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Kundenrezensionen

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am 21. Oktober 2015
Trotz (ernstgemeintem!) Titel und cover: Es ist ein anspruchsvolles Buch. Man erfährt aus erster Hand, was es heißt, in Israel zu leben. Falls jemand meint, er hätte schon eine Ahnung vom Nahostkonflikt, woher auch immer – in diesem Buch erfährt er, daß alles viel komplizierter ist. Israel – das ist kein einheitlicher Block gegen die Palästinenser, sondern das sind viele einzelne Menschen, die sehr unterschiedliche Meinungen zum Thema haben.

Während Arafat, der Jesus übrigens für einen Palästinenser hielt, zeitweise auf Platz 2 hinter Hitler rangierte, bedachte ihn Moshe Hirsch mit positiven Prädikaten aus der Bibel. Der Siedler Eljakim Ha'etzni hielt ihn 1997 gleichzeitig für ein Scheusal und einen großen Politiker. Im übrigen dachte er, daß es keine Lösung gebe. Man könne den Krieg zwischen Arabern und Israelis nur hinausschieben, nicht vermeiden. Doch man könne einen Weg suchen, wie man durch vernünftige Entscheidungen im Augenblick zusammenleben könne. "Die Araber sollen alle Rechte im Land haben, aber keine Rechte auf das Land" (S. 97).

Gad Granach fand, daß die Demokratie nicht zu den Arabern passe und Jerusalem ein Irrenhaus sei, bei dem nur noch das Dach fehle.

Der Kinderarzt Abdel Asis Rantisi, Mitbegründer der Hamas, kann sich zwar einen Waffenstillstand vorstellen, doch keine Anerkennung Israels. Denn der Islam verbiete einen Frieden mit den jüdischen Besatzern. Die Selbstmordattentäter seien Märtyrer, keine Terroristen. Er kann sich Palästina als islamischen Staat denken, in dem auch Juden leben dürfen. Dieser Staat sei demokratisch, weil er nach freien Wahlen von den Besten regiert werde.

Die Einwohner von Kirjat Arba, die wegen der schlechten Wohnverhältnisse fünfmal schneller als normal altern, bezeichneten Baruch Goldstein, der 1994 29 betende Araber tötete, als "'Engel'", "'Heiligen und Erlöser'" (S. 120). Schoschana Blechmann urteilte, dieses Massaker sei ein "'Präventivschlag'" gewesen, denn in der Nähe seien Waffen versteckt worden, um Juden umzubringen (S. 254).

Miriam Levinger hielt Araber und Juden so auseinander: Wenn Juden lügen, sehe man ihnen das an, wenn Araber lügen, sehe man ihnen das nicht an. Abdul Sattar Kassem kritisierte die Korruption unter den Palästinensern und wünschte die "'Rückkehr der Flüchtlinge'" (S. 203). Die Besatzung durch die Israelis sei demokratischer als das Regime unter Arafat. Israel sei "'ein terroristischer Staat'" (S. 206).

Jamil Hamal hielt die gegenseitige Vernichtung für "'unrealistisch'" (S. 225), auch wenn die Palästinenser die Juden für Verschwörer und die Juden die Palästinenser für Terroristen halten. Israel sei am sichersten, wenn die Palästinenser zufrieden seien. In Israel müßten sich die Palästinenser an die israelischen Gesetze halten, in Palästina müßte es umgekehrt sein. Der Konflikt sei nicht die Folge einer Verschwörung, sondern zahlreicher Fehler auf beiden Seiten. Die Palästinenser müßten für ihren Staat etwas tun, nicht wie die PLO der Fata Morgana einer militärischen Lösung nachjagen. Es gehe um die Verbesserung der Lebensbedingungen, um die Erziehung und Ausbildung der Kinder, die Anerkennung der Menschenwürde.

Joram Kaniuk meinte, man müsse nicht nur Juden und Palästinenser, sondern auch säkulare und fundamentalistische Juden voneinander trennen. So brauche man also drei Staaten, nicht nur zwei. Ze'ev Chafets dachte, daß die fundamentalistischen Juden den Frieden mit den Palästinensern verhindern und die säkularen Juden solange ausbeuten, bis diese die Palästinenser zu Hilfe rufen müssen. Dann sei Israel ein palästinensischer Staat mit einer autonomen Zone für Juden. Marlene Malka wollte die Palästinenser in Judäa und Samaria nach Saudi-Arabien schicken. Moshe Feiglin wollte aus Israel im Gegensatz zu Herzls säkularen Vorstellungen "'einen jüdischen Staat machen'" (S. 195). Rabbi Menachem Fruman wollte einen Staat mit zwei Regierungen: einer israelischen und einer palästinensischen, auf demselben Gebiet.

Broder ist für zwei Staaten, doch das gehe nicht, denn: "Die Israelis wollen einen vollen Frieden mit nur ein bißchen Rückzug aus den besetzten Gebieten, und die Palästinenser wollen einen vollen Rückzug aus den besetzten Gebieten mit nur ein bißchen Frieden" (S. 232). Er findet, daß sich Judenstaat, Demokratie und Großisrael nicht unter einen Hut bringen lassen, sondern nur jeweils zwei davon. Überhaupt werde viel zuviel gelogen, Jerusalem könnten nach Jeschajahu Leibowitz allenfalls die Christen beanspruchen. Juden und Palästinenser würden sich wie Dick und Doof verhalten, nach dem Motto, dem andern nicht zu gönnen, was man selbst nicht haben könne. Sie würden einander brauchen, um sich als Helden aufspielen zu können. Wer wie die Israelis nicht einmal mit einem Müllberg fertigwerde, könne keinen Nahostkonflikt lösen.

Sei Israel schwach, nehme der Antisemitismus in den USA zu. Auch das sei ein Grund, daß amerikanische Juden Israel unterstützen. Doch die zahlreichen Hilfs- und Friedensorganisationen würden mehr Geld als eine Rehabilitierung der Palästinenser kosten. Beide Seiten würden sich für Opfer und ihre Maßnahmen für Notwehr halten. Immerhin funktioniere die Zusammenarbeit mit den Palästinensern beim Autodiebstahl: In Palästina würden die gestohlenen Autos zugelassen. Man erkenne sie an den weißen Nummernschildern und der schwarzen Schrift.

Broders Fazit: Den Juden in Deutschland einen Staat zu geben, wäre nicht nur gerechter gewesen, sondern auch einfacher und billiger als die "Arbeitsbeschaffungsmaßnahme" (S. 168) in Nahost, die bis zur Vernichtung der Erde andauern würde. Der Messias habe keine Chance in Israel. Zwar würden Juden und Christen auf ihn warten (die Christen auf Jesu Wiederkehr), doch falls der jüdische Messias komme, würden manche Juden sagen: "'damit werden wir auch noch fertig'", andere: "'ausgerechnet der hat uns noch gefehlt'" (S. 27).
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am 14. Juni 2009
Auf Henryk M Broder wurde ich durch eine TV-Talkshow aufmerksam. Durch seine Polemik und seinen Zynismus eher unsympathisch wirkend, überzeugte er mich doch durch seine scharfsinnige Argumentation über Sachverhalte, die man heute nur selten so klar und unverhohlen in der Öffentlichkeit ausdrückt ohne von betroffenen Interessenvertretern abgewatscht zu werden.
Insofern erwartete ich beim Kauf des Buches eher ein satirisches, polemisches Werk. Doch weit gefehlt. In Essays, Interviews und Artikeln führt Broder den Leser unkommentiert an das israelisch-palästinensiche Dilemma heran, sich darauf verlassend, dass die verquere Situation der im "Heiligen Land" konkurrierenden Interessengruppen für eine Realsatire ausreicht.
In Essays, Aufsätzen und Interviews lässt Broder Fundamentalisten, religiöse Führer zu Wort kommen, die nur absolute Lösungen tolerieren, er beschreibt Zionisten, nicht handlungsfähige Regierungen, religiöse Eiferer, ausländische "Mode"-Juden, die ihre Zugehörigkeit zum Judentum als Ausdruck ihrer "Exzentrik" zelebrieren, Institutionen, die durch Beibehaltung des Status Quo profitieren und Friedensaktivisten, die in bester Absicht nicht in der Lage sind zwischen den gegensätzlichen Interessen zu vermitteln.
Der Leser erlangt Einblick in eine Geldvernichtungsmaschinerie. UN-Komitees, Internationale Hilfsorganisationen und ein bis an die Zähne bewaffneter Sicherheitsapparat kosten nicht nur den Steuerzahler vor Ort Unsummen. "Der Nahost-Konflikt ist ein Klacks auf der Landkarte der Weltgeschichte, doch haben sich die teilnehmenden Parteien darauf verständigt, auf einer Provinzbühne eine Supershow hinzulegen".
Dieses Buch sei jedem empfohlen, der bislang nur über die TV-Nachrichten mit dem Nahost-Konflikt informiert wurde, denn es bietet wichtige Einblicke in das Wesen einer Gesellschaft, die sich nur in einem Punkt einig ist: an diesem Fleckchen Erde möglichst allein ohne die anderen Gesellschaftsteile leben zu wollen.
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am 20. März 2013
Wie geht man an ein solches Buch ran? Diese Frage habe ich mir gestellt, als ich auf den "kaufen" Button klickte.
Ich erwartete eine Art Abhandlung über die Aktuellen Geschehnisse in Israel und Palästina - nüchtern, politisch soweit wie möglich korrekt und informativ. Haha - weit gefehlt - ich nahm das Buch mit auf eine längere Zugfahrt von Nürnberg nach Hamburg....und in diesen knapp 6 Std verschlang ich es auch; so ziemlich!
Wie man mich im Zug sitzen sah? Definitiv lachend! :-) Es ist kein Politreport à la Andrea Rados und Konsortien - Nein! es ist das lustigste Buch das ich 2012 gelesen habe! Der Autor schreibt wie eine Art Reisetagebuch seine Erlebnisse in Israel und den autonomen Gebieten. In der wunderbar sarkastischen und ironischen Art und Weise, vergisst man für eine Weile mal das durchaus ernste Thema Israel und kann herzhaft über die Bewohner, Utraorthodoxen und Verwirrten regimetreuen ablachen.

Vom Alltägliche Leben in den autonomen Grenz"käfigen" bis zu aufs Autodach gebundenen Kerzenleuchtern....alles mit dabei
Von pseudo Zukunftstechnologien bis zu Israelis die in der Wüste Bonsai Bäume züchten und den Europäischen Binnenmarkt damit kapern wollen :-)

Fazit: Hab selten so viel gelacht! Definitiv seine 5 Sterne Wert - sehr erfrischend mal ein solches Werk anstelle der alltäglichen Angstmachern zu lesen. So merkt man erst mal das die Israelis auch nur Menschen sind - ein kleines, sehr verwirrendes Völkchen mit einem Hang zu Quittengelee :-)

Kauftipp!
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am 29. April 2010
Ich kann mich den Vorrednern nur anschließen. Das Buch bietet keinen Überblick, sondern einen sehr guten Einblick in die Problematik des Nahost-Konfilkts. Das Buch beinhaltet eigentlich nur eine Aneinanderreihung von Berichten, Reportagen und Interviews über jeweils eine Gruppierung. Und dabei lernt der Leser die innere Logik der jeweiligen Richtung kennen. Aber der Leser sollte sich hüten, vorschnell ein Urteil zu fällen, sondern bis zum Ende des Buches warten.

Einziger Haken an dem Buch: Es ist schon etwas älter. Seit Herausgabe des Buches fanden viele Neuwahlen, der Tod Arafats und die Räumung der Gaza-Siedlungen statt, auf die das Buch natürlich nicht eingehen kann. Aber an den grundsätzlichen Meinungen und Problemen ändert das nichts.
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am 8. November 2010
BRODER mach auch in diesem relativ alten Buch (99) im Jahre 2010 für den politischen Laien den Nahostkonflikt durchschauberer dargestellt und der Leser kann sich demzufolge ziemlich genau vorstellen, worüber die Israelis und Palestineser heute verhandeln. Sehr lesenwert, weil letztlich die einzelnen Akteure wörtlich zu Wort kommen, nachdem ihnen Broder die Fragen gestellt hat, die der unbedarfte Laie heute auch stellen würde.
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am 10. Januar 2002
Broder beschreibt mit einer tragikkomischen Ironie die Situation im Nahen Osten. Er nimmt dabei kritisch die zunehmenden religiösen und nationalistischen Tendenzen in Israel und den Gebieten der palästinensischen Autonomiebehörde unter die Lupe. In den sehr lesenswerten Episoden wird verständlich, welche z.T. durchaus repräsentativen Einstellungen und Meinungen die aktuellen Probleme in Nahost manifestieren. Für eine Satire ist es ein sehr gelungenes Buch. Leider sind die von Broder wiedergegebenen Situationen bittere Realität und bei der Lektüre sollte eigentlich deutschen Leserinnen das Lachen eher im Halse stecken bleiben. Die Verbrechen der Deutschen an den Juden haben sehr wesentlich zum Entstehen dieser Situation beigetragen. (Dazu und zum Umgang damit ist anderweitig von Broder mehr zu erfahren - also weiterlesen!)
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am 10. Mai 2003
Ich habe dieses Buch kurz nach meiner Rückkehr aus Israel gelesen, als meine subjektiven Eindrücke noch frisch waren!
Ich muß sagen, ich habe mich selten so köstlich amüsiert bei einem so ernsten Thema. Broder vermittelt die Fakten nicht auf die trockene Art und er weiß worüber er schreibt. Ich denke es ist eine prima Ergänzung zu Michael Wolffsohn`s "Wem gehört das Heilige Land?".
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am 6. Januar 2002
Ein wundervolles Buch! Viele Zusammenhänge, die wir sonst nur unvollständig aus den TV-Nachrichten kennen, werden hier deutlich. Broder schreibt nicht nur witzig und ironisch, er WEISS auch genau, wovon er spricht. Er kennt "seine Pappenheimer"...sozusagen - die Israelis UND die Deutschen. Denn dieses Buch ist für Deutsche geschrieben, kein Zweifel. Jeder/m zu empfehlen, die/der sich für den Nahost-Konflikt allgemein und das Verhältnis der Deutschen dazu im Besonderen interessiert.
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am 4. Januar 2015
Broder beschreibt verschiedene Charaktere, stellvertretend für den Pluralismus im Heiligen Lande. Er besucht Querdenker und Querulanten und beschreibt seine Eindrücke in witzigen, zum Teil auch sarkastischen Ausführungen. Ein amüsantens Werk, das man nicht beiseite legen kann, bis man es zu Ende gelesen hat.
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am 4. August 2012
...der Schlingel. Er weiß ja, was man von ihm erwartet. Und das bekommt der Leser dann auch. Provokativ, immer mit einer gewissen Überheblichkeit nimmt er die "Irren" ins Visir.
Ich fand das sehr unterhaltsam. Allerdings erfährt man natürlich nix Neues, denn die Fronten sind ja quasi seit langem geklärt. Dies wird nochmal -wie ich fand durchaus auf eindrucksvolle Weise- deutlich, wenn er zwei sehr ausführliche Interviews (eins mit einem orthodoxen Hardchore-Juden und eins mit einem intellektuellen Palästinenser-Granden) gegenüberstellt. Aber gut, das hätten wir vielleicht auch gekonnt. ;)
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