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Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen
97
4,2 von 5 Sternen
Die Blechtrommel: Roman
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:14,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 20. Dezember 2008
Günter Grass ist ein bedeutender Erzähler und ein ebenso bedeutender Schwadroneur. Der Mann entfaltet in seiner Danziger Erzählung vom dreijährigen Oskar, der beschließt, nicht mehr weiterzuwachsen, einen Erzählstrom, der in der deutschen Nachkriegsliteratur ziemlich einzig dasteht. Unter Berücksichtigung der Tatsache natürlich, dass die Nazis nahezu alle bedeutenden deutschen Schriftsteller ermordet, mundtot gemacht oder ins Exil getrieben hatten.
Dennoch ist Grass der Nobelpreis für diesen Roman zu gönnen. Eine Sprache, ruhig und gewaltig wie ein Strom, einzigartige und zum nationalen Bildungsgut gewordenen Bilder wie das von der Großmutter, die einen Flüchtigen unter ihrem Rock versteckt oder das vom trommelnden Dreikäsehoch, der eine Parteiversammlung zum Walzertanzen bringt (Schlöndorff hat dazu in der Verfilmung kongeniale Einstellungen gefunden) und immer wieder zeitgenössische Einsprengsel und Verflechtungen seiner Familiengeschichte mit der Historie wie beim Kampf um die Danziger Post, die den Nazis so ziemlich als erstes in die Hände fiel. Grass handelt in seiner eigenwilligen Familiengeschichte das "dritte Reich" eher nebenher ab, beschränkt sich so auf seine Figuren und deren Art und Weise, in schwierigen Zeiten zu überleben. Und das mit Recht.
Der Roman reicht dann auch noch ein gutes Stück in die Nachkriegszeit hinein - und manchmal würde man sich wünschen, Grass hätte uns das hunderste oder tausendste Detail erspart. Grass' Erzählvermögen beeindruckt zwar bis zuletzt, seine Sprache ertrinkt aber bisweilen in einer Fülle an Satzungetümen, die Thomas Mann Ehre machen würden und krankt an ihrem enormen Detailreichtum. Dennoch trägt die Erzählung bis zum Ende und insgesamt muss man Günter Grass für dieses sprachliche Vermögen bewundern. Die letzten paar hundert Seiten musste ich mich allerdings immer wieder zum Weiterlesen zwingen.
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am 15. Dezember 2015
Wer den Film kennt, muss auch das Buch haben und umgekehrt, absolut empfehlenswert.
Deshalb 5 Sterne von uns für Günter Grass und sein Werk.
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am 4. März 2016
Sprache und Handlung gehe unter die Haut.
Ehrlich, eines Nobelpreises würdig.
Zu einer Zeit verfasst, in der es konservativ duckmäuserich schwarz war.
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am 4. September 2017
Eine einzigartige Geschichte. Und ich habe lange überlegt, trotz meiner Einwände vier Sterne zu geben. Jedoch waren die letzten hundert Seiten, die in meinen Augen nichts mehr mit der direkten Handlung des Romans zu tun haben, unendlich ermüdet. Auch der ständige Wechsel zwischen Ich und Oskar hat irgendwann seinen Reiz verloren. Wäre das Buch zweihundert oder dreihundert Seiten kürzer, würde ich ihm volle Punktzahl geben. Grass ist ein außergewöhnlicher Erzähler, wie es sonst keinen anderen in Deutschland gibt oder gab. Sein Sprachstil hat den Literaturnobelpreis absolut verdient. Doch auch in diesem Buch sind einige Schwächen erkennbar, obwohl es der absolute deutsche Klassiker ist.
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TOP 500 REZENSENTam 4. August 2013
Sicherlich das Grass-Buch, das zum Nobelpreis rund fünf Jahrzehnte später führte, und von meinen gelesenen Grassiaden der Liebling.

Die Handlung angedeutet: Der Ich-Erzähler Oskar sitzt in der Klapse, er stammt aus deutsch-polnisch-kaschubischen Familien. Deren und sein Leben - er entwickelt Besonderes - läuft parallel zu Danzigs und später Deutschlands Geschichte. Beschrieben wird es im 1958-er Buch bunt und erzählfroh bis hin zum Drastischen - jugendfrei ist das alles nicht.

Die Handlung ausführlicher: Oskar ist Pole, ist Kaschube, ist Deutscher, ist Danziger. Vor allem ist er kluger, eigensinniger, nur scheinbar unscheinbar kleiner frühreifer Trommelspieler. Wie in "Schelmen-Romanen" erlebt Oskar sehr viel, teils ist er gemeingefährlich und opportunistisch, teils der einzige Mensch mit Verstand. Die Handlung spielt in und um Danzig, nach der Flucht dann Düsseldorf (vermutlich, weil der anfängliche Danziger Grass dort dann als angehender Künstler lebte, der Teil ist für mich der deutlich schwächere des Buchs - das liest man besser rasch).

Übrigens: Wer Freude an so etwas hat, einfach mal z.B. nach Teufels-Anspielungen Ausschau halten. Oder nach den amüsanten Anspielungen auf die Nationalismen. Beim einen "saugte" statt "sog" hat das damalige Korrektorat gepennt, nuja.

Rushdies internationaler Riesenerfolg Midnight's Children etwa hat unverkennbar viel von diesem Buch übernommen wi der magische Realismus allerorten. Umgekehrt dürfte Grass neben Schelmenromanen und der eigenen Biografie z.B. Manns Doktor Faustus und Felix Krull gelesen und als Folie genommen haben - nur mit viel weniger Intellektualität und mehr handfesten Gerüchen, Geschmack und Geschmuddel.

Zur Ausgabe: ich las es günstig gebraucht im Fischer-Taschenbuch (nein, nicht im Unterricht). Sehr schön dicht gesetzt, damit tauglich fürs Mitnehmen in die kurzen Ferien.

Fazit: sehr mächtig erzählt im ersten und zweiten, aber nicht dritten Teil, doch auch ohne irgendwelchen Film ein großes Erlebnis. Viereinhalb Sterne.
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am 5. Dezember 2016
Ich kaufte mir das Buch nach dem Ableben von Günter Grass - schade, dass ich es nicht schon früher gemacht habe - tolles Buch! Unbedingt lesen!
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am 14. Juli 2017
Ich schliesze mich der Produktbeschreibung von amazon an. Fuer mich persoenlich war es auch so, dasz ich erst den Film sah, was mich spaeter dazu bewegte, das Buch zu lesen. Das Buch ist ein wichtiges Werk der Nachkriegsliteratur und der Literatur an sich.
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am 7. Juli 2004
In der Schule haben wir leider nichts von Grass behandelt und so habe ich mir nach dem Ende meiner Schullaufbahn mal ein Herz gefaßt und mir "Die Blechtrommel" zur Hand genommen und ich kann dieses Buch wirklich nur loben. In einem Rekordtempo habe ich es verschlungen, so klasse hat es sich gelesen und so außergewöhnlich genial ist die Geschichte. Das wohl wirklich beste Buch von Grass, denn als ich ein zweites von ihm angefangen habe, mußte ich es schon nach gut der Hälfte wieder aufgeben, weil es mir absolut nicht gefallen hat ("Mein Jahrhundert"). Umso mehr gefällt mir aber "Die Blechtrommel" und ich finde, ein jeder sollte dieses Buch einmal gelesen haben. Grass ist ein fester Bestandteil der deutschen Literaturgeschichte und ein ausgezeichneter Autor, den man auch als Lesemuffel durchaus genießen kann. Deutsch-Polnische Geschichte verpackt in eine unglaubliche und schöne Geschichte, die einen berührt und die man einfach weiter empfehlen muß! Allerdings werde ich mich hüten, meinen Kindern jemals eine Blechtrommel zu kaufen ;-).
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am 11. September 2015
Im Gegensatz zu vielen meiner Freunde hatte ich nicht das zweifelhafte Vergnügen, Günter Grass' "Blechtrommel" als Schullektüre bearbeiten zu müssen - und doch war unbestritten, dass dieses Buch zum Kanon des Allgemeinwissens zählen muss. So wagte ich mich also kürzlich an das "Meisterstück" von Grass - und hatte damit einen Kampf auf mich genommen, den ich niemals erwartet hätte.

Oskar Matzerath stammt nicht zufällig aus Danzig und berichtet in einem doch recht zarten Alter von 30 Jahren retrospektiv über sein Leben, charakteristischerweise allerdings immer wieder auch aus einer ungewöhnlichen Distanz zu seinem eigenen Ich. Dieses Leben nun hat es in sich, ist der Protagonist doch schon bei der Geburt eigentlich ausgereift und lebt das Leben als Kind mehr in einer Art "Schauspiel": Mit einer Blechtrommel, die er in früher Kindheit geschenkt bekommen hat, marschiert er durch das Leben und nutzt diese immer wieder, um sich und seinem Willen Gehör zu verschaffen. Dass die Geschichte dabei mehr und mehr die gewöhnlichen Handlungspfade verlässt und sich in einer Art "Fantasy-Roman"-haften Weise fortsetzt, wird auf Dauer anstrengend - sowohl zu lesen als auch zu verstehen. Dabei lohnt es sich aber doch: Mal in einer erschreckend vulgären und offenen Art, die einem selbst im Zeitalter von Internet-Pornographie und Hypersexualisierung unseres Lebens den Atem raubt, mal in einer vor Intelligenz und Subtilität strotzenden Weise - Grass weist den Weg durch die Geschichte, die den Leser zwar nie in Nähe zu Oskar Matzerath bringt, aber einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Das wiederum ist es dann auch, was am Ende des Kampfes bleibt: Das Gefühl, gewonnen zu haben: An Tiefe, an Impressionen und... ja, an Allgemeinwissen, schließlich hat man sie nun gelesen, die legendäre "Blechtrommel". So bleibt am Ende jedem, der sich diesem Werk widmen will, nur zu sagen: Es ist jede Seite wert, doch jede Seite ist ein Kampf und das Buch sicher keine Lektüre für einen Sommerabend am Badesee - eher schon für eine eingeschneite Berghütte, die leider zwei Wochen keinen Zugang zur Außenwelt hat.
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TOP 500 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 31. Mai 2016
Günter Grass` Jahrhundertroman DIE BLECHTROMMEL aus dem Jahr 1959 liegt hier als eine in Leinen gebundene Neuausgabe des Steidl-Verlags (2016) vor, mit rotem Lesebändchen, Schutzumschlag und Leinenprägung des Titels.

Über diesen Roman wurde eigentlich schon alles gesagt.................Oskar Matzerath, die Hauptperson, ist ein Kind, dessen geistige Entwicklung schon bei der Geburt abgeschlossen war; aus seiner Sicht wird die gesamte, sehr detailreiche Geschichte erzählt. Voller Satzungetüme, die man langsam lesen sollte, und - wer Grass einmal live erlebt hatte - mit seiner Stimme vor dem inneren Ohr. Liest man das Buch nun wieder, oder zum ersten mal, hat man unweigerlich die Stimme und den Lese-Rhythmus des Dichters im Gedächtnis. Das ist auch eine gute Herangehensweise um mit den langen Grass-Sätzen umzugehen.

Es macht, wie immer bei Steidl, Freude, dieses Buch in die Hand zu nehmen; nimmt man den Schutzumschlag (der eine Zeichnung des Autors zeigt) ab, dann sieht man den leuchtend roten Druck des Buchtitels auf hellgrauem Leinen (senkrecht stehend). Ich glaube, Günter Grass hätte seine Freude an dieser Ausgabe gehabt.

( J. Fromholzer )
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