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"Eine Darstellung dieses Geschichtsabschnittes ist also nicht nur eine Ehrensache gegenüber den gefallenen deutschen Soldaten, sondern bereichert zugleich das - im Guten wie im Bösen - so vielfältige Mosaik der deutsch-jüdischen, bzw. deutsch-israelischen Beziehungen."
(Dr. Norbert Schwake)

Während seiner Nahostreise, insbesondere dem Besuch des Wadi Rum in Jordanien, im Februar 2011 wurde timediver® mit der Arabischen Revolte von 1916-1918 konfrontiert, zu der auch eine wohl weniger bekannte Episode der deutschen Geschichte gehört:

Am 2. August 1914 schlossen das Deutsche Reich und das Osmanische Reich einen geheimen Pakt. Die Hohe Pforte in Istanbul blieb beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges zunächst neutral, stand aber, nach der ihr von Russland, Großbritannien und Frankreich der Krieg erklärt wurde, seit dem 2. November auf der Seite der Mittelmächte. Bereits zu Kriegsbeginn wurde die 4. Osmanische Armee beim Bau der Feld-Eisenbahn vom Sinai zum Suezkanal von deutschen Pionieren unterstützt. Daneben arbeitete eine im Dezember 1914 zusammengestellte deutsche Marine-Hygiene-Expedition mit den türkischen Sanitätsstellen zusammen, um die beim Wasser- und Wegebau in der Wüste auftretenden Infektionskrankheiten zu bekämpfen....

Im Januar 1916 wurde nach einem Inspektionsritt von Oberst Kreß von Kressenstein und Offizieren des Generalkommandos nahe des Suezkanals schließlich auch ein Kampfverband für das deutsche "Asien-Korps" aufgestellt. Da die ersten Truppen des Korps "Pascha I" und die Fliegerabteilung 300 "Pascha" mit 14 Flugzeugen vom Typ Rumpler C.I erst mit Verspätung in Beer Sheva (die heute viertgrößte Stadt Israels) eintrafen, musste die Großoffensive gegen den Suez Kanal erst in der Julihitze 1916 beginnen und schließlich misslingen. In der Schlacht von Bir Romani, zwischen dem 3. bis 5. August 1916 wurden die osmanische Truppen und ihre deutschen Verbündeten nach Palästina zurückgeworfen. Anfang 1917 wurde die Fliegerabteilung nach Ramla (im heutigen Zentralbezirk von Israel), das deutsche Hauptquartier nach Tell esch-Scheri'a, dem biblischen Gerar, verlegt. Da das Osmanische Reich nach der Eroberung Bagdads durch die Briten am 11. März 1917 an den Rand einer militärischen Niederlage geriet, wurde von deutschen Obersten Heeresleitung mit "Pascha II" in weiteres Expeditionskorps in den Nahen Osten entsandt, um die irakische Stadt zurückzuerobern, was jedoch bald aufgegeben wurde. Zur Stabilisierung der Osmanischen Armee, wurde die Heeresgruppe F "Unternehmen Blitz" (Yilderim Ordulari Grubu), mit einem fast ausschließlich deutschen Generalstab, aufgebaut. Zur weiteren Luftunterstützung gegen die Briten und die von Thomas Edward Lawrence angeführten arabischen Milizen wurden der Heeresgruppe F im September 1917 die Fliegerabteilungen 301-305 und die Jagdstaffel 55 mit insgesamt 55 Flugzeugen zugeteilt.

Nach dem Zusammenbruch der Sinai-Front und den Siegen Edmunds Allenby bei Beer Sheva und Gaza wurden die deutschen Fliegereinheiten nach Bethlehem-Waldheim (dem heutigen Allone Abba ), Dschenin, Samach am See Genezareth, Merhavya (el-Fule) bei Afula (bei Nazareth) und Dar'a (heute Syrien) verlegt. Im Dezember räumte das deutsche Oberkommando sein Hauptquartier im Auguste-Viktoria-Hospital auf dem Jerusalemer Ölberg und zog sich nach Nazareth zurück. Nach einer erneuten Verstärkung befanden sich ca. 16.000 deutsche Soldaten in Palästina, die sich bis September 1918 Stellungskämpfe in Mittelpalästina und dem Ostjordanland lieferten. Nach der Schlacht von Megiddo am 20. September 1918 und der Einnahme von Damaskus zogen sich die Truppen der Mittelmächte immer weiter zurück, wobei sich kleinere Verbände des Asienkorps auf eigene Faust durchschlagen mussten, um das nackte Leben zu retten. Nach der osmanischen Kapitulation und dem Waffenstillstand von Mudros, auf der griechischen Insel auf Limnos, am 31. Oktober wurde dem deutschen Asien-Korps freies Geleit zugesichert. Nach ihrem Transport nach Istanbul wurden die deutschen jedoch Soldaten interniert und durften erst ab Januar 1919 nach Deutschland zurückkehren.

Mit seinem, bereits im Oktober 2008 erschienenen Sachbuch "Deutsche Soldatengräber in Israel" ist Dr. Norbert Schwake nicht nur eine einzigartige Dokumentation der Ereignisse an einem, heute beinahe vergessenen Schauplatz des ersten Weltkrieges gelungen. Da sich das Buch gemäß seinem Untertitel nicht auf den Einsatz deutscher Soldaten an der Palästinafront im Ersten Weltkrieg beschränkt, sondern auch das Schicksal ihrer Grabstätten in Jerusalem, Nazareth, Aleppo, Damaskus und auf englischen Soldatenfriedhöfen schildert, setzt den einzelnen Gefallenen auch ein Denkmal.

Nach einem Vorwort und einer Einleitung schildert der Autor in acht Kapiteln akribisch die Ereignisse von "Mit den Türken am Suezkanal" bis zum "Zusammenbruch", zu denen auch ein Beitrag Österreich-Ungarns gehört. Weitere fünf Kapitel sind der Suche nach Soldatengräbern, den Plänen für einen deutschen Zentralfriedhof bis hin zum Nachspiel der Einweihungsfeier in Nazareth gewidmet. Die Ereignisse werden flankierend durch Abbildungen von Karten Skizzen, Schriftstücken und einer Vielzahl zum Teil unglaublicher Fotos (z. B. "Palästina-deutsche Hitlerjugend bei der Einweihungsfeier des Friedhofes") dokumentiert.
In der Ehrenhalle des vom "Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge" betreuten deutschen Soldatenfriedhofs von Nazareth findet jedes Jahr am Volkstrauertag - auf Einladung der deutschen Botschaft in Israel - eine Gedenkveranstaltung für die in Palästina gefallenen und in Nazareth beerdigten deutschen Soldaten statt. Gäste sind vor allem die in Israel akkreditierten Militärattachés anderer Staaten. Daneben gibt es für die gefallenen Piloten des Ersten Weltkriegs ein Fliegerdenkmal in Dschenin (heute Palästinensisches Autonomiegebiet) an der Straße nach Nazareth und auf dem Templer-Friedhof von Haifa.

Den Abschluss des 351seitigen Buches bilden ein Anhang 1 (In Palästina Gefallene, die nicht in der offiziellen Gefallenenliste erwähnt werden) und Anhang 2 (Deutsche Soldatengräber des Zweiten Weltkrieges in Israel), sowie eine Quellen- und ein Literaturverzeichnis sowie ein Personenregister.

5 Amazonsterne!
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am 21. November 2008
Dieses Buch gibt einem fast vergessenen Kriegsschauplatz des Ersten Weltkrieges ein ungewöhnlich fassbares und berührendes Gesicht. Es ist nicht die Schlacht oder die Heldentat, sondern das persönliche Schicksal vieler deutscher gefallener Soldaten, die den Leser in diese Zeit mitnehmen. Außerordentlich gut recherchiert werden viele Details des Feldzuges in Palästina aufgedeckt und Familienbeziehungen Beteiligter können bis in die Gegenwart verfolgt werden. Vor dem Hintergrund der Bedeutung der Beziehung zwischen Deutschland und Israel ein nicht nur sehr lohnendes sondern auch lange hinfälliges Werk, wofür dem Autor sehr zu danken ist.
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