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Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
47
4,5 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 28. August 2017
Kämpfe mich gerade tapfer durch, aber leider kann ich die Begeisterung anderer für dieses Buch nicht teilen.

Dauernd ändern sich die Handlungsstränge und wehe man ist ein paar Tage nicht zum Lesen gekommen ... wer ist denn das? .. um wen geht es denn jetzt plötzlich? ... wieso diese Handlung? .... stellenweise sehr langatmig

Schade, habe mich hinreißen lassen das Buch zu kaufen, nachdem ich eine Kritik zum Film im Radio gehört haben und dort das Buch sooo gelobt wurde.

Definitiv kein Buch für jemanden, der es nicht in einem Rutsch lesen kann.
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am 14. Oktober 2014
Wie kann man nur so ein schönes Buch schreiben? Ich muss sagen, dass ich es mir wegen des Titels und des abscheulichen Covers wohl nie gekauft hätte, aber es wurde mir geschenkt und gleich nach den ersten Seiten musste ich mit den Tränen kämpfen. Ein einsamer alter Mann mitten in New York, macht auf sich aufmerksam, indem er an der Kasse absichtlich Geld herunterfallen lässt, damit man sich an ihn erinnert, wieviele von diesen einsamen Menschen gibt es auf der Welt? Aber er hat einen besten Freund und beide passen aufeinander auf. Denn beide haben keine eigene Familie mehr und beide haben auf ihre Art und Weise den Holocaust überlebt. Plötzlich fängt eine andere Geschichte an, in einem anderen Schreibstil, aber nicht weniger eindringlich, erzählt von einer Alma, mit all den Fragen und Verwunderungen über diese Welt, die eine 15-Jährige nur haben kann. Bis alles zusammen geflochten wird - grandios! Jeder sollte dieses Buch geschenkt bekommen und sofort weiterverschenken!
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am 20. Februar 2014
Rezension:

“Die Geschichte der Liebe” von Nicole Krauss wartete in meinem Regal schon sehr lange darauf, endlich gelesen zu werden und nun, da ich es getan habe, weiß ich gar nicht so genau, was ich nun eigentlich von der Geschichte halten soll.

Nicole Krauss hat einen sehr angenehmen Schreibstil – soviel lässt sich sicher sagen. Ihre Art sich auszudrücken ist leicht zu verstehen und sorgt dafür, dass man ihr an den imaginären Lippen hängt und das Buch nur ungern weglegt.

Allerdings hatte ich ein gravierendes Problem mit dem Buch: Die verschiedenen Handlungsstränge. Es geht darum, dass der jüdische Protagonist Leo Gursky als junger Mann ein Buch für seine Geliebte, Alma, verfasste – “Die Geschichte der Liebe”. In Zeiten des Holocaust gab Leo das Manuskript jemanden zur Verwahrung, der es dann irgendwann veröffentlichte – allerdings nicht unter dem Namen des wahren Autors. Der nächste Strang handelt von der 14-jährigen Alma, die nach der Protagonistin in “Die Geschichte der Liebe” benannt wurde. Almas Vater hatte das Buch ihrer Mutter geschenkt. Er ist mittlerweile tot und das Mädchen möchte einen Weg finden, ihre Mutter wieder glücklich zu machen. Dann gibt es noch weitere kleinere Handlungsstränge, wie z.B. was eigentlich in “Die Geschichte der Liebe” steht, wie Leos und Almas Liebe tragisch endete, was mit demjenigen ist, dem er das Manuskript des Werkes gab und außerdem geht es auch noch um den Sohn, den Leo und Alma zeugten.

Da die verschiedenen Handlungsstränge keinem logischen Muster folgen, sondern sich wild durcheinandergewürfelt abwechseln, fand ich die Geschichte wahnsinnig verwirrend. Bis zu einem Punkt, der bereits über der Hälfte der Geschichte lag, konnte ich nicht einmal genau identifizieren, was nun wirklich passiert und was nur aus Leo Gurskys Buch stammt.

Trotzdem fand ich den kauzigen, einsamen Leo, dessen größte Angst es ist, von der Welt vergessen zu sterben und auch die junge Alma sehr sympathisch, so dass ich einfach nicht aufhören konnte zu lesen. Leo versucht sich verzweifelt mit absichtlich verursachten Peinlichkeiten in das Gedächtnis seiner Mitmenschen zu fressen und Alma ist in meinen Augen ohnehin die Heldin der Geschichte. Ihre Mutter, die unter dem Verlust des Vaters leidet, kam mir vor wie ein Schatten, doch dafür hat Alma ihre Augen überall – vor allem auf ihrem kleinen Bruder ‘Bird’, der sich für den Messias hält.

Während das Buch für mich wegen des Aufbaus die ganze Geschichte über zwischen 2 und 3 (von 5) Sternen schwankte, überzeugte mich das Ende dann hin zur besseren Wertung. Während des Lesens schlichen sich die Charaktere der Story still und heimlich in mein Herz und als sich am Ende die Handlungsstränge endlich ordnen und zwei der wichtigsten Personen aufeinandertreffen, hatte ich eine regelrechte Gänsehaut, da der Titel des Buches der unausgesprochenen aber doch vorhandenen ‘Moral der Geschicht’ alle Ehre macht.

Fazit:

Eine Geschichte, deren Aufbau für Verwirrung sorgt – doch das Ende hinterlässt trotz allem eine Gänsehaut und zeigt: Liebe hat viele Formen.
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TOP 1000 REZENSENTam 21. November 2009
Ich habe zu Anfang gezögert, dieses Buch zu lesen, da mir der Titel wenig ansprechend schien. Zu kitschig, habe ich gedacht. Da habe ich mich sehr geirrt. Vielmehr handelt es sich um eine komplexe, ernste und doch humorvolle Geschichte über die Einsamkeit des Lebens, der alle Charaktere zu entfliehen versuchen. Und diese Einsamkeit hängt natürlich mit der Liebe, bzw. der verlorenen oder unerfüllten Liebe zusammen. Krauss hat den Roman sehr fesselnd geschrieben, indem sie erst nach und nach die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Erzählsträngen offenbart. So bleibt es bis zur letzten Seite spannend. Gleichzeitig hat sie eine sehr ansprechende Atmosphäre im jüdischen New York mit exzentrischen, aber liebevollen Charakteren geschaffen. Sehr zu empfehlen.
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am 9. Dezember 2005
Es umfasst insgesamt acht CDs und stellt mit 574 Minuten Laufzeit eine ungekürzte Lesung der Romanvorlage da. Die schlichte, aber geschmackvolle Aufmachung - die acht CDs sind in Papierhüllen in einer Schachtel untergebracht - unterstreicht irgendwie die Schönheit und Ernsthaftigkeit des Romans. Dieter Manns als Sprecher macht seine Sache ausgezeichnet. Alsbald sehnt sich der Zuhörer nach seiner bedächtigen Stimme und dem immer wiederkehrenden, zögerlich eingeworfenen Satz „Und doch...", den Leo Gursky häufig gebraucht und der große und kleine Wendungen in der Geschichte einleitet.
Die Geschichten von Leo Gursky und Alma Singer werden parallel erzählt. Da beim Hörbuch die visuelle Unterteilung einzelner Kapitel, wie man sie in einem Roman hat, fehlt, muss man als Hörer aufpassen: Alma und Leo erzählen beide aus der Ich-Perspektive, und da Dieter Manns beide Erzählstränge liest und zwischen den einzelnen Teilen keine nennenswerten Pausen einlegt, kann man den Übergang von Leo zu Alma unter Umständen versäumen. Anfangs ist die Geschichte recht komplex - man versteht nicht genau, wie die einzelnen Figuren miteinander verbunden sind und welche Rolle das merkwürdige Manuskript spielt, das sich wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte zieht. Eigentlich begreift man die Zusammenhänge erst wirklich nach der vierten CD, vorher bleibt vieles noch geheimnisvoll und unklar. Die Handlung wird nicht schnurgerade verfolgt; Krauss schweift immer wieder ab, bringt einzelne Kapitel der „Geschichte der Liebe" ein, erzählt von Almas Kindheit und von Leos Erlebnissen in Polen.
Fazit: Das Hörbuch zu „Die Geschichte der Liebe" ist sehr zu empfehlen, sicherlich nicht nur für Fans des Genres. Mit Dieter Manns wurde ein Sprecher gewählt, der perfekt zu der Geschichte passt, vor allem als Stimme von Leo Gursky ist er herausragend. Leicht irritierend bleibt zunächst, dass auch die Sicht der jungen Alma mit dieser Stimme gelesen wird, weil Manns eben eine (sympathische) „Alt-Männer-Stimme" hat - man findet sich aber schnell ein.
Eine spannende, anspruchsvolle und oftmals auch rührende Geschichte mit leisem Humor, sprachlich sehr schön und voller erstaunlicher Wendungen.
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am 28. April 2014
Spannend, literarisch interessant und anspruchsvoll.
Würde gerne wissen was die Autorin bewogen hat dieses Buch zu schreiben.
Leider hab ich gerade die letzte Seite gelesen - es war sehr bewegend!
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am 11. Januar 2006
Nicht Nicole Krauss sondern Leo Gurski ist der Autor von „Geschichte der Liebe“. Sie ist nur der Chronist, der über die verschlungenen Pfade des Buches und der Menschen berichtet, deren Leben der Roman veränderte.
Die Geschichte beginnt in den 30-er Jahren des 20. Jahrhunderts in Polen. Hier lebt Leo Gurski und ist unsterblich in Alma verliebt. Ihr widmet er sein Buch und trotz seiner unendlichen Liebe zu ihr ermutigt er sie, nach Amerika zu emigrieren. Er verspricht, ihr bald nachzukommen doch die Nazis besetzen sein Dorf und töteten alle Einwohner. Nur Leo kann entkommen und versteckt sich die nächsten Jahre im Wald, ernährt sich von rohen Ratten, Würmern und Insekten. Nach Kriegsende wandert auch er aus um Alma zu finden und zu heiraten.
Das Mädchen Alma Singer lebt im heutigen New York. Ihr Vater David, aufgewachsen in Israel, starb, als sie 7 Jahre alt war. Dieser war ein begeisterter Naturmensch und schenkte seiner Frau das spanischsprachige Buch „Geschichte der Liebe“. Nach dem Tod ihres Vaters erbt Alma dessen Schweitzer Armeemesser und seine Vorliebe für die Natur. Sie führt eine Art Tagebuch darüber, wie man in der Wildnis überleben kann.
Parallelen zwischen den beiden Hauptfiguren Leo und Alma gibt es zuhauf. Beide lieben etwas, was sie verloren haben. Doch lieben sie die Person oder ist es nur ein Festhalten, ein Nicht-Loslassens-Können dessen, was für immer vergangen ist? Sind es echte Gefühle oder nur die Illusion daran, die sie wach halten? Und welche Erinnerungen sind wirklich gelebt, welche erdacht? Beide Protagonisten stellen sich gegen Ende des Romans diese Fragen und Alma erzählt, nicht ohne selber über ihre Gefühle überrascht zu sein, dass sie sich immer weniger an fassbare Dinge sondern mehr daran erinnert, welches Gefühl die Nähe ihres Vaters in ihr auslöste. Und sie erzählt dies sanft, ohne Schuldgefühle und ohne Reue.
Nicht gerade die Venus von Milo
Leo möchte gerne ein richtiges Ekel sein. Anfangs erzählt er von seinen kindischen Streichen, die er trotz seines hohen Alters anderen spielt, nur um Gesehen zu werden. Nur, damit jemand am letzten Tag seines Lebens sagen kann: „Ja ich habe Leo Gurski heute noch gesehen“. Dabei geht er soweit, sich als Nacktmodell zu verdingen und bietet dabei nicht gerade den Anblick der „Venus von Milo“.
Doch schnell erkennt man, dass dieses Verhalten nur Aufgesetzt ist und die Tatsache vertuschen soll, dass Leo einsam ist und Angst hat. Diese Angst verfolgt ihn seit seinem Eintreffen in Amerika. Was war er? Ein Mensch, ein Überlebender? Hatte er überhaupt ein Recht darauf, zu leben, zu lieben und geliebt zu werden? Leo hatte immer das Gefühl, ein Außenseiter zu sein. Freunde hatte er nur wenige und auch darin sind sich der Teenager Alma und der Greis Leo ähnlich. Und Leo verfügt über eine außergewöhnliche Fähigkeit: seit seiner frühesten Kindheit ist er in der Lage, Dinge vor seinem inneren Auge so lebendig werden zu lassen, dass sie für ihn real sind. So imaginiert er einmal als Kind einen lebenden Elefanten auf dem Dorfplatz und bleibt auch bei dieser Geschichte, als ihn alle anderen Dorfbewohner für verrückt halten.
Nicole Krauss spielt gerade bei den Erinnerungen Leos mit den Blickwinkeln und es wird selten eindeutig klar, ob das, was Leo erzählt, Tatsachen sind oder Illusionen. So beginnen einige Textpassagen aus Leos Rückblicken mit „Es war einmal…“. Dies ist ein wohlbekannter Anfangssatz zahlreicher Märchen. Erzählt Leo Märchen? War doch alles ganz anders, als er erzählt? Warum erfahren wir beispielsweise nie etwas aus der Sicht Brunos? Ist Bruno nur ein alias, eine Fiktion oder das Alter ego Leos?
Facettenreiches Puzzlespiel
Bei allem literarischen Anspruch schafft es die Autorin, die Puzzlestücke zu einem vergnüglichen Ganzen zusammenzusetzen. Dies liegt zum einen an den gelungenen Erzählsträngen und den gegensätzlich-ähnlichen Protagonisten. Zum anderen trägt Nicole Krauss Humor und ironisches Augenzwinkern viel zum Spaß an der Lektüre bei. Doch auch an ernsten Themen fehlt es nicht in diesem anregenden Roman. Beispielsweise erfahren wir einiges über das Judentum und jüdische Traditionen sowie der Identitätssuche und dem Integrationswillen der Auswanderer. Der Einfluss von Kunst und Literatur auf Menschen spielt genauso eine Rolle wie Trauer, Verlust, Liebe und der Suche danach.
Im Argon-Verlag erschien die ungekürzte Lesung des Romans durch Dieter Mann. Erwartungsgemäß souverän liest er die Anfangspassagen, in denen Leo aus seinem Leben erzählt. Aber Dieter Mann trumpft erst so richtig auf, als Alma Singer erstmalig die Bühne betritt. Das ist wahre Meisterschaft, wie er hier ein junges Mädchen zum Leben erweckt. Seine Stimmlage spiegelt zwar nuanciert alle emotionalen Ebenen des Geschehens wieder bleibt aber interessanterweise immer ungefähr bei der gleichen Stimmlage. Doch was er verändert, ist die Art, wie er liest, die Wörter betont, Pausen einlegt oder die Lesegeschwindigkeit erhöht oder verringert. Vielleicht geht es ihnen letztendlich auch so wie mir: zu passender und auch unpassender Zeit hallt in meinem Kopf eine Stimme die sagt: „Und doch“ – ein unvergesslicher Terminus.
Fazit: Intelligente, anspruchsvolle emotionsgeladene und abwechslungsreiche Geschichte um die Suche nach Liebe eines Greises und eines Teenagers in New York. Ein absolutes Highlight des letzten Herbstes und eine Top-Empfehlung für alle Freunde von Paul Auster, Siri Hustvedt oder Jonathan Safran Foer.
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am 5. Oktober 2010
Ich habe das Buch auf gut Glück als Reiselektüre gekauft, habe zu lesen angefangen und konnte nicht mehr aufhören. Endlich mal wieder Charaktere, die man geradezu riechen kann, markant, unterschiedlich, alle irgendwie schrullig, dabei liebenswert. Nicole Krauss mischt Komik und Tragik, pendelt zwischen verträumter Leichtigkeit, der Banalität des Alltags und dem Abgrund historischer Unfassbarkeit. Die Handlung balanciert zwischen Familiengeschichte und Fabel, zwischen Erzählung und Traum. Hier sind haufenweise schöne Ideen versammelt, und gleichzeitig ist die Geschichte so vielschichtig, dass sie dem Leser ein wenig Konzentration abverlangt. Rungherum toll.
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am 16. September 2011
Der Roman 'Die Geschichte der Liebe' hält was sein Titel verspricht: Er erzählt von den verschiedenen Wegen der Liebe, wie sie das Leben schreibt. Menschlich, ungeschönt und eben deshalb nachvollziehbar.

Im Mittelpunkt des Romans von Nicole Krauss, der im Jahre 2005 erschien, steht die Liebes- und Lebensgeschichte des alten jüdischen Emigranten Leopold Gursky, der nach dem II. Weltkrieg als einziger Überlebender seiner Familie nach New York auswanderte, mit dem Ziel seine große Liebe wiederzufinden. Gursky, der dem Schatten der Shoah nur schwer entfliehen kann, ist sein Leben lang besessen vom eigenen Tod. Er erwartet ihn jeden Tag aufs neue, malt sich den Moment akribisch aus und hat es dennoch bis in die hohen Siebziger geschafft zu überleben. Ihm gegenüber steht die vierzehnjährige pubertierende Alma, die sich auf Spurensuche begibt, um die Hintergründe eines Buches mit dem Titel 'Die Geschichte der Liebe' zu entdecken und dabei ihre ganz eigene Geschichte der Liebe schreibt. Es ist dieses geheimnisvolle Buch, welches das eigentliche Zentrum des Romans ausmacht und alle Figuren der Geschichte auf unterschiedliche Art und Weise begleitet, sie letztendlich zusammenführt.

Nicole Krauss, 1974 in New York geboren, ist mit ihrem zweiten Roman gelungen, eine Geschichte von Liebe und Freundschaft, Schuld und Reue ohne jeglichen Kitsch zu erzählen. Sie erschafft eine Vielzahl von interessanten Charakteren, die zum mitfiebern, mitleiden, aber vor allem zum mitlachen einladen. Mit Gursky wurde eine tragisch-komische Figur geschaffen, die man gerade wegen ihrer Schrulligkeiten mögen muss. - Da gibt es Almas jüngeren Bruder Bird, der glaubt einer der '36 Gerechten' zu sein. Er bringt den Sommer damit zu, eine Arche Noah zu bauen. Nur für den Fall der Fälle. - Außerdem erfährt der Leser von der Lebensgeschichte eines Zvi Litvinoff, der in Chile nach dem II. Weltkrieg ein neues Leben beginnt, dort seinen großen Traum vom Schriftsteller-Sein verwirklicht, doch dadurch seinen alten Freund Leopold Gursky verrät.

Die einzelnen Handlungsstränge, die zu Beginn des Romans noch undurchsichtig erscheinen mögen, fügen sich aufgrund der geschickten Erzählkunst Nicole Krauss' doch relativ schnell zu einem verständigen Ganzen zusammen. Der Roman profitiert von seinen lebhaft dargestellten Charakteren, dem Schtetl-Jargon des greisen Gursky und vor allem vom noch unschuldig-enthusiastischen Ton Almas, die dem Leben und der Liebe mit Freuden entgegengeht.

Als Enkelin deutsch-jüdischer Emigranten verarbeitet Krauss in ihrem Werk zweifelsohne einen Teil ihrer eigenen Familiengeschichte. So ist es nicht verwunderlich, dass Nicole Krauss 'Die Geschichte der Liebe' ihren Großeltern und ihrem Ehemann, Jonathan Safran Foer, selbst Schriftsteller und ebenfalls mit der Materie beschäftigt, gewidmet hat.
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VINE-PRODUKTTESTERam 1. Oktober 2011
Der heute 80-jährige New Yorker Leo Gursky hat als einziges Mitglied seiner Familie den Holocaust überlebt. Er kam nach dem Krieg nach New York, weil er dort seine große Liebe Alma wähnte, die bereits vor Kriegsausbruch das osteuropäische Schtetl mit Ziel Amerika verlassen hatte. Damals hat er für und über Alma einen Roman über ihre Liebe geschrieben, den er in den Kriegswirren einem Freund zur Aufbewahrung übergab und seitdem verloren glaubt. Das junge Mädchen Alma wiederum macht sich auf die Suche nach Alma, der Protagonistin dieses Buches.

Romane über ein Buch im Buch gibt es viele. Immer sind Bücher dieser Gattung mehr oder weniger komplex, so dass die Unterscheidung der verschiedenen Handlungsebenen dem Leser hohe Konzentration abverlangt.

Nicole Krauss hat es mit der Komplexität m. E. ein wenig übertrieben. Leo Gursky ist der Autor des Buches im Buch. Das junge Mädchen Alma ist dreifach fasziniert von seinem Roman: 1. Die Protagonistin ist ihre Namenspatronin. 2. Ihr Vater schenkte das Buch einst der Mutter, damals noch in spanischer Sprache, da es anders nicht verfügbar war, obwohl die Mutter zu diesem Zeitpunkt keine Kenntnisse der spanischen Sprache hatte. 3. Später wird sie - die Mutter - den Auftrag erhalten, gerade dieses Buch aus dem Spanischen ins Englische zu übersetzten. "Die Geschichte der Liebe" hat im Laufe der Jahrzehnte verschlungene Wege genommen, die heute, 60 bis 70 Jahre später, nur noch schwer nachzuvollziehen sind, da die Spur zum Ursprung dieses Buches nicht mehr vollständig ist - für jeden der Suchenden reißt sie an einer anderen Stelle ab. Der Leser erfährt mehr über die Zusammenhänge als die Protagonisten. Der Roman kommt am Ende zwar zu einem Schluss, aber man ist damit nicht so richtig zufrieden, weil man nicht das Gefühl hat, dass alles ineinander fließt. Statt dessen bleibt man mit dem Verdacht zurück, dass die Autorin selbst nicht recht wusste, wie sie ihre Geschichte abschließend auf den Punkt bringen soll. Es werden immer neue Personen und Nebenhandlungen eingeführt, die nicht alle notwendig und logisch erscheinen. Vielleicht ist die Geschichte etwas überfrachtet. Dadurch ist die Handlung zuweilen ein wenig verworren.

Trotz dieser Kritikpunkte habe ich den Roman sehr gerne gelesen und konnte die Lektüre auch kaum unterbrechen. Vor allem der skurile Humor des kauzigen, aber auch tragischen Leo Gursky hat sehr zu meinem Lesegenuss beigetragen. Ich finde es sehr geschickt, die Handlung mit einer Episode aus seiner Perspektive beginnen zu lassen. Das Eingangskapitel liest sich so witzig, dass man zum Teil schallend lacht und die Lektüre nicht beiseite legen kann. Fast wünsche ich mir einen reinen Leo-Gursky-Roman. Andere Handlungsstränge, z. B. die Sicht von Almas kleinem Bruder, empfinde ich eher schleppend und sogar verzichtbar.

Wer sich für Buch-im-Buch-Handlungen begeistern kann, sollte "Die Geschichte einer Liebe" unbedingt lesen. Wer allerdings stringent erzählte Romane bevorzugt oder gar eine Liebesgeschichte erwartet, könnte enttäuscht werden. In gewisser Weise geht es sogar um mehrere Lieben, aber eine klassische Liebesgeschichte ist es nicht.
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