0 von 5 Sternen 1 Kundenrezension

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Robert Slawski, geboren 1958, aufgewachsen in Hamburg und in der Lüneburger Heide. Wahl-Braunschweiger nach beruflichen Zwischenstationen in Berlin und Köln. Studien in Geschichte und Geographie; seit 1982 als Dozent in der Erwachsenenbildung tätig. Kurse und Exkursionen, also dialogische Formen der Vermittlung, prägen bis heute die geistige Haltung des Autors. Die überlieferte Sachkultur wird damit zum Gegenstand lebendiger Bildung. Publikationen sowie Ausstellungen zu kulturgeschichtlichen Themen: Braunschweig im Mittelalter, Fachwerk, Burgen, kirchliche Kunst.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Auf dem Weg zur Werla
Es finden sich wohl nur wenige Menschen zwischen Harz und Heide, die die Kaiserpfalz in Goslar nicht kennen, und auch für auswärtige Besucher besitzt die imposante Baugruppe zu Füßen des silberverheißenden Rammelsberges eine ungebrochene Anziehungskraft. Saalbau und Ulrichskapelle, auch die noch erhaltene Vorhalle der abgetragenen Stiftskirche, vermitteln den großen Glanz einer lange zurückliegenden Epoche, ungeachtet der Tatsache, dass wir nur einen Teil der ehemaligen Pfalzbebauung vor Augen haben. Der feierliche Eindruck gelassener Herrschaft geht in seinem heutigen Erscheinungsbild auf die Restaurierungsmaßnahmen des 19. Jahrhunderts zurück. Den Anfang der königlichen Repräsentation in Goslar kann man durch einen Hoftag im Jahre 1017 bestimmen.
Und was war vorher? Wo lag zuvor der Wohnsitz­ der Könige, wenn sie in dieser Gegend weilten? Welcher Ort am nordwestlichen Harzrand steht für das vorangehende erste Jahrhundert des ostfränkisch-deutschen Königtums? Spätestens bei dieser Frage stößt man auf den Namen Werla. Obwohl der Ort in Urkunden und Chroniken benannt wird, schien die Stätte selbst doch gleichsam wie vom Erdboden verschluckt. Wenn wir heute das alte Pfalzgelände besuchen können, so ist dies das Ergebnis beharrlicher Bemühungen, die bereits im 18. Jahrhundert einsetzten und nach mancherlei Irrtümern schließlich zu einer sicheren Lokalisierung geführt haben. Die rückblickende Beschäftigung mit dieser Suche und die nachfolgenden Bemühungen, das Vorgefundene zu verstehen, vermitteln stets etwas von dem “Abenteuer Forschung”. Dieses Thema wird uns begleiten. Es sei noch angefügt, dass die ersten Grabungskampagnen in den 1930er Jahren ein geradezu unglaubliches Echo in den Medien hervorriefen.
Machen wir uns auf zur Werla! Wir finden die einst königliche Stätte rund 15 Kilometer nordöstlich von Goslar, nicht weit entfernt von der Ortschaft Schladen. Oder anders betrachtet: nahe der einstigen Bundesstraße 4, die – von Wolfenbüttel kommend – bald hinter Werlaburgdorf einen Höhenrücken erklimmt.
Wir nähern uns zu Fuß von Westen und erfahren von dieser Seite aus gleich einiges über die landschaftliche Lage. Der Blick geht über eine sanftwellige hochgelegene Terrassenfläche, die südlich und östlich steil in die sehr breite Talniederung der Oker abfällt. In der Ferne sind, je nach Wetterlage, die Höhenzüge des Großen Fallsteins (Ost) und des Harliberges (Süd) zu erkennen. Bei guter Fernsicht liegt der Harzrand wie zum Greifen nahe.
Unser Weg führt zwischen Ackerflächen hindurch über die hohe Terrasse. Als Landmarke dient ein hoch aufragender Lindenbaum, der als einziger aus einer Dreiergruppe übrig blieb, die man um den 1875 aufgestellten Gedenkstein gepflanzt hatte. Bereits 500 m vor diesem Ziel erreichen wir die Fläche der ersten Vorburg, ohne dass dies jedoch durch äußere Zeichen zu erkennen wäre (April 2005). Die Fläche der Hauptburg um den Gedenkstein präsentiert sich heute nicht wesentlich anders, als vor dem Beginn der groß angelegten Ausgrabungen zwischen 1934 und 1964. An die Stelle der Ackernutzung ist zum Teil eine ungenutzte Wiese getreten, ein paar flache Erddämme, hier und da einige Mauersteine.
Welche Erkenntnisse sind in jahrelanger Arbeit dem Boden abgerungen worden? – Es ist in jedem Falle ausreichend, um eine imaginäre Pfalzbegehung zu unternehmen. Wir können im Bereich der Hauptburg einzelne Gebäude vorstellen, Standort, Größe und auch die Merkmale der Mauertechnik angeben. Und wir können einige Überlegungen hinzunehmen, die von Seiten der Fachwissenschaften hinsichtlich der jeweiligen Funktion und der zeitlichen Einordnung angestellt worden sind. Einem solchen Vorhaben dient der zweite, beschreibende Teil dieses Buches.
Man hat auf dem Plateau über der Oker eine königliche Pfalz gesucht, und hat sie unzweifelhaft gefunden. Allerdings sind auch sehr viel ältere Besiedlungszeugnisse aufgedeckt worden, die bis in die Jungsteinzeit zurückreichen. Darüber soll hier jedoch nicht gehandelt werden. Unser gedankliches Ziel ist das Mittelalter, genauer noch: das Frühmittelalter. Aber zu prüfen bleibt, ob nicht eine Verbindungslinie aus schriftloser Urzeit bis ins Mittelalter hineinführt. Nach allen bisherigen Erkenntnissen liegt im fraglichen Zeitraum jedoch keine kontinuierliche Besiedlung des Werlaplateaus vor. Die Befunde zum jüngsten germanischen Siedlungshorizont setzen im 3. nachchristlichen Jahrhundert aus. Dann folgen rund 500 Jahre ohne dauerhafte Anwesenheit von Menschen. Der aufgedeckte sächsische Adelshof des 9. Jahrhunderts leitet bereits in die Geschichte der Königspfalz über, die ihre Blütezeit zwischen etwa 920 und 1020 n.Chr. erlebte. Als letzten Zustand in der Besiedlungsabfolge müssen wir ein Dorf annehmen, das um das Jahr 1500 von seinen Bewohnern verlassen wurde.
In einer ungestörten Schichtenabfolge liegt das Älteste unten, das Jüngste oben: Ablagerungen der Geschichte. Fast immer aber stellt sich die Situation “vor Ort” wesentlich komplizierter dar. Bleiben wir bei dem vereinfachten Schichtenmodell, so mussten sich die beteiligten Forscher und ihre Helfer durch die jüngsten Zeitschichten bis zu den Überresten der Königspfalz hindurchgraben. Die Probleme liegen im Detail: Was gehört in welche Zeit? Eine erste Bestimmung ist meist über das Scherbenmaterial möglich, je näher an den entscheidenden Befunden, desto problematischer diese grobe Datierungshilfe. Von solchen Schwierigkeiten wird im einzelnen noch zu sprechen sein.
Aber es ist nicht nur die archäologische Forschung, in der beträchtliche Anstrengungen zur Aufhellung der Geschichte der Pfalz unternommen wurden, sondern im gleichen Maße fühlte sich die schrifthistorische Wissenschaft aufgefordert, zur Erkenntnis beizutragen. Eine Fülle von Veröffentlichungen, zumeist zwischen 1935 und 1965 erschienen, zeugt von der Auseinandersetzung mit ganz unterschiedlichen Aspekten der Werla-Geschichte. Dabei müssen wir uns vor Augen halten, dass die Zahl an Schriftquellen stark begrenzt ist. Aus dieser bruchstückhaften Überlieferung, die mehr verschweigt als sie mitteilt, muss die Vergangenheit rekonstruiert werden. Es hat dabei durchaus etwas detektivisches, mit Ausdauer und Scharfsinn, durch Sammlung von Belegen und die vergleichende Betrachtung, ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen.
Dabei ist zu betonen, dass für die Werlaforschung in großem Umfang auch die historischen Teil- und Nachbardisziplinen und weitere Naturwissenschaften um fachliche Beratung gebeten worden sind. Dazu gehört die Ortsnamenforschung genauso wie die Geologie. Was nunmehr selbstverständlich erscheint – ein interdisziplinäres Zusammenwirken – ist damals in seinen ersten Anfängen vorgeführt worden.
Heute kann man sagen, dass wir ein außerordentlich großes Maß an Kenntnis seit den 1930er Jahren hinzugewonnen haben. Wobei Kenntnis jedoch nicht mit Gewissheit gleichgesetzt werden darf, denn nicht wenige Fragen sind zwar eingehend behandelt worden, jedoch keineswegs als endgültig gelöst zu betrachten.


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am 9. Juni 2005
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