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Kundenrezensionen

3,7 von 5 Sternen
19
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am 19. Juni 2017
Ford schreibt mit vielen kleinen und großen Rückblenden. Die Haupthandlung schleppt sich lange dahin, gerät öfter aus dem Blick, und erst im letzten Fünftel kommt überraschend Zug in die Geschichte. Der Ich-Erzähler betont immer wieder seine Vorliebe für blutarme Gegenden – er wohnt bewusst im sterilen New Jersey, zuletzt im flachen Florida, und schildert sich selbst als sehr uninteressant.

Zeitweise schreibt Ford (*1942) Gedankenströme nieder, dann folgen sehr präzise, beklemmende, oft leicht peinliche, unerwünschte Gespräche vor allem unter Männern. Der Ich-Erzähler betont ja selbst (S. 73 meiner engl. Bloomsbury-TB-Ausgabe):

I do not think… it's a good idea to want to know what people are thinking…

Obwohl Ich-Erzähler Frank Bascombe genau das tut: Er bringt über längere Strecken auch Gedanken und Assoziationen.

Der Ich-Erzähler sagt auch wörtlich zu einem quälend seelenentblößenden Gegenüber (S. 184, hier kursiviert wie im Roman):

I don't want to hear anything that'll embarass me, Walter. Not in *any* way.

Genau an solchen unerwünschten Begegnungen und Aussprachen scheint sich Richard Ford jedoch zu weiden, und er ist ein Meister dieser geschraubten Aussprachen.

Während die Dialoge überzeugen und beklemmen, wirken manche Wortwechsel zugleich etwas geschriftstellert, zu smart. Was mir noch auffällt, sind wiederholte Klischees über Südstaatler, Midwesterner und Afroamerikaner.

Die Geschichte beginnt sofort weinerlich: Morgens um 5 auf dem Friedhof trauert Bascombe um seinen toten Sohn und um seine geschiedene Ex-Frau, die zu ihm stößt. Tod und Scheidung ziehen sich dann etwas aufdringlich melodramatisch durch den Roman.

Verblüffend, dass Ford kurz darauf Erzählungen und einen Roman vorlegte, die im ländlichen Montana spielen und sich in Perspektive, Kulisse und Tonfall deutlich von der gesamten Bascombe-Reihe unterscheiden.

Links, Kritiken und eine Übersicht zur gesamten Bascombe-Serie i.m. Blog.
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Bekannter ist "Unabhängigkeitstag", ein zwar in sich abgeschlossener Roman, aber dennoch so etwas wie Teil 2 des "Sportreporters" Frank Bascombe. Hier begegnen wir den soeben geschiedenen Mann das erste Mal. Wieder stehen Feiertage vor der Tür, um die sich das ganze Buch zeitlich rankt: Ostern. Der Durchschnittsmensch Bascombe ist einmal mehr orientierungslos. Er will sich selbst davon überzeugen, dass er den Tod seines jüngsten Sohnes und die Trennung von seiner Frau, die er hartnäckig nur "X" nennt, überwunden hat und irgendwie schon weiterwursteln kann. Starke Frauen sind seine Krücken im Leben, er hat auch wieder eine zur Hand; aber da sie stark ist und weiß, was sie nicht will, funktioniert es nicht zwischen den beiden. Der Leser taucht in die Gedanken von Boscombe ein, der sein bisheriges Leben in vielen Rückblenden überdenkt. Da er viel über sich nachdenkt, kreist er auch nur um sich. Das hat Richard Ford gekonnt zu Papier gebracht. Es wird viele Männer geben, besonders geschiedene, die sich ein Stück weit mit Boscombe identifizieren können. Und einige Frauen, die nach der Lektüre besser verstehen werden, warum ihre Ehe gescheitert ist und warum sie sich künftig von bestimmten Männern fernhalten werden. Um Sport geht es in diesem Buch allerdings nur am Rande. Auch sein Sohn Paul, der in "Unabhängigkeitstag" eine gewichtige Rolle einnimmt, bleibt Randfigur.

In diesem Roman ist Boscombe älter, aber immer noch in einer "Orientierungsphase" und nach wie vor in Trauer um seine verlorene Familie. Seine ehemalige Frau, Ann, die endlich ihren Namen zurückbekommen hat und durch Heirat einen neuen dazu, hat sich endgültig von ihm gelöst. Der "Sportreporter" ist nun Grundstücksmakler und wieder hat er eine schwierige Beziehung am Laufen. Aber jetzt ist es Paul, der eventuell missratene Sohn, der seine ganze Aufmerksamkeit benötigt.

"Der Sportreporter" und "Unabhängigkeitstag", das Buch, dem größere Aufmerksamkeit zuteil wird, sind zwei völlig eigenständige Romane um einen innerlich zerrissenen Mann, der irgendwie sinnvoll überleben will und an das Glück schon lange nicht mehr glaubt. Die Freude an den beiden Geschichten ist aber größer, wenn man sie in der richtigen Reihenfolge liest.
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am 10. August 2009
Das ist sicherlich eines der besten Bücher, das ich jemals gelesen habe. Man lernt einen Menschen kennen, der sich über sein Leben Gedanken macht. Er hat nicht alles erreicht, was er wollte, aber er führt ein Leben, in welchem er zurecht kommt. Ihm sind schlimme bzw. unangenehme Dinge wiederfahren, aber er ist sich darüber im Klaren, daß eben das zum Leben gehört.
Dies ist ein Buch, für das man sich etwas Zeit nehmen sollte. Man erfährt einiges über Menschen im allgemeinen und Männer im besonderen. Wer also amerikanische Literatur mag, wird dieses Buch wahrscheinlich lieben. Lest es!!
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am 19. April 2014
Frank Bascombe lebt im New Jersey der 80er Jahre, ist Mitte 30, geschieden, Sportreporter. Er lebt ein eigentlich einfaches Leben, reist durchs Land, um Interviews mit Sportlern zu machen. Ab und an trifft er sich mit seiner Exfrau, die er X nennt – vermutlich weil ihm der richtige Name zu nahe ginge und er nichts wirklich an sich heran lässt.

Während Frank sein beschauliches Leben lebt, verliert er sich immer wieder in Gedanken und Erinnerungen. Er denkt über seine Kindheit nach, über seine Beziehungen, einzelne Erlebnisse, die ihn in der Vergangenheit prägten, über die Brüche in seinem Leben. Diese Brüche scheinen die Konstante in Franks Leben zu sein: der Verlust des Sohnes, der Ehefrau, der literarischen Ambitionen. Frank ist Mitglied im Club der geschiedenen Männer, obwohl er von sich behauptet, über seine Scheidung hinweg zu sein. Dieser eher oberflächliche Club besticht durch zwei Dinge: Seine Mitglieder haben alle Brüche im Leben erlebt, wie Frank selber und es sind die einzigen Menschen, zu denen er eine irgendwie geartete Beziehung hat, so oberflächlich sie auch sein mag.

Frank möchte ein neues Leben aufbauen, allerdings vermeidet er alles, was ihn wirklich aus der Vergangenheit lösen und in die Gegenwart eintauchen liesse. Und so zerbrechen auch seine Neuanfänge und er sucht weiter. Und glaubt weiter, dass er finden wird, was er sucht.

Der Sportreporter ist der erste Teil einer Trilogie (Teil zwei und drei sind Unabhängigkeitstag und Die Lage des Landes) um Frank Bascombe, einen durchschnittlichen Menschen, der sich selber zu erfinden versucht, sich dabei immer wieder auf starke Frauen stützt, die nie bleiben, der sein eigenes und das Scheitern Amerikas über Seiten hinweg reflektiert und den Leser auf diese Weise eintauchen lässt in seine Gedanken, seine Irrläufe, sein Leben.

Fazit:
Ein ruhiges Buch, ein Buch voller Erzählungen und mit wenig Erlebtem. Das Buch lässt einem Frank Bascombe ans Herz wachsen, indem es einen mit in die Tiefen seiner Gedanken mitnimmt. Empfehlenswert.
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VINE-PRODUKTTESTERam 6. September 2007
Nach der Lektüre von Richard Fords drittem Frank Bascombe Roman, "The Lay of the Land" (Die Lage des Landes), ein Monumentalwerk, dessen Witz, Tiefe und Schönheit in den ausufernden Details liegt, habe ich jetzt diesen ersten Teil der Bascombe Trilogie gelesen. Im dritten Teil, der 2000 spielt, kurz bevor Bush Präsident wird, ist Franky B. MItte 50 und leidet an Krebs (naja vielleihct nicht leidet, er redet jedenfalls darüber aber lebt damit), seine Ex-Frau macht ihm Avancen, seine Kinder sind inzwischen erwachsen leben und ihr eigenes, komisches Leben.

"The Sportswriter" ist der Anfang der Figur: irgendwann in den 80er Jahren: Frank ist Mitte 30, erst vor einer Weile geschieden worden, lebt allein im großen Haus in New Jersey arbeitet als Sportreporter, seine Kinder sind noch klein, er hat eine Geliebte und versucht sein Leben vor sich und dieser Frau zu rechtfertigen. Er zeigt uns kopfschüttelnd sein Amerika, sein Versagen und Erkennen. "So ist es, aber was solls?", scheint er zu sagen. Wir lernen, warum er seine Schrifstellerkarriere aufgab und was es heißt, das Gefühl nicht loszuwerden, dass das Leben doch jetzt irgendwann richtig anfangen muss und das Glück bestimmt bald um die Ecke kommt.

Die Figuren, die man sowohl im zweiten, wie im dritten Teil wiedertrifft, werden hier vorgestellt und wachsen einem ans Herz. Natürlch wird Frank die Frau nicht kriegen, um die sich all seine Gedanken drehen, das wissen wir Leser auch lange vor ihm. Natürlich wird Frank aber nicht aufgeben und in seinem Scheitern blitzt die Erkenntnis auf, wie sehr wir unser Leben selbst in der Hand haben - oder eben bloß glauben das zu tun. I love Frank!
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am 17. Mai 2004
Warnung für Ungeduldige vorweg: Für dieses Buch braucht man Zeit. Der mit dem Pulitzer-Preis (und auch das vorweg: zu Recht) ausgezeichnete Roman von John Ford beginnt langsam und verweilt zunächst sehr intensiv bei einigen wenigen Lebenstagen des Hauptdarstellers. Dieser, Sportreporter von Beruf, schildert dem Leser - zugegeben auch mit der latenten Gefahr der Langeweile - von seiner gescheiterten Ehe und seinem durch eine Krankheit zu Tode gekommenen Sohn. Das dauert Zeit. Ganz allmählich kommen andere große und kleine Tragödien zum Vorschein: der Verlust der Freundin, der Tod eines Bekannten. Wie eine wagnerische Opernouvertüre verdichtet sich von Seite zu Seite das Geschehen. Allerdings steuert die Handlung nicht auf einen Höhepunkt mit Pauken und Trompeten zu. Ganz bescheiden verbleibt der Roman ganz nah an seinem Titelhelden. Zum Ende hin - dies kann man als Makel bei einem ansonsten wunderbaren Buch werten - neigt der Autor leider doch dazu, die Ereignisse zu überspitzen und in rascher Abblende allerlei Entbehrliches geschwätzig vorzutragen. Wer aber zurück will in die große Ruhe des Erzählers, dem sei auf diesem Wege der Roman „Unabhängigkeitstag" des gleichen Autors - als Fortsetzung des hier besprochenen Buches konzipiert (dabei aber doch ganz eigenständig) - dringendst empfohlen.
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am 6. Januar 2000
Hemingway und Faulkner. Mit diesen beiden großen Erzählern wird Richard Ford immer wieder verglichen. Und gemeinsam Tobias Wolff und Raymond Carver gehört er gegenwärtig zu den erfolgreichsten amerikanischen Vertretern einer Stilform, die man als "realistisches Erzählen" bezeichnet. In Richard Fords Buch "Der Sportreporter" lernt man vor allem einen Menschen kennen, Frank Bascombe, der zwar das Talent des großen Schriftstellers gehabt hätte, aber lieber das sichere Einkommen als Sportreporter gewählt hat. An einem Wochenende ist er unterwegs zu einem Interview und auf der Fahrt dorthin beginnt er nachzudenken, sich rückzubesinnen. Der Tod seines Sohnes und die Trennung von seiner Frau haben ihn zum Einzelgänger gemacht, er ist unsicher und fühlt sich viel einsamer, als er sich einzugestehen bereit ist. Er versucht, sich seiner Gefühle klar zu werden. Ford erzählt großartig und plastisch und jeder Leser wird sich ein Stück weit wiedererkennen, sich Frank Bascombe an vielen Stellen verbunden fühlen. Es ist ein Roman entstanden, der ohne Action und Gewalt auskommt, der aber genau das ist, was im Film "großes Gefühlskino" wäre: die Identifikation mit der Hauptfigur. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Sich darauf einzulassen, wie sich der Durchschnittsamerikaner bemüht, das Beste aus seinem durchschnittlichen Leben zu machen, kann im Idealfall der Beginn einer großen Liebe sein, die ihre Fortsetzung im "Unabhängigkeitstag" und in der "Lage des Landes" finden wird und sollte. Ein würdiger, nachdenklicher, psychologisch exakter und fein beobachteter Einstieg in die nobelpreisverdächtige Trilogie eines literarischen Ausnahmetalents.
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am 8. Oktober 2009
Es ist ein Vergnügen, diesen etwas schrägen "Fast-Normalo" dabei zu begleiten, wie er versucht, sein Leben hinzukriegen. Irgendwo zwischen Scheitern und Durchkommen. Man wünscht ihm das Beste, so wie man es sich selber wünscht, und weiß doch, dass es hart wird, es zu erreichen - weil man sich selbst dabei im Wege steht.
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am 24. Oktober 2016
...stellvertretend für alle nachfolgenden Bücher mit "Frank Bascombe". Ich kenne keinen Schriftsteller wie Richard Ford, der Situationen, Personen, Umgebungen, Lebenslagen so treffend, präzise, humorvoll beschreiben kann. Ich lese seine Bücher jetzt zum 2., 3. Mal und bin immer noch begeistert.
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