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Die Fälschung der deutschen Geschichte - I Gebundene Ausgabe
- Seitenzahl der Print-Ausgabe430 Seiten
- SpracheDeutsch
- HerausgeberVerlag f. ganzheitl. Forschung u. Kultur
- ISBN-10393287840X
- ISBN-13978-3932878404
Produktinformation
- Sprache : Deutsch
- Gebundene Ausgabe : 430 Seiten
- ISBN-10 : 393287840X
- ISBN-13 : 978-3932878404
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.037.991 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Das Buch ist inhaltlich sehr gut. Viele Punkte, wo angebliche Experten so tun, als ob sie überlegen wären, zerlegt Herr Kammeier eindrucksvoll. Mir ist es egal ob jemand einen bestimmten Abschluss hat, insbesondere wenn der Abschluss dafür nötig ist, das Gehirn auszuschalten und Ausreden zu akzeptieren. Kammeier hat mit logischem Menschenverstand verschiedene Quellen geprüft und nachvollziehbar argumentiert.
Zum Teil war das Buch etwas redundant und damit nicht ganz so einfach zu lesen. Aber das sollte in diesem Genre auch nicht zu sehr ins Gewicht fallen. Ich kann das Buch also absolut empfehlen.
Kritiker machen es sich leicht, wenn sie ihn in die rechte Ecke stellen. Aber in welchen Verlagen sollte man 1937 etwas veröffentlichen, ohne einen braunen Touch zu bekommen?
Wenn man das Buch liest, wird man feststellen daß Kammeier kein Nazi war. Das beweist auch seine Lebensgeschichte. Er war allen unbequem, sogar der DDR.
Es lohnt sich, auch seine anderen Bücher zu lesen, wo er sehr detailliert mit vielen Beweisen den Gründungsprozeß der katholischen Kirche herausarbeiten (in Frankreich, nicht Rom), und auch die Entstehung von Bibel, Thora und Koran darstellt.
Auch wenn Kammeier Illig gar nicht kennenlernen konnte, so stimmen beide in vielem überein. Beide sind sich z.B. einig, dass die Bezeugung eines Karls des Großen durch seinen Biographen Einhard an Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist. Nachgeschrieben Erfundenes. Kammeier macht zu Recht darauf aufmerksam, dass nur die Kirche über Jahrhunderte die Deutungshoheit über die Geschichte besaß. Nur ihr Personal war schreib- und lesekundig. Die Kanzleien waren in kirchlicher Hand. Wer sich schon mit diesem Aspekt der Geschichte befasst hat, weiß nicht nur, dass die sogenannte Konstantinische Schenkung schlichtweg eine Fälschung ist, er wird vielleicht auch wissen oder erahnen, dass niemals ein Heinrich VII. drei Tage vor Canossa barfuß im Schnee ausharren musste. Fälschungen, die bis heute keinerlei negative Folgen für die Nachfolger oder das tradierte Geschichtsbild haben. Das sind die zwei wohl bekanntesten aktiv gestalteten klerikalen Irreführungen. Aber was wurde zudem auch vernichtet? Nur wer noch die nötige Naivität aufbringt, kann glauben, dass Kirchenkritsches oder Glaubensablehnendes das klerikale Fegefeuer und inquisitorische Umtriebe über Jahrhunderte überstanden hätte. Nachdenken lohnt sich immer. Dabei hilft Kammeier mit seiner Darstellung, dass die gesamte Geschichte eben erst in der Zeit der Renaissance kirchenfreundlich umgeschrieben, gestaltet und mit Urkunden oder sonstigen Dokumenten befüttert wurde. Es gab nicht nur naheliegende Fälschungen, wie die, dass ein Dorf schon lange von einem Herrscher einem Kloster geschenkt worden wäre, sondern auch die gelehrten strategischen Fälschungen, die zum einen die kirchliche Tradition herausstellen sollte, aber vor allem den Vorrang aller kirchlichen Rechte vor den weltlichen und dessen Herrschern.
Leider ist das Buch nur noch in Einzelfällen als antiquarisches Exemplar zu erwerben. Es hätte wahrlich ein Neuauflage verdient, damit sich Interessierte mit dieser Thematik auseinandersetzen könnten und so gewiss ein ganz neues Geschichtsbild gewinnen. Es kann nicht erforscht oder dargelegt werden, was die Geschichte tatsächlich einst hervorbrachte, aber man wird mit dieser Lektüre den Verdacht und vielleicht sogar die Gewissheit gewinnen, dass sich die Geschichte niemals so zugetragen haben kann, wie sie uns überliefert wurde. Kammeier legt sich auf keinen Zeitraum fest, aber auch ihm fallen die fehlenden Bauten und die fehlenden echten Urkunden gerade für die Zeit der Karolinger und damit in der Zeit von 614 bis 911 auf. Alle Funde lassen sich für die Zeit davor oder die Zeit danach datieren. Man mag für unglaublich halten, aber die Argumentationen überzeugen.
Nur die Kirche hatte die hierarchische Organisation, das erforderliche hörige Personal und die Macht, Geschichte zu erfinden. Wer nicht glauben mag, dass eine groß angelegte, aus Rom gesteuerte Fälscherwerkstatt bei der Gestaltung der Geschichte ihre Hände im Spiel hatte, kann sich schnell eines Besseren belehren lassen – es sein denn, er verdient mit der Verteidigung von Märchen sein Geld.