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Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk: Roman (Schöne Klassiker) Taschenbuch – 10. Dezember 2008

4.8 von 5 Sternen 32 Kundenrezensionen

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Rezension

Das wohl berühmteste Buch der tschechischen Literatur ist untrennbar mit dem Lachen verbunden: Man lacht über die Naivität des Protagonisten, über seine Einfältigkeit und seine absurde Sprachkomik. Aber so blöde ist der Schwejk nicht, auch wenn es ihm amtsärztlich attestiert wurde. Der Schwejk hat vielmehr etwas Anarchistisches, Subversives an sich. Er hat Witz und Phantasie – und er ist es, der die Komik des ganzen kriegsgeilen Geschehens demaskiert. Dem „kleinen Mann“ gelingt es, sich in der Maske des Narren, des Dummkopfs durchzumogeln und als Bursche des Oberleutnant Lukáš den Ersten Weltkrieg zu überleben. Gleichzeitig werden durch seine Strategien k.u.k. Patriotismus und Militärfetischismus der Lächerlichkeit preisgegeben. Durch diese geniale Mischung entstand eine Satire auf den Militarismus, die heute aktueller denn je ist.

In der Lesung von Franz Kutschera aus dem Jahr 1958 wird der erste Teil des Romans bis zu dem Zeitpunkt, als Schwejk und Oberleutnant Lukáš in den Weltkrieg ziehen, dargestellt. Wie der bekannte Bühnen- und Filmschauspieler (1909 bis 1991) die vermeintliche Einfältigkeit des Josef Schwejk spricht ist beiendruckend. Z.B. die Szene, in der Schwejk über seine Zeit im Irrenhaus berichtet. Es war die schönste Zeit in seinem Leben. Man konnte dort machen, was man wollte, niemals hieß es, das gehört sich nicht. Das Irrenhaus verherrlichen? Im ersten Moment klingt das etwas seltsam. Aber Schwejk ist ganz pragmatisch: Besser dort als wegen Hochverrats verurteilt zu werden. Franz Kutschera gelang es bravourös, die stets lächelnde, immer sich gehorsam meldende Figur mit seiner Sprachkomik und seinem Idiom mit der Betonung auf der ersten Silbe zu interpretieren. Andererseits liegen ihm auch die Parts des österreichischen Oberschicht. Den versoffenen Feldkuraten Otto Katz oder den Oberleutnant Lukáš, den viele Frauen besuchen und dessen Devise „Seien wir Tschechen, aber es muss niemand wissen“, macht Kutschera unnachahmlich lebendig. Und mit dem Oberst Kraus, dem ehemaligen Besitzer des Stallpinschers, dessen Ahnen ihren Besitz bei Salzburg bereits im 18. Jahrhundert verfressen haben, macht er die österreichischen Militärs vollends lächerlich. Der Herr, der an einer Erklärungsmanie litt – „Ein Buch, meine Herren, sind mehrere geschnittene Buchseiten von einem Format ...“ ist in Kutscheras Interpretation der avancierte Repräsentant von Idiotie und Borniertheit.

„Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“ ist der bekannteste Roman von Jaroslav Hašek. Der Ur-Schwejk erschien bereits 1917, in tschechischer Sprache. Der Prager Schriftsteller schrieb in seiner Sprache, während die k.u.k-Monarchie seine Nation kulturell und politisch unterdrückte. Internationale Anerkennung fand der Roman erst durch die deutsche Übersetzung von 1926/27. Danach war sein Siegeszug nicht mehr zu stoppen. Der Stoff wurde unzählige Male verfilmt und auf die Bühne gebracht. Jaroslav Hašek wurde 1883 geboren und starb 1923. Er hatte viele Gesichter, er war Bohemien, Anarchist, Landstreicher, Hundehändler und humoristischer Schriftsteller. Er schrieb seit 1901 zweitausend satirische Kurzgeschichten, von denen er viele beim Biertrinken diktierte.

Lesung, Spieldauer: ca. 95 Minuten, 2 CD. Mit Booklet. -- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Klappentext

Jaroslav Haseks unvollendet gebliebener satirischer Roman um die Erlebnisse des Prager Hundehändlers Josef Schwejk im Ersten Weltkrieg gehört zu den unvergänglichen und zugleich amüsantesten Werken der Weltliteratur. Eine Verhaftung wegen Hochverrats geht direkt in Schwejks Soldatenzeit über, die er mit dem Glück des vermeintlich Einfältigen übersteht. Mit viel Witz und Phantasie erzählt Fritz Muliar einige ausgewählte Abenteuer, die zum Sinnbild des Widerstandes gegen jegliche Obrigkeit wurden. Mit seinem Schwejk hat Hasek die Literatur um einen liebenswerten Schelm bereichert. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Format: Sondereinband
Jaja, der Schwejk... So oft passiert das ja nicht, dass eine literarische Figur zum Inbegriff eines bestimmten Menschentyps wird, zu Typen wie z.B. Don Quichotte, Odysseus, Faust, Hamlet, die auch außerhalb der Literatur zum Begriff wurden. Und an den Beispielen sieht man's schon, in welch illustre Gesellschaft der brave Josef Schwejk mit vollem Recht eindringt. Dabei ist er eine alles andere als vorbildliche Gestalt, ein Schlemil reinsten Wassers: Gelegenheits-Zuhälter und hauptberuflicher Hundefänger, versiert in der Kunst, Straßenkötern einträgliche, verkaufstaugliche Stammbäume hinzufrisieren.
Schwejk ist aber noch mehr als das, und das erst macht ihn einzigartig: Seine nicht gerade altruistische Klugheit verbirgt sich hinter der Maske des amtlich beglaubigten Trottels, der sich gleich im ersten Kapitel in all seiner nur scheinbar dummen Beredsamkeit präsentiert und der den k.u.k.-Spitzel Bretschneider schwindlig redet, der sich anlässlich der Ermordung des Thronfolgers in den Prager Kaschemmen der Kleinbürger umschaut: Was Schwejk denn vom Franz Ferdinand halte? -- Nun, dessen Tod in Sarajewo erinnere ihn an mehrere Ereignisse um Viehhändler und Waldhüter, nicht schad sei's um die gewesen... und freilich lasse der Ferdinand sich nicht "durch jeden beliebigen Trottel ersetzen"...
Und jetzt schwadroniert Schwejk dem regierungsamtlichen Spitzel beide Ohren ab und andersrum wieder dran. Zwar hilft ihm diese rhetorische Meisterleistung zunächst nichts; er wird des Hochverrats angeklagt und landet nach einigen satirischen Breitseiten auf jedwede Staatsgewalt schließlich im Irrenhaus, das sich wegen Schwejks allzu großer Dummheit für unzuständig erklärt.
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Format: Audio CD Verifizierter Kauf
Helmut Qualtinger, dem großen Genie der Sprache, zuzuhören wie er aus dem satirischen Roman von Jaroslav Hasek vorliest, ist ein herrlicher Genuss. Das Buch ist ja um ein Vielfaches tiefgründiger und hintersinniger als die "netten" Verfilmungen mit Heinz Rühmann und Peter Alexander einem nahelegen. Es ist ein Bilderbogen des alten Österreich unmittelbar vor Ausbruch des ersten Weltkrieges - und das aus der brillanten Sicht des "amtlich beglaubigten Idioten" Schwejk Josef, der meistens ohne viele Umwege der Wahrheit ins Herz sieht und Dinge sagt, die andere sich nicht mal zu denken trauen. Auch mehr als 70 Jahre nach seinem Erscheinen ist dieses Werk ein Hochgenuss der mitteleuropäischen Literatur - und gelesen vom "Quasi" einfach großartig!
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Format: Audio CD
Jaroslav Haseks roman als geniale qualtinger interpretation gelesen zu bekommen ist ... ja ein genuss. nicht nur das qualtinger die verschiedenen dialekte (böhmisch, alt-wienerisch usw.) meisterhaft zu imitieren versteht - darin ist er ja bekanntlich ein meister - nein, hier ist er zudem noch bestens gelaunt und man merkt wie sehr es qualtinger selbst spaß macht den genial statirisch komischen text des schwejks zu lesen.
5 sterne und mehr.
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Format: Broschiert
„Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk" gehören zu den größten Satiren der Weltliteratur und das nicht ohne Grund, denn Jaroslav Hasek hat mit diesem Werk eine Satire auf die gesamte Militärmaschinerie (damals der k.k. Monarchie), die seines gleichen sucht. Josef Schwejk ist von Beruf Hundehändler und gehört der untersten Volksschicht an. Des weiteren ist er laut amtlicher Bescheinigung schwachsinnig. Er wird zum Militär eingezogen und kämpft dort „den Kampf des kleinen Mannes". Mit entwaffnender Naivität und unbesiegbarer Blödheit bekundet Schwejk jederzeit überschwenglich seine Loyalität mit dem System und nimmt jeden Befehl buchstäblich. Genau so führt er ihn dann auch aus. Dadurch enthüllt er die gesamte Lächerlichkeit des Militärapparates einschließlich der patriotischen Parolen und wirft die Fragwürdigkeit der unbestrittenen Autorität auf. Schwejk ist heute aufgrund des gelockerten Umgangs in den europäischen Armeen vielleicht nicht mehr ganz so akut, aktuell ist er aber immer noch. Mindestens aber ist diese Satire wunderbar zu lesen und wahrhaft amüsant. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Von ba fo am 10. Oktober 2015
Format: Kindle Edition Verifizierter Kauf
phantastisches Buch, wunderbar zu lesen ( als Wienerin, in Kenntnis der österreichischen Geschichte... ), der Charakter des Schweijk, und auch die vielen anderen Figuren - man kann sich das dermaßen gut vorstellen, so lebendig, so nachvollziehbar - vielleicht mit österreichischer Mentalität leichter nachvollziehbar, jedenfalls eine volle Empfehlung.
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Hat man das Buch erst mal in Händen, fällt sofort auf, dass es eigenartig verarbeitet ist. Weder Taschenbuch noch "regulär" gebunden. Aber man hat 800 Seiten Zeit sich daran zu gewöhnen und am Ende hat mir diese Art der Verarbeitung sogar besser gefallen. Sie passt sogar besser zum "Schwejk".

Aber nun zum Inhalt. Ich habe etwa 150 Seiten gebraucht, bis ich mich an die Sprache des Schwejk gewöhnt hatte, aber ab dann war es Lesegenuss pur. Die Handlung ist auf diesen ersten Seiten noch etwas sprunghaft (das Anekdotenhafte erinnerte mich eher an de Sades "Justine oder die Leiden der Tugend"), aber das bessert sich mit dem Lauf der Geschichte. Ich kann mich wirklich nicht erinnern, wann ich jemals bei einem Buch so viel und so laut gelacht habe. Hasek gelingt es, die Figuren - nicht nur den Schwejk, sondern auch Wanek, Baloun, Lukaschek, Dub, Biegler, Marek usw. - hervorragend zu beschreiben. Die Situationen in denen sich Schwejk oder der jeweilige Co-Protagonist befindet, sind unbeschreiblich komisch. Und das Beste, man kann sich in die Personen wirklich hineinfühlen.

Am besten das Buch sofort bestellen. Ich würde es am liebsten noch einmal lesen.
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