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am 30. Dezember 2011
Zur Einordnung:
Dieser Wälzer von Wiggershaus mit seinen 800 Seiten ist seit 1988 schlicht und einfach das Standardwerk für die akademische Auseinandersetzung mit der Kritischen Theorie in der Erscheinungsform ihrer Gründungsgeneration aus dem Frankfurter Institut für Sozialforschung. Es gibt kein vergleichbares Überblickswerk - einzig zu nennen wäre das sehr gute, jedoch noch deutlich ältere Buch "Dialektische Phantasie" von Martin Jay, das einen ähnlichen Anspruch erhebt. Man findet zuhauf kurze, auch sehr gute Einführungen von 100-250 Seiten, und natürlich Sekundärliteratur zu jedem Spezialaspekt der wahrlich breit aufgestellten Kritischen Theorie, aber eine bessere Gesamtdarstellung? Fehlanzeige. So viel zu den Verdiensten des Buches.

Zum Inhalt:
Das Buch folgt grob einem chronologischen Ablauf von den 20er bis in die 70er Jahre: Die Gründung des IfS, Horkheimers Direktorat, die empirischen Studien, das Exil in Amerika, die Dialektik der Aufklärung, Rückkehr, Studierendenbewegung, das Ende der "Frankfurter Schule" mit dem Tod von Horkheimer und Adorno, der Anfang von Habermas' sprachtheoretischer Wende - das ungefähr ist der oft sehr detailliert geschilderte Bogen der Erzählung. Inahltliche Schwergewichte liegen bei den empirischen Studien der 40er Jahre, bei der Dialektik der Aufklärung, der Studierendenbewegung der 60er Jahre. Personale Schwerpunkte liegen bei H., A., Marcuse und Pollock; Fromm, Löwenthal un Benjamin sowie die anderen Institutsmitarbeiter kommen weniger vor.

Zur Kritik:
Wiggershaus schreibt wissenschaftlich. Das ist ausreichend für den Anspruch des Werkes, aber leider kein Vergnügen für die Lesenden. Tatsächlich ist vieles gewunden, umwegig, und die Gewichtungen einzelner Themen (wann wird kursorisch berichtet; wann taucht der Autor ins gedankliche Detail ein) werden oft nicht expliziet verständlich gemacht. Den Roten Faden muß man sich daher selber - mitunter mühsam - erarbeiten. Das Buch gehört halt nicht zu denen, die beim Lesen Spaß machen; dabei ist das auch bei wissenschaftlichen Texten durchaus machbar. Zudem ist es nun schon über 20 Jahre alt - man wünscht sich mitunter ein zusätzliches Kapitel aus heutiger Sicht, das könnte die Perspektive nochmal erweitern.

Fazit:
Wer nur wissen will, was ungefähr Kritische Theorie oder Frankfurter Schule denn nun sei, der kann auf die Zumutung dieser 800 Seiten getrost verzichten und besser eine der vielen kürzeren Einführungen erstehen. Wer sich aber etwa im Rahmen einer Universitätsarbeit oder politischer bzw. philosophischer Debatten vertiefend mit Kritischer Theorie auseinandersetzen will sollte sich das Buch zulegen. Es ist als Nachschlagewerk und als Referenz unentbehrlich.

Warnung:
Diese Rezension bezieht sich auf das 800-Seiten-Werk von 1988 bei dtv; bei rororo hat der Autor unter dem selben (!) Titel 2010 eine Kurmonographie publiziert, bitte beides nicht verwechseln!
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am 15. Dezember 2010
Derzeit beziehen sich alle anderen Rezensionen auf das Buch "Die Frankfurter Schule. Geschichte. Theoretische Entwicklung. Politische Bedeutung", das auch als "gebundene Ausgabe" verlinkt ist. Dabei handelt es sich allerdings um ein anderes Buch: Die hier verkaufte Ausgabe ist eine Kurzfassung des entsprechenden Werks, die etwa 600 Seiten knapper ist. Trotzdem ist Rolf Wiggershaus einer der besten Kenner der Geschichte der Frankfurter Schule und das Werk sicherlich ein gutes Überblicksbuch.
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am 30. November 2014
interessantes und sehr informatives Buch.
Kann man jederzeit empfehlen.
Würde ich wieder kaufen.

Also bis dann, ihr Leseratten.
Danke bis dann.
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am 4. August 2006
Selbst als Kenner diverser Schriften der Frankfurter Theoretiker fiel mir das Lesen dieses Werkes nicht immer einfach. Manche Stellen lesen sich leider sehr holprig und einige Passagen betreffend die empirischen Untersuchungen des Instituts (die wahrlich nicht zu den Stärken Desselben gehörten) kamen mir unverhältnißmäßig langgezogen vor. Dennoch bietet das Buch einen mehr als soliden Abriss über die Geschichte und Entwicklung der Frankfurter Schule, ganz wie mein Vorrezensent geschrieben hat. Nicht erwarten sollte man eine verstärkte Auseinandersetzung mit der 68er Studentenbewegung (was eventuell viele die jetzt auf die Kritische Theorie stoßen erwarten könnten). Es handelt sich um ein wirklich gelungenes, betont objektives Werk.
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am 2. März 2011
Es ist nicht ganz zu verstehen, warum der Autor den Kreis der Mitarbeiter der Kritischen Theorie annähernd auf Adorno und Horkheimer verkleinert. Herbert Marcuse, der mit seinen Arbeiten, besonders auch in den USA, die Kritische Theorie populär machte, erscheint so gut wie gar nicht. Was aber in Gänze unverzeihlich und fehlerhaft ist, ist das Ignorieren des Literatursoziologen Leo Löwenthal, der alleine mit seiner redaktionellen Arbeit die Zeitschrift für Sozialforschung entscheidend prägte. Darüber hinaus ist Löwenthal tatsächlich bereits seit 1926 dem Institut verbunden und gehörte von Beginn an zu dem Kreis der Kritischen Theorie.
Warum Wiggershaus diesen inhaltlich wichtigen Punkt verschweigt, scheinbar die Mitarbeit Löwenthals systematisch ausblendet, ist nicht nachvollziehbar und hinterläßt ein gewaltiges inhaltliches Defizit. pej
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