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Die Blechtrommel Taschenbuch – 1. August 2009

4.2 von 5 Sternen 91 Kundenrezensionen

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Für viele war wohl die großartige Volker Schlöndorff-Verfilmung Anlaß, nun endlich auch einmal das Buch zur Hand zu nehmen. Erstaunlich. Beim Lesen nehmen augenblicklich die Filmfiguren ihre Plätze ein. Das spricht für Schlöndorff. Nicht auszudenken, hätte man die Aufgabe einem minderen Regisseur übertragen. Dann stünde uns jetzt bei Alfred Matzerath statt Mario Adorf vielleicht Joachim Fuchsberger vor Augen.

Grass nimmt sich in seinem nach wie vor erfolgreichsten Buch Die Blechtrommel alle Zeit der Welt. Kaschubische Weiten, Kartoffeläcker und das Danzig um die Jahrhundertwende werden episch vor uns ausgebreitet. Anders als im Film, endet Oskar in der Irrenanstalt und erzählt nun als 30jähriger seine Geschichte. Ein deutsches Fresko. Weltgeschichte von unten, aus den Augen des kleinen Oskar Matzerath gesehen, der an seinem dritten Geburtstag beschließt, sich der Erwachsenenwelt zu entziehen und von nun an nicht mehr weiterzuwachsen. Man schenkt ihm eine Blechtrommel, die sein lebenslänglicher Begleiter sein wird. Oskar hat nun die Freiheit des Narren. Er stört, er mahnt und kommentiert, einem Rufer in der Wüste gleich, mit seiner kleinen Blechtrommel die schlimmsten Jahre unseres Jahrhunderts.

1958, bei seinem Erscheinen, war der Roman ein sofortiger Erfolg. Fast schon ein Fluch für einen Schriftsteller, mit seinem zweiten Werk Weltberühmtheit zu erlangen, nur um anschließend ein Leben lang an dieser Leistung gemessen zu werden. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Vor 50 Jahren ist ›Die Blechtrommel‹ erschienen – ein Jahrhundertroman, der Günter Grass’ Weltruhm begründete.«
Eckart Baier, Buch Journal 01/2009

»Nach wie vor unvergleichlich.«
Jörg Kachelmann, Bücher -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Format: Taschenbuch
„Die Blechtrommel" ist heutzutage wohl einem großen Teil der Bevölkerung ein Begriff. Wenige literarische Werke sind in den letzten Jahrzehnten so kontrovers diskutiert worden wie Günter Grass' ungewöhnlicher Roman, dessen Held - oder sagen wir besser Antiheld - Oskar Matzerath genau wie sein Schöpfer in Danzig geboren ist. Dort spielt sich dann auch ein Großteil der Handlung ab, bis auf einen Abstecher nach Frankreich und den Umzug nach Düsseldorf im letzten Drittel des Buches.
Oskar schreibt laut der Rahmenhandlung dieses Werkes im Alter von dreißig Jahren als Insasse einer Heil- und Pflegeanstalt seine Lebensgeschichte auf und agiert so größtenteils als prinzipieller Ich-Erzähler, auch wenn er nicht selten durch die Wahl der dritten Person zu sich selbst eine gewisse Distanz schafft, was ein für den Stil dieses Buches sehr charakteristisches Merkmal ist. Der Protagonist wird als Sohn einer Frau kaschubischer Herkunft und eines rheinländischen Deutschen (ähnlich wie übrigens auch der Autor) geboren, wobei sich aber recht früh eine Dreiecksbeziehung durch das Verhältnis seiner Mutter zu ihrem Cousin Jan Bronski herauskristallisiert, welche sich als Motiv durch das gesamte Buch zieht und Oskar regelmäßig die Vaterschaft Alfred Matzeraths anzweifeln lässt.
Oskar ist ein durchaus ungewöhnlicher Junge, denn den eigenen Angaben zufolge war bei der Geburt bereits seine geistige Entwicklung abgeschlossen, sodass er den Erwachsenen von Anfang an nur das Kind vorspielt was er zu sein scheint, während er sich nicht anmerken lässt, dass er tatsächlich alles was geschieht durchschaut und begreift.
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Format: Taschenbuch
Günter Grass ist ein bedeutender Erzähler und ein ebenso bedeutender Schwadroneur. Der Mann entfaltet in seiner Danziger Erzählung vom dreijährigen Oskar, der beschließt, nicht mehr weiterzuwachsen, einen Erzählstrom, der in der deutschen Nachkriegsliteratur ziemlich einzig dasteht. Unter Berücksichtigung der Tatsache natürlich, dass die Nazis nahezu alle bedeutenden deutschen Schriftsteller ermordet, mundtot gemacht oder ins Exil getrieben hatten.
Dennoch ist Grass der Nobelpreis für diesen Roman zu gönnen. Eine Sprache, ruhig und gewaltig wie ein Strom, einzigartige und zum nationalen Bildungsgut gewordenen Bilder wie das von der Großmutter, die einen Flüchtigen unter ihrem Rock versteckt oder das vom trommelnden Dreikäsehoch, der eine Parteiversammlung zum Walzertanzen bringt (Schlöndorff hat dazu in der Verfilmung kongeniale Einstellungen gefunden) und immer wieder zeitgenössische Einsprengsel und Verflechtungen seiner Familiengeschichte mit der Historie wie beim Kampf um die Danziger Post, die den Nazis so ziemlich als erstes in die Hände fiel. Grass handelt in seiner eigenwilligen Familiengeschichte das "dritte Reich" eher nebenher ab, beschränkt sich so auf seine Figuren und deren Art und Weise, in schwierigen Zeiten zu überleben. Und das mit Recht.
Der Roman reicht dann auch noch ein gutes Stück in die Nachkriegszeit hinein - und manchmal würde man sich wünschen, Grass hätte uns das hunderste oder tausendste Detail erspart. Grass' Erzählvermögen beeindruckt zwar bis zuletzt, seine Sprache ertrinkt aber bisweilen in einer Fülle an Satzungetümen, die Thomas Mann Ehre machen würden und krankt an ihrem enormen Detailreichtum.
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Der Roman als solcher ist hervorragend. Die vorliegende Auflage ist aber fehlerhaft. Es fehlt der Anhang und ein Teil des Inhaltsverzeichnisses. Der Verlag hat mir bestätigt, dass die ganze Auflage diesen Fehler hat. Mir wurde die vorhergehende Auflage empfohlen, die fehlerfrei sei.
Ich finde es nicht in Ordnung, dass beim Verkauf des Romans auf diesen Fehler nicht hingewiesen wird.
Kunde
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Im Gegensatz zu vielen meiner Freunde hatte ich nicht das zweifelhafte Vergnügen, Günter Grass' "Blechtrommel" als Schullektüre bearbeiten zu müssen - und doch war unbestritten, dass dieses Buch zum Kanon des Allgemeinwissens zählen muss. So wagte ich mich also kürzlich an das "Meisterstück" von Grass - und hatte damit einen Kampf auf mich genommen, den ich niemals erwartet hätte.

Oskar Matzerath stammt nicht zufällig aus Danzig und berichtet in einem doch recht zarten Alter von 30 Jahren retrospektiv über sein Leben, charakteristischerweise allerdings immer wieder auch aus einer ungewöhnlichen Distanz zu seinem eigenen Ich. Dieses Leben nun hat es in sich, ist der Protagonist doch schon bei der Geburt eigentlich ausgereift und lebt das Leben als Kind mehr in einer Art "Schauspiel": Mit einer Blechtrommel, die er in früher Kindheit geschenkt bekommen hat, marschiert er durch das Leben und nutzt diese immer wieder, um sich und seinem Willen Gehör zu verschaffen. Dass die Geschichte dabei mehr und mehr die gewöhnlichen Handlungspfade verlässt und sich in einer Art "Fantasy-Roman"-haften Weise fortsetzt, wird auf Dauer anstrengend - sowohl zu lesen als auch zu verstehen. Dabei lohnt es sich aber doch: Mal in einer erschreckend vulgären und offenen Art, die einem selbst im Zeitalter von Internet-Pornographie und Hypersexualisierung unseres Lebens den Atem raubt, mal in einer vor Intelligenz und Subtilität strotzenden Weise - Grass weist den Weg durch die Geschichte, die den Leser zwar nie in Nähe zu Oskar Matzerath bringt, aber einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
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