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am 29. Januar 2006
Die Renaissance der zeitlos schönen Familienserie rund um Firma und Familie Hesselbach, die der HR kürzlich mit der DVD-Veröffentlichung der beiden kompletten ersten Staffeln eingeläutet hat, ist gelinde gesagt als äußerst erfreulich zu bezeichnen. Den Anfang dieser längst überfälligen Würdigung der hessischen Geschichten mit Kult-Charakter machte jedoch diese bereits im Jahr 2000 herausgebrachte Hörspiel-Edition, deren Anschaffung auch zusätzlich zu den TV-Folgen gleich aus mehreren Gründen lohnenswert ist.
Auf vier CDs werden hier in Form zahlreicher Fakten und Szenen nicht nur die Hesselbachs, sondern auch Person und Wirken ihres Erfinders, Wolf Schmidt, porträtiert. Enthalten sind auf jeweils einer CD die Original-Ausgaben der Folgen „Der röhrende Hirsch“ und „Das Dreckrändchen“ von 1952 mit Lia Wöhr in der Rolle der Mamma. Diese auditive Vision steht der späteren visuellen in kaum etwas nach, wobei es sich hier ohnehin um zwei der gelungensten Episoden der Serie handelt. Man denke nur an Cousine Erna mit ihrem ach so „weddschafdlische Ewwin“ sowie an die nicht enden wollende Empörung Mamma Hesselbachs über das skandalöse „Milchrändche am Dreckdippche“.
Interessant ist die Sammlung auch aufgrund der 9 Kurzszenen, die auf einer weiteren CD zusammengestellt sind. Es handelt sich dabei um teils witzig-satirische, teils nachdenklich-kritische Mono- und Dialoge von und mit Wolf Schmidt, die heute kaum noch bekannt sein dürften. So erzählt der Autor beispielsweise in „Die neue Brille“, wie er durch selbige schlagartig mit der erschütternden Realität konfrontiert wurde, etwa mit dem „Hinnern“ des einst so charmanten Fräuleins von nebenan, den Flecken auf der Tapete, die er bisher fürs Muster gehalten hatte, sowie den raffinierten Zügen des hoch dotierten Nachbarn mit NS-Vergangenheit. In „Der Sänger“ bewirbt sich Herr Schmidt, seines Zeichens engagiertes Mitglied des örtlichen Gesangsvereins, bei der Oper („Wenn se mich nemme, sin se gemachte Leut“) und in „Der Äppelwein“ bringt er einer Nicht-Hessin die Vorzüge und Defizite der hessischen Kultur im allgemeinen sowie des hessischen Mannes im besonderen nahe.
Eine weitere Rarität schließlich stellt das liebevoll arrangierte Portrait mit dem Titel „Ich sach’ ja nix – ich red’ ja nur“ auf der vierten CD dar. Hier erlangt man einen bisher nicht gekannten Einblick in das Leben Wolf Schmidts, eines leidenschaftlichen Demokraten, dem es in seinen Stücken neben allem Humor auch stets um die Frage ging, wie die Zwänge und Notwendigkeiten des öffentlichen Lebens mit dem eigenen Gewissen und der privaten Moral in Einklang zu bringen seien. Die verschiedenen Stationen des Autors, u.a. von seinen Anfängen als Jurist und Auslandskorrespondent, über die Übernahme eines vor dem Ruin stehenden Zeitungsunternehmens, bis hin zur Gründung eines politischen Kabaretts nach dem Zweiten Weltkrieg, werden durch zahlreiche nostalgische Szenen ergänzt. Im Zuge dessen erfährt man allerlei über den „hessischen Sinn fürs Boeedische“, über das Hinkel, welches aufgrund des Eies („Ei Kall!“, „Ei, was is dann?“) zum hessischen Nationalvogel erkoren wurde, sowie über die unbedingt nötige Senkung der Frankfudder Eierpreise, auf die Babba Hesselbach von seiner treu sorgenden Gattin hingewiesen wird, während er im Traume gerade als neuer Weltpräsident seine Antrittsrede vor den vereinigten Staaten des Planeten Erde hält.
Fazit: Mit den seltenen Aufnahmen und der Fülle an Information ist diese CD-Box ein unbedingtes Muss für jeden Hesselbach-Fan.
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