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am 10. Juli 2017
Die Reihe ist lesenswert, eine Rechtschreibung der frühen 19-hunderter Jahre macht das Lesen allerdings mühseliger, als notwendig, zumal bei einem digitalen Buch. Wer liest schon gern so Wörter wie "gethan", "deßhalb" und "concentriren"...
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am 25. September 2017
Ich hatte gedacht ich würde Bücher kaufen. war aber nicht so. Ich mit dieser Ware nichts anfangen, daher ist mir eine Beurteilung nicht möglich. Rückabwicklung für mich zu umständlich.
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am 30. Januar 2012
Bei den Rezensionen wäre es hilfreich Reiter zu haben wo man zwischen Hörbüchern, Video und gedrucktem Buch (oder Kindle Buch) unterscheiden kann. Wenn mich eine Rezension für die Kindle Version interessiert, möchte ich nicht unzählige Artikel über Hörbücher lesen. Egal ob sie gut oder nicht gut bewertet sind. Das wäre eine grundsätzliche Verbesserung bei den Rezensionen.

lg Andreas
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am 11. September 2007
Es ist unglaublich, was der WDR für dieses Hörspiel aufgeboten hat, wirklich alles was in Deutschlang Rang und Namen hat (über 140 Sprecher), spricht eine mehr oder minder große Rolle in dieser tollen Produktion. Um einige Namen zu nennen: Sylvester Groth als Kara Ben Nemsi und Mattias Koeberlin als Hadschi Halef Omar, sowie Rufis Beck, Reiner Schöne, Ernst Jacobi, Dietmar Mues, Horst Bollmann, Richy Müller, Matthias Habich und eben viele viele mehr. Zu den CDs gibt es ein Begleitbuch (61 Seiten), in welchem die Beteiligten vorgestellt werden. Aus diesem stammt der Hinweis, der Vorbereitungszeit von 2 Jahren und davon 8 Monate reine Aufnahme.

Die Liebe die Walter Adler in das Projekt gesteckt hat, erleben Sie in jeder Hörminute. Die ersten sechs Bände von Karl May, die sogenannten Orientbände, werden sehr werkgetreu (trotz einiger Kürzungen) wiedergegeben. Was mich, der mit den Romanen von Karl May groß geworden ist, am meisten fasziniert ist, dass nicht in einer Minuten versucht wird die Romanvorlage ins Lächerliche zu ziehen. Das der Humor dabei nicht zu kurz kommt, können sich alle Kenner der Materie vorstellen.

Viel Geld für ein Hörspiel über 12 CDs, aber es lohnt sich auf jeden Fall, denn 660 unterhaltsame Minuten warten auf Sie. Ich gebe 5 Sterne für ein weiters Hörspielhighlight vom WDR.
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am 13. Februar 2014
Ich habe mich sehr darauf gefreut mit Kara Ben Nemsi den Orient zu bereisen. Mir ist die Hörbuch-Reise nicht zum Abenteuer, nein, eher zur Mühsal geworden. Von der ersten Minute an Hintergrundgeräusche und multiple Texte. Ständiges Hufgetrappel und Klänge die nicht Atmosphäre schaffen, sondern störend sind. Nicht grundlos wird in Bibliotheken geflüstert und keine Pferderennen veranstaltet. Gut, es ist ein Hörspiel, kein Hörbuch. Trotzdem, das ständige ineinandergequatsche hat mir nicht gefallen. Und Kara Ben Nemsi mit ständig pastoraler Stimme.... ich weiß nicht ob das so von May geplant war. Findet raus, ob ihr es mögt, mein Fall ist diese Umsetzung nicht.
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am 29. Januar 2008
Um es gleich vorweg zu sagen: Der Orientzyklus ist eine durch und durch gelungene Umsetzung der Karl May-Vorlagen. Obgleich zwölf CDs sicher nicht wenig sind, waren Kürzungen unvermeidlich. Gleichwohl hat das Hörspiel dadurch gewonnen. Denn die vielen Wiederholungen und Längen in den Karl May-Originalen wurden dadurch vermieden und die Hörspielfassung wirkt aus einem Guß. Besonders positiv fällt auf, dass die May-typische Sprache erhalten geblieben ist. Keine Anpassungen und modernen Kompromisse, sondern die etwas holprige, manchmal verschwurbelte, aber eben doch typische Sprache wurde glänzend umgesetzt. Die Hörspielfassung zeichnet sich auch dadurch aus, dass die Charaktere ernst genommen werden. Weder rutscht das Hörspiel in übertriebenen Pathos noch versinken die Figuren in Lächerlichkeit oder Ironie. Und um noch weiter zu loben: Die ganze Atmosphäre wirkt stimmig, Geräusche, Musik, Sprecher sind sehr sorgfältig aufeinander abgestimmt und das Zuhören macht einfach Spaß. Kurzum: Trotz des hohen Preises lohnt sich die Anschaffung auf jeden Fall!
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am 5. Juni 2010
Ich kann mich der Rezension von Stefan Loeser nur anschließen. Der Orientzyklus des WDR war für mich eine große Enttäuschung. Die Dialoge wirken alle überhastet (erinnerte mich an die Gilmore Girls), es fällt sehr schwer in die Handlung einzutauchen. Ein wirkliches Ärgernis ist die Soundkulisse, die mehr oder weniger (un)passend ständig die Dialoge überstrahlt und von der Handlung mehr ablenkt, als sie zu unterstützen. Ich habe nach der 2.CD das Handtuch geschmissen und höre, wenn ich Karl May hören möchte, lieber die alten Europa-Produktionen oder die Lesungen.
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TOP 1000 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 15. Juli 2016
Erster Eindruck: Gelungene Hörspielfassung des Klassikers

Gemeinsam mit seinem Führer Hadschi Halef Omar bereits der junge Deutsche Kara Ben Nemsi die Wüste Tunesiens, wo sie die Leiche einer wohlhabenden Kaufmannsgattin finden. Sie nehmen die Spur der Mörder auf und begeben sich dabei in ein gefährliches Abenteuer – nicht ihr letztes, denn Kar Ben Nemsi bereits große Teile des Orients und stößt dabei auf immer neue Widrigkeiten...

Karl May hat auch heute, über 100 Jahre nach seinem Tod, noch seine Spuren hinterlassen, immer neue Leser seiner abenteuerlichen Werke erfreuen sich an seinen Erzählungen. Aus diesem Grund hat der WDR im Jahr 2007 seinen berühmten Orientzyklus – das nach den Geschichten um Winnetou und Old Shatterhand wohl wichtigste Werk des Autors – als aufwändiges Hörspiel mit über 140 Sprechern umgesetzt. Eine Kaufversion des mehrstündigen Spektakels ist beim Hörverlag erhältlich. Dabei wurden notwendigerweise die Vorlagen des Autoren gekürzt, was den Geschichten aber viel Dynamik verleiht, die Handlung strafft und langwierige Passagen verkürzt, ohne den Grundgedanken zu verfälschen. Das hat mir sehr gut gefallen und lässt das Werk eine Spur moderner wirken. Die klassische Abenteuergeschichte zeichnet über verschiedene, fast episodenartige Abschnitte die Reise von Kara Ben Nemsi nach, sodass fast jede Folge ihren eigenen Charme, ihre eigene Ausstrahlung hat. Dass die Hauptfigur dabei als strahlender und gerechter Held dasteht, ist wohl dem Genre geschuldet, das zu dieser Zeit noch keine allzu differenzierte Darstellung der Charaktere kannte. Die Geschichten sind spannend erzählt und entführen den Hörer schnell zu exotischen Plätzen, zu starken Charakteren und enthalten viele ausdrucksstarke Szenen. Dabei gibt es auch einige Geschichten, die mich nicht völlig begeistern konnten. Hinzugefügt wurde noch eine kleine Rahmenhandlung, die jeweils als Introszene dient und eine Gerichtsverhandlung mit dem Autor selbst beinhaltet. Dieses ist eine durchaus reizvolle Ergänzung, insgesamt ist eine hörenswerte und kurzweilige Umsetzung der Handlung gelungen.

Unglaubliche sechs Seiten im Booklet werden allein für die Auflistung der Sprecher und ihrer Rollen verwendet, viele namhafte Schauspieler sind hier zu hören, unter anderem Felix von Mannteuffel, Hans Peter Hallwachs und Udo Schenk. In der Hauptrolle des Kara Ben Nemsi ist Sylvester Groth zu hören, der den Reisenden sehr abenteuerlustig und voller Elan spricht. Durch seine sympathische und gradlinige Art wird er zu einem guten Mittelpunkt der Handlung, schnell fiebert man mit ihm mit. Sein treuer Freund Hadschi Halef Omar wird von Matthias Koeberlin gesprochen, dessen markante Stimme und eingängiger Rhythmus sehr gelungen ist. Rufus Beck kann als Sir David Lindsay wieder eine weitere Facette seines Könnens zeigen und bewegt sich auch in diesem Genre sehr sicher und überzeugend.

Die akustische Umsetzung des WDR ist sehr aufwändig, wobei besonders die Geräuschkulisse viel zum Gelingen der Handlung beiträgt. Durch vielfältige Sounds fühlt man sich mitten in die jeweilige Situation versetzt, die so sehr lebendig wirkt. Doch auch Musik kommt immer wieder vor, eingespielt mit klassischen Instrumenten und sehr dynamisch und mitreißend gestaltet bietet sie einen gelungenen Mix aus Nostalgie und deren moderne Interpretation.

Es braucht zwei dicke CD-Hüllen aus Plastik, die sich mehrfach ausklappen lassen, um die 12 CDs zu fassen. Deren Gestaltung ist recht klassisch und mit bekannten Motive der Biuchauflage geschmückt, während der die beiden Hüllen umgebende Pappschuber etwas wackelig wirkt. In Booklet gibt es kleinere Informationstexte zur Entstehung der Produktion.

Fazit: Die behutsame Anpassung des Geschichtenzyklus an das Medium Hörspiel ist gerade wegen der Straffung der Handlung sehr gut gelungen, sodass die Geschichte komprimierter und recht spannend wirkt. Die kurzweilige Interpretation und die vielen engagierten Sprecher machen dieses Hörspiel zu einem echten Leckerbissen, das eine kurzweilige Umsetzung der Geschichten bietet.
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am 24. August 2015
Genau so wie er nie im Amerika des Wilden Westens gewesen ist, so war Karl May, meines Wissens nach, auch niemals in den Gegenden, welche er für die „Kara Ben Nemsi“-Abenteuer nutzte. Und „Kara Ben Nemsi“ ist niemand anderes als die Wunschgestalt von Karl May selbst, so wie er sich auch in den Westen als „Old Shatterhand“ selbst versetzte – oder zumindest so wie er wohl gerne gewesen wäre.

Der gesamte Orientzyklus umfasst die Bücher „Durch die Wüste“, „Durchs wilde Kurdistan“, „Von Bagdad nach Stambul“, „In den Schluchten des Balkan“, „Durch das Land der Skipetaren“ und „Der Shut“. Dies alles kommt, im normalen Buchformat, gedruckt auf knapp 4000 Seiten. Wie man diese jedoch in ein Hörspiel von fast 11 Stunden Spieldauer quetscht, ohne das Wichtigste weglassen zu müssen und ohne die Geschichte zu stark zu verfälschen, um den Puristen kein Wurfmaterial in die Finger zu geben, kann man im Booklet nachlesen.

Die Geschichte beginnt – nachdem man Karl May persönlich kennen gelernt hat - mit der Vorstellung der beiden Hauptfiguren Kara Ben Nemsi und seinem Weggefährten Hadschi Halef Omar (den Rest des Namens erspare ich mir zu tippen). Erneut versucht Hadschi seinen Sihdi, wie er Kara nennt, zum anderen Glauben zu bekehren indem er ihm die Vorzüge seiner Religion erklärt. Über diesen Wortschwall wird jedoch die Vorstellung der beiden Hauptdarsteller durch Kara Ben Nemsi gelegt. Und so findet man sich schnelle und besser informiert im Land des Ostens wieder als man es für möglich gehalten hätte.

Als die beiden auf ihrem Weg „Durch die Wüste“ die Leiche eines Franzosen entdecken und sich auf die Jagd nach dessen Mörder machen, beginnt das Abenteuer, welches die beiden in die Hände von Piraten, einem Beduinenstamm und anderen bunt schillernden Persönlichkeiten treiben werden. Die ganze Geschichte hier selbst nur kurz anzureißen wäre zu umfangreich und man sollte sich auch nicht den Spaß verderben, wenn man diese Abenteuer noch nicht kennt.

Im großen und ganzen verfolgen die Geschichten des Ostens genau das selbe Strickmuster wie die aus dem Wilden Westen: Wo Ungerechtigkeit herrscht wird das Alter Ego von Karl May hingeführt und muss mit vielen der Bewohner des Landstrichs für Recht und Ordnung sorgen, welche er in abenteuerlichen Eskapaden wieder herstellt.

Die Produktion des WDR war von Dezember 2006 bis Ostern 2007 in 12 einzelnen Episoden im Radio zu hören. Für eine Radioproduktion wird hier ein sehr opulentes Feuerwerk an Geräuschen und Musikstücken aufgefahren. Nichts wirkt irgendwie steril und die Szenerien sind so lebendig wie man sich an die Verfilmungen erinnern kann. Doch wird hier die Grundessenz der Bücher berücksichtigt und die Figuren werden nicht populistisch verklärt, sondern so übertragen wie man sie auch aus den Büchern kennt. Auch die Sprache wurde nicht angepasst und so weht zu jeder Zeit ein wenig Hauch der Nostalgie durch das Ohr.

Sicherlich ergeben sich bei einer Spielzeit von 646 Minuten die eine oder andere Länge in der Inszenierung, doch fielen sie mir nicht wirklich negativ auf, da man sich auf eine Menge Kleinkram im Hintergrund konzentrieren kann und somit ein wenig abgelenkt wird.

140 Sprecher/innen bekommt der geneigte Zuhörer hier geboten – wobei ich eventuell auch Mehrfachrollen übersehen/überhört haben kann, bei dieser Menge an Stimmen. Das geht schon in Richtung „Otherland“ welches auch unter der Regie von Walter Adler entstand. Doch da hören die Parallelen zwischen den beiden Produktionen auch schon auf. Wo „Otherland“ zu künstlich und leblos und zu überfrachtet wirkt, ist der Orientzyklus lebendig und mit einer Menge pulsierendem Feeling versehen.

Mit dem Wüstenschiff oder zu Pferde schaukelt man sich durch quälend heiße Landstriche, belauscht Räuberlager, verhindert Überfälle und befreit Leute welche in Not geraten sind. Die ganze Inszenierung ist sehr eindringlich ausgefallen und der Freund von Abenteuern wird sicher keinerlei Probleme haben sich schnell in die Geschichte hinein fallen zu lassen und Kara sowie Hadschi bei ihrem Weg durch den Wilden Osten über die Schulter zu blicken.

Alle Stimmen aufzuzählen wäre Mumpitz und so möchte ich nur die bekanntesten Namen mit ihrer Rolle (in Klammern dahinter) erwähnen. Sylvester Groth (Kara Ben Nemsi), Matthias Koeberlin (Hadschi Halef Omar), Rufus Beck (Sir David Lindsay), Michael Mendl, Felix von Manteuffel, Renan Demirkan, Hans Peter Hallwachs, Reiner Schöne, Ingrid Andree, Dietmar Mues, Sascha Icks, Wolfgang Condrus, Michael Habeck, Horst Bollmann, Josef Tratnik, Volker Lechtenbrink und und und. Es versteht sich von selbst das hier 140 Vollblutstimmen am Werke sind und nicht ein einziger Ausrutscher oder eine einzige Fehlbesetzung zu vermelden ist.

Was der Hörverlag hier auf 12 CD präsentiert ist wie eine gigantischer Popcorn-Kinobend auf der inneren Augenleinwand. Man erinnert sich an die Abende vor dem TV als man die Helden in den Verfilmungen sehen konnte, doch sind diese Helden hier das Original, nicht die etwas zu angepassten Version des damaligen Kintopp.
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am 17. März 2010
Karl May alias Old Shatterhand, bzw. hier alias Kara Ben Nemsi (Effendi) kann einen Gegner mit einem Faustschlag zu Boden schicken, ist der beste Fechter, spricht mehrere Sprachen, ist ein hervorragender Reiter, kann ärztlich heilen, ist ethisch erhaben, hat den wahren Glauben, sieht gut aus, weiß alles, kann alles erklären, denkt stets logisch, überblickt jede Situation, hat die besten Waffen, das beste Pferd, ist ehrlich, und so weiter, und so weiter.
Bei einem derart überhöht gutmenschelnden Superhelden mag es einem fast schlecht werden. Als Kind blickt man empor zu einem solchen Idol, doch wie bewahrt man sich ein Karl-May-Abenteuer als Erwachsener?
Wie kreiert man nun ein Erwachsenen-Hörspiel mit einem solchen Helden? Es ist angeraten, zu den unnatürlich stark ausgeprägten positiven Eigenschaften des Helden eine Distanz herzustellen. Das kann zum einen die Ironisierung der Heldenfigur durch deren Sprecher sein. Das würde aber auf Dauer bei einem derart umfangreichen Hörspiel zu Lasten der Spannung und des Handlungsablaufs gehen.
Der verdiente Hörspielbearbeiter und Regisseur Walter Adler (u.a. Otherland) hat nun die hervorragende Idee gehabt, jeder CD eine kurze Episode aus den doch recht umfangreichen Gerichtsakten des Herrn May voranzustellen. Quasi als Hörspiel im Hörspiel angelegt, erfahren wir so nicht nur die persönlichen Daten des Autors (Geburtsort, Eltern, Schule, Ausbildung, etc.), sondern lernen auch seine mannigfaltigen Konflikte mit Recht und Gesetz kennen. Mehrfacher Diebstahl, Hochstapelei (z.B. ärztliches Herumdoktern ohne Ausbildung), Betrug, Verwendung falscher Namen wie Hermes (Gott der Diebe), u.s.w..
In diesen kurzen Szenen dezent sächselnd tritt der, seinen drei Rollen (Karl May, Kara Ben Nemsi, Handlungserzähler) mehr als gerecht werdende Sylvester Groth als Angeklagter vor Gericht auf und verteidigt dort seine Verfehlungen mit dezent durchscheinender Selbstherrlichkeit.
Wenn dann mitten aus der Gerichtsszene die Handlung in den Orient schwenkt und wir denselben Sprecher, der eben noch ein Angeklagter vor Gericht war, auf einmal mit überbordender Selbstherrlichkeit von seinen Heldentaten künden hören, so ist die ironische Brechung perfekt und man kann die Heldengeschichte als Wunschgeschichte Karl Mays, als Gegenentwurf zum eigenen, ärmlichen Leben begreifen.
In dieser Form kann man denn aber die Abenteuergeschichte ganz ernsthaft der Handlung der Bücher folgen lassen, ohne eine Distanz aufbauen zu müssen.
Das Hörspiel als solches ist in beiden Teilen, Gericht und Abenteuer, mit üppigem akustischen Beiwerk ausgestattet, ist, wie anderenorts gesagt, Kino für die Ohren, und zwingt trotz, bzw. wegen der notwendigerweise erfolgten Straffungen den Hörer in seinen Bann. Die CD-Box, mit 12 CDs, ist sehr liebevoll gestaltet, reich illustriert und mit einem unfangreichen Booklet ausgestattet. Die CDs ruhen in Plastiktrays und sind so vor Verkratzen sicher.
Der Orientzyklus unter der Regie von Walter Adler ist ein spannendes, sehr intelligentes Werk und sei hiermit ausdrücklich empfohlen.
(Persönlich bedanke ich mich bei Herrn Adler, dem es aufs hervorragendste gelungen ist, mir Karl May ins Erwachsenenalter herüberzuretten.)
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