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am 30. Januar 2015
Zum 100. Jahrestag des Beginns des 1. Weltkriegs durfte sogar die Frage gestellt werden, ob damals die britische Kriegserklärung gegen das Deutsche Reich tatsächlich einer unausweichlichen politischen Notwendigkeit entsprungen ist oder - auf längere Sicht gesehen - eine Fehlentscheidung war. Tabuisiert war bisher auch die Frage, ob die Garantien, die 1939 Großbritannien Polen gegeben hatte, nicht zum Kriegsausbruch beigetragen haben. Und abermals folgte die britische Kriegserklärung an das Reich. Aber wäre es nicht für Großbritannien in seinem Eigeninteresse vernünftiger gewesen, 1940 oder 1941 Waffenstillstand zu schließen?

Es sind gerade britische Historiker, die gewagt haben, diese Fragen in den letzten Jahren aufzuwerfen und dabei die Rolle Winston Churchills zu hinterfragen. Zum Beispiel Niall Ferguson, siehe Der falsche Krieg: Der Erste Weltkrieg und das 20. Jahrhundert. Um ein deutsches Zeitalter in Europa zu verhindern, hat England zweimal mit Anspannung aller seiner Kräfte Krieg gegen das Reich geführt und gesiegt, dabei aber seine Weltgeltung an die Vereinigten Staaten von Amerika verloren, ohne die im Ersten Weltkrieg und wahrscheinlich auch im Zweiten an einen Sieg über das Reich nicht zu denken war.

Wenige Jahrzehnte später findet sich England in einer Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft wieder, in der das kriegsamputierte Deutschland die stärkste Wirtschaftsmacht verkörpert. Hätte man das nicht billiger und früher haben können und ohne millionenfaches Blutvergießen, einfach dadurch, indem England schon 1914 nicht mehr die Kontinentalpolitik der Napoleonischen Zeit des 19. Jahrhunderts im 20. Jahrhundert fortgesetzt hätte? Churchill waren solche Überlegungen fremd, und er verstand es als glänzender Redner, andere mitzureißen. Keiner ist mehr berufen als John Charmley, der die Biographie Churchills geschrieben hat, darzulegen, zu was für widersinnigen Ergebnissen diese Politik letztlich geführt hat. Der berühmte John Glubb, Verfasser des Essays über "The Fate of Empires and the Search for Survival", datiert die Dauer des Britischen Weltreiches von 1700-1950. Wenn man dieses Buch gelesen hat, weiß man: Churchill war der Totengräber des Empire, Roosevelt lieferte den Spaten..
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am 4. April 2013
"Antiamerikanisch ist die hier erzählte Geschichte nur inofern, als sie nicht mit der schönen Legende übereinstimmt, anhand deren den Briten beigebracht worden ist, sich nicht allzusehr zu grämen ob der Willfähigkeit, mit der verschiedene Regierungen britische Interessen immer wieder amerikanischen Wünschen untergeordnet haben. ... Es war alles sehr eigenartig. Die Briten hatten in zwei Weltkriegen gekämpft, um Deutschlands Herrschaft über Europa zu verhindern, und landeten am Ende doch in einem von Deutschland beherrschten Europa. Sie hatten gekämpft, um ihre Unabhängigkeit zu behalten, und sie dennoch verloren. Um mit dem großen Herzog von Wellington zu sprechen: "nur eine Niederlage ist schlimmer als ein solcher Sieg."" (S. 410)

Quellenbasiert und gut recherchiert weist der Verfasser Alternativen zu den seinerzeitigen strategischen Entscheidungen auf und belegt, dass der so hochgelobte Winston Churchill das Empire auf Sicht navigierte, keinen realisierbaren Plan über die Zerstörung Deutschlands hinaus hatte und US-Präsident Roosevelt auf den Leim gegangen ist sowie seinen beiden Nachfolgern. Auf den Leim sind auch die etablierten Historiker gegangen, als sie der Schilderungen in Churchills Memoiren folgten und kritiklos die Verwandlung eines Architekten der Appeasement-Politik von Jalta in einen Helden des Kalten Krieges in die Geschichtsbücher übernahmen. Die Enttarnung Allgemeingut gewordener Hypothesen der Nachkriegshistoriker sowie der Fokus auf bis dato wenig beachtete Handlungsstränge mit den dazugehörigen Analysen macht das Buch so lesenswert, siehe das obige Zitat aus dem Epilog.

Ich wünsche dem unkonventionellen Werk Charmleys größtmögliche Verbreitung.
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am 8. Februar 2011
Das Buch ist die Geschichte der Herrschaft des Winston Spencer Churchill als britischer Premierminister. Daran, so sollte man meinen, herrscht kein Mangel, doch das Besondere am Buch von Charmley ist es, dass es aus britischer Sicht, das Missverhältnis von Kriegführung und Kriegszielpolitik untersucht. Zudem wird das Verhältnis zwischen Großbritannien und den USA vertieft thematisiert.

Mit ersterem zu beginnen: Nach den Thesen von Charmley verfolgte der britische Kriegspremier das Ziel, das Deutsche Reich militärisch zu schlagen und zwar in einer Weise vernichtend, dass es sich hiervon nicht wieder erholen und somit nie wieder eine Bedrohung für Großbritannien werden könnte. Demgegenüber, so Charmley weiter, habe es dem britischen Premier an einer klaren Ausprägung einer Kriegszielpolitik gemangelt. Die gesamte Nachkriegsordnung sei auf die lange Bank geschoben worden, so dass sie schließlich und endlich von den US Amerikanern und der Sowjetunion Stalins allein bestimmt worden sei. Die britischen einstigen Weltmachtinteressen mussten sich dem unterordnen. Der Zerfall des Empires war die notwendige Folge.

Die zweite These des Autors betrifft das britisch-amerikanische Verhältnis und sie besagt, dass die von Churchill stets im Munde geführte Sonderbeziehung zwischen den beiden Staaten ein Phantom gewesen sei. Folgt man Churchill, so beruhte diese Sonderbeziehung auf sprachlicher und vermeintlich kultureller Übereinstimmung und angeblicher rassischer Überlegenheit. In der politischen Realität war die Beziehung, so Charmley, bestenfalls ein einseitiges Liebeswerben von der britischen Seite, das von Amerika nicht erwidert wurde. Großbritannien, noch von den an die USA zurückzuzahlenden Kriegskosten des Ersten Weltkriegs belastet, habe sich in einen Krieg gegen das Deutsche Reich gestürzt, der erneut schwerste materielle Opfer gefordert habe, die nur durch Kreditfinanzierung aus den USA zu bewältigen waren. Die britischen Hoffnungen, dass die USA sich solidarisch an diesen Kosten beteiligen würden, hätten sich nicht erfüllt, im Gegenteil, Großbritannien wurde während des Krieges gezwungen, die Haupteinnahmequellen aus den kolonialen Besitzungen auf Nimmerwiedersehen an die USA zu verpfänden. Auch aus diesem Grunde war der Zerfall des Empires nicht mehr zu bremsen.

Charmley erklärt die Beziehungen zwischen Großbritannien und den USA so, dass die auswärtige Politik beider Staaten, in unüberbrückbarem Gegensatz gestanden habe. Großbritannien habe nach Jahrhunderte altem Strickmustern die Welt in Einflussgebiete einteilen wollen, womit es sich partiell mit Stalin auf einer Ebene traf, während die USA dies aus langandauernder kolonialer Aversion abgelehnt habe, woraus die offene und verdeckte Unterstützung von nationalistischen Befreiungsbewegungen in aller Welt gefolgt sei. Hierdurch wurden die Kolonialreiche Frankreichs, Großbritanniens und der Niederlande in Asien und Afrika zerstört. Und so wurde Großbritanniens Abstieg von der Weltmacht zur Mittelmacht in Insellage am Nordostrand von Europa besiegelt, einem Europa, das zur Jahrtausendwende vom Wirtschaftskoloss Deutschland erneut dominiert wird.

Man muss die Thesen von Charmley nicht teilen, doch bedenkenswert sind sie schon. Sie setzen sich dezidiert in Widerspruch zu den gängigen Deutungen der Geschichte des Zweiten Weltkriegs, die darauf fußen, dass Großbritannien dem deutschen Tyrannen getrotzt und ihn so letztlich besiegt habe. Das war und ist in Großbritannien und in Deutschland für Jahrzehnte ein wohlfeiles Deutungsmuster, doch es stimmt in dieser Schärfe nicht. Nicht Großbritannien besiegte die Wehrmacht, sondern es war die Rote Armee, der in den kriegsentscheidenden Jahren 1941 bis 1943 dieses Verdienst zukommt, und man könnte hinzufügen, nur ihr kommt es zu.

Kritiker mögen zudem einwenden, dass das Ende des britischen Empires ohnedies auf der Agenda der Weltgeschichte gestanden habe. Das mag sein, beweisen kann es niemand. Doch steht fest, dass die Kriegsteilnahme und der Kriegsverlauf den Verfall der britischen Herrschaft in ein rasendes Tempo verwandelt haben. Die USA nahmen die freigeräumten Positionen ein, oder sie bildeten es sich zumindest ein. Am amerikanischen Wesen sollte fortan die Welt genesen. Manche Länder taten dies freiwillig, bei anderen wurde nicht nur mit Dollars, sondern auch mit Waffengewalt nachgeholfen. Die augenblickliche Lage im Nahen und Mittleren Osten lässt nicht erkennen, dass dieses Rezept besonders erfolgreich gewirkt hätte. Insofern ist nahezu hellsichtig, was Charmley über die in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Ägypten stattgefundene Wachablösung zwischen Großbritannien und den USA zu Papier gebracht hat.

Will man Kritik an dem Buch üben, so ist wohl am ersten angezeigt, darauf hinzuweisen, das der Autor nicht scharf genug herausarbeitet, wo denn nach seiner Auffassung die eigentlichen Entscheidungspunkte der britischen Politik gewesen sind. Mit anderen Worten: Wann und wie hätte ein verantwortungsvoller britischer Politiker eine andere Entscheidung, und wenn ja welche Entscheidung fällen müssen, und zu welchem Ergebnis hätte diese mutmaßlich geführt. Doch Geschichte ist keine Frage von Falsch und Richtig. Sie handelt lediglich von Wann und Warum. Wie gesagt, man muss die Thesen von Charmley nicht teilen, lesenswert sind sie allemal.
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am 12. November 2005
John Charmley ist Historiker und Dekan der Universität von East Anglia . Er ist ein ausgewiesener Kenner vor allem Churchills ,aber auch anderer konservativer Protagonisten der englischen Geschichte.In seinem Buch der Untergang des englischen Empires liefert er eine ausgezeichnete psychologische Charakteristik der
beiden Hauptprotagonisten des 2. Weltkrieges Churchill und Roosevelt.Churchill war ein Imperialist alter Schule , der an die ungebrochene Überlegenheit der englischen Rasse glaubte und die angelsächsische These der unverbrüchlichen Verbundenheit (special relationsship ) zwischen Großbritannien und den USA in die Welt brachte. In einer Unzahl von medialen Botschaften beschwor er Roosevelt an der Seite Großbritanniens in den Krieg gegen Deutschland einzutreten.Er übersah dabei die objektive divergierende Interessenlage , denn er glaubte Rossevelt sei ihm behiflich, das englische Imperium zu bewahren . Dabei war Roosevelt Antiimperialist , der nicht im Sinne hatte das englische Imperium zu retten . Paradoxerweise wollte er aber eine neue Weltordnung implementieren , die die amerikanische Vorherrschaft als Hegemonialmacht in der Welt etablieren sollte.
Er war bereit Großbritannien beinahe unbeschränkte Kriegskredite zu bewilligen , die er aber nachher mit Zins-und Zinseszins wieder erbarmungslos eintrieb und so dazu beitrug , daß Großbritannniens Devisenvorräte massiv schwanden und England letztendlich, nach dem gewonnenen Krieg seines Imperiums verlustig ging. Cahrmley macht nun Churchill genau dies zum Vorwurf , daß er in beinahe höriger Abhängigkeit an Roosevelt hing und nicht übersah welche Folgen der bedingungslose Verfolg seiner angelsächsischen These für das britische Imperium haben würde.
Er hätte erkennen müßen , daß große Staaten nur Interessen verfolgen und keine ewigen Freundschaften pflegen .Curchill war eben ein impulsiver Augenblicksmensch , der nicht wirklich an der Zukunft seiner Politik interessiert war , sondern beinahe ausschließlich nur an sein Kriegsvorhaben dachte.Man hatte in der Vergangenheit Churchill ungeheuer überschätzt , was nicht zuletzt auch seinem literarischen Genius zu verdanken war. Charmleys Buch macht Zusammenhänge deutlich , doch für zeitgenössische deutsche Leser ist manches zu detaillverliebt der britischen Geschichte gewidmet , was sich daher dem Verständnis verschließt.
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am 6. August 2011
Das Buch ist sehr spannend. Mir hätte es allerdings noch mehr Spaß gemacht, es zu lesen, wenn die Übersetzung ein wenig besser gewesen wäre. Sätze wie "Bis und sofern die Amerikaner nicht festgestellt hatten, die Sowjets seien vom letzteren zum ersteren übergegangen, würden die Briten bei ihrem Kampf um die Eindämmung der Russen auf sich gestellt bleiben." hätte man wirklich besser formulieren können. Man muss hier ja praktisch jeden dritten oder vierten Satz zweimal lesen. Auf die Dauer ist das ein wenig anstrengend.
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