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Kundenrezensionen

3,3 von 5 Sternen
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3,3 von 5 Sternen
Der Ursprung der Schönheit: Darwins größtes Dilemma
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
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am 18. Juli 2013
Ich forsche auch selbst im Bereich der Empirschen Ästhetik, daher habe ich halbwegs einen Überblick über die aktuellen Richtungen innerhalb der Ästhetik. Gerade für den Empiriker ist auch die evolutionäre Perspektive von großem Interesse. Denn die Wirkungsweise von ästhetischen Erlebnissen (also das „Wie funktioniert es?“) ist kaum von der stammesgeschichtlichen Entwicklung zu trennen (also dem „Warum hat es sich entwickelt und warum ist es erhalten geblieben oder hat sich sogar verstärkt?).

Ein vollmundiger Titel wie „Der Ursprung der Schönheit“ müsste nun mindestens dies aufklären:
1. Was ist eine ästhetische Erfahrung eigentlich?
2. Wie funktioniert dieser Mechanismus genau? (Biologische und/oder neurologische Basis, mindestens aber die psycho-sozialen-motivationalen Regelkreise)
3. Ist folglich jede ästhetische Erfahrung mit Schönheit verknüpft? (Ist Schönheit eine notwendige Bedingung?)
4. Gibt es ästhetische Erfahrungen jenseits des Phänomens Schönheit? (Ist Schönheit eine hinreichende Bedingung?)
5. Aus evolutionärer Perspektive ist zudem zweierlei wichtig: Wie komplex muss ein Organismus sein, damit er eine ästhetische Erfahrung haben kann? Und wie komplex muss ein Organismus sein, damit er eine ästhetische Erfahrung bewusst erleben kann?

Leider wird Josef Reichholf in diesem Buch allen fünf Perspektiven nicht gerecht. Teils streift er die Fragen, teils berührt er diese aber auch gar nicht explizit. Das ist für einen Wissenschaftler zu wenig, für einen Evolutionsbiologen erst recht.

Was aber tut Josef Reichholf auf knapp 300 Seiten statt dessen? Er beschreibt seine eigene Begeisterung für die Verhaltensbiologie (die ich zwar nachvollziehen kann, aber nicht unter dieses Thema passt). Er erzählt viel von Tieren, wobei die Geschichten seltsamerweise oft so klingen als wäre das ganze Buch eine literarische Niederschrift der Tagträume/Nachtgedanken eines besinnlichen Jägers einsam auf seinem Hochsitz. Das ist zwar oft sehr detail- und kenntnisreich und kann durchaus eine ebenso entspannte Lektüre abgeben, wie es den Autor sicher beim Schreiben gefallen hat, seinen Erinnerungen nachzuhängen. Nur Wissenschaft ist das nicht. Diese kommt aber durchaus auch vor in diesem Buch, so ist es auch wieder nicht. Also nun zum tatsächlichen Schwerpunkt des Buches:

Ausführlich wird der Grund-Konflikt in der Theorie von Charles Darwin dargestellt: Wenn Evolution die Anpassung an eine ökologische Nische bedeutet, dann müsste diese Anpassung grundsätzlich ein Problem der effizienten Nutzung von Ressourcen sein. In diesem Fall dürfte es aber eigentlich keine Vergeudung von Ressourcen geben. Oder wenn doch, sollten solche „Experimente“ nach der Mutation sogleich der Selektion anheim gefallen sein - zu deutsch: diese Arten sollten ausgestorben sein. Aber es gibt sie, die Pfauen mit ihrem Prachtgefieder, die Hirsche mit ihrem unpraktischen Geweih, und viele andere aufwändig balzende Tiere. Warum setzt sich die sonst bodennah lebende Amsel auf den höchsten Baum oder aufs Dach, wo der Sperber (ihr natürlicher Haupt-Feind) sie am besten sehen kann, und warum macht sie da auch noch viel akustisches Aufsehen, damit der Fressfeind sie auch ja findet? Das erschein in höchsten Maße „unvernünftig“ im Lichte der Theorie von Darwin. Dies ist der Haupt-Konflikt, auf den der Untertitel des Buches auch anspielt. Und diese Frage wird tatsächlich ausführlich, kenntnisreich und klug behandelt. Ich habe es nicht als Zeitverschwendung erlebt, dieses Buch zu Ende zu lesen. Obwohl die Argumentation in deutlich gekürzter Fassung völlig ausgereicht hätte. Denn das Buch neigt an vielen Stellen zu Wiederholungen und zur Weitschweifigkeit.

In aller Kürze ist die Haupt-These des Buches, dass Hirschgeweih und Pfauenrad sowie entsprechende auffällige und aufwändige Verhaltensweisen (wie z.B. jene von Amselgesang bis zu höchst anstrengenden Balztänze von Birkhähnen etc.) eine wichtige biologische Funktion haben - und damit eben nicht unnütz sind, wie man früher dachte. Detailliert beschreibt und vergleicht Reichholf etwa den energetischen Stoffwechsel-Aufwand, den der weibliche Pfau oder die Hirschkuh in die Nachwuchs-Produktion steckt, mit jenem Aufwand, den der männliche Pfau oder der Hirsch in Prachtgefieder und Geweih steckt. Dabei tritt die durchaus spannende Sichtweise zutage, dass jene Männchen diesen Aufwand durch Gefiederwechsel („Mauser“) oder Geweih-Wechsel jährlich treiben müssen, um die Energie-Bilanz dem weiblichen Vorbild annähern zu können. Denn sonst müssten die Männchen und die Weibchen derselben Art jeweils einen völlig anderen Stoffwechsel haben! Und dies gelingt wohl der Evolution nicht ohne weiteres. Ein zusätzlicher Punkt ist die Betrachtung, die für mich ebenfalls neu war: Dass nämlich in Federn und Geweih bestimmte Stoffe aus der Nahrung quasi „entsorgt“ werden, die sonst für die Tiere problematisch würden (etwa Schwefel enthaltende Aminosäuren bei Vögeln; Seite 129). Das ist lesenswert, beantwortet aber die eingangs gestellten Fragen nicht. Darum empfinde ich den Untertitel als berechtigt, den eigentlich Buch-Titel aber als marketing-geleitete Mogelpackung (zumal wir über das letzte Kapitel „Der Mensch und das Schöne“ besser schweigen, das er zusammen mit Miki Sakamoto verfasste, und wo sie sich trotz gemeinsamer Anstrengungen über Gemeinplätze leider so gar nicht erheben).
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NR. 1 HALL OF FAMETOP 500 REZENSENTam 22. Mai 2011
Neugierige, die keine Zeit oder Lust haben, im Buch zu blättern, werden wahrscheinlich andere inhaltliche Schwerpunkte erwarten. Denn Titel und Klappentext deuten nicht unbedingt darauf hin, dass sich der Autor vor allem der Tierwelt im Allgemeinen und den Vögeln im Besonderen widmet. Auch wenn er den Menschen nicht ganz ausklammert, dauerte mir die Hinführung zum entsprechenden Kapitel zu lang. Erst im dritten Teil, der auf Seite 221 beginnt, geht es um die Schönheit in der Menschenwelt. Und was er und seine Frau Miki Sakamoto dann zu diesem Thema zu sagen haben, ist nicht so bahnbrechend, als dass sich der lange Anlauf lohnen würde.

Der Evolutionsbiologe und ehemalige Leiter der Wirbeltierabteilung an der Zoologischen Staatssammlung München, Josef H. Reichholf, hat ganz ohne Zweifel ein immenses Wissen. Ob das allerdings genügt, um ein übergeordnetes System zu entdecken, habe ich mich während der Lektüre zunehmend gefragt. Jedenfalls scheinen mir viele der vorgestellten Kriterien nicht so objektiv, wie Reichholf es darstellt. Oder dann muss man Schönheit tatsächlich auf die Eigenschaft reduzieren, sich aus einer Gruppe hervorzuheben. Nur lässt sich das bekanntlich auch durch andere Attribute oder durch Verhaltensmuster bewerkstelligen.
Schönheit sei kein Konstrukt, heißt es gleich im ersten Satz des Vorwortes. Auch wenn man kein radikaler Konstruktivist ist, wiegt eine solche Behauptung natürlich schwer. Zumal der Autor dann weiter unten gleich auf Sinnesleitungen von Lebewesen zu sprechen kommt, die im evolutionären Stammbauch vom Menschen weit entfernt sind. Ich meine, dass es nicht angeht, ein Buch über Schönheit zu schreiben, ohne den Begriff der Schönheit etwas genauer zu definieren als mit Gemeinplätzen wie: "Niemand wird ernstlich bezweifeln wollen, das Rad eines Pfauenhahns hätte nichts mit Schönheit zu tun, weil die Henne als Vogel kein Empfinden dafür haben kann."

Wenn Josef H. Reichholf gesteht, dass er die Bücher des Schweizer Biologen Adolf Portmann mit Begeisterung las, kann ich das gut verstehen. Denn als ich mich vor Jahrzehnten für den Schönheitsbegriff bei Goethe interessierte, habe ich die Schriften Portmanns ebenfalls verschlungen. Aber seit damals hat sich in der Wissenschaft doch so viel verändert, dass so persönlich gefärbte Hommagen an die Schönheit altertümlich wirken und wenig erklären.

"Die sexuelle Selektion" lautet die Überschrift des ersten Teils. Vom Inhalt werden vor allem Leser angetan sein, denen Verhaltensmuster von Vögeln, Hirschkühen, Pfauen und Stockenten am Herzen liegen. Von ihnen erwartet der Autor allerdings ebenfalls, dass sie den Transfer auf menschliche Gegebenheiten vorwiegend selber leisten. Mir gelang das wohl auch deshalb so schlecht, weil ich mich nicht so für Reichholfs Beschreibungen begeistern könnte, wie dies Anhängern von Konrad Lorenz gelingt. Und als ich im farbigen Bildteil auf die Venus von Botticelli und eine Aufnahme von Brigitte Bardot stieß, war der Faden schon so dünn, dass mich nur der Ausblick auf das Kapitel "Symmetrien und ihre Bedeutung" zum Weiterlesen motivieren konnte. Doch dort angelangt, musste ich leider feststellen, dass jedes Lehrbuch über Wahrnehmungspsychologie spannender zu lesen ist. Und mit Wissenschaftlichkeit haben Sätze wie "Weil wir überall Bilder sehen wollen, suchen wir sie in Wolkengebilden, in knorrigen Holz und verwittertem Gestein" auch nicht viel zu tun.

Mein Fazit: "Reichholf beginnt seine Spurensuche nach den Ursprüngen der Schönheit in der Tierwelt, klammert aber den Menschen keineswegs aus", heißt es im Klapptext. Das trifft zwar zu, weckte aber bei mir trotzdem die Erwartung, mehr darüber zu erfahren, warum Schönheit beim Menschen ein Wettbewerbsfaktor ist, welche überregionalen und überzeitlichen Elemente auszumachen sind, wie männliche und weibliche Sexualmuster Schönheitsbegriffe prägen und welche kulturellen Muster die Motive der Fortpflanzung überlagerten. Meine Bewertung ist also auch im Zusammenhang mit nicht erfüllten Erwartungen zu sehen, die Titel und Klappentext weckten.
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am 10. April 2011
Das Phänomen des Schönen festzumachen allein am geschlechtsspezifischen Aussehen und Verhalten von Lebewesen im Zusammenhang mit Darwins "Sexueller Selektion" stellt für mich eine nicht vertretbare Vereinfachung dar. Die etwa 300 Seiten des Buches dienen allein der Begründung, warum bei den Instinkt geleiteten Tieren, insbesondere den Vögeln, die Männchen das "Schöne Geschlecht" darstellen und bei den bewusst agierenden Menschen die Frauen diese Rolle übernehmen. Wie hätten unsere Vordenker in Sachen Ästhetik, der Philosoph Kant und der Dichter Schiller, über einen solchen Ansatz geurteilt? Eine rhetorische Frage!
Was ist nun der Ursprung der Schönheit? Warum gibt es sie? Wenn ich mich als Biologe auf die Spuren Darwins und seiner Interpreten begebe, komme ich meinerseits zu der Erkenntnis, dass sich das Schöne in unserer Stammesgeschichte als ein dem (Über)Leben dienender "Wegweiser" hin zum Nützlichen (nie Abträglichen!) bewährt hat. Natürlich gehört auch die Sexualität dazu, aber nicht mit einem Ursprungsanspruch, sondern allenfalls, wie auch hier mitunter geschehen, zur Veranschaulichung von Zusammenhängen.
Was für unsere Stammesgeschichte gilt, hat auch Gültigkeit für unsere Kulturgeschichte. Die Schönheit weist den Weg zum Guten und Wahren: der schöne gute Held, die schöne gesunde Kost, die schönen Sinn vermittelnden Künste, die schöne für den Menschen typische glücklich machende Liebe (Zusammengehörigkeitsgefühl, nicht Erotik bzw. "tierlicher" Sex!) und das schöne "Heureka!" der problemlösenden Wissenschaft. Die Inschrift am Dachfries der Alten Oper in Frankfurt, "Dem Wahren Schönen Guten", dokumentiert die Zusammmengehörigkeit dieser Begriffe.
Von alledem erfahren wir bei Reichholf wenig oder nichts! Ich hätte mir weniger Vogelbalz, -gefieder und -gezwitscher (über 100 Seiten lang!) gewünscht und mehr Bezugnahme auf das typische menschliche Schöne (nur 50 Seiten) und damit ein Mehr an Kongruenz von Titel und Inhalt des Buches.
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am 24. März 2013
Viele Monate stand das Buch bei mir im Regal, bis ich es nun mit auf eine lange Zugfahrt nahm. Ich hatte darauf verzichtet, das Buch bereits "anzulesen" weil es mir ein besonderes Kleinod auf dem Buchmarkt zu sein schien. Wer einem Buch über Evolution den Titel "Ursprung der Schönheit" gibt, traut sich viel und nach den positiven Besprechungen in den Medien erwartete ich, dass das Buch intellektuell anregende Reflexionen über den Zusammenhang zwischen biologischen Tatsachen, der philosophischen Disziplin Ästhetik und sozialwissenschaftlichen Analysen menschlichem Verhaltens zu bieten habe.

Nichts davon ist in diesem Buch zu finden. Stattdessen wird in einem erheblichen Teil des Buches nichts anderes getan, als das Gefieder von Vögeln beschrieben! Ohne jede Pointe oder Einsicht, die vermittelt würde. Nochmal: auf zig Seiten wird nichts anderes getan, als das Federkleid von Vögeln zu beschreiben. Ohne jede Analyse oder Reflexion! Es wird auch nicht erklärt, warum dies wichtig ist. Für die Autoren scheint das Geplauder über heimische Vogelarten Selbstzweck zu sein.

Über den Ursprung der Schönheit, wird in diesem Buch ebenfalls nichts erzählt. Im Gegenteil: Die Autoren erwähnen zwar, dass die Frage nach dem Zweck der sexuellen Selektion anhand ästhetischer Merkmale eine schwierige Frage sei, über die schon Darwin sich den Kopf zerbrochen habe. Diese sei aber so arg kompliziert und eh noch nicht gelöst, dass sie im Buch nicht weiter verfolgt wird. Sorry, aber genau diese Frage ist doch ein zentraler Punkt an der Sache!!! Wie kann ein Hochschulprofessor für Evolutionsbiologie sich derart die Blöße geben?

Über Schönheit wird sinngemäß(fast wörtlich)gesagt: "Man kann über sie streiten, sie subjektiv unterschiedlich bewerten, aber wenn sie gegeben ist, kann dies nicht geleugnet werden." Ähm, wie hilflos kann ein Autor im Umgang mit dem selbst gewählten Thema denn bitte noch sein?

Überhaupt fällt auf, dass die Autoren immer dann ausweichen, wenn es wirklich interessant werden könnte und oft auch die naheliegensten Schlüsse nicht ziehen, was ich mir nur dadurch erklären kann, dass diese als Biologen unfähig sind über den Tellerrand ihrer Disziplin zu blicken und sich deshalb viel lieber auf "sicherem" Terrain bewegen, nämlich dem Beschreiben von Tieren und deren Balzverhalten. Die Ableitungen, die daraus auf menschliches Verhalten gezogen werden, sind wahlweise an Banalität, Selbstverständlichkeit und Zweifelhaftigkeit nicht zu überbieten. Wie ernsthaft die Autoren ihre Tierbeschreibungen betreiben, bringt übrigens einen ordentlichen Schuss unfreiwillige Komik in die Sache.

Insgesamt ist das ganze Buch durch eine merkwürdige Belanglosigkeit geprägt, in der man sich oft nicht sicher ist, ob man sich in einen Heimat-/Naturroman (ohne Handlung) mit Jägerromantik verirrt hat.

Ohne Zweifel der größte Fehlkauf der letzten Jahre.

NICHT KAUFEN!
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am 7. Februar 2015
Warum machen sich Frauen schön? In diesem Buch erhält man die Antwort. Und nicht nur darauf. Der Autor erklärt auch, warum mit hohe Schuhe tragen, uns die Augen schminken und BHs tragen. Nicht nur für Naturfreaks, sondern für alle Interessierte an der Schönheit geeignet.
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Viel eigenes Grundwissen, ansprechende Darstellung. Das Thema wurde so noch nicht behandelt! Das die einzelnen Kapitel sehr unterschiedlich sind bleibt das bei Lesen immer spannend!
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