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350 km (Luftlinie) trennen Wien von München; ebenfalls 350 km (Luftlinie) Wien von Kosice (Kaschau). Und doch sind die 350 km nach Osten eine Reise in eine andere, fast allen von uns unbekannte Welt.
Karl-Markus Gauß hat diese Reise in den Osten mehrmals gemacht; in diesem Buch berichtet er von seinen Reisen.
Er stellt uns eine Welt vor, die man bei uns geflissentlich verdrängt: die Welt der Roma (früher abwertend "Zigeuner"). Mit dem Eintritt der Slowakei in die EU kommen (und kamen ab 1. Mai 2004) einige hunderttausend Roma in die EU.
Ein paar Eckdaten: Arbeitslosigkeit in vielen Roma-Ghettos in der Slowakei an die 100%; Alkoholmissbrauch; Schulbesuch der Kinder (wenn überhaupt): meist Sonderschule; Niedergang der traditionellen väterlichen Autorität......
Gauß beschreibt auch die Geschichtslosigkeit, in die diese Gruppe von Menschen in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten gefallen ist, nachdem die Berufe, von denen sie mehr schlecht als recht lebten, meist verschwunden sind.
"Hundeesser" sind die Bewohner von Svinia, dem schlimmsten Ghetto, schon lange nicht mehr - sofern es die Älteren von ihnen je überhaupt (aus rituellen Gründen) waren; der Ruf, es zu sein, reicht, um am untersten Ende der sozialen Skala in der Slowakei zu stehen.
Ein unendlich wichtiges, sehr oft trauriges, aber doch manche Hoffnung keimen lassendes, in geschliffenstem Deutsch geschriebenes Buch - gerade richtig zum 1. Mai 2004. Die EU wird sich jedenfalls zu diesem Problem mehr als bisher einfallen lassen müssen...
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TOP 500 REZENSENTam 4. August 2013
Inhalt und mein Eindruck:
Karl-Markus Gauß hat eine Reportage über slowakische Slums geschrieben, allen voran die Vorhölle Svinia, wo 700 Roma leben, die sogar von anderen Roma ausgegrenzt und verachtet werden, da sie als Hundeesser gelten.

Neben der Beschreibung der Zustände in den slowakischen Slums erzählt Gauß von der Geschichte der Roma von 1945 bis heute, von der Eingliederung in die tschechoslowakische Gesellschaft zu Zeiten des Sozialismus über reihenweise Sterilisierungen in den letzten Jahren vor Beendigung des Kalten Krieges bis zum EU-Beitritt der Slowakei und der Vertreibung der Roma aus ihren Häusern und ihrem bisherigen Leben.

Mir hat 'Die Hundeesser von Svinia' sehr gut gefallen, obgleich ich recht bestürzt war über die geschilderten Zustände. Begriffe wie Ghetto, Apartheid, Slums und bitterste Armut assoziiert man für gewöhnlich nicht mit dem Europa des späten 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts. Der Autor berichtet aber genau von diesen Missständen, die man in einem EU-Land nicht vermutet und die das Weltbild des Lesers demnach ein wenig gerade rücken.

Mein Resümee:
Eine beeindruckende und spannende Reportage.
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am 5. März 2004
In einem kleinen Ort im Osten der Slowakei, hat Karl-Markus Gauß Menschen kennen gelernt, die wie aus Zeit und Raum gefallen scheinen. Wie Verstoßene leben sie in bitterer Armut. Ohne fließend Wasser und Elektrizität. Sie werden von Nachbarn missachtet, wie Luft behandelt. Der Herausgeber der Zeitschrift "Literatur und Kritik" liefert mit "Die Hundeesser von Svinia" mehr als eine packende Studie der Roma-Gemeinschaft, mehr als eine Reiselektüre. Nachdenken über Toleranz ist die mindeste Folge - auch bei denjenigen, die den aktuellen Ereignissen in der Ostslowakei sonst weniger politische Bedeutung beigemessen hätten...
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am 27. Juni 2010
Ein Buch von dem ich mir gewünscht hätte, dass es drei Mal so dick ist. Ich hätte noch Stunden weiterlesen können.
Es ist schwer zu realisieren, dass solche Dinge unweit von uns geschehen, aber Karl-Markus Gauß ruft es denen, die es bisher noch nicht wussten, nochmals ins Gedächtnis. Ich selbst habe schon ähnliche Zustände hautnah miterlebt und kann dadurch auch beurteilen, inwiefern die Ausführungen Gauß' realistisch sind oder nicht. Und sie sind es.
Das Buch ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Informieren, Aufsehen erregen und Menschen dazu bringen, sich damit auseinander zu setzen, sind die Wege, die es zu gehen gilt um solche Probleme in Zukunft hoffentlich nicht mehr kommentieren zu müssen.
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am 18. Januar 2010
Dieses Sachbuch schildert eine bittere Wirklichkeit aber in einer so feinen und wohlformulierten Sprache dass man es wie eine spannende und facinierende Geschichte bis zum Ende weiter lesen muss. Der Autor drängt sich nicht auf, er führt uns als engagierten aber objektiven Beobachter mit Feingefühl in die Welt der Roma ein. Zwei Gedanken bleiben beim Leser: man möchte diese Welt weiter kennenlernen und Stellung nehmen können; und: Man möchte baldigst ein weiteres Buch dieses Autors lesen.
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am 30. Juli 2011
Mit bürgerlicher Distanz werden Eindrücke beschrieben von Reisen in die Ostslovakei und Gesprächen mit Slovaken, Roma und Hilfsorganisatoren, das ganze mit viel Sympathie für die Roma, nicht belehrend, ohne Lösungsansätze und nur ein klein wenig moralisierend. Wahrscheinlich erfährt man mehr über den Autor als über die Roma. Trotzdem ein kleines, leicht zu lesendes, informatives Buch, das sich wohltuend von der deutschen sarrazinistischen Diskussion über Minderheiten abhebt.
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am 28. April 2009
Die Hundeesser von Svinia ... wie Menschen aus einer anderen Welt ... das wird uns irgendwann einholen, wenn sich in ein paar Jahren die Population der Zigeuner aufgrund der bestehenden Verhältnisse in den ehemaligen Ostblockstaaten allen voran Rumänien und Slowakei verdoppelt haben wird.
Als Nachfahre einer deutschen Familie, die wie so viele aus der Slowakei vertrieben wurde, hab ich mir die Dörfer meiner Vorfahren angesehen. Die durch Deutsche gegründeten Dörfer sind teilweise zu mehr als 90% von Zigeunern bewohnt. Das wurde nach dem Krieg von der kommunistischen Tschecheslowakei bewusst so beschlossen, um zum einen die Deutschen abzustrafen und zum anderen die Zigeuner aus den Städten in die Dörfer zu vertreiben.
Eines ist damals wie heute klar: bei den Slowaken sind die sogenannten Schwarzen mehr als unbeliebt.
Sie sind als Bettler, Diebe, Nichtsnutze verschrien. Man sieht ihnen äusserlich sofort an, dass sie nicht dazugehören.
Die Zigeuner, vor allem die Kinder, machen einen verarmten aber auch sehr fröhlichen Eindruck.
Das Buch ist für Interessierte eine absolute Empfehlung. Wer es kauft, hat sicher Interesse, die Menschen kennenzulernen. Zu finden sind die Zigeunerdörfer im Atlas oder google map entweder als "romska osada" (Zigeunerdorf) oder man sucht nach ehemals deutschen Dörfern in der Slowakei (google).
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am 21. Dezember 2016
Die sogenannten Hundeesser (Degesi) von Svinia, werden hier erwähnt aber nur sehr wenig. Meistens geht es um die Roma und andere Leute der Gegend und es ist oft interessant was man so liest (z.B. hörte ich das Wort "ciganik" in einer Dokumentation und nahm an es würde genauso wie "Zigeuner" benutzt [aufgrund der Ähnlichkeit] aber hiernach bezieht es sich auf die mittlere Kaste zwischen den hohen Roma und den niederen Degesi in der Slowakei). Aber davon mal abgesehen konnte man das hier vergessen.
Ich weiß noch was es über die Roma sagte (Mythen, Stereotypen, Arbeit, Isolation, kultureller Verfall etc.), aber, wie gesagt, davon abgesehen kann ich mich an kaum etwas erinnern was genannt wurde. Vielleicht ist das so weil ich dieses Buch wirklich nicht deswegen gelesen habe, sondern etwas über die Degesi erfahren wollte (welche nach der Hälfte des Buches kaum erwähnt wurden), und nicht über jeden anderen.
Also wenn man das hier lesen will, so sollte man den Titel nicht wörtlich nehmen. Man lernt ein paar interessante Dinge hier und da aber selbst großzügig geschätzt ist dieses Buch bestenfalls zu 25 % über die Degesi aber das war's auch schon. Ich habe ein paar neue Dinge über Hilfsprogramme die auf sie zielen gelernt sowie über Trennung in der Schule aber das meiste andere, was nicht viel war glaubt mir, wusste ich schon.
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am 24. Juni 2009
Karl Markus Gauß ist ein Reiseschriftsteller und Essayist, der nicht tausende Kilometer hinter sich legen muss, um etwas zum Erzählen zu haben. Er geht an die vergessenen Orte, die oftmals nur wenige Kilometer von den Stadtzentren entfernt liegen, und sucht die blinden Flecken auf: in diesem Fall ein Roma-Dorf.
Gut recherchiert, gut geschrieben. Gelungener Bericht.
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am 14. Dezember 2016
Eine beeindruckende Reisereportage, für alle, die nach dem - empfehlenswerten - gleichnamigen Dokumentarfilm in Ruhe nochmal nachlesen wollen. Das sensible Thema wird sachlich betrachtet und lässt dem Leser Raum sich seine eigene Meinung zu bilden. Solch hervorragende Dokumentation ohne Belehrung und zensierende Besserwisserei findet man heute selten. Herrn Gauß ist ein faszinierendes Meisterwerk zum Thema der ethnischen Minderheiten in Ost-Europa gelungen.
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