Shop now Shop now Shop now Shop now Shop now Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren PR CR0917 Cloud Drive Photos Learn More Mehr dazu Mehr dazu Hier Klicken Shop Kindle Unlimited AmazonMusicUnlimited BundesligaLive longSSs17

Kundenrezensionen

3,2 von 5 Sternen
5
3,2 von 5 Sternen
Die Entzauberung Asiens: Europa und die asiatischen Reiche im 18. Jahrhundert
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:19,95 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

TOP 500 REZENSENTam 3. März 2007
Die asiatische Geschichte gilt auch erfahrenen Reisenden gemeinhin als ein Buch mit sieben Siegeln. Die vorliegende Veröffentlichung, hervorgegangen aus dem Fernstudienkurs "Neuzeitliches Asien" der Fernuniversität Hagen, gibt deswegen dankenswerterweise sieben Antworten auf Grundfragen der asiatischen Geschichte, die zugleich als ein vielseitig verwendbares Reisebuch zur Einführung in die asiatischen Gegenwart gelesen werden können. "Asien ist eine Erfindung Europas" heißt es in der Einleitung, in der die Grundkonstanten der asiatischen Geschichte seit dem Beginn der Entdeckungen bis zum Abschluß der Entkolonialisierungsbewegungen umrissen werden. An sieben Fallbeispielen werden sodann die großen geschichtliche Wegmarken nachgezeichnet, anhand derer sowohl die Art der europäischen Herausforderung wie auch die jeweils spezifische und kulturgebundene Form der japanischen, philippinischen, iranischen, indischen oder chinesischen Antwort deutlich wird. Wieso gelang Japan in der Meji-Restaurtion jene staunenswerte "Revolution von oben" und damit der blitzartige Sprung vom Feudalismus in die Industriegesellschaft? Wie entwickelte sich die Sonderstellung der Philippinen als des einzigen katholischen Landes Asiens? Wie wurde der schiitische Islam, einer der bewegenden aktuellen Kräfte im westasiatischen Raum, zur iranischen Staatsreligion? Welche Spuren hinterließ der britische Kolonialismus in den nordindischen Provinzen, die heute zu den dichtbesiedeltesten Regionen der Erde gehören? Wie verlief der Prozeß der intellektuell-weltanschaulichen Neuorientierung in China nach dem Ende des Kaiserreiches? Die aktuellen Bezüge dieser und anderer kurz und verständlich geschriebenen Abhandlungen sind unübersehbar. Sie bieten nicht nur dem kultur- und geschichtsinteressierten Asienreisenden einen ersten und leichtverständlichen Einstieg in die Vergangenheit und Gegenwart der schier unendlichen asiatischen Welt, an dem es bislang - jedenfalls in dieser Prägnanz und leichten Verständlichkeit - mangelte. Der etwas stolze Preis für dieses Taschenbuch, das als Originalausgbe erschienen ist, mag unter diesen Umständen als gerechtfertigt erscheinen
11 Kommentar| 20 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. Juli 2013
Ein großer Fachverlag wie C.H. Beck sollte sich wirklich schämen, eine e-Book-Ausgabe *ohne* Referenz auf Seitenzahlen der gedruckten Ausgabe zu verkaufen. Diese Selbstverständlichkeit, ohne die jeder wissenschaftlich arbeitende Leser rein gar nichts mit der kindle-Edition anfangen kann - da nicht zitierbar - kostet technisch ungefähr eine halbe Stunde. Und das, obwohl der Preis der kindle-Edition nur wenig unter dem des gedruckten Buches liegt.
Also, lieber Verlag C.H. Beck, gehen Sie in sich und schwören Sie, nie wieder solche schlampig gemachten kindle-Ausgaben zu verkaufen. Und ein Update diese Malaise wäre auch gut, zumal Sie an Osterhammels Büchern durchaus ordentlich verdienen dürften.
55 Kommentare| 15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
VINE-PRODUKTTESTERam 15. Dezember 2010
Wie bei fast allen Werken von Osterhammel lohnt sich die Lektüre auch bei diesem Buch sehr. Allein die Materialfülle, die schiere Faktenflut ist das Geld wert. Sicher wirkt sie oft erschlagend, aber durch den erzählsicheren Schreibstil entsteht aus der Aneinanderreihung von Fakten ein Bild des 18. Jahrhunderts, welches geprägt ist von mannigfachen Beziehungen zwischen Asien und Europa. Geschichtsschreibung sollte eben nicht nur die Wiedergabe der Fakten und deren Interpretation sein, sie sollte die Geschichte lebendig werden lassen und dem Leser eine bildhafte Vorstellung vergangener Zeiten geben. Das vermag Osterhammel meisterhaft.

Ebenso heißt Geschichte auch immer den Gegenwartsbezug herauszuarbeiten. Geschichte ist immer nur interessant in ihrer Wirkung auf das Heute. Osterhammel zeigt mit seinem Werk, wie wechselhaft von Epoche zu Epoche das Bild von fremden Völkern ist. Das Europa des 18. Jahrhundert sah im Großen und Ganzen Asien ohne jegliche Abwertung. Die Länder China, Japan, Indien, das osmanische Reich oder Persien konnten in der europäischen Literatur den Rang beispielhafter Staatswesen erreichen. Mongolische Heerführer konnten als weise Staatsmänner gepriesen werden. Der Eurozentrismus brach erst nach der Aufklärung in Europa aus. Die Arroganz gegenüber dem Rest der Welt als Grundlage eines weltweiten Kolonialismus war gerade erst im Entstehen begriffen. Wenn Geschichte helfen kann zu verstehen, dass Vorurteile, Abwertungen fremder Kulturen und Selbstüberschätzung genauso historischen Konjunkturen unterliegen wie politische Macht oder wirtschaftliche Entwicklungen, dann hilft sie zugleich zu verstehen, dass diese Phänomene reine Konstrukte sind, die mit Offenheit und Verstandestätigkeit dekonstruiert werden können, so wie es die Aufklärer im 18. Jahrhundert taten und sich so die Vielfältigkeit der Welt nutzbar machen konnten.

Das Buch ist allen historisch Interessierten zu empfehlen, die sich nicht nur Faktenreichtum wünschen, sondern eine bildhafte Vorstellung einer Epoche europäisch-asiatischer Beziehungen bekommen möchten.
0Kommentar| 15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. Juni 2015
"Die Entzauberung Asiens" beschäftigt sich mit der Frage, wie Asien im 18. Jahrhundert in Europa wahrgenommen wurde.

Der Blick der Gelehrten und Gebildeten Europas im Zeitalter der Aufklärung war von ihrer kosmopolitischen Haltung geprägt: Asien, ein Kontinent mächtiger Reiche, wohlhabender Gesellschaften, glanzvoller Kulturschöpfungen und ehrwürdiger Religionen, wurde zwar durchaus als „fremd“ und „anders“, aber dennoch als ebenbürtig und gleichberechtigt angesehen. In den chinesischen Gelehrtenbeamten glaubte man sogar ähnlich gesinnte Geister und Wegstreiter in der Mission der Wissensmehrung gefunden zu haben. Entsprechend gross war das Interesse an Berichten aus aussereuropäischen Ländern. Ergebnis dieses Interesses war die im Titel erwähnte „Entzauberung“: Die Zivilisationen Asiens, durch rationale Beschreibungen und Analysen vertraut und begreifbar gemacht, verloren ihre Märchenhaftigkeit und ihren Glanz – aber auch ihre Dämonie.

Grundlage von Osterhammels Ausführungen sind Texte, vor allem Reiseberichte, in deutscher, englischer und französischer Sprache. Der Autor hat hunderte dieser Texte analysiert und in seinem Buch verwertet. Er gesteht zu, dass durchaus nicht alle dieser Reiseberichterstatter zuverlässige und qualitativ hochstehende Darstellungen hinterlassen haben, geht aber doch grundsätzlich davon aus, dass Reisende für gewöhnlich gebildet waren, Gelehrte oder Forscher, philosophisch veranlagt und von grosser Autorität und Glaubwürdigkeit.

Das Buch ist in zwei Teile gegliedert. Im Zentrum des ersten Teils, Wege des Wissens, steht die Entstehung von Texten. Der Autor geht der Frage nach, unter welchen Umständen Wissen über Asien in Europa entstehen konnte. Er beschäftigt sich unter anderem mit den Arten von Interaktionen zwischen Europäern und Asiaten, mit bestehenden Wahrnehmungs-Schemata, sowie mit den verschiedenen literarischen Gattungen. Dass der Leser diese Fragen in den Kontext der realen historischen Verhältnisse in Europa und Asien stellen kann, wird dabei stillschweigend vorausgesetzt.

Der zweite Teil, Zeitgenossenschaft und Geschichte, behandelt einzelne Themenbereiche, die in Europa auf besonders starkes Interesse stiessen – Herrschaftsformen, Krieg, Politik, Gesellschaft – und höchst kontrovers diskutiert wurden. So hielt zum Beispiel Montesquieu die despotische Herrschaftsform für charakteristisch für Asien, weil durch Geographie und Klima quasi vorgeschrieben und unvermeidlich: Grossräumigkeit verlange Zentralisierung in einem Ausmass, das nur die Despotie ermögliche, während gleichzeitig ein heisses Klima Servilität bei den Menschen begünstige. Diese Ansicht Montesquieus wurde von den Gelehrten des 18. Jahrhunderts teils unterstützt, teils aber auch zerpflückt und beredt widerlegt. Osterhammel zeigt auf äusserst kurzweilige Weise das ganze Spektrum der Meinungen und Argumentationen auf. Das Buch schliesst mit dem Kapitel: „Zeitenwende: Der Aufstieg des Europazentrismus“.

"Die Entzauberung Asiens" besteht aus unzähligen Textauszügen und Anekdoten aus Reise- und anderen Berichten, die durch Osterhammels Kommentare verbunden und zusammengehalten werden. Das Buch ist flüssig und höchst vergnüglich zu lesen, und wenn man es nicht schon vorher war, ist man spätestens am Ende der Lektüre zum Bewunderer des Zeitalters der Aufklärung und des aufklärerischen Gedankengutes bekehrt.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. September 2015
Das Buch ist sicherlich ein hervorragendes Kompendium für Historiker, die sich schnell einen Überblick über die Quellenlage verschaffen wollen, wer in Europa etwas über Asien geschrieben hat, meistens in der Originalrechtschreibung und der Originalsprache gehalten. Ganz faule könnten sicherlich hieraus direkt zitieren.
Aber: das Buch ist absolut nichts für den allgemein geschichtsinteressierten Leser. Zu lang, ohne erkennbaren roten Faden, werden nach einzelnen Themenbereichen, die allerdings das Thema auch nur künstlich vorgeben, einzelne Passagen einer Unzahl von Asienbeschreibern hintereinander gefügt, ohne auf tatsächliche historische Begebenheiten einzugehen. Wenn man Glück hat, werden manchmal die Beweggründe angenommen, warum die damaligen Autoren zu bestimmten Sachverhalten eine bestimmte Position bezogen haben oder Gegebenheiten fälschlich darstellten. Dieser Kontext geht aber in der schieren, zusammenhangslosen Textmasse unter. Auf eine Richtigdarstellung oder Gegendarstellung wartet man vergebens. Im Nachwort bedauert der Autor, die Darstellung asiatischer Sicht auf Europa hätte aus Platzgründen ausgeklammert werden müssen.
In diesem Fall wäre weniger eindeutig mehr gewesen, der Abgleich zwischen historischen Beschreibungen und tatsächlichen Begebenheiten habe ich hingegen schmerzlich vermisst. Für mich war das Buch eine fürchterliche Zeitverschwendung. Ganz anders, als die "Entdeckung der Welt" vom selben Autor.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden



Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken