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am 3. Juni 2014
Was eigentlich ist „dumm“ wirklich?

Nicht immer greift Brigitte Witzer hier wirklich belastbare Beispiele heraus.
Dieter Bohlen, im engeren Verständnis des Wortes, ist nicht „dumm“.
Mit Abitur und Studium der Betriebswirtschaft gehört er eher zu den „Bildungsbürgern“ und erweist sich auch geschäftlich als eher „gewitzt“ (wie die ebenso erwähnte Verona Pooth).

Dennoch aber, das stark hinkende Beispiel mit dem „Pop Titanen“ vermittelt dennoch, worum es Brigitte Witzer im Kern geht.

Um eine Gesellschaft, in der jene, die differenziertes Denken, eigenständige Meinungsbildung, menschliche Emanzipation für sich wertschätzen, dazu fähig wären und dies alles dann einmünden lassen in den Wunsch, tatsächlich das soziale und politische Leben mitzugestalten, mehr und mehr fast resignierend in den Hintergrund treten. Und dahin auch gerne „gedrängt“ werden.

Nicht zuletzt durch Medien und deren Entwicklung, wie Witzer nachhaltig aufweist.

In einer Zeit, in der große Boulevardblätter wie die „Bild“ mit Preisen für journalistische Recherche bedacht werden , kann einiges nicht stimmen.
Mit dem Journalismus im Verständnis vergangener Tage.

Witzer begründet dies im Übrigen, trotz manch polemische Aussagen natürlich, durchaus sauber und akkurat. Es geht nicht um nur eine eigene „Geschmackssache“, sondern, wo man auch hinschaut, in Wirtschaft, Medien, Politik, allein der „Ertrag“ scheint von Beginn an im Blick, eine gründliche intellektuelle Auseinandersetzung findet nicht statt (zu mühselig, zu störend), „Marktschreier“ setzten sich überall „da oben“ fest und der „normale Bürger“ lässt sich selber fast ohne größere Gegenwehr auf die Rolle einer „Arbeitsdrohne“ und eines „Konsumenten“ reduzieren.

„Der Klügere gibt eben nach“. Das scheint der Fakt zu sein, wendet sich vielleicht gar leicht angewidert von all dem ab. Mit Folgen.

Und hier kann der Leser Witzer in großer Breite innerlich folgen.
Frei Nach Witzers Motto: „Näher hinschauen lohnt“, lohnt auch die Auseinandersetzung mit ihren Argumenten und Thesen.

In einer Welt, in der Massenmedien „Gefühle machen“ und vor allem „Gefühle“ (statt Fakten und Hintergründe) transportiert werden (auch und gerade in den öffentlich rechtlichen Medien, trotz ihres eigentlich anders lautenden Auftrages. Im Rahmen eines „Maßes aller Dinge“, das nicht mehr als „Aufbruch“ wie Ende der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts ein gerütteltes Maß an politischer Wachheit in sich tragen würde, sondern „Wachstum, Marketing und Konsum“ wie einen Fetisch (alternativlos) verehrt.

Die Orte der Bildung, gerade die Universitäten verändern sich hin zu „Zertifikatanstalten“ und „Zulieferern“ von perfekt gestalteten Arbeitsdrohnen, die Politik hält sich eng an Wirtschaft und die Marktschreier, ist somit ebenso „dumm“ oder auf dem besten Weg, freiwillig zu „verdummen“.

Und das „Wir“ in Witzers Darlegungen lässt das alles einfach geschehen.
Soweit die Analyse, die überzeugend im Buch vorliegt.

„Was tun?“ wäre die Frage, die Witzer nicht ausgearbeitet mit einem „Programm“ beantwortet, durchaus aber eine klare Richtung im zweiten Teil ihres Buches benennt.

Sich selbst zu „steuern“, die Tricks zu durchschauen, sich nicht einfach vereinnahmen oder an den Rand drängen zu lassen. Der „Feind kommt eben gerade nicht allein von „Außen“, sondern auch aus der Mitte derer, die all das zulassen, die „nachgeben“, statt energisch gegen zu halten. Witzer nennt sehr konkret und sehr übersichtlich jene Haltungen, die es braucht und ebenso jene gesellschaftlichen Entwicklungen, gegen die Widerstand notwendig ist.

Nicht mit Schaum vor dem Mund, sondern weitgehend durchaus differenziert und überzeugend argumentiert liefert Wietzer all jenen ein und kompaktes „Sprachrohr“, die seit Längerem den Eindruck bereits haben, dass im Lande „irgendwas nicht stimmt“.

Auf dem Weg hin zu einem mündigen Bürger, einem differenzierten Verbraucher und einem Beharren auf der eigenen Autonomie statt „gemachter Gefühlszustände“.
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am 6. Mai 2014
„Ja, so ist es, und jetzt hat es mal jemand aufgeschrieben“, äußerte sich ein Vertreter der Generation Y zum druckfrischen Buch von Prof. Dr. Witzer. „Die Diktatur der Dummen“ beleuchtet tatsächlich auch mein alltägliches Unbehagen beispielsweise bei Themen wie Schule, Lieblingszeitungen, das Fernsehprogramm, den Glauben an das Wachstum in der Wirtschaft oder das mangelnde Vertrauen in die Politik – nimmt es ernst, bringt es auf den Punkt und liefert kluge Analysen und Querverbindungen. Das Buch hat einen ausgesprochen guten Humor, ist engagiert, emotional und schlagfertig, schafft Zusammenhänge ... und Identität. Nach dem Lesen hat sich der Blick für den „normalen Wahnsinn“ geschärft: das Unbehagen wird ernst genommen und benannt, in einen leicht verständlichen und spannenden wissenschaftlichen Kontext gesetzt, und bewertet.

„Holen wir uns unser Leben zurück!“

Brigitte Witzer kennt die Bedeutung der Unterschiede zwischen Bedarf und Bedürfnis, lllustration und Dekoration, Lebendigkeit und Funktionieren, Qualität und Quantität, Außensteuerung und Innensteuerung und gibt uns damit einen Kompass in die Hand. Sie zeigt auf, wann wir selbst die Diktatur ausüben, wo wir die Dummen sind und dass die Verhältnisse changieren – klar, oder hätten Sie gedacht, dass die Klugen da fein raus sind, und was eigentlich ist Klugheit? Geht es hier um Mittel gegen die Verdummung oder um die Freiheit von Diktatur? Nein, “… wir halten alle das Rad am Laufen“, so die Autorin. Bis, ja bis wir den zweiten Teil der „Diktatur der Dummen“ mit der Überschrift „Holen wir uns unser Leben zurück!“, gelesen haben und vielleicht anfangen, zu genießen, zu fühlen und die Verantwortung für uns selbst zu übernehmen. Wie das gehen kann, und wo es sinnvoll ist etwas zu ändern, persönlich und auf gesellschaftlicher Ebene, dazu hat Brigitte Witzer auch sehr schlüssige und praktikable Vorstellungen... Als "Erstleserin" kann ich nur sagen: unbedingt lesen!
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am 29. Juni 2016
mal ganz abgesehen von dem buch, das ich als durchaus lesenswert erachte, sind das eigentlich interessante
die hier geäußerten kritiken. die "ein-stern-rezensenten" entblöden sich nicht, fast mit schaum vor dem mund,
könnte man meinen, die autorin als "linke" zu bezeichnen, als wäre das per se schon grund genug das geschriebene
in bausch und bogen zu verdammen. alles im buch zu lesende sei flach und oberflächlich. es mag sein, daß die
eine oder andere aussage der autorin auf einer etwas einseitigen sicht beruht, aber wird diese tatsache die sich
in jedem sachbuch eines neoliberalen "wirtschaftsexperten" tausendfach aufzeigend läßt dort auch derart geifernd
kritisiert? ich würde den strammen gläubigen des wachstums und der freien ,arktwirtschaft empfehlen eine cd mit
marschmusik zu erwerben um damit unseren weg in den untergang etwas angenehmer zu orchestrieren.
und bitte wenn es soweit ist nicht behaupten: warum hat uns niemand gewarnt? frau witzer tut das auf unterhaltsame und lesenwerte weise.
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am 29. April 2014
Seit meinem politischen Schülerengagement in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre begleitet mich der Spruch „Der Klügere gibt so lange nach, bis er der Dumme ist“ und das neue Buch von Prof. Dr. Brigitte Witzer „Die Diktatur der Dummen / Wie unsere Gesellschaft verblödet, weil die Klügeren immer nachgeben“ (erscheint heute, am 29. April 2014) bestätigt mich in dieser These und überträgt es in unsere aktuelle Gesellschaftssituation. Die Autorin beschreibt darin ausführlich Ihren Eindruck von einer Form von Diktatur in unserem alltäglichen Leben durch die Medien, die Wirtschaft, die Bildung und die Politik. Die Kapitelüberschriften dazu sprechen für sich: 1. Der Gebrauch der Gefühle durch die Medien: von Bild über DSDS bis Facebook, 2. Das Maß der Dinge in der Wirtschaft: Wachstum, Marketing, Konsum, 3. Die perfekte Außensteuerung statt Bildung: Wissensmast, Zertifikate, Marketing satt, 4. Wie die Politik mit der Diktatur ins Bett steigt – in Medien, Wirtschaft und Bildung. Dabei kommt Witzer zu dem Schluss, dass die Diktatur längst in unserem Alltag angekommen sei, um dann die Forderung zu erheben, „Holen wir uns unser Leben zurück!“.

Das Buch beginnt provozierend mit der Feststellung, „Wie unsere Gesellschaft verblödet und die klügeren immer nachgeben“. Die Autorin schlägt mit ihrem neuen Buch vor, dass wir alle, statt wie Maschinen zu funktionieren, uns dabei selbst und unverständlich (!) freiwillig auszubeuten, ohne Rücksicht auf Machbarkeit und Risiken, bis hin zum Burnout, doch auf unsere eigene Innensteuerung umschalten sollten und autonom, sowie in menschlichen Maßen handeln, arbeiten, lernen, Medien konsumieren, politische Entscheidungen treffen weil wir es wollen, richtig finden und es auch zu uns passt.

Die frühere Verlagsmanagerin Witzer belegt ihre Thesen zunächst ausführlich und wissenschaftlich fundiert. In diesen beiden Sätzen wird deutlich, worum es ihr mit diesem Buch geht: Wenn wir bekommen, was wir wollen, dann haben wir auch die Gesellschaft die wir wollen. Wenn wir aber bekommen was wir brauchen, dann haben wir eine reife Gesellschaft. Verantwortung und Integrität sind sicher eine Herausforderung. Das ist für Journalisten, Manager, Lehrer und Politiker gleichermaßen eine Herausforderung. Aber wollen wir uns wie willenlose Schafe (ver-)führen lassen, uns selbst gegen unsere eigene Natur und Bedürfnisse stellen? Der Bauch sagt sicher nein, der Kopf aber mag einige Argumente dafür finden, wie Bequemlichkeit, Anpassung, Nichtauffallenwollen, Gehorsamkeit. Reaktivieren wir unseren eigenen eingebauten Kompass für richtige und falsche Wege, hören wir in uns hinein, statt falschen Hirten und/oder Propheten zu folgen!

Mancher wird sich sicher nach der Lektüre auch ein Handbuch wünschen, wie er das Gelesene jetzt denn für sich auch erfolgreich umsetzen kann. Unsere Ratgeber-Verlagskultur hätte sicher auch schnell eine Lösung dafür, aber Brigitte Witzer ist dafür sicher nur schwer zu gewinnen. Die frühere Verlagsmanagerin (Data Backer und Bertelsmann), beamtete Hochschullehrerin in Leipzig und heutige Executive Coachin hat sich statt anzupassen, jeweils neu orientiert, wenn sie ihren eingeschlagenen Weg nicht weiter verfolgen konnte und steht für ein verantwortungsvolles, integres eigenes Verständnis. Als solches, ideales Mitglied einer Gesellschaft, will sie anderen natürlich keine Vorschriften machen, denn dann wäre ja die Diktatur auch schon wieder nah ... Denn sie vertritt die für mich schlüssige und gut nachvollziehbare These, dass wir selber wissen können, was richtig und nötig ist. Nur viele wollen es einfach nicht, auch weil es leichter sein könnte, ohne Nachzudenken sich als willenloses Schaf treiben zu lassen, selbst wenn es auf die eigene Schlachtbank ginge.

Ob es dann nicht trotzdem Anleitungen oder Anregungen geben könne, wie sich so etwas schrittweise ins eigene Leben hineintragen lässt, wäre noch mit der Autorin zu diskutieren. Wenn der oder die Ratgeber-Autor/in Prof. Witzer und ihren Anspruch wirklich verstanden hat, mag es ja tatsächlich noch ein solches Zusatzangebot geben. Dem Anspruch des neuen Werkes und auch unserer Gesellschaft würde es aus meiner Sicht gut tun ! Bleibt zu wünschen, dass das neue Buch sehr, sehr viele Leser findet und so für den erhobenen Anspruch des (Selber-)Denkens viel Saat ausbringt! Mein Urteil: Wichtig und äußerst empfehlenswert!
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am 5. Oktober 2014
Das Buch beschäftigt sich mit fast allem: Wachstumskritik, Medienkritik, Lobbyismus, Finanzindustrie, Humanismus, Psychologie, Führungsstile, ÖRR, geplante Obsoleszenz, Medienkompetenz, Mobbing im Netz, OECD-Kritik, Journalismus, Forschungspolitik, Club of Rome, Bologna-Prozess, Konfliktmanagement, Hochschulfinanzierung, Sinnstiftung in der Schule, Parteiendemokratie, Süchte, Selbstreflexion, Burn-out, Systemkritik, usw. usf.

So wichtig dies auch alles sein mag, auf circa 250 Seiten ist das nicht zu leisten. Wollte man alle Themen nur halbwegs ausführlich darstellen, hätten wir es mit einem mehrbändigen Monumentalwerk zu tun. So aber verkommt das Buch meist zum bloßen Begriff-Dropping ohne echten Mehrwert, oft mit jammernd-anklagendem Unterton.

Die Autorin bietet auch keine Lösungsvorschläge für ihre Kritikpunkt-Sammlung an, alles bleibt im Unkonkreten, im Allgemeinen, die Metaebene wird nie verlassen.

Eines hat das Buch aber erreicht, ich fühle mit für dumm verkauft...
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am 14. Juli 2014
Bücher, welche sich den aktuellen Problemen unserer Gesellschaft widmen gibt es im Dutzend billiger. Frau Witzer reiht sich nahtlos in desen Kanon ein, was umso pikanter ist, als dass sie wortreich die Kommerzialisierung der Medien kritisiert. So hat der Band mehr Schwächen als Stärken.

Fangen wir damit an, dass Frau Winzer anscheinend nicht weiß, für wen sie schreiben soll. Eine Polemik oder Satire ist der Band nicht, dafür fehlt es ihm an Witz und Überspitzung. Eine wissenschaftliche, ja selbst eine populärwissenschaftliche Arbeit ist der Band auch nicht, dazu fehlt es ihm an wissenschaftlicher Arbeit, Sorgfalt, Ausgewogenheit und Quellenstudium. Einzeln eingestreute Quellenangaben tragen auch nicht wirklich zur Erhellung bei. Was ist das Buch dann?

Ich fürchte, wir haben es hier mit einem Weltverbesserungskanon á la Witzer zu tun, man erfährt nicht sonderlich unterhaltsam und wenig tiefgründig die Meinungen von Frau Witzer über Wirtschaft, Bildung, Gesellschaft und Demokratie. Dabei gelingt es Frau Witzer problemlos, nicht einen einzigen eigenen Gedanken unterzubringen, ihre Meinungen hat man woanders schon besser gelesen, sei es lustiger, unterhaltsamer oder tiefsinniger.

Ich persönlich habe das Buch eher als langweilige Belästigung empfunden, so als säße man auf einer langen Zugfahrt im Abteil allein mit jemanden zusammen, der einem ungefragt seine wenig reflektierte Weltsicht auftischt und den man nicht los wird. Aus meiner Sicht hätte es dem Buch gut getan, wenn man es noch ein bis zwei Jahre liegengelassen und die einzelnen Kapitel überarbeitet hat. Der ein oder andere nette Absatz hat noch gerade dazu geführt, dass ich zwei Sterne gebe.

Trotzdem: Wer das Buch nicht gelesen hat hat auch nichts verpasst.
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am 6. August 2014
Thematisch ist klar, was Leser begreifen sollen, aber die Darstellung ist eher so, dass man auch die Lust am Lesen verliert. Das permanente auffordern, nicht zu schweigen, regt nicht an. Es ist auch fraglich, ob man der Diktatur der dummen (oder besser der Machtgierigen) so leicht entgegen treten kann. Das setzt meiner Meinung nach Cleverness voraus, um wirklich einen Erfolg zu erzielen. Und davon finde ich keine Anregungen in diesem buch. Insofern wirkt es wie ein Erziehungsbuch mit erhobenen Zeigefinger, aber das hat noch niemanden weitergeholfen.
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am 19. Dezember 2014
Mich mehrmals fragend, ob ich das Buch bis zur Seite 263 durchstehe, habe ich immer wieder auf Gedanken zu Problemlösungen gehofft – vergeblich!
Wer etwa glaubt, hier kommt es zur Offenlegung der intellektuellen Fähigkeiten unserer Politiker oder Medien-/Wirtschaftsmanager, der irrt.
Was drauf steht ist nicht drin, denn der Buchtitel ist unrichtig und müsste heißen „Die Diktatur der Verdummung“, denn die Autorin beschäftigt sich im Wesentlichen mit Erscheinungen der Banalisierung, Aufbauschung, Emotionalisierung, Skandalisierung, Erotisierung u.s.w. bis hin zur persönlichen „Außensteuerung“ durch die Mächtigen in unserer Gesellschaft.
Damit beschäftigt sie den Leser wiederholend im Kreise drehend, trotz der vielen Einzelkapitel aber wenig strukturiert und kaum klar argumentierend. In einem Wirrwarr unterschiedlichster Gedanken zur Weltverbesserung schimpft sie oftmals einfach drauflos.
Zum Beispiel auf Seite 182: „… das (Studium) im Wesentlichen Sachbearbeiter in Bachelor-Studiengängen produziert, ohne das jemals einer dieser Studenten einen eigenen Gedanken denken muss.“
Wie das?
Hier lässt sie, wie öfters, den Leser einfach stehen und geht weiter zur OECD und zur Diktatur der Wirtschaft und zig anderem.
Auch fragt sich der Leser, warum die Autorin Fachbegriffe einstreut, ohne diese zu erklären.
Selfish-Brain, Sodoku, Stinking Thinking, Hype und Flow sind Beispiele.
Man kann zum Eindruck kommen, dass die Autorin im Buch dasjenige selbst praktizierte, was sie dort plakativ schimpfend bekämpft. So etwas soll es geben – man muss sich damit aber nicht die Zeit stehlen lassen!
Einen Punkt soll es dafür geben, dass sie manches Problematische bei ARD und Co. beim Namen nennt.
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am 18. Juni 2014
Brigitte Witzer hat neben ihrer Karriere als Geschäftsführerin eines Konzerns auch eine großartige akademische Laufbahn hinter sich: Studium, Promotion und Habilitation. Hut ab! Als freier Unternehmenscoach steht sie jetzt irgendwo zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Das ist auch ein guter Ort für ihr Buch »Die Diktatur der Dummen«.

Sie schreibt und spricht über die Gesellschaft, über Verantwortungsethik und psychosoziale Entwicklungen, »insbesondere unter den Bedingungen des digitalen Zeitalters«. Das klingt noch wissenschaftlich tastend. Kaum auf Betriebstemperatur poltert Brigitte Witzer im Ton der Zielgruppe, gegen die sich die Klügeren wehren müssten statt sie zum Maßstab zu erheben.

Soziale Netzwerke, Werbung, Politik - Bildung könnte oft ein Korrektiv sein, versagt nach Brigitte Witzer aber ziemlich. Während wir bei PISA Fortschritte zu machen scheinen, verlassen selbstbewusste Hochschulabsolventen immer mehr verschulte Universitäten - mit »Bachelor« zwar, aber auch mit mangelhafter Lösungskompetenz.

Brigitte Witzer gibt jedoch nicht auf. Schließlich hat sie auch für sich selbst nach »weder Konzernkarriere« »noch Uni-Laufbahn bis zum Lebensende« eine weitere Lösung gesucht und zumindest vorerst auch gefunden. Sie fordert Ihre Leser zum Beispiel auf, stärker in sich hineinzuhorchen, wenn es um die eigenen Bedürfnisse geht. Sie appelliert an uns, genauer hinzuschauen, wenn uns in Talkshows kurzlebige Stars, Politiker, Helden vorgesetzt werden. Sie will, dass wir (wieder) Fragen stellen – am besten gemeinsam mit Menschen aus Fleisch und Blut, die das ebenfalls tun, die bereit sind zuzuhören und um Antworten ringen. Und schließlich plädiert sie für eine anspruchsvollere Bildung, eine unabhängige Forschung und Wissenschaft.

Es gibt also noch Hoffnung und auf unterschiedlichen Ebenen viel zu tun. Jeder private oder öffentliche Beitrag im Sinn von Denken und Handeln hilft dabei, die »Diktatur der Dummen« gegen eine verantwortungsvolle Demokratie mit mündigen Bürgern zurückzutauschen.
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am 4. September 2014
Ist ein Sachbuch noch ein Sachbuch, wenn der Leser genau erkennt, zu welcher Strömung innerhalb der Partei „Die Grünen“ die Verfasserin zählt? Zumindest kann man die Sachlichkeit infrage stellen, insofern hätte die Autorin besser auf die Überbetonung ihrer politischen Ansichten verzichtet. Natürlich kann man gegen den Markt-, gegen die Unternehmen-, pro Frauenquote … fighten, aber doch nicht in einem Buch, in dem zwar Gesellschaftskritik erörtert werden muss – in dem dann aber über Parteiinteressen hinausgehende Lösungsansätze stehen sollten. Darüber hinaus sollte die Autorin Denkvorschriften vermeiden, schließlich preist sie ihr Pamphlet als Aufruf zum Selbstdenken an.

Oft klingt das Buch nach einer Streitstrift à la „Empört euch!“, inklusive der im Überschwang der Gefühle ausgeschiedenen Ressentiments. So behauptet die Autorin, dass die Wirtschaft am liebsten Vollpfosten einstellen würde und die Schulen nur für die Wirtschaft ausbildeten. Frau Witzer hätte besser mal die Unternehmen gefragt, was sie von den Auszubildenden und Akademikern verlangen: Sie sollen unfallfrei schreiben und rechnen können, nicht mehr und nicht weniger!

Auch die These, BILD gebe die Themen vor, ist hausgemachter Blödsinn. Frau Witzer sollte mal die deutschen Zeitungen studieren, darunter finden sich die besten der Welt; ich empfehle ihr sonntäglich die FAS. Da kann sie die ganze Vielfalt journalistischen Könnens genießen. In meinem Freundeskreis schaut man einmal im Jahr in die BILD und zwar dann, wenn wir Weltmeister oder Papst werden.

Am liebsten würde die Autorin den Wettbewerb abschaffen und die Frauenquote besser heute als morgen einführen. Dass der kreative Spirit des Wettbewerbs neue Produkte schafft, selbstverständlich auch die, welche wir fürs Überleben auf diesem Planeten brauchen, kommt der Autorin nicht in den Sinn. Ebenfalls unterschlägt sie wissenschaftliche Studien, die die Wirksamkeit einer Frauenquote infrage stellen. Zum Schluss stellt sie verallgemeinernd fest: Die Wirtschaft beute den Menschen aus und zwinge ihn zu kaufen, was er nicht brauche. Quatsch, anders herum! Wenn man als Mitarbeiter selbstbestimmt arbeitet und als Kunde kritisch kauft, dann wird sich die Wirtschaft schon darauf einstellen.

Sieht man von den Ressentiments und subjektiven Meinungen ab, finden sich dennoch viele Belege dafür, was tatsächlich in eine Diktatur der Dummen münden könnte. Aber eigentlich wissen wir das schon, wir müssen uns nur die Verblödungsshows des Unterschichtfernsehens anschauen. Auch die Erkenntnis, dass der Feind in uns stecke, wurde schon hundertmal geschrieben. Natürlich sind wir Diktatoren und Dumme zugleich.

Wir sollten Verantwortung für uns und für andere übernehmen und möglichst vielen Mitmenschen ermöglichen, Selbstverantwortung zu übernehmen, um uns nicht zum Sklaven der Diktatur der Dummen zu machen. Ich gehe davon aus, dass die meisten Intelligenten das alles wissen. Und die Dummen werden dieses Buch nicht lesen. Also bleibt alles beim Alten.
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