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Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
31
4,0 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 26. März 2015
Christoph Hein hat ein Generationsproblem bearbeitet, das noch heute aktuell ist. Soll man sich als junger Mensch Probleme auf den Hals ziehen, die man auch vermeiden könnte? Man darf nicht alles an sich heranlassen, das heißt es in Drachenblut gebadet zu haben. Dass es auch einen Alltag der Singles in der DDR gab, entnimmt man dem Roman und Fremdheit ist da gewünscht. Mit sehr einfachen Worten wird dieses Thema in den Fokus gerückt. Das sprach schon zur Entstehungszeit der Novelle die Leser in Ost und West an. In den so abgeschotteten Systemen hatten sich Parallelen aufgetan und Christoph Hein hat sie entdeckt.
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TOP 1000 REZENSENTam 18. März 2017
Buchkritik::
Die Novelle "Der fremde Freund" von Christoph Hein erschien 1982/88 in der DDR. Das Buch wurde
sofort als Sensation empfunden. Als es in der Berliner Stadtbibliothek vorgestellt wurde, schrieb vor
Beginn der Veranstaltung der Autor in das Exemplar der Leiterin des Abends: Mit Gruß am Tage
einer gemeinsamen Schlacht. Es war etwas völlig Neues in der Literaturlandschaft. Übrigens
wurde das Buch wegen des Titelschutzes 1983 in der Bundesrepublik unter dem Namen "Drachenblut"
veröffentlicht.
Diese Novelle von Hein ist eine Ich-Erzählung. Es spricht von einer alleinstehenden Ärztin und ihrem
tristen,grauen,langweiligen Leben in der DDR. Sie nimmt es so hin und ist an einer Änderung ihres
Lebens nicht besonders interessiert, man könnte sagen: Sie nimmt es einfach so hin und lässt-
es vergehen.Sie hat zwar eine flüchtige Beziehung mit einem Nachbarn,aber diese Beziehung bleibt
oberflächlich,nicht intensiv sondern halt eher eine 'fremde Freundschaft'.
Die Ärztin selbst empfindet dies gar nicht so,eher gegenteilig, für sie ist dies eine ganz normale
Beziehung zu dem Nachbarn. In ihr ist kalt, abgestumpft.
Die Wirklichkeit ihrer Gefühle,Empfindungen und ihre innigen Wünsche versteckt sie hinter
einer Fassade und dem Zustand der Gefühllosigkeit. Dies verbirgt sie hinter einer von ihr aufge-
bauten Schutzhülle.
Diese genannte fremde Freundschaft aber zerbrach am Ende und danach konnte diese Ärztin nie
wieder zu ihren Gefühlen stehen und einen neue Beziehung zu einem anderem Menschen aufbauen.
Wegen dieser ständigen inneren Konflikten scheitert auch eine von ihr später eingegangene Ehe.
Christoph Hein zeigt hier seine Kunst, innere Zusammenhänge aufzuzeigen und wagt sich hier an ein
Thema heran von unbeschreiblicher Außergewöhnlichkeit und einem faszinierenden Stoff.
Er war überzeugt, dass man im realen Leben vergessen hatte, was auf der Ebene der Gefühle der
Menschen vor sich geht.
Widmung im Buch!
In dem mir überreichten Exemplar "Der fremde Freund" steht: Für Frau Prof. Dr. L.
meiner Verbündeten am Abend einer gemeinsamen Schlacht.
Herzlichst
Christoph Hein
19.01.83

Für diese sehr gut geschriebene Novelle fünf Sterne.

Mit wohlwollender Leseempfehlung! Auch an Schulen als Lesestoff zu empfehlen!
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am 19. April 2013
Liest sich am Anfang etwas schwer aber ein gutes Buch. Ist weiter zu empfehlen der gerne mal ein Buch liest.
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am 8. April 2008
Das Buch beschreibt das leidenschaftslose Leben einer Frau um die vierzig. Sie ist geschieden und lebt allein. Sie hat sich ihr Leben ohne Freude eingerichtet, um ihren Problemen und den Problemen der anderen aus den Weg zu gehen. Sie stellt keine Fragen, lebt jeden Tag gleichmäßig eintönig wie die Tage zuvor und die Tage danach. Nicht einmal in ihrer Arbeit als Ärztin empfindet sie Begeisterung. Sie ist zufrieden mit sich und ihrem Leben. Denn Zufriedenheit, das ist mehr als andere jemals erreichen.
Sie ist zufrieden, aber nicht glücklich.
Es ist ein Buch, bei dem ich erst am Ende bemerkte, wie sehr es mich berührt hat. Hatte ich zu Beginn eine leichte Abneigung gegenüber dem Schreibstil. Der Autor erzählt belanglos in kurzen Sätzen auf einer immer gleichwährenden Frequenz, ohne jegliche Unterschiede in der Tonlage. Aber genau das ist es, was die Novelle so anziehend macht. Die Langeweile und Belanglosigkeit des Lebens der Protagonistin gähnen in jeder Zeile und werden verstärkt durch die Ich-Perspektive.
In einem Satz heißt es: "Ich lebe mit mir zusammen, ohne viele Fragen zu stellen." Damit ist das leidenschaftlose Leben der Frau meines Erachtens sehr gut auf den Punkt gebracht.
Im Klappentext wird ein Satz von Rolf Michaelis zitiert, in dem er sagt: "Ein Buch, so still, daß man die Schreie hört, die da verschluckt werden..." Ich möchte diesen Gedanken weiterführen und sagen: Das Buch ist so still, dass man die verletzenden Stiche der unterdrückten Schreie förmlich spüren kann.
Es sei noch erwähnt, dass das Erzählte im früheren Ostberlin spielt. Aber ich finde, es spielt keine entscheidende Rolle, denn genauso oder ähnlich könnte es sich auch in einer westdeutschen Stadt zu getragen haben, könnte es sich jetzt irgendwo zutragen.
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HALL OF FAMEam 17. Dezember 2007
"Der fremde Freund" war 1982 Christoph Heins literarischer Durchbruch; inzwischen gilt die Novelle als Klassiker. Verstörend nüchtern berichtet die Ostberliner Ärztin Claudia über ihr Dasein als alleinstehende Frau und die undefinierte Beziehung zu ihrem Nachbarn Henry. Mit demonstrativer Kühle und Distanz zeichnet sie die Ereignisse nach und weigert sich - vor sich selbst genauso wie im Gespräch mit anderen Figuren -, Gefühle auszusprechen und zuzulassen. Indem sie sich gegen die Katastrophen des Lebens panzert und sich menschlicher Nähe verschließt, versucht sie, Schmerz zu vermeiden. Die einzige verwundbare Stelle in ihrem Panzer sind ihre Gefühle für Henry. Als er stirbt, kapselt Claudia sich völlig ab: In ihr Bad aus Drachenblut soll kein Lindenblatt mehr fallen. Dass das nicht funktioniert, ist offensichtlich, auch wenn es nur zwischen den Zeilen deutlich wird. Die Spannung des Textes und die große Kunst Christoph Heins bestehen darin, gerade durch die distanzierte Perspektive eine Nähe zu vermitteln: den stummen, verzweifelten Schrei.
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am 17. September 2003
Christoph Hein schaftte es mit seinem fremden Freund, daß die Leidenschaftslosigkeit in tiefe Passion verwandelt. Isolation und Kälte können ergreifen und bewegen.
Obwohl der Leser zunächst durch Claudias Leere irritiert wird, und er lernen muß, mit dieser Befremdung umzugehen, wird es im Laufe des Buchs immer deutlicher, was sich hinter dem Panzer der Gefühlskälte verbirgt.
"Der fremde Freund" ist ein Buch, welches den Leser durch die Stille aufrüttelt, eine klare Empfehlung für die ruhigen Stunden des Abends.
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am 20. Februar 2015
Drachenblut steht in der Tradition und Nachfolge von Albert Camus' "Der Fremde", insofern ist der ursprüngliche Titel (Der fremde Freund) ehrlich: die Verständnislosigkeit der Protagonistin der Welt gegenüber, das nur kurzfristige Aufflackern von Anteilnahme dem Liebhaber, den Eltern und Kollegen gegenüber ist stark am Vorgänger orientiert, das Ergebnis ist trotzdem etwas in der Atmosphäre ganz Eigenes und seltsam Berührendes. Während "Der Fremde" eher ein Buch über Gleichgültigkeit ist, ist "Drachenblut" eher ein Buch über Verlorenheit. Ich mag's.
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am 29. Juni 2016
dieses Buch scheint für mich eines der schönsten zu sein.
Vieltönig, nostalgisch, sehnsüchtig, nüchtern sowie informativ
wie es damals in der DDR war. Oberflächliche Menschen verstehen das Buch nicht
und finden es schlecht.
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am 24. August 1999
Viel Handlung gibt es nicht in dieser Novelle; zwar finden eine Beerdigung, ein Weihnachtsfest und einige Ausflüge statt, die meiste Zeit aber ist Alltag, und jedenfalls dient alle Bewegung nur dazu, einen Zustand, eine Unbeweglichkeit zu illustrieren. Die Ich-Erzählerin (die beinahe nicht einmal einen Namen bekommt) ist nicht nur ihrer Umwelt, sondern auch sich selbst undurchdringlich geworden. Um ihre Verletzlichkeit (und Verletztheit) zu verbergen, wird sie gefühllos: "Ich bin unverletzlich geworden. Ich habe in Drachenblut gebadet, und kein Lindenblatt ließ mich irgedwo schutzlos. Aus dieser Haut komme ich nicht mehr heraus. In meiner unverletzbaren Hülle werde ich krepieren". Die raffinierte psychologische Skizze zeichnet sich durch einen stilistischen Trick aus: eine Erzählerstimme, die zwar "von innen" (eben als Ich-Erzählerin) erzählt, aber eine Perspektive "von außen" einnimmt; man kann sich auf diese Erzählerin nicht verlassen, die zwar alles erklären kann, aber eigentlich nichts versteht. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 19. Juni 2000
Die Grundstory des Buches, also die Erinnerung an Claudias verstorbenen Freund Henry, wird durch die seitenlangen Ausweidungen mickriger Seiteninformationen ziemlich stark in den Schatten gedrängt. Man vergisst sehr schnell, worum es eigentlich geht, wenn man andauernd lesen muß, wie sehr Claudia das Leben verabscheut. Das Buch animiert dazu, sich in eine dunkle Ecke zu setzen und stundenlang über den Sinn und Unsinn, die Herkunft und den Werdegang von Tütensuppe zu sinnieren. Alles in Allem erzeugt das Buch eine depressive Stimmung beim Leser, da es einen ziemlich brutal mit der wahren Härte des Lebens konfrontiert.
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