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am 20. April 2014
Zugegeben: Philosophische, psychologische und theologische Erklärungen für die existenziellen Fragen des Lebens verspricht der Autor. Und irgendwie hält er das auch. „Die Begründung der Welt“ ist eine persönliche Wahrheitssuche an der uns der Autor teilhaben lassen möchte, erfahren wir. Und irgendwie ist es das auch. Und dennoch erkennt Kotulla am Ende des ersten Teils seines Büchleins, dass manch ein Leser dieses Buch für eine „Mogelpackung“ halten könne. An diesem Punkt wird nämlich deutlich, dass die Wahrheitssuche den Autoren direkt zum Christentum - und nur zum Christentum! - führt.

Als Religionswissenschaftlerin ist das Buch für mich hochinteressant, legt es doch ein Glaubenszeugnis ab, das völlig anders gehalten ist, als klassische Erzählungen von Bekehrung. Wir haben es hier mit einer hochmodernen und zeitgemäßen Glaubensdarstellung zu tun. Gut geschrieben, brillant dargestellt, zielgruppenorientiert ausgerichtet.

Kotulla will Skeptiker, Distanzierte, Neugierige, Kirchenferne erreichen. Und das gelingt ihm durch einen Trick: Der Anfang des Werkes ist stark philosophisch und vielleicht sogar psychologisch konzipiert. Er holt den Leser bei den existenziellen Fragen des Lebens ab und verspricht Antworten. Langsam und stetig gleitet seine Argumentation – nach Kotulla einer zwingenden Logik folgend- in eine theologische Erörterung über. Dies mag so manchen atheistischen oder agnostischen Leser verschrecken oder gar verärgern. Zu Unrecht, wie ich denke – denn das Buch hat durchaus für alle Leser einiges zu bieten.

Für wen ist dieses Buch geeignet?
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Für Atheisten, die wirklich einmal wissen möchten wie christliche Theologie argumentiert und wie Christen die Welt – und ihren Glauben – begründen. Eine gute Grundlage um Argumentation und Theologie christlicher Diskussionspartner kennen zu lernen
Für Christen, die christliche Theologie „aus einem Guss“ und ohne konfessionelle Dogmatik begreifen wollen. Was bedeutet das Mysterium des Selbstopfers Christi beispielsweise? Und wie erläutert man Anders- oder Ungläubigen die Grundlagen des eigenen Glaubens angemessen?
Für Suchende, die sich mit dem christlichen Glauben befassen möchten um herauszufinden, ob ihnen diese Weltsicht plausibel erscheint.
Für alle, die verstehen wollen, wie Christen trotz des Leids in der Welt an einen gütigen Gott glauben können.
Für alle, die sich Gedanken darüber machen, wie christliche Theologie ohne verstaubte Floskeln und in einem zeitgemäßen Gewand angemessen vermittelt werden kann.

Kurz: Dieses Buch ist geeignet für Leute, die besser verstehen möchten wie christliche Weltbegründung philosophisch und theologisch „funktioniert“. Unabhängig davon ob es sich hierbei um Atheisten, Agnostiker oder Gläubige handelt.

Zum Stil
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Man mag darüber streiten ob es seriös ist, seinen Standpunkt nicht von Anfang an klar darzustellen. Ist der Schachzug zunächst vom Allgemeinen her zu argumentieren und den Leser langsam, aber zielgerichtet zur eigenen Auffassung zu führen legitim? Ich will dies nicht beurteilen, gebe aber zu bedenken, dass es möglicherweise in der Tat der einzige Weg sein mag erklärte Skeptiker überhaupt zu erreichen.

Die stetige Wiederholung und Zusammenfassung des bereits Gesagten, ist jedoch ermüdend. Ein Argument wird durch die Wiederholung nicht besser und eine Überzeugung (so legitim sie sein mag) nicht wahrer.

Kotulla versucht seine Argumentation für den christlichen Glauben Kapitel um Kapitel logisch aufzubauen und geht offenbar davon aus, den Leser stark führen zu müssen, damit er seiner Gedankenkette folgt. Das hinterlässt ein unangenehmes Gefühl von Lenkung. Wer jedoch bereit ist sich darauf einzulassen um zu schauen, was genau einem der Autor zeigen und wohin er einen führen möchte, der wird durchaus mit interessanten Einsichten belohnt – unabhängig davon ob er sie sich zu eigen machen möchte, wird er zumindest gut nachvollziehen können, weshalb eine Suche nach Wahrheit zum christlichen Glauben führen kann.

Religionswissenschaftliche Kritik
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So sehr es legitim und berechtigt sein mag, dass ein Gläubiger erläutert, wie er zu seinem Glauben kam und darlegt, warum er seinen Glauben für die zwingend logische Erklärung aller Erscheinungen der Welt hält – irgendwo gibt es eine Grenze.

Nach meiner Ansicht ist sie dort erreicht, wo man sich ein Urteil über andere Religionen erlaubt, ohne diese Religionen wirklich zu kennen und zu verstehen.

Im Verlauf seiner Wahrheitssuche verwirft Kotulla Judentum, Buddhismus, hinduistische Religionen und Islam aufgrund des Gottesbildes oder der Weltbilder, die diese Religionen seiner Ansicht nach postulieren. Hier wird sehr deutlich, dass der Autor sich intensiv mit dem Christentum auseinandergesetzt hat und eine klare und nachvollziehbare Begründung seines Glaubens vorlegen kann. Leider kann man das nicht von seiner Kenntnis anderer Religionen sagen. Bei der „Prüfung“ ob eine der Weltreligionen die vorher dargelegten Erkenntnisse über die Natur der Welt und des Menschen in angemessener Weise berücksichtigt und erklärt werden die Außerchristlichen Religionen kurz und knapp abgebügelt. Schade eigentlich.

Ehrlicher wäre es gewesen zuzugeben, dass man über den Beitrag zur Begründung der Welt mangels intensiver Erforschung dieser Religionen keine Aussage machen kann. Allerdings geht Kotulla nunmal davon aus, dass es nur eine Wahrheit geben könne – und diese in der christlichen Glaubenslehre zu finden sein – insofern ist es verständlich, dass er es nicht für nötig hält andere Religionen einer eingehenderen Prüfung zu unterziehen. Der intellektuellen Redlichkeit halber hätte eine solide „Suche nach der Wahrheit“ hier allerdings weiter gehen müssen.

Fazit
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Ich habe das Buch gern gelesen. Ja – ich finde es immer noch frech – und irgendwie auch unsinnig – die eigentliche Grundhaltung so lange zu verleugnen. Sich zunächst weltanschaulich neutral und intellektuell rein sachlich zu geben um später dann die einzig mögliche Wahrheit zu proklamieren ist schon eine eher fragwürdige Art der Argumentation.
Als Religionspädagogin finde ich es jedoch bewundernswert wie klar, zeitgemäß und undogmatisch hier christliche Theologie vermittelt wird. Studierende können sich hier locker 1- 2 Seminare in diesem Bereich sparen und so mancher Pfarrer kann sich hier ein Beispiel nehmen, wie das Christentum dem modernen Geist entsprechend dargestellt werden kann. Um ehrlich zu sein: Die allermeisten Konfirmanden erhalten in 2 Jahren Konfirmandenunterricht nicht mal einen Bruchteil der „Begründung der Welt aus christlicher Weltsicht“ vermittelt.
Als Religionswissenschaftlerin finde ich es faszinierend zu beobachten, wie das Christentum mit einem anderen Vokabular, mit wissenschaftlichem Habitus kommuniziert wird. Zudem wurde meine Neugier darauf was andere glauben und wie sie dies begründen voll und ganz befriedigt.

Dennoch kann ich Kotulla den Kunstgriff erst zu einem sehr späten Zeitpunkt Stellung zu beziehen nicht ganz verzeihen. Alles in allem also: Ein gutes Buch, mit sehr eigenwilligem Stil. Als persönliche Darstellung gut geschrieben und für Interessierte gut nachvollziehbar – von der Argumentationsstruktur allerdings nicht immer so „zwingend logisch“, wie der Autor es postuliert. Dennoch: Eine hochinteressante Lektüre und ein großartiger Beitrag zur Auseinandersetzung mit Religiosität in unserer Zeit.
33 Kommentare| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Werbung und Vorankündigungen für dieses Buch haben viel versprochen, aber auch gehalten. Bislang habe ich Bücher solchen Formates nur von englischen oder amerikanischen Autoren zu lesen bekommen.

Kotulla kann eigentlich nichts für seine "Begründung der Welt". Allein durch seine Biografie wurde er dazu getrieben. Wie er in seinem Buch selbst schreibt kommt er aus einem atheistischen Umfeld und durch seine schwere Krankheit hat er einen Zugang zu Gott gefunden. Glücklicherweise folgt dann aber keine Emotionsschnulze, sondern der Wissenschaftler Thomas Christian Kotulla schreibt sich fragend und mit Tiefgang durch sein Buch.

Neben des Autors Fragen nach Entstehung von Mensch und Welt, hat mich besonders sein Reden über sein Gottesbild fasziniert. Das fiese an Kotulla ist, er quält mich mit Fragen und ich muss mir selbst Gedanken über Gott und die Welt machen.

Die Beurteilung dieses Buches wird vom Glaubensstandpunkt des jeweiligen Lesers abhängig sein. Als Christ habe ich des Autors wissenschaftliche Aspekte und Erläuterungen mit Interesse gelesen und war erfreut darüber, wenn der Autor nicht alles mit seinem Fachwissen und Menschenverstand erklären kann. Doch viel Zeit zum genießen der spannenden Lektüre wird dem christlichen Leser nicht bleiben. Gelegentlich provoziert und fordert der Autor heraus.

Wer sich auf dieses Buch einlässt, sollte vorher genau überlegen ob er bereit ist über sein eigenes Gottesbild neu nachzudenken. Thomas Kotulla legt hier ein echtes Arbeitsbuch für Christen und Atheisten zugleich vor!
11 Kommentar| 33 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. August 2013
Meine Vorredner haben betont, dass "Die Begründung der Welt" den christlichen Glauben logisch erklärt und kritisch beleuchtet. Das stimmt. Aber ich finde dieses Buch ist weit mehr.

Meiner Meinung nach sind allein die ersten drei Kapitel des Buches aus philosophischer Sicht sehr bedeutend. Es wäre spannend zu hören was atheistische Philosophen wie Richard David Precht zu Kotullas Schlussfolgerungen sagen.

Kotulla widmet sich in seinem Buch den grossen Menschheitsfragen. Dabei argumentiert er sehr offen und zeigt verschiedene Perspektiven auf. Erstaunlich finde ich wie verständlich das Buch geschrieben ist, obwohl die behandelten Fragen nicht einfach sind. Trotz der verständlichen Sprache ist das Buch aber nicht oberflächlich, sondern sehr tiefgründig.

Besonders gefallen hat mir, dass der Autor die Erkenntnisse, zu denen er gelangt, immer wieder selbst hinterfragt und dabei neue kritische Fragen aufwirft. Das hat mich dazu gebracht, beim Lesen mitzudenken und gedanklich mitzudiskutieren. Schön ist auch, dass der Autor in keiner Weise bevormundend oder von oben herab schreibt. Stattdessen begegnet er dem Leser auf Augenhöhe und mit Empathie.

An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir noch mehr anschauliche Beispiele gewünscht. Und in der zweiten Hälfte des Buches sind mir kleinere Wiederholungen aufgefallen. Für Personen, die das Buch nicht am Stück, sondern in Etappen lesen, könnte das aber sogar hilfreich sein.

Insgesamt fand ich das Buch sehr überzeugend. Wirklich lesenswert!
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am 15. August 2013
Als Agnostiker haben mich die ersten Kapitel über den freien Geist sehr überrascht. Die Gedankengänge des Herrn Kotulla erscheinen mir äußerst schlüssig und aufschlussreich und bieten Platz zum Nachdenken und Kritisieren.

Verständlich geschrieben, ohne zu über- oder unterfordern, schafft es der Autor, die unmittelbar wahrnehmbare Realität kritisch zu beäugen und nicht als vollkommene Wahrheit hinzunehmen. Dies erfordert zwar Anstrengung und eine neue Art von Denke, ist aber in ihrer Gesamtheit logisch, interessant und sehr gut nachvollziehbar. Übersinnlichkeit in welcher Form auch immer als realer Bestandteil des Universums – ein interessanter Gedanke.

Geht es jedoch um die Natur des Menschen und den Wahrheitsanspruch bezogen auf Liebe und Gerechtigkeit, fühle ich einen inneren Widerstand. Diese Art von Definition kann nicht so einfach als allgemeingültig hingenommen werden, sei sie noch so logisch formuliert. Hier hätte ich gerne eine kritischere und differenziertere Auseinandersetzung gesehen, sei es in Bezug auf Liebe, Gerechtigkeit oder Schuld. Das Streben nach Liebe und Gerechtigkeit ist wünschenswert, jedoch liegt dem Ganzen eine Komplexität zugrunde, die meiner Meinung nach nicht klar genug aufgegriffen wurde und in eine Einseitigkeit abzugleiten droht, es aber zum Glück nicht tut.

Liebe als zentrales Thema sowie mangelnde Liebe als Kritikpunkt an unserer Gesellschaft finde ich sehr interessant. Hier empfehle ich weitere Literatur über Liebe und Liebesentzug in der Gesellschaft beispielsweise von Theodor Adorno in der Schrift „Erziehung zur Mündigkeit“.

Alles in allem ein sehr gelungenes Buch in Bezug auf seine sehr ehrliche Herangehensweise, sein herausragendes Gleichgewicht von Intellektualität und Emotionalität, von der man ergriffen ist. Hut ab, ich freue mich auf neue Werke von Herrn Kotulla!
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am 12. Dezember 2013
mas - Der Verfasser gliedert das Buch in zwei Teile: Im Ersten begründet er die Plausibilität der Existenz Gottes. Ein Gott, der seinem Wesen nach gleichzeitig liebend und gerecht sein muss. Der zweite Teil widmet sich der Glaubwürdigkeit und Plausibilität des christlichen Glaubens, da sich dieser unter allen Weltanschauungen/-religionen am besten mit den Voraussetzungen aus Teil 1 deckt. Kotulla behandelt dabei die Fragen der Trennung von Gott, der Schuldfrage, dem Leben und Werk Jesu Christi und des Christwerdens und –seins.
Zwei Gedanken scheinen dem Buch die Leitplanken zu geben: 1. Die Erklärung von Leid und Schuld in der Welt und 2. die Vereinbarkeit von Gottes Liebe und Gerechtigkeit für die Lösung des Leid- und Schuldproblems. Im Hintergrund steckt offensichtlich das persönliche Schicksal des Verfassers, das ihn primär selber vor diese Fragen gestellt hat (9-12).

Zur kritischen Beurteilung sei die Unterscheidung zwischen einem Urteil auf dem Hintergrund der anvisierten Leserschaft (an Existenzfragen interessierte Personen) und einer theologisch-inhaltlichen Bewertung des Buches eingeführt. Für die intendierten Leser hat die Publikation im zweiten Teil einen zeitsensiblen Zugang zum christlichen Glauben. Theologische Begrifflichkeiten werden einfach und verständlich „übersetzt“ und erklärt. Das Buch hat hier seinen Schwerpunkt und seine Schlagkraft (v.a. Kap. 7 & 9). Der erste Teil mag dagegen wohl eher nur diejenigen überzeugen, die bereits von der Existenz Gottes ausgehen bzw. für diese offen sind. Der „Gottesbeweis“, den Kotulla ausführt, beruht weniger auf Plausibilität oder Logik (wie er es postuliert), sondern vielmehr auf Emotionalität (vgl. besonders 26.75.90-94). Der scheinbar wissenschaftliche Zugang ist für eine gebildete Leserschaft eher befremdend. Hieran schliesst sich die theologisch-inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Buch. Der Verf. gibt zwar vor konfessionsunabhängig argumentierten zu wollen, was ihm in einem und vor allem wesentlichen Punkt nicht gelingt: Die Voraussetzung des freien Willens (begründet in einer spezifischen Definition von Liebe; vgl. 87-89.209f.) ist bei weitem kein Konsens des christlichen Glaubens (gegen 88). Kotulla rückt hier nah an Pelagius (ca. 350-420 n. Chr.) an. Mit ihm verneint er die völlige Verderbtheit der menschlichen Natur (145-149). Entsprechend spricht Kotulla nur von „Rest-Schuld“ des Menschen (163) und einer spezifischen Art und Weise, wie der Mensch sich für das Heil bemühen kann – wenn auch nicht hinlänglich (161-163.203-205). Insgesamt verstrickt sich der Verf. in einige Punkte, denen er jedoch ausweicht: Das Grundkonzept von Gottes Liebe und Gerechtigkeit besagt nach ihm, dass Gott aus Liebe vergeben möchte und die Möglichkeit dazu ein Leben lang offen hält (97), gleichzeitig jedoch aber irgendwann (früher oder später) gerecht richten muss (82.145.162). Nicht geklärt wird, ob es gerecht ist, dass Gottes Liebe demnach irgendwann der strafenden Gerechtigkeit Platz geben wird? Der freie Wille führt Kotulla zudem zu Aussagen, dass diese Welt für eine Entscheidung für oder gegen Gott notwendig ist (92.210). Dies stellt vor das grosse theologiegeschichtliche Problem, ob dann auch der Sündenfall notwendig gewesen sein muss? Schliesslich wird auch die Frage nach Teufel und Hölle vollkommen ausgeblendet! Vermutlich liessen sich diese Punkte „vernünftig“ in das Konzept des Verfassers eingliedern. Dies zeigt jedoch den grundlegenden und fraglichen Charakter des Autors und des Buches an: Dem ganzen theologischen Setting haftet ein gewisser Grad von „Machbarkeit“ und „Alles-im-Griff-Haben-Wollen“ an: Nicht zuletzt sieht man dies a) in den Endzeitansichten (die zukünftige Zerstörung der Klagemauer ist der Beginn der Trübsal! Vgl. 222), b) dem menschlichen Heiligungsdrang, den Kotulla betont (208), und schliesslich c) den unzähligen und bald störenden Verweisen wie „im Laufe des Buches“ oder „im folgenden/späteren Kapitel“ (erstmals auf 15!).

Das Buch gibt für interessierte philosophische und theologische Denker und Leser zwar einige gute Anstösse und Vergleiche (v.a. Kap. 6-7.9), doch die Vergleiche mit B. Pascal, C.S. Lewis und allenfalls N.T. Wright scheinen mir auf dem Hintergrund der obigen Beurteilung etwas fraglich. Die existenziellen Fragen (die Leitgedanken) scheinen erstmals geklärt. Ich frage mich, ob der Verf. das Buch nicht zu früh publiziert hat?
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am 11. Januar 2014
Der Autor geht sehr umsichtig mit den Gefühlen des Lesers um. Niemals führen seine Gedanken zu Unmut oder gar Ärger. In den bisherigen Rezensionen zu diesem Buch ist bereits alles gesagt, so dass ich diesen nichts mehr hinzufügen muss. Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Es ist das bisher beste Buch aus diesem Bereich. Insbesondere empfehle ich dieses Buch Atheisten und selbstverständlich auch atheistischen Wisssenschaftlern.
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am 17. Mai 2014
Das Buch fängt gut an und läst dann ab der Mitte nach. Der Autor weist zunächst überzeugend nach, dass es vernünftiger ist an einen Gott zu glauben als es nicht zu tun. Die Argumente und Überlegungen dazu sind stichhaltig und nicht widerlegbar. Ebenso überzeugend gelingt es ihm nachzuweisen, dass, wenn es einen Schöpfergott ist, Er so wie Er in der Bibel dargestellt wird, sein könnte. Er spricht als wesentliche Merkmale eines Gottes, der alle Dinge erschaffen hat und zu einem für alle guten Ende bringen will, Seine Liebe für diese Schöpfung und Seine Gerechtigkeit, die Seinem vollkommenen Wesen entspricht an. Die gesamte Weltgeschichte hängt zwischen diesen sich ergänzenden Heilsträgern.
Dann versucht der Autor nachzuweisen, warum es Leid und Ungerechtigkeit und Tod und die Freiheiten und Gebundenheiten gibt. Aber da verließen ihn die Argumente. Das liegt daran, dass er die biblischen Inhalte nicht konsequent nutzt, sondern in die kirchliche Tradition überwechselt. Das ist schade und für manchen vielleicht auch ärgerlich, denn so verliert das verständlich geschrieben Buch an Überzeugungskraft und versinkt merklich in der Flut christlicher Literatur, die sich auch schon so oder ähnlich zum Thema geäußert hat. Schade.
Da wird dann behauptet, dass eben jeder Mensch seine Freiheit hätte, um sich für das Heil oder dagegen zu entscheiden. Gottes Willen steht nicht einmal gleichberechtigt neben dem menschlichen, den letzten Endes entscheidet der Mensch wie es mit ihm weitergeht. So wird das was der Autor vertrauensbildend aufgebaut hat, wieder eingerissen und es bleibt der Jedermanngeschmack von einem ziemlich machtlosen Gott, der eigentlich mit der Schöpfung, die er aus Liebe angefangen hat, überfordert ist und nicht zu Seinem Ziel bringt. Er gleicht einem Züchter, der in Kauf nimmt, dass viele Junge das erste Jahr nicht erreichen, Hauptsache der Ertrag stimmt unterm Strich. Und der ist dann, im Vergleich zum Ausschuss dürftig. So ist der biblische Gott nicht.
Der Autor, der Atheist war, gibt als Grund für den Unglauben und das Unwissen der nicht an Gott glaubenden Menschen Angst vor unangenehmen Antworten an. Nach seiner Bekehrung stellt er mit Verblüffung fest, dass er sich nicht erklären kann, wie er jahrelang glaubensbildenden Fakten übersehen konnte. Das hört man von den meisten, die irgendwann in ihrem Leben Christen werden (wobei noch zu definieren wäre, was ein „Christ“ ist oder was für Merkmale ein Mensch haben muss, um als „Christ“ bezeichnet zu werden – ein sehr diffiziles Thema! Aber der Beitritt zu einer Kirche macht jemand sicherlich nicht zu einem „Christen“).
Ausgehend vom wissenschaftlichen Denken kommt der Autor irgendwann in seinem Leben zum Schluss, dass keine wissenschaftlichen Fakten gegen die Existenz eines Gottes, wie er in der Bibel dargstellt wird, stehen, sondern ganz im Gegenteil viele wissenschaftlichen Erkenntnisse gut mit dem biblischen Zeugnis übereinstimmen. Er erkennt, Atheismus ist auch nur eine bestimmte Glaubensrichtung, dazu noch eine, die kaum mit den Fakten in Einklang zu bringen ist. Nicht unbedingt eine neue Erkenntnis. Warum Atheisten gegen die Vernunft denken, das hat der Autor nicht gründlich herausgearbeitet. Aber so ein Buch kann in dem begrenzten Raum nicht alles leisten. Es hat jedenfalls damit zu tun, dass man sich ein Weltbild zimmert, wo man selber im Mittelpunkt stehen kann und seien eigentliche Verantwortung nicht übernehmen muss.
Der Autor hält sich lange bei dem Thema auf, dass Materie, Naturgesetze und Energie alleine die Welt nicht erklären können. Wenn dem so wäre, dann wäre der Mensch nicht in der Lage eigenständig und logisch zu denken, weil ja die Atome in seinem Gehirn sich streng naturgesetzlich und damit deterministisch verhielten, was aber offenkundig nicht der Fall ist. Die Vielfalt der Gedanken auf die Vielfalt an Fragen deuten auf einen kreativen, erfinderischen und entwickelnden Geist. Der Autor nennt noch weitere Argumente, die den Materialismus als irrational entlarven. Das bringt den Autor allerdings nicht zu der Schlussfolgerung, dass die Evolutionstheorie falsch sein müsse. Wenn aber der Geist des Menschen sich über die Materie – unabhängig von ihr – erhebt und dabei Gedanken entwickelt, warum sollte nicht auch hinter einer sich entwickelnden Tier- oder Pflanzenwelt ein ähnliches geistiges Prinzip am Werke sein: nicht die Materie entwickelt sondern die Speisung aus einer geistlichen Quelle.
Der Autor folgert, weil eigenständiges Denken Unabhängigkeit von Naturgesetzen erfordert, ist Denken über-natürlich. Dann liegt aber schon wegen unseres Denkens die Existenz eines übernatürlichen Wesens im Bereich des Möglichen. Dann folgert er, weil alle Menschen den Durst nach Liebe und den Hunger nach Gerechtigkeit in sich haben, mehr als alles andere (und dies auch oft gegen den eigenen Nutzen und gegen die eigene Existenz) ist es folgerichtig anzunehmen, dass dies die Wesensmerkmale Gottes sein müssten.
Gut wäre gewesen, wenn der Autor an der Stelle herausgearbeitet hätte, dass das die Geschichte der Bibel ist, denn aus dem gleichen Grund wie Menschen in der Lage sind, ihr Leben für die Liebe und für die Gerechtigkeit zu opfern (was bedeutet, dass sie sich darwinistisch kontraproduktiv verhalten), opferte sich auch Gott für die Menschheit, damit Seine Liebe und Gerechtigkeit siegen. Getan hat er das durch Jesus Christus. Nur in ihm gibt es den endgültigen Durchbruch von Liebe und Gerechtigkeit. Doch hier weicht der Autor vom eingeschlagenen Weg ab. Denn wo der Wille des Menschen stark ist, da reicht die Liebe Gottes und Seine Absicht Gerechtigkeit herzustellen nicht aus, scheint er zu glauben.
Zu oft klingt beim Autor das „selber schuld“ durch, als ob Gott dann hilflos daneben stehen müsste. Dabei sagt die Bibel wiederholt, dass alles von Gott und zu Ihm ist, dass Er alle heimholen will und dass der Mensch Seinen Ratschluss nicht durchkreuzen kann. Ein bisschen mehr Gottvertrauen wäre hier angebracht, zumal er ja für diesen biblischen Gott wirbt, und schlüssiger als sich auf Kirchenbeschlüsse zu berufen. Da reiht sich dann beim Autor auch ein unsauber vorgetragen nicht ganz zu Ende gedachter Gedanke an den anderen. Da wird das Buch sogar streckenweise banal. Das übliche Nachgerede der kirchlichen Traditionalisten, die vielleicht aus dem gleichen Grund das geschrieben Wort nicht verstehen wie die Gottesleugner. Es mangelt schlicht an Erkenntnis von oben. Z.B. schreibt der Autor: „Um das menschengemachte Leid in der Welt dauerhafter zu beseitigen, müsste ein Gott uns vollständig unsere Freiheit entziehen.“ Das ist natürlich Unsinn. Dass der Mensch seine gewissen Freiheiten hat ist unbestritten. Aber sobald er sich – nicht gegen seine Freiheit, sondern, so wie bei Gott, bei seiner Freiheit gegen alles Verursachen von Leid entscheiden würde, hätte er alles menschengemachte Leid mit Leichtigkeit beseitigt. Der Autor erkennt nicht, dass das göttliche Zulassen eines nicht wieder gut zu machenden Leides – wie z.B. in der endlosen Trennung von Gott (manche nennen das „Hölle“) keine Herstellung von Gerechtigkeit sondern nur die Herstellung eines endlosen Leidens wäre, das eine endlose Anklage an die unzureichende Liebesbemühungen Gottes wäre. Der Autor hat nicht verstanden, was es heißt, wenn die Bibel sagt, dass bei Gott alle Dinge möglich sind, nämlich alle Dinge, die Seine Schöpfung und Seinen Vollendungsplan mit der Schöpfung betreffen. Solange Gott mit den Menschen arbeitet, solange Er sie liebt und für Seine Gerechtigkeit wirbt, solange dürfen sie auch wollen wie sie wollen, das heißt so lange, bis sie aus freien Stücken so wollen, dass ihnen geholfen werden kann. Und das kann, wie man bei Paulus sieht, sehr schnell gehen. Aber warum sollte es nicht auch einen längeren Entwicklungsprozess beanspruchen dürfen. Ist der biblische Gott nicht auch ein Gott der Geduld? Das ist das Evangelium – die frohe Kunde, dass wir nicht nur einen „liebesbereiten“ und rein theoretisch gerechten Gott haben, sondern dass Er, angetrieben von Seiner Liebe und Gerechtigkeit, Sein Vollendungsziel tatsächlich erreicht und Sein Werk vollenden wird. Nur so werden auch einmal „alle Tränen abgewischt“ sein, wenn es keinen einzigen Menschen mehr gibt, der Gott anklagen könnte, weil er die Liebe und Gerechtigkeit, die er suchte vermissen muss, weil sie ihm Gott so lange vorenthalten hat, Er der doch Liebe und Gerechtigkeit in Person ist! Nur so ergibt sich eine in sich schlüssige Erklärung für das Handeln Gottes und Sein Handeln lassen durch die Menschen, wenn Er alles durch Seine heilenden Hände gehen lässt, bis es keine unfertigen Baustellen in Seinem Weltengebäude gibt. Nur so ist auch die Theodizeefrage abschließend beantwortet. Die Kirchen doktoren nur an ihr herum wie Quacksalber, weil sie anders ihre Macht aufgeben müssten. Ein Quacksalber kann nicht heilen sondern er will nur sein Produkt verkaufen. Die Freiwilligkeit des Menschen gegen Gottes Willen auszuspielen wie es die meisten Theologen in Verkennung der biblisch belegten Absichten Gottes tun, ergeben einen unerträglichen, nicht zu heilenden Bruch in der Logik und machen letzten Endes den Menschen größer als Gott, der machtlos zuschauen muss, dass die gefallenen Schöpfung alles herunterwirtschaftet. So wird Gott in der Bibel nicht dargestellt und dazu ist auch Jesus Christus nicht gestorben!
So gesehen sollte das Buch noch einmal gründlich überarbeitet werden, aber es hat zweifellos in der ersten Hälfte hilfreiche und gute Denkansätze.
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TOP 500 REZENSENTam 22. September 2013
Als der Autor vor einigen Jahren eine schwere Krankheit durchmachen musste, gestand er sich ein, dass er wichtige Fragen des Lebens bisher verdrängt hatte. Er begann die Suche nach den existenziellen Fragen der Menschheit. Seine bisherigen Entdeckungen hat er in diesem Buch festgehalten.
Ein kurzer Blick auf sein Leben und seine Motivation und ein Ausblick auf das, was den Leser erwartet, werden im Einstieg gegeben. Dann ist das Buch zweigeteilt.
Im ersten Teil widmet sich der Autor der Frage, welche Tatsachen dafür sprechen, dass es einen Schöpfer gibt. Er beleuchtet die Evolutionstheorie und versucht zu ergründen, welche Eigenschaften eines Schöpfers sich aus unserem Menschsein ergeben.
Dabei geht er sich ausführlich auf den Naturalismus und den Supranaturalismus ein, erläutert deren Thesen und die daraus abzuleitenden Folgen. Seine Erkenntnisse formuliert er als Möglichkeiten. Die logische und folgerichtige Darlegung seiner Gedanken und das Eingehen auf Gegenargumente lassen sich gut nachvollziehen. Trotzdem bleibt Raum für eigene Überlegungen. Nicht jede Gedankenkette wird vom Autor sofort zu Ende geführt. Oftmals erfolgt ein Verweis auf spätere Kapitel, in denen weitere Erkenntnisse einfließen. Wer allerdings einen Beweis für die Existenz oder Nichtexistenz Gottes erwartet, wird diese Antwort nicht erhalten. Der Autor legt allerdings schlüssig dar, warum er von der Existenz Gottes überzeugt ist. Mit den vorhandenen Beweisen zu diesem Thema setzt er sich kritisch auseinander. In diesem Teil spielen vor allem philosophische, psychologische und biologische Aspekte eine Rolle.
Am Ende des ersten Teils weist der Autor ausdrücklich darauf hin, dass sich der zweite Teil mit dem Christentum beschäftigt und er es dem Leser überlässt, ob dieser seinen Gedanken weiter folgen will.
Schon im ersten Teil hat sich der Autor mit der Frage nach dem Leid und dem Missbrauch des Christentums auseinandergesetzt. Nun geht es ihm darum, nachzuweisen, dass der christliche Glaube dem Bild eines liebenden und gerechten Gottes entspricht, der für alle Menschen eine Zukunft offen hält.
Mittels Zitaten aus der Bibel belegt er seine Thesen. Vieles davon war mir bekannt. Trotzdem fand ich es interessant, die Themen logisch aufbereitet und kompakt dargelegt zu bekommen. Jeder Leser wird sicher andere Schwerpunkte setzen. Ich habe noch nie so überzeugend dargelegt bekommen, warum Jesu Opfer notwendig war. Aus der Sicht der Liebe Gottes war es mir bewusst, aus der Sicht der Gerechtigkeit hatte ich es bisher nie betrachtet. Theologisch fundiert werden die Fragen nach Gut und Böse, nach menschlicher Unzulänglichkeit und Gottes Langmut beantwortet. Dabei wird auch auf die Ursachen eingegangen. Wenn notwendig erfolgt eine Rückkoppelung zum ersten Teil.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich finde es mutig, wie der Autor versucht hat, die entscheidenden Fragen der Menschheit zu beantworten. Meiner Meinung nach ist das Buch nicht nur intellektuell anspruchsvoll. Es fordert den Leser heraus, seine eigenen Ansichten und Überzeugungen zu überprüfen und unter neuen Prämissen zu betrachten. Dabei lässt sich für einen philosophisch und theologisch interessierten, aber nicht vorgebildeten Leser der zweite Teil einfacher verstehen. Das ist aber meine persönliche Meinung und nicht allgemeingültig.
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am 30. September 2013
Ich habe bis jetzt noch nie ein Buch dieser Art gelesen und deshalb war ich sehr gespannt darauf. Ich habe auch vorher von diesem Buch und dem Autor nichts gehört.

Thomas Christian Kotulla behandelt hier die wesentlichen Fragen, die sich ein Mensch im Laufe seines Lebens stellt. Ich persönlich brauche nicht immer alles ganz genau begründet haben, aber ich finde es gut, dass es Menschen gibt, die das alles so gut begründen können.

Er erklärt den christlichen Glauben logisch und gut nachvollziehbar. Auch wenn man schon selber daran glaubt, bekommt nochmal andere Sichtweisen auf bestimmte Dinge. Außerdem erhält man noch interessante Information nebenbei.

Ich fand das erste Kapitel sehr interessant, wo er über Naturalismus und Supranaturalismus schreibt. Die Begründung mit den Atomen war für mich sehr interessant und einleuchtend und man hat nebenbei richtig gute Informationen bekommen.

Dieses Buch kann ich nur empfehlen! Wenn man mit anderen Menschen über diese existenziellen Fragen spricht, ist es gut dieses Buch gelesen zu haben, weil man dann auch noch mehr Fachwissen dazu bekommen hat.
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am 21. Dezember 2013
Dieses Buch besticht durch eine sehr sachliche, kritische und logische Darstellung der Gedankengänge - tiefgründig und dennoch leicht verständlich. Es ist für gläubige Christen eine fundierte Bestätigung, für Suchende eine starke Hilfe, für grundsätzlich Ablehnende eine harte Anfechtung.
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