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Die Go-Spielerin: Roman Taschenbuch – Januar 2008

4.1 von 5 Sternen 20 Kundenrezensionen

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Als sie vier Jahre alt war, da unterrichtete ihr Cousin Lu die junge Chinesin und Titelheldin von Shan Sas Roman im japanischen Strategiespiel Go. Schon damals war die rebellische Außenseiterin vom Wunsch zu siegen wie beseelt -- bis sie zu wahrer Meisterschaft gelangte und als erste Frau auf dem Platz der Tausend Winde spielen durfte. Inzwischen ist die adelige Icherzählerin in Die Go-Spielerin 16 Jahre alt. Ihr Cousin ist auch erst 20 -- und sieht doch schon aus wie ein Greis.

Die Zeiten sind hart in der Mandschurei des Jahres 1937: Die Japaner haben das Land besetzt, Aufstände werden brutal im Keim erstickt, Mitläufer beherrschen die politische Szene, Peking steht kurz vor dem Fall. In dieser Situation kommt ein Mandarin auf den Platz der Tausend Winde und fordert die Chinesin immer wieder zum Spiel heraus. Erst später erfährt das Mädchen, dass dies einer der verhassten japanischen Militärs gewesen ist. Auf dem jahrhundertealten Spielfeld des Go werden die Strategien von Angriff und Verteidigung wie in den Schützengräben neu erprobt -- und auf dem Schlachtfeld der Liebe ebenso. Am Ende stehen sich die beiden auf tragische Weise zum letzten Mal gegenüber und müssen erkennen, dass sie Spielbälle einer viel größeren Macht gewesen sind: "Ich weiß, dass das Spiel da oben weitergeht", erkennt der Japaner, der zweite Icherzähler dieses bezaubernden Buchs.

Als Die Go-Spielerin, der dritte Roman der 1989 nach dem Massaker auf dem Tianmen-Platz nach Paris emigrierten 30-jährigen Chinesin Shan Sa, in Frankreich erschien, wurde er sofort zum Sensationserfolg. Man kann das gut verstehen. Denn so einfach, klar und zart (und mit so viel exotischem Lokalkolorit) hat man selten von der Liebe in Zeiten des Krieges gelesen. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Shan Sa findet zu einem grandiosen Finale, dessen poetische Macht lange nachklingt.« Frankfurter Allgemeine Zeitung

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Top-Kundenrezensionen

Format: Taschenbuch
Der Roman ist wie eine Partie Go angelegt, SIE beginnt die Erzählung im 1. Kapitel = 1. Zug, gefolgt von IHM im 2. Kapitel = 2. Zug. Und so geht es abwechselnd weiter bis zum letzen = 92. Kapitel, dem unvermeidlichen letzten Zug. Beide erzählen das Geschehen aus ihrer jeweiligen Sicht in Ich-Form, was besonders dann interessant ist zu lesen, als sich beider Wege ungefähr ab dem 40. Zug kreuzen. Durch die Verwendung der Gegenwartsform gelingt der Autorin, ein Gefühl der Gleichzeitigkeit zwischen den beiden Protagonisten und mit dem Leser zu erzeugen. Allerdings ist der ganze Roman in der Präsenzform geschrieben, was angesichts der häufigen Rückblenden z.B. in die jeweiligen Kindheitserinnerungen doch etwas ermüdet.
Die Charakterisierung des Go-Spiels wirkt an manchen stellen übertrieben, mystifizierend: SIE vergleicht die Go-Steine mit Soldaten, die "gelenkig umher wirbeln, sich ihre Fallen in kreisenden Spiralen stellen" (S. 113), SIE "tauch[t] ein in die Abgründe der Mathematik" (S. 139) beim Zählen der Steine auf dem Spielbrett und kommt zu der Erkenntnis: "Go pfeift auf die Berechnung, brüskiert die Phantasie. ... Go ist das Spiel der Lüge. Man umzingelt den Feind mit Trugbildern, man zielt auf die einzig echte Wahrheit, den Tod" (S. 223) - während für IHN "eine Partie Go ausschließlich der Elite vorbehalten ist, eine Zeremonie, die mit allerhöchstem Respekt zelebriert wird" (S. 116). Diese philosophische Überfrachtung des Go-Spiels mag noch mit "dichterischer Freiheit" zu entschuldigen sein, einige Merkwürdigkeiten bei der Beschreibung der Go-Partie hätten aber - bei genauerer Kenntnis der Autorin des Go-Spiels bzw.
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Von pholker HALL OF FAME REZENSENT am 7. Februar 2004
Format: Taschenbuch
"Die Go-Spielerin" zählt für mich zu den besten Romanen, die ich nicht nur in den letzten Jahren, sondern in meinem Leben gelesen habe. Nur selten vermag ein Buch, auch wenn es mich fesselt, mich so stark in seinen Bann zu ziehen, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen kann. Ich bin ein recht langsamer Leser. "Die Go-Spielerin" jedoch habe ich in einem Zug verschlungen.
Die Story ist weit mehr als nur eine tragische Liebesgeschichte, auch wenn diese eine zentrale Rolle einnimmt. Sie ist eine Reise in fremde Mentalitäten, geprägt von harten gesellschaftlichen Regeln, die auf jahrhunderte alten Traditionen fußen; eine Reise in eine Zeit politischen Chaos, des Umbruchs, des Zusammensturzes. Sie erzählt vom Versuch, alldem zu entfliehen, und der Tragik, von der Wirklichkeit immer wieder eingeholt zu werden. Man begleitet die Protagonisten bei einem unumkehrbaren Verwandlungsprozess, der mit kühnen Träumen beginnt und sich zu einer Gratwanderung am Rand der Hölle entwickelt.
Die Geschichte entfaltet eine Tragik, die in ihrer Kraft an Shakespeares "Romeo und Julia" heranreicht, ohne diese jedoch wie dort zu romantisieren. Vielmehr wird die Wirklichkeit von Kapitel zu Kapitel immer mehr entzaubert, und so sehr die beiden Protagonisten den Leser in das Innere ihrer Seele entführen und sie zu Mitwissern ihrer geheimsten Gefühle und Träume machen, verfällt man nicht in die Rührseligkeit, mit ihnen tauschen zu wollen. Diese Liebesgeschichte ist nicht schön, nicht romantisch, ihre Poesie ist eher eine Poesie der Grausamkeit als eine der Verzauberung.
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Format: Taschenbuch
Das Buch hat mir einen sehr guten Einblick in die Zeit der japanischen Besetzung der Mandschurei gegeben. Als wir das Thema im Geschichtsunterricht behandelten, konnte ich mich nicht so wirklich in das Geschehen einfühlen, doch durch das Buch "Die Go-Spielerin" (das unser Lehrer uns empfohlen hat) habe ich wirklich eine Verbindung zu den Menschen, die damals lebten, herstellen können, und das Thema bekam mehr Farbe. Normalerweise liest man ja über solche geschichtlichen Ereignisse hinweg, ohne sich näher damit zu beschäftigen, und "Die Go-Spielerin" war in dieser Hinsicht wirklich eine tolle Ergänzung, zumal dem Leser auch etwas von der chinesischen Kultur näher gebracht wird.
Mit den ungewohnten, chinesischen Sprachbildern und Metaphern konnte ich mich ziemlich schnell arrangieren; sie haben mich nicht gestört, im Gegenteil, ich fand sie recht interessant und beachtenswert.
Auch verständlich war für mich, dass die Übersetzung aus dem Chinesischen ins Deutsche nicht immer so einfach ist, und so manchmal die Sprache etwas holprig wirkt.
An manchen Stellen hätte die Übersetzerin durch eine einfache Umformulierung zwar meiner Meinung nach den Stil verbessern können, doch wahrscheinlich war es ihr wichtig, nah am Originaltext zu bleiben.
Das wichtigste an diesem Buch war für *mich* jedoch nicht die äußere Form, sondern der Inhalt... deshalb fünf Sterne ^-^
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Format: Taschenbuch
Einer dieser mächtigen kompromisslosen Sätze aus diesem Buch, das eine gewaltige Liebesgeschichte erzählt. Eine Chinesin und ein Japaner gehen Zug um Zug aufeinander zu, voneinander weg, bis sie sich zum schmerzlichsten aller Enden finden. Das wird so atemlos und rein erzählt, dass einem beim Lesen die Tränen kommen und man aber gleichzeitig unendlich glücklich ist, dass so eine Liebesgeschichte möglich sein soll. Man liest die letzten Seiten mit pochendem Herzen, so sehr mußten Liebende noch nicht leiden; jeder fühlende Mensch wird diese beiden in seine Gebete mit einschließen.
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