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am 21. November 2014
Antony Beevor ist einmal mehr ein ausgezeichnet lesbares, mit zahllosen interessanten Details versehenes Buch gelungen. In mancherlei Hinsicht ist dieses Werk kompletter als manche anderen, die sich mit dem 2. Weltkrieg insgesamt auseinandersetzen: So bezieht Beevor sehr umfassend den chinesischen Kriegsschauplatz in seine Darstellungen ein, wie für ihn typisch wechselt er von einer politisch-strategischen Ebene immer wieder auf die Ebene des persönlichen Erlebens von involvierten Individuen (so bereits in der Einleitung, in der das mehr als ungewöhnliche Schicksal eines Koreaners dargestellt wird, der nacheinander in die japanische, sowjetische und deutsche Armee "gepresst" wurde), persönliche Sympathien und Animositäten zwischen hohen Militärs werden ebenso thematisiert (allerdings vor allem die zwischen den westalliierten Generälen - die Feindschaft zwischen Guderian und Kluge beispielsweise, die bekanntlich bis zu einer Duellforderung eskalierte, bleibt unerwähnt) wie die teilweise bizarren Entwicklungen der Beziehungen zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion gegen Kriegsende (bis hin zu beiderseitigen Planspielen, militärisch gegen die bisherigen Verbündeten vorzugehen). Sucht man nach Aspekten, die vergleichsweise wenig beleuchtet werden, dann mag man die "Heimatfronten" erwähnen - beispielsweise auf die gewaltige Mobilisierung des US-amerikanischen Industrie wird kaum eingegangen, das gleiche gilt auch für die zivilen Anstrengungen der anderen kriegführenden Nationen.
Nicht ganz befriedigend ist die Übersetzung: Den Dienstgrad eines Offiziers der Royal Navy muss man nicht mit "Hauptmann" übersetzen, das Geschützkaliber eines deutschen Kriegsschiffs nicht in Zoll angeben und die Skagerrak-Schlacht des 1. Weltkriegs muss man nicht "Schlacht von Jütland" nennen. Im Großen und Ganzen sind das aber Kleinigkeiten, die mein Urteil über dieses ausgezeichnete Werk nicht wirklich trüben können.
Dieses Buch ist ebenso geeignet, sich erstmals mit den Ereignissen des 2. Weltkriegs zu befassen, als auch belesenen Interessierten neue Aspekte und Sichtweisen zu vermitteln. Trotz des zur Genüge thematisierten "Apothekenpreises" eine klare Empfehlung von meiner Seite!
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Bekannt geworden ist Antony Beevor vor allem seit seinem vielbeachteten Werk "Stalingrad" im Jahre 1999, für welches er zahlreiche Preise erhielt. Mit seinem jüngsten Werk "Der Zweite Weltkrieg" zeigt Beevor, dass er nicht nur akribische Detailstudien von einzelnen Abschnitten des Krieges ("Stalingrad", 1999; "D-Day - Die Schlacht in der Normandie", 2010; "Berlin 1945 - Das Ende", 2002) verfassen kann, sondern auch einen synthetisierenden Gesamtüberblick. Hervorzuheben ist vor allem, dass er den Zweiten Weltkrieg auch als einen Weltkrieg darstellt, der eben sowohl Europa als auch und insbesondere den Südosten Asiens betraf. Nicht nur aus amerikanischer Sicht macht dies Sinn - immerhin war dieser zweite Kriegsschauplatz der Ort, an dem die USA zuerst in den Krieg aktiv eingriff -, sondern erweitert sinnvollerweise auch die oftmals vorherrschende eurozentrische Sichtweise, welche den Krieg zu sehr auf den Eroberungsfeldzug Hitlers beschränkt. Aber nicht nur das: Beevor schafft es vor allem, Bezüge zwischen den Geschehnissen in Europa und Südostasien herzustellen, indem er beispielsweise zeigt, wie die japanische Kriegsführung die deutsche oder sowjetische Kriegsführung in Europa beeinflusste. Kenntnisreich weist er zudem auf die vielen Ähnlichkeiten zwischen der deutschen und der japanischen Expansionspolitik hin, welche in beiden Fällen schreckliche Gräueltaten beinhaltete. Nicht außer Acht lässt Beevor weiterhin den Seekrieg, die Kämpfe in Nordafrika sowie schwelende Konfliktlinien wie zum Beispiel den chinesischen Machtkampf zwischen Mao Zedong und Chiang Kai-Shek, so dass der Band den Zweiten Weltkrieg in seiner ganzen Komplexität ernst nimmt.

Was inhaltlich kompliziert klingt, erweist sich durch die klare Kapitelstruktur als gut lesbar. Denn die einzelnen, chronologisch angeordneten Kapitel, die sich jedoch zeitlich teilweise überschneiden, sind nicht nur mit einer entsprechenden thematischen Überschrift, sondern im Untertitel auch mit der Angabe des entsprechenden Zeitabschnitts versehen. Dadurch kann sich der Leser stets gut orientieren. Ergänzend findet der Leser im Buch zudem 25 Karten, welche zwar nur schwarz-weiß gestaltet sind, trotzdem aber durch die klare Aufmachung sehr übersichtlich sind und einprägsam die Lektüre begleiten.

Innerhalb der einzelnen Kapitel beweist Beevor eine wohlstrukturierte Darstellungsweise. Denn er bringt die zentralen Aspekte klar auf den Punkt, legt großen Wert auf Zusammenhänge und redet selten nur Drumherum. Bei Bedarf garniert er seine Darstellung zudem mit sehr interessanten Details wie die "Holzschneidetaktik" der Finnen oder Hintergründen, welche die Vorgehensweise der einzelnen Staaten erklären. Auf diese Weise erfährt der Leser beispielsweise, dass in Offiziere der deutschen Armee in den letzten Kriegstagen nichts dringlicher erschien, als weiße Taschentücher einzusammeln, um den Soldaten jegliche Möglichkeit einer Kapitulation zu nehmen. Wohldosiert lässt Beevor zudem Zitate von Zeitgenossen und Verantwortlichen mit einfließen, ohne dabei in eine häufig vorzufindende Aneinanderreihung von Zitaten verfallen. Vielmehr wechselt er selbst als Autor häufig den Blickwinkel. So lässt sich der abwechslungsreiche Band trotz der fast 900 Textseiten nicht nur in einem Zug lesen, sondern eröffnet auch vielfältige Ansichten, um den zweiten Weltkrieg in seinem ganzen Ausmaß besser zu verstehen.

FAZIT: Eine hervorragende Gesamtdarstellung zum Zweiten Weltkrieg, welche diesen in seiner ganzen Komplexität würdigt und dabei überraschenderweise dennoch sehr gut lesbar bleibt. Eine echte Empfehlung, ein echter "Beevor" halt!
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am 18. September 2014
Mich erstaunt die Diskussion in diesem Forum. Anscheinend gibt es zum Inhalt dies Buches wenig, zu dessen Preis hingegen sehr viel zu sagen. Oder hängt das Interesse an der Geschichte des Zweiten Weltkriegs vom jeweiligen Buchpreis ab ? Zumal es meines Wissens auch in Deutschland noch niederschwellige Angebote wie Bibliotheken gibt.
Für jene, die den Preis in Kauf zu nehmen gewillt sind, bietet das Buch, trotz der 900 Seiten, eine sehr konzise Übersicht über das Kriegsgeschehen. Der Autor hält sich strukturell an die chronologische Abfolge der Ereignisse, ergänzt diese Darstellung jedoch, wo zu deren besserem Verständnis nötig, um Hinweise auf wirkmächtige Zusammenhänge ausserhalb des gerade behandelten Zeitrahmens.
Es ist nicht immer selbstverständlich, dass bei beiden Weltkriegen der Fokus auf die aussereuropäischen Schauplätze gerichtet wird und also die Perspektive verschoben werden muss. Gewiss, es gab beispielsweise den Krieg am Südrand des Mittelmeeres, aber auch im Irak und Syrien fanden Kampfhandlungen statt. Es gab des weiteren den Pazifikkrieg, doch auch im Inneren Chinas wurde auf eine selten grausame Art gekämpft. Und dies schon weit vor dem normalerweise angesetzten Beginn im September 1939. Es ist das Verdienst Beevors, auch Nischen auszuleuchten, die dem interessierten Laien bislang weniger bekannt waren. Der Autor zeigt die Wechselwirkungen der Ereignisse aufeinander, über den Globus hinweg; ein Weltkrieg eben.
Auch die handelnden Akteure nimmt er ins Visier. So räumt Beevor beispielsweise mit der Verklärung Rommels auf und stellt ihn als einen überehrgeizigen Hasardeur dar. Dabei beschränkt er sich seine Kritik nicht nur auf die Achse, sondern bezieht die alliierte Seite mit ein. Als Beispiel möge der selbstgefällig arrogante McArthur dienen. Die Führer trieben ihre Untergebenen in Erschöpfungszustände, so weit, bis auch deren Menschlichkeit ausgeschöpft war.
Dass der Krieg, wie auch hier nachzulesen ist, eine äusserst grausame Sache ist, wusste man spätestens seit dem Weltkrieg zuvor, doch nun kam die Dimension der vorsätzlichen und nach technischen Effizienzkriterien organisierten Vernichtung von Menschen bestimmter Völker oder Rassen hinzu, der Genozid, der Holocaust; die Evolution in ihrer fürchterlichen Ausprägung.
Nebenbei orientiert sich Beevor beispielsweise bezüglich des Krieges in Russland oft an den Aufzeichnungen von Wassili Grossman, einer unbestrittenen Referenzgrösse, um auch die Nahperspektive des geschundenen Individuums einzunehmen.

Wer sich also über den Zweiten Weltkrieg ein einigermassen umfassendes Bild machen will , sollte weder Kosten noch Aufwand scheuen, zu diesem sehr gut lesbaren Buch zu greifen. Das Ende der Geschichte ist längst nicht erreicht.
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TOP 1000 REZENSENTam 16. Oktober 2014
Mit umfangreichem Karten- und Bildmaterial ausgestattet, ist dieses Werk von Antony Beevor ein sehr imposantes Buch mit 974 Seiten. Es wird beschrieben, dass der Zweite Weltkrieg ein ganzes Knäuel von Konflikten umfasste, bei denen es sich um solche zwischen einzelnen Staaten handelte, die jedoch von der internationalen Auseinandersetzung zwischen Links und Rechts durchdrungen waren und in vielen Fällen sogar dominiert wurden. Hier werden einige Umstände näher beleuchtet, die zu diesem grausamsten und verherendsten Gemetzel seit Menschengedenken geführt haben. Ursachen, Ausbruch, Verlauf und Folgen werden in diesem Buch aufgezeigt und die Fotos halten die bewegenden historischen Momente fest. Diese Bilder erschüttern und sie machten Geschichte, dazu ist der Text des Autors historisch fundiert und er beleuchtet auf anschauliche Weise die dramatischen Ereignisse eines weltweiten Krieges. Außerdem erfährt man mehr über die politischen, gesellschaftlichen und militärischen Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs.
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am 25. November 2014
Das über 900 Seiten starke Buch von Anthony Beevor, liefert im Rahmen seiner Möglichkeiten einen umfassenden Überblick über den Verlauf, die Hintergründe und weltweiten Ereignisse, die sich zu einem 2. Weltkrieg ausgebreitet haben. Sicherlich lässt sich auf 900 Seiten nicht jedes Detail, nicht jeder Hintergrund, Vorgeschichte oder Nebenschauplatz ausreichend beleuchten - hier ist schlichtweg weitere Literatur notwendig. Anthony Beevor schafft es aber durch sein fundiertes Fachwissen einen funktionierenden Handlungsstrang zu entwickeln, der die globalen Schauplätze dieses Weltkrieges gut beleuchtet und gleichzeitig auch neue wissenschaftliche und zeitgemäße Erkenntnisse mit einfließen lässt, so dass der Leser durchaus noch "Neues" erfährt. Aufgelockert wird das Werk durch einige Bilderstrecken. Schwach sind die abgedruckten Karten der verschiedenen Feldzüge und Schauplätze, hier hätte ich mir für den "Laien" insgesamt eine bessere Beschreibung und Darstellung gewünscht.

Mein erstes Buch zum Zweiten Weltkrieg war eine dreibändige Edition aus der Feder von Janusz Piekalkiewicz - hält man nun Beevors Werk dagegen, liegen doch teilweise Welten dazwischen, vor allem was auch die kritische Beleuchtung der kriegsführenden Nationen in jener Zeit betrifft. Ich empfand das Werk von Beevor, mit seiner gelungenen Neutralität und Objektivität, sowie auch der guten Lesbarkeit - die einem auch schon in anderen Büchern von Beevor die Thematik besser näher gebracht hat - als durchaus eine Bereicherung und zum 75. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges daher mit genügend zeitlichen Abstand gesehen, als gelungene Überarbeitung des Themas - 5 Sterne.
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am 16. Dezember 2016
Beevor beschreibt fast ausschließlich die militärische Seite des 2. Weltkriegs. Wirtschaftliche und sogar rüstungstechnische Aspekte kommen bei ihm nur am Rande vor. Er wirft viel mit Zahlen um sich, die im Einzelfall durchaus zu bezweifeln sind, andre wichtige Zahlenangabe fehlen, z. B. wie viele US-Truppen auf den europäischen Kriegsschauplätzen insgesamt eingesetzt waren. Er neigt zu steilen Thesen, z.B. sei Stalin nur durch die amerikanische Atombombe 1945 von der Besetzung Westeuropas abgehalten worden. Dabei stützt er sich einzig und alleine auf die Memoiren Sergio Berijas, der dies von seinem Vater gehört hat (S. 871 f.). Wie viele Atombomben die USA aber 1945 insgesamt hatte verrät uns Beevor nicht.
Einzelne Details seiner Darstellung sind einfach falsch, z.B. dass Nordnorwegen im Frühjahr 1945 von norwegischen und sowjetischen Truppen befreit wurde und die Wehrmacht keine Truppen zu anderen Kriegsschauplätzen abgezogen hätte. Nordnorwegen wurde von der Wehrmacht Ende 1944 geräumt und zerstört ("Verbrannte Erde"). Die einheimischen Norweger wurden gezwungen mit in den Süden zu ziehen oder flohen ins Fjell. Ein Abzug von Truppen fand statt, wurde aber teilweise durch den norwegischen Widerstand gewaltsam verhindert.
Dann spekuliert Beevor, Tschiang Kai-shek hätte 1939 befürchtet, dass die Sowjetunion und Japan 1939 Pläne gehabt hätten China zu teilen und Mao hätte diese Aussicht begrüßt (S. 85). Für nichts davon führt er Belege an. Bei dem gespannten Verhältnis von Mao zu Stalin wäre das Letztere auch höchst unwahrscheinlich.
Viel Platz widmet Beevor überflüssigerweise den persönlichen Rivalitäten diverser Militärführer der Alliierten und anderen teilweise absurden Details. Dabei fragt man sich zu seinen Gunsten ob es nicht einfach Übersetzungsfehler sind ("14 italienische Prostituierte erbeutet - S. 185 -; japanische Soldaten seien "nach einer regelrechten Gehirnwäsche von dem Glauben durchdrungen, es gebe keinen größeren Ruhm, als für den Kaiser zu sterben" - S. 293 -; Heydrich "Soll laut Gerüchten mehr als eine Spur jüdischen Blutes (?) in sich gehabt haben" - S. 377 -; "Marineinfanteristen landeten bei Nacht im Stil Admiral Nelsons" (?) - S. 436 -; "Mountbatton blieb aber der grandios überschätzte Zerstörerkapitän, der er immer gewesen war" - S. 535 ).
Ein wahrhaft grandios überschätztes Buch.
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am 23. Oktober 2015
Dem Autor ist ein umfassender und sehr gut zu lesender Überblick über die Geschehnisse des 2. Weltkriegs gelungen. Er verknüpft sehr gut die politischen Entscheidungen mit dem militärischen Vorgehen auf allen Wesentlichen Schauplätzen. Besonders beachtenswert ist dabei, dass er nicht wie viele andere Darstellungen das menschliche Leid abstrahiert, sondern sehr intensiv darstellt. Sehr empfehlenswert!
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am 18. Dezember 2014
Beevor gibt einen ausgezeichneten Überblick sowohl über die globalen als auch die örtlichen Zusammenhänge des gesamten
Kriegsgeschehens. Hinzu kommen luzide Einblicke in Entscheidungen und quasi Psychogramme der führenden Personen.
Spachlich leicht verständlich, - wohl auch ein Verdienst des Übersetzers.
Für mich gibt dieses Buch den besten Über- und Durchblick des gesamten Geschehens, die ich bisher gelesen habe.
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am 10. Juli 2015
Wie alle Bücher von Antony Beevor... für interessierte ein muss. Obwohl es sonst so viel geschriebens gibt über den WW2
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am 5. Dezember 2014
Eins vorweg: Ich bin geschichtlich nicht grade bewandert. In der Schule nur bis zur Gründung der Weimarer Republik vorgedrungen, Geschichte war nicht mein Thema damals als Jugendliche. Daher hatte ich Nachholbedarf und habe ihn mit diesem Buch mehr als erwartet gefunden:
Ich bin schwer begeistert - weil rein geschichtlich interessiert - und habe endlich ein Buch gefunden, in dem all meine Wissenslücken geschlossen werden. Aber auch emotional am Abgrund. Ein Buch, für das ich mir Monate Zeit gebe, um es durch zu lesen. Ein Buch, in dem die Geschichte des 2. Weltkrieges "anschaulich" bis ins kleinste Detail recherchiert und mit dankenswerter Weise unfassbar vielen Quellenangaben untermauert im globalen Zusammenhang vermittelt wird (bitte wörtlich nehmen: die Geschichte aller Kontinente wird im historischen Zusammenhang erläutert!). Angefangen mit den globalen militärischen, aber auch wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen nach dem ersten Weltkrieg.
Ich habe die Nerven gefunden, in rund drei Wochen die ersten knapp 100 Seiten zu lesen. Aber Achtung: es ist schwere Kost und geht gehörig an die Nieren. Mit "anschaulich" meine ich einerseits, dass vor den einzelnen Kapiteln die Verläufe des Krieges mit Kartenmaterial unterlegt sind, welches einen beispielsweise durch Pfeilrichtungen der einfallenden Truppen in die Lage versetzt, dem anschließend beschriebenen Kriegsverlauf inhaltlich zu folgen. Aber "anschaulich" bedeutet auch, dass all die Kriegsgräuel ebenfalls genauso recherchiert und detailliert aufgeführt werden. Unter anderem sogar mit Protokollauszügen aus Sitzungen.
Damit ein zutiefst informierendes, aber emotional bis ins Abstoßende erschütterndes und schockierendes Werk. Hier kann niemand mehr weg sehen, denn das Buch stellt einfach die Historie mit Schwerpunkt auf der deutschen Geschichte dar. Kann ich nur jedem empfehlen, der wie ich über dieses schwärzeste deutsche Geschichtskapitel mitreden möchte und der die Wahrheitssuche nicht scheut. So erfährt man in Terra-X-Manier dezidiert, welche Kriegsverbrechen die Wehrmacht, die SS, SA sowie die gesamte implizierte Kriegsmaschinerie an der Zivilbevölkerung aller Nationen während der zweiten Weltkrieges verübt hat. Da es sich um eine Globaldarstellung handelt, erschließen sich Zusammenhänge aller in den zweiten Weltkrieg involvierten Mächte. Auch deren Kriegsverbrechen werden nicht außen vor gelassen.
Durch die Darstellung eines ausgewiesenen Fachexperten der Militärhistorie, der als britischer Autor auch eine unvoreingenomme und wohltuend externe Sichtweise sachlich und fachlich aufführt, erschließt sich der globale Zusammenhang für jeden, der sich über den zweiten Weltkrieg informieren möchte.
Noch abschließend in persönlicher Angelegenheit: sollte diese Rezession jemanden gefallen, der im braunen Gefilden im trüben fischt, so möchte ich mich hiervon ausdrücklich distanzieren! Im Gegenteil: nach dem Lesen des Buches sollte jedem sozial und damit normal Denken die Abkehr vom Faschimus und die Scham und der Ekel über die NS-Zeit in Fleisch & Blut über gegangen sein. Durch dieses Buch wird einem noch einmal mehr bewusst, wie unfassbar und unendlich groß unsere Schuld an dem Leid, welches wir in dieser Zeit über die Menschheit gebracht haben, auch heute noch ist. Allein nach dem Studium der ersten knapp 100 Seiten wird mir erneut bewußt, dass sie nie in Vergessenheit geraten darf. Auch wenn ich Monate brauchen werde, um das Gelesene zu verdauen. Bei jedem Kapitel leiste ich im Stillen Abbitte. Auch daher mein absoluter Kauftipp!
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