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Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen
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am 19. Februar 2012
Schnell noch, bevor der neue Roman von Bernhard Kegel mit seinem Biologie-Professor Herrmann Pauli rauskommt, habe ich DER ROTE gelesen. Das Buch ist nicht nur für Biologen geeignet. Kegel erklärt die wissenschaftlichen Hintergründe in seinem fiktiven Roman sehr anschaulich und ohne allzu sehr ins Detail zu gehen. Vielmehr geht es ihm um ethische und moralische Gesichtspunkte der wissenschaftlichen Forschung. Wie weit darf der Mensch in die Natur eingreifen, um seine Kenntnisse zu gewinnen? Darf er Tiere töten oder zumindest dies in Kauf nehmen, um sie zu erforschen? Und gibt es in den Tiefen unserer Meere tatäschlich gigantische Kalmare?
Eine Umwälzung am Meeresboden bringt Lebewesen ans Tageslicht, die sonst weit unten im Meer leben und Herrmann, der zufällig vor Ort ist, wird schnell hineingezogen in eine Auseinandersetzung zwischen Meeresbiologen, Polizei, Presse und gewinnsüchtigen Forschern. Dennoch ist das Buch eher ruhig und hat eine relativ langsame Gangart. Zwischendurch passieren natürlich Dinge, die Spannung erzeugen, aber es ist kein reißerischer Thriller und das Tempo wird immer wieder gedrosselt. Dies ist wohl der Grund, warum viele das Buch gelangweilt aus der Hand gelegt haben.
Mich hat der sehr angenehme Schreibstil dennoch gefangen genommen. Herrmann wird gut und symphatisch gezeichnet und die Geschichte ist durchgängig für mich interessant genug gewesen am Ball zu bleiben. Konsequent wird auch auf einen lauten, bombastischen Schluss-Showdown verzichtet aber ein kleines Zuckerl am Ende hat mich doch ganz zufrieden gemacht. Werde sicher auch in den Neuen einen Blick werfen.
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am 9. Oktober 2007
Ich gebe zu, ich habe mich nie besonders um Kraken oder andere Tintenfische gekümmert, außer, dass ich sie mir gerne beim Griechen aus der Speisekarte wähle. Aber nach, ach was sage ich, schon während der Lektüre des "Roten" habe ich begonnen Fachbücher zu wälzen und im Internet zu recherchieren. Die lebendige Schilderung der seltsamen Geschöpfe in Bernhard Kegels "Der Rote" hatten meine Neugierde geweckt.

Natürlich geht es hier vordergründig nicht um Wissenschaft. Wie gesagt, es steht "Roman" drauf. Das ist listig, denn Bernhard Kegel weiß: "Seriöse Wissenschaft ist den Leuten zu anstrengend. Und zu langweilig. Sie wollen dieses dramatische Fressen- und Gefressenwerden ..." Und so entstand ein Roman, den man getrost als Wissenschaftsthriller bezeichnen kann.

*Authentisch*
Der deutsche Kalmarexperte Hermann Pauli versucht in Neuseeland seine familiären Probleme zu verarbeiten und wird mitten in ein Naturschauspiel gespült. Ein Erdrutsch verursacht einen mittleren Tsunami, der an Land schwemmt, was sonst in mehreren hundert Metern Tiefe im Meer lebt; in einer Tiefe, in der Pottwale jagen. Ein blutender junger Pottwal lässt ahnen, dass den Kalmarexperten noch einiges erwartet.

Die Romanfiguren sind erfreulich authentisch. Ihre Probleme, ihre Denke, ihre Begeisterungsfähigkeit und ihre Macken sind absolut glaubwürdig gezeichnet.

*Nachdenkenswert*
Einige Passagen regen zum Nachdenken an. Das, was die beiden Hauptprotagonisten am Schluss noch bewerkstelligen, unter Lebensgefahr, lässt die Frage diskutieren, die immer wieder auftaucht: War es das Risiko wert, angesichts eines doch fragwürdigen Nutzens? Oder das Problem, dass es kaum noch Biologen gibt, die unsere Artenvielfalt bestimmen können. Genau dies wäre aber wichtig, um die Ergebnisse der Molekularbiologie und der Evolutionsforschung in Einklang zu bringen zu können ("Systematiker wie John, die mit ihrer akribischen Arbeit die Grundlage für die gesamte Biologie schufen, würden bald wegrationalisiert werden. ... Was sie tun, gilt als altmodisch.")

*Das Beutetier: der Leser*
Ob nun ein kleiner Pottwal einen Riesenkalmar fängt, oder eher der Riesenkalmar einen Pottwal, bleibt offen. Klar ist hier nur, dass das Buch den Leser mit seinen Tentakeln erfasst und mit den Saugnäpfen starker Arme anzieht, aus denen es kein Entrinnen gibt.

Die Leser sind hier aber auch noch auf andere Weise "Opfer". Ähnlich wie es Frank Schätzing mit "Der Schwarm" gelang, so gelingt es auch Bernhard Kegel, den Lesern so ganz nebenbei eine Menge über das Leben unter Wasser beizubringen. Und wer die eindrucksvolle Beschreibung der pulsierenden Farbänderungen von Tintenfischen und ihrer erstaunlichen Verhaltensweisen nicht glaubt, der mag bei YouTube Videoclips nach "Octopus" durchsuchen: Kurzfilme von schnellen Farbänderungen, von cleveren Kalmaren, die an ihr Futter kommen, indem sie verschlossene Gefäße öffnen, durch engste Röhren fließen ... eine phantastische Welt. Oder sehen was passiert, wenn ein großer Kalmar einen etwa gleich großen Hai trifft!

*Das Buch: Eine Liebeserklärung*
Vielleicht bin ich ja berufsgeschädigt, da ich Biowissenschaften als solche schon packend finde (auch ohne Thriller). Aber es stimmt schon, für nicht-wissenschaftlich orientierte Zeitgenossen ist Wissenschaftliches oft nur spannend, wenn es riesengroß oder dramatisch ist. Fressen und Gefressen werden. Aber viele Wege führen zu einem Verständnis unserer Welt.

"Der Rote" ist Bernhard Kegels Liebeserklärung an das Leben im Meer. Ein Buch für Meeres-Begeisterte und für solche, die noch gar nicht wissen, was sie alles versäumen.
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am 13. März 2010
Der wissenschaftliche Roman ist anfangs ähnlich aufgebaut wie Schätzings "Der Schwarm". Ein am Leben verzweifelter deutscher Zoologe, eine Gruppe Walforscher auf ihrem Schiff und ein weiterer neuseeländischer Zoologe erleben das Seebeben und seine Folgen erstmal unabhängig voneinander. Dabei lernt man die einzelnen Protas besser kennen, ihre Wünsche und Hoffnungen, ihre Vergangenheit.
Etwa auf der Hälfte des Buches treffen alle bei der Untersuchung der im Klappentext beschriebenen Anomalien zusammen.
Zuerst ist es nur ein Strand voller Tiefsee-Kalmare aller bekannten und unbekannten Arten, dann ein gestrandeter Wal mit üblen Verletzungen. Und schließlich kommt etwas an die Oberfläche und greift scheinbar Taucher und Schiffe an, das so noch nie gesehen wurde: ein gigantischer Riesenkalmar.
Während ein Teil der Forscher, darunter auch Pauli, versuchen, das Tier zu retten, bläst der Rest der Umwelt zur Jagd auf das "Monster aus der Tiefe".

Was wie eine Mischung aus "Der Schwarm" und "Der weiße Hai" klingt, ist wesentlich normaler und äußerst realistisch und glaubwürdig. Sowohl die Protagonisten als auch die Story selbst sind wie aus dem Leben gegriffen.
Der Klappentext hat in mir eine Erwartung geweckt, die so nicht erfüllt wurde. Da ist nix mit Action, mit Überhelden, mit gruseligen Monstern aus der Tiefe.
Dafür unterhaltsam geschilderte Biologie, sympathische Figuren und ein Appell an den Arten- und Umweltschutz.
Wer nun glaubt, das Buch müsste schrecklich moralisch und langweilig sein, der irrt allerdings. Kegel schreibt so gut, dass ich mich abendweise nicht von dem Roman trennen konnte. Und gegen Ende kommt dann auch noch einige Dramatik auf - aber auch die in sehr glaubwürdigem Rahmen.
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am 28. Januar 2010
Es ist ein Jammer. Das eigentlich interessante und unverbrauchte Thema wird so lebendig und frisch erzählt wie ein vor drei Tagen angeschwemmter, von der Sonne getrockneter Kalmar am Strand des Dr. Pauli.

Im Grunde fehlt es dem Roman an drei für einen Spannungsroman elementaren Dingen:
1. Interessanten Figuren
2. Einem Spannungsbogen
3. Erzählerischem Witz

zu 1.
Die Hauptfigur ist ein eher nörgeliger deutscher Professor in der späten Mid-Life-Crisis. Nun kann man auch Miesepeter symphatisch, skurril oder wenigstens als "Original" charakterisieren, um sie dem Leser nahezubringen. Hermann Pauli bleibt ein nörgeliger deutscher Professor in der späten Mid-Life-Crisis, dessen Selbstzweifel gefühlte 30% des Buches ausmachen und die so staublangweilig runtererzählt sind, dass man lieber nichts mehr davon wissen will.
Dazu gibt es Stereotypen von der Stange: Eine idealistische walforschende Studentin, deren bemerkenswerteste und auch einzige individuelle Charakterisierung ist, dass sie schon Mitte Dreissig ist. Ansonsten hat auch sie Selbstzweifel... und das war es auch schon. Es gibt noch ein paar andere Walforscher - irgendwo zwischen Greenpeace und Studentenhilfswerk - über die man kaum etwas erfährt. Die Gegenspieler sind ein gelegentlich auftauchender "böser" Bürgermeister, der sich natürlich nur um die Stadteinnahmen sorgt und ein ebenfalls deutscher Karrierewissenschaftler. Auch hier bewegt sich die Charaktertiefe auf Abziehbildniveau.

zu 2.
Der Roman fängt eigentlich routiniert an: In den Alltag bricht die Katastrophe... und das war es auch schon mit Erzähltempo und unerwarteten Storywendungen. Unfassbar lange verharrt der Autor bei Hermann Pauli, dessen (wie gesagt staubtrocken erzählten) innerer Krisenbewältigung und guckt ihm beim Auflesen von toten Kalmaren am Strand zu. Den Walforschern sind die Wale abgehauen (die Tiere spielen dann auch keine Rolle mehr) und "Der Rote" guckt ab und zu mal unspektakulär aus den Wellen oder dümpelt in einer Bucht herum.
Die Jagd nach dem Tier wird gar nicht erst erzählt (statt dessen darf der alte Prof mit der mitteljungen Studentin in die Kiste - was auch wirkt wie mit der Brechstange in den Plot gebrochen) und es ist eigentlich unverzeihlich, dass nicht einmal die beiden Gegenpole der Wissenschaft, Pauli und Degenhart, zu echten Gegenspielern aufgebaut werden. Wortgefechte? Gegenseitiges Austricksen und Intrigen? Das Entwickeln einer sich steigernden (feindlichen) Beziehung? Fehlanzeige...

zu 3.
Das kann man kurz machen: Erzählerischen Witz gibt es nicht. Weder Wortwitz noch überraschende Ideen. Von Dramatik fehlt dem Autor jede Vorstellung. Man quält sich so durch die Seiten und wird von der Geschichte nie gepackt. 30 Seiten am Stück gelesen - dann hat man entweder Bettschwere oder erhebt sich aus dem Sessel um lieber den Geschirrspüler auszuräumen. Selbst die Charaktere dozieren in gleichen Sprachstil, ein weiterer Punkt, der verhindert dass sie zu Originalen werden.

Fazit: Die zwei Sterne gibt es für die unverbrauchte Idee und sachliche Qualität der Fakten. Der Roman selbst ist so mitreissend wie eine morgendliche Uni-Vorlesung eines älteren Professors, der eigentlich auch lieber im Bett geblieben wäre.
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am 13. August 2015
Der Hintergrund und die frische, unverbrauchte Geschichte sind das spannende an diesem Thriller. Die Geschichte an sich hat mir supergut gefallen. Allerdings wäre weniger durchaus mehr gewesen. Das Ganze etwas kürzer, knackiger und die Konflikte mehr hervorgehoben, dann hätte sich die Geschichte fesselnder gestaltet und die Probleme, die wichtig sind, auch mehr hervorgehoben. So zieht es sich doch stellenweise über lange Strecken mit dem (sicher gewollt, aber auch so langweilig wirkenden) Professor, von dem ich mir gewünscht hätte, er würde es mir nicht so schwer machen, die Geschichte zu lesen.
Dennoch lohnt es sich für den Plot an sich, das Buch zu lesen, denn das Thema ist brisanter denn je!
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am 9. Januar 2009
Gleich zu Beginn: Ich habe dieses Buch maßgeblich gekauft wg. des Pressesprüchleins der Welt auf der Buchrückseite, das uns Bernhard Kegel als den "deutschen Michael Crichton" verkaufen will.
Bittere Erkenntnis nach der Lektüre: Dieser Kommentar stammt entweder von jemandem, der noch nie Crichton gelesen hat, oder er ist schlicht gekauft!
Denn selbst wer "Der Rote" unterhaltsam findet (was ich nicht tue), wird kaum in Abrede stellen können, dass Kegels Roman sich in alle relevanten Punkten (Stil, Struktur, Dialogregie, Tempo, Art und Weise der Faktenimplementierung) radikal von sämtlichen Romanen Crichtons, des Großmeisters des Science-Thrillers, aber auch von fast allen anderen erfolgreichen (und gut gemachten) Wissenschaftsthrillern unterscheidet - und das leider nicht auf positive Weise!

Zunächst einmal ist Kegels Stil dazu viel zu behäbig, er hält sich viel zu lange mit Dingen auf, die für diese Art von Romanen einfach nicht relevant sind (z.B. die endlose, schrecklich hölzerne und unemotionale Charakterisierung der Hauptfigur Hermann Pauli), ist über weite Strecken zu deskriptiv, wo eigentlich etwas passieren sollte. In z.T. endlos langen Kapiteln mit viel zu wenig Dialogen (letztere noch dazu ausnehmend steif - ich habe lange keinen 500-Seiter mehr ohne den geringsten Anflug von Humor oder Wortwitz gelesen!) schleppt sich das Buch dahin. Nochmals träger wird der ganze Brei durch die unselige Eigenart des Autors, selbst in den Passagen, wo (endlich mal) etwas passiert, immer wieder Seiten mit absurd irrelevantem, thematisch weitläufig benachbartem Fachwissen zu verplempern ("wie paart sich Fisch XY?", etc.) oder Handlungssegmente zu installieren, die mit der eigentlichen Romanhandlung nichts zu tun haben (z.B. als Raymond Holmes den übergroßen Oktopus fängt, was später nie mehr erwähnt wird). Man hat quasi nie das Gefühl, dass es "abgeht", andauernd gibt es biologische oder geologische Exkurse über Dinge, zu denen der Autor seine vorangegangenen Recherchen unbedingt auch noch einbringen wollte. Das ist im ersten Drittel eines Science-Thrillers okay, als Skelett sozusagen - aber irgendwann muss doch auch mal "Fleisch" kommen! Finde ich.

Ließe sich über all das noch wohlwollend hinwegsehen (gerade in Anbetracht des m.E. sehr interessanten Grundthemas, das Kegel gewählt hat), macht eine stilistische Marotte des Autors das Buch in meinen Augen jedoch nachgerade unlesbar. Ich rede nicht von Kegels Unfähigkeit, Dinge, die sich vor der erzählten Handlung des Buchs zugetragen haben, grammatisch korrekt im Plusquamperfekt wiederzugeben (das kann kaum ein Deutscher, allen voran neuzeitliche Übersetzer). Nein, ich rede von der unsäglichen Frechheit, sämtliche fachlichen Fakten im Präsens abzufrühstücken!
Ganz egal, wessen Gedankengängen oder Erfahrungen die (minutiöse recherchierten, peinlich korrekten) Infos gerade entspringen - sie werden nicht im Erzähltempus präsentiert, wo sie als von Figuren "gedachte" Inhalte hingehören, sondern in der Gegenwartsform! Das habe ich, mit Verlaub, noch nie erlebt. Der fiese Effekt ist, dass die (durchaus interessanten) Fakten nachhaltig der Erzählebene entrückt werden (u.a. bleiben die Figuren merkwürdig blass - sie denken ja nie, es ist immer Autor Kegel, der gerade das Balzverhalten von Pottwalen oder die Entstehung eines Tsunamis referiert); man hat das Gefühl, ein Buch mit getrenntem Sach- und Storyteil zu lesen. Ich für meinen Teil möchte das nicht, wenn ich einen Roman kaufe!

Auch das "Finale" kommt sonderbar undramatisch daher, Spannung oder gar Mitfiebern um die Charaktere kommt nicht auf. Und der schlussendliche Rausschmeißer, dass der Riesenkalmar, den die Hauptfiguren mit Blut und Schweiß aus einem Fangnetz befreien, ein paar Tage später tot im Wasser treibt, ist - ebenso wie die peinlich aus dem Hut gezauberte, gerade mal zwei Seiten lange Erklärung für dessen Riesenwachstum - wirkt unausgegoren, als wäre sich der Autor der Mechanismen der Literaturgattung, in der er schreibt, überhaupt nicht klar.

Fazit: Mit viel gutem Willen 2 Punkte und eine Empfehlung an den Autor, vor dem nächsten Werk einen Kurs in kreativem (belletristischem) Schreiben zu belegen.

PS: Eine Absurdität zum Schluss: Bei Kegel ist "der Böse" ein Kryptozoologe - einer jener bemitleidenswerten Pariahs der Wissenschaftswelt, die heute ohnehin immer der obligatorische Verlierer sind, was Akzeptanz und öffentliche Unterstützung angeht. Ich persönlich, der ich die Arbeit dieser Leute für ebenso wichtig wie interessant halte, finde das beinahe so daneben, wie Witze auf Kosten eines behinderten Kindes zu machen, sorry!
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am 31. August 2012
Der Roman ist aufgebaut wie ein Krimi. Leider kennt man den Übeltäter schon bevor man das Buch überhaupt nur aufgeschlagen hat. Auf dem Cover kringelt sich eine rote, bizarre Krake und der Titel "Der Rote" ist dementsprechend verräterisch. Was nützt es da, wenn ein geheimnisvolles und unerklärliches Phänomen nach dem anderen dramatisch geschildert wird, wie z. B. die ungewöhnlichen Schnitt- oder Bissverletzungen an Walen, wenn jeder weiß, dass letzten Endes "der Rote" dahinter stecken muss? Der Titel verrät den Inhalt und damit entfällt die Spannung, ein Kriterium, das den Leser normalerweise motiviert, eine quantitativ umfangreiche Story über mehr als 500 Seiten zu verfolgen. So fühlte ich mich über weite Strecken an das offensichtliche Vorbild "Der Schwarm" von Frank Schätzing erinnert. Mit dem Unterschied, dass dort die Handlung die Neugier auf das "Ende" bis zur (fast) letzten Seite wach hält. M. E. gibt es bei Bernhard Kegels "Der Rote" nur eine spannende Szene gegen Ende, als der Rote von den Protagonisten in einer nächtlichen Tauchaktion aus dem Netz einer konkurrierenden Wissenschaftlercrew befreit wird.
Der Zugewinn an wissenschaftlichen Erkenntnissen bezüglich der Gattung der Kalmare ist bescheiden und mit einem Aufruf bei Wikipedia leicht zu übertreffen und last but not least ist die Rahmenhandlung wenig originell. Eine junge Wissenschaftlerin und ein frustrierter alternder Professor finden sich und wen wundert es, die obligaten Widersacher irren sich oder ziehen im Wettlauf um den wissenschaftlichen und publizistischen Erfolg den Kürzeren. Alles ist vorhersehbar vielleicht auch, dass diesem Buch ggf. ein nur bescheidener Erfolg beschieden sein wird?
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am 29. September 2007
Natürlich kommt, was kommen muss: Das Buch wird mit Frank Schätzings "Der Schwarm" verglichen und B. Kegel wird "Trittbrettfahrerei" etc. vorgeworfen. Leider wird die Ungerechtigkeit dieses Anwurfes nur jenen vor Augen geführt, die sich die Mühe machen, das Buch "Der Rote" auch wirklich zu lesen.Kegel schreibt völlig eigenständig, hat längst seinen wissenschaftlich populären Stil im positivsten aller Sinne gefunden und unterhält zusätzlich mit geschmeidiger Sachkundigkeit.Ich habe, bis auf "Wenzels Pilz" alle seiner Bücher ausgesprochen genossen und kann somit auch dieses uneingeschränkt empfehlen.
Am oben genannten Vergleich sind allerdings Ulli Wickert und der Mare-Verlag nicht so ganz unschuldig. Es passt wohl ins verlegerische Kalkül. Dem Lesevergnügen tut das aber keinen Abbruch. ich freue mich jedenfalls auf das nächste Buch von Bernhard Kegel.
Jens Rusch / Brunsbüttel
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am 9. November 2014
es gibt außer Schätzing und Eschbach auch noch andere sehr lesenswerte SF Autoren: Kegel gehört sicher dazu, sowohl seinen Erstling "Wenzels Pilz" als auch dieses Buch und den Nachfolger "ein tiefer Fall" fand ich lesenswert und spannend.
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am 24. August 2015
Bernhard Kegel liefert mit "Der Rote" weniger einen Ökothriller als vielmehr ein Werk, welches mit wissenschaftlichen Details und einer großen erzählerischen Qualität gespickt ist. Der Meeresbiologe Hermann Pauli entspricht weniger dem stereotypischen Held eines Michael Crichton Romans. Nach einem Seebeben in Neuseeland entdeckt der deutsche Biologe einen roten Riesenkalmar. Die Sensation ist groß und schon jagen skrupellose Unternehmer diese Anomalie der Tiefe, um aus seinem Erscheinen Profit zu schlagen. Pauli stellt sich gegen die Ausbeutung dieses Wesens. Ihn fasziniert das Tier sowohl als Wissenschaftler als auch als Tierliebhaber. Obwohl er mehr über den Riesenkalmar erfahren möchte, wünscht er sich gleichzeitig, dass das Tier um seiner selbst Willen schnell wieder in der Tiefe verschwindet.
Ein absolut lesenswertes Buch, in dem vielmehr steckt als ein bloßer Monsterthriller und zum Nachdenken über die Umwelt und ihre Lebewesen einlädt.
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