find Hier klicken Jetzt informieren PR CR0917 Cloud Drive Photos Alles für die Schule Learn More TDZ HI_PROJECT Mehr dazu Hier Klicken Shop Kindle Unlimited AmazonMusicUnlimited Fußball longss17

Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen
80
4,7 von 5 Sternen
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:26,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 7. Mai 2016
Ich habe die Kindleversion des Buches und nutze jede freie Minute um in dem Buch zu lesen. Keine anderes Buch hat mich bisher so gefesselt wie dieses. Ein so fundamentalen Wissen über die Jahrhunderte lange Behandlung und Erforschung dieser türkischen Krankheit fesselt mich immens. Dieses Buch ist wirklich lesenswert.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Juni 2017
für die, die es genau wissen möchten. Wer sich für die Geschichte der Krebsforschung und -behandlung interessiert, ist hier richtig. Sie wird detailliert, mit allen Widernissen, Hoffnungen und Erfolgen, auch für den Laien verständich dargestellt.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. Mai 2017
Spannendes Buch mit interessanten Einblicken in die Geschichte von Krebs und die Entwicklung in der Forschung und Medizin. Sehr dicker Wälzer, also ordentlich Lesestoff. Als Kindle-Version zu empfehlen.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. Oktober 2012
Die hervorragenden Kritiken haben mich zum Kauf dieses populärwissenschaftlichen Buches verleitet und ich muss attestieren, dass ich diese Lektüre für eine der preiswertesten und lehrreichsten halte, die ich in den letzten Monaten, wenn nicht Jahren lesen durfte! Das Buch ist jeden Cent und jede Minute wert.

Es ist für mich äußerst bemerkenswert, wie Herr Mukherjee auch noch dort empatische, (und für Laien verständliche) Worte findet, wo zahlreiche Kollegen entweder sprachlos werden oder die Flucht in die medizinische Unverständlichkeit antreten.
Dabei überspannt er den Bogen aus meiner Sicht niemals:
er wird weder salbungsvoll, noch gefühlsschwanger, sondern er stellt eine schreckliche, faszinierende, herausfordernde Krankheit so dar, wie sie im Laufe der Medizingeschichte gesehen wurde.
Mit allen Fehlern, die sowohl von der forschenden, als auch der der klinischen Medizin, aber auch der politischen Institutionen und Meinungsbildner im Laufe der Zeit über Jahrhunderte hinweg begangen wurden.
Dabei setht zu befürchten, das wir bereits gerade in diesem Moment neue Fehler begehen und auch zukünftig Fehler machen werden...

Es gelingt Herrn Mukherjee nüchtern (aber niemals kalt) zu beschreiben, wie sehr insbesondere auch gesellschaftliche Auffassung von Krankheit letztlich modischen Strömungen unterworfen ist und wie diese Strömungen das Verständnis für Krankheitsentstehung und Therapie beeinflussen.

Für mich ist es fabelhaft dargestellt zu sehen, wie im Laufe der Zeit von der frühen Auseinandersetzung mit dem Krebs bis in die Morderne immer weniger Individualisten, sondern professionelle Behandlungs- und Forschungs-Teams aus allen möglichen Fakultäten immer weniger den Krebs und immer mehr den erkrankten Menschen behandeln.
Immer stärker rückt der Mensch mit seinem individuellen Krebs, seiner individuellen Geschichte und seinen individuellen Nöten in den Fokus eines forschenden und therapeutischen Netzwerkes.

Aber - und mir ebenso wichtig:
Herr Mukherjee hat mir auch den Blick geschärft für die Situation der heute tätigen Onkologen. Diese Kollegen betrachte ich nach der Lektüre diesen Buches mit anderen Augen und aus einem weitaus verständnisvollerem Blickwinkel.

Für absolute Laien halte ich dies Buch für lesbar und sinnvoll verstehbar.
Für mich wäre es ohne medizinische Vorbildung - obwohl wirklich sehr gut und verständlich dargestellt - allerdings ein ziemlich schwieriges Buch geworden.
Aber ich verspreche ambitionierten Laien ohne oder mit nur geringem naturwissenschaftlichen Background:
Der Aufwand lohnt sich.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Juli 2016
Nicht viele Autoren vermögen es, ein Buch zu schreiben, dass Erlebnisbericht, Fachbuch,
Sachbuch und philosophisches Glanzstück zugleich sein kann. Absolut verdienter Gewinner
des Pulitzerpreises im Jahr 2011 (Bestes Sachbuch).

Was genau macht dieses Buch über Krebs genau aus? Was bietet es dem Leser?

Als Medizinstudent, erwartete ich ein Sachbuch, welches Hintergrundwissen und
Vorkenntnisse erfordert. Doch die ersten Seiten, bewiesen das Gegenteil. Ja, auch
Fachleute kommen hier auf ihre Kosten, aber besonders Menschen, die sich aus privaten
Gründen oder interessierter Neugier einlesen, werden abgeholt durch sehr gut durchdachte
Strukturen und Erläuterungen.,, Von der Picke auf" heißt keinesfalls, dass Studenten oder
Experten sich langweilen. Eher ist es so, dass man durch einen historischen Kontext ein vollkommen
anderen Blick auf diese im dunklen schlummernde und beängstigende Krankheit werfen darf.

Von einem Sachbuch/Fachbuch erwartet man nicht unbedingt, dass es einen geschockt und
emotional kurz aus dem Gleichgewicht gebracht zurücklässt, bald darauf jedoch wieder auffängt.
Allerdings macht genau das dieses Werk zu einem Meisterwerk. Sachbücher zu lesen schreckt manche Leute ab, doch hier bietet sich
die seltene Möglichkeit einen Blick durch den Dickicht von Fachchinesisch und Klischees zu werfen,
und dabei auch die emotionale Seite der Onkologie etc. zu sehen. Ich war derartig gefesselt, dass
ich nicht anders konnte, als im Buch angeführte Quellen aus Uniarchiven und Google Scholar heraus
zufischen, um Sie im Original und ganz in Ruhe nochmal nachzulesen.

Schließlich bot ich dieses Buch auch meiner Großmutter zu lesen an. Und siehe da, trotz Zweifel,
war keinerlei besondere Vorbildung im Bereich Terminologie, Physiologie oder etwa Anatomie von Nöten.

Man tritt eine Reise an: Von den dusteren Anfängen über bittere Rückschläge bis hin zum heutigen Stand
der Medizin und ihren Möglichkeiten. Ob radikale Mastektomien von tausenden Frauen oder dramatischen
Therapien für an ALL ( akute lymphatische Leukämie ) erkrankten Kindern, Siddhartha Mukherjee begleitet
den Leser immer auf menschlicher und fachlicher Basis.

FAZIT: Wer Freude am lernen neuer Dinge hat, privat den Kampf gegen Krebs kennengelernt hat oder sich
einfach nur für das Thema interessiert, wird den Wert dieses Meisterwerks erkennen. Ich weiß wirklich nicht,
wie man heutzutage 15€, die sonst für tausend andere Spielerrein draufgehen, besser investieren kann. Investieren,
weil man wohlmöglich das ganze Leben etwas davon hat.
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. November 2016
Ich habe dieses Buch mit großem interesse gelesen ! Da mein Sohn selber an akuter Leukämie erkrankt war( 2015) lässt mich das Thema Krebs nicht mehr los.... ich habe geweint und immer wieder bejat was dort geschrieben steht. Begreife wieder welches überaus große Glück wir hatten,- dank der heutigen Medizin, das mein Kind weiter leben darf. Verstanden fühle ich mich durch dieses Buch und ich verstehe mehr ......ein Geschenk für alle die sich mit diesem Thema auseinandersetzen möchten oder müssen!
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 15. August 2017
Diese Krebs-Biografie habe ich sehr gern gelesen, viel Neues entdeckt, mich prima unterhalten gefühlt, also empfehle ich sie auch gerne weiter.

Zum Autor: „Siddhartha Mukherjee ist Krebsforscher und praktizierender Onkologe. Er ist Assistenzprofessor an der Columbia University und arbeitet am New York Presbyterian Hospital. Mukherjee studierte an der Stanford University, der University of Oxford, der Harvard Medical School und ist ein Rhodes Scholar. Regelmäßig veröffentlicht er Artikel in zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften. Für ›Der König aller Krankheiten‹ erhielt er 2011 den Pulitzer-Preis. Mit seiner Frau und den gemeinsamen Töchtern lebt er in New York.“

Nachdem ich „Das Gen“ von Siddhartha Mukherjee gelesen habe, hatte ich keine Hemmungen, mir auch sein Krebs-Buch zu Gemüte zu führen. Ich wusste, der Autor wird auch hier viel Lesevergnügen bereiten, und auch die komplexen Zusammenhänge zugänglich, unterhaltsam und spannend zu erzählen wissen. Ich habe mich keineswegs getäuscht.

Auf rund 550 Seiten reinen Textes in 6 Teile gegliedert, Vorbemerkung, Prolog, Nachwort inklusive, in recht kleiner Schrift und viel Text pro Seite, wird die Geschichte von Krebs von der Antike bis heute erzählt. Pro Teil gibt es einige Kapitel, die recht leserfreundlich und eher kurz gehalten sind. Vor jedem Kapitel, und erst recht vor jedem Teil, gibt es wunderbare Zitate, manchmal zwei oder drei. Oft ertappte ich mich beim Gedanken, dass man schon allein dieser Zitate wegen das Buch lesen sollte.

Der Hauptgewinn liegt aber absolut klar im Inhalt. Nach paar Seiten entsteht ein Sog: kaum angefangen, kann man gar nicht so schnell aufhören.

Das Buch liefert tiefe Einblicke in die Forschung rund um Krebs. Vorweg erfährt man, was Krebs eigentlich ist, u.a., dass diese Krankheit so komplex ist, dass die Forscher in einigen Fällen Jahre, wenn nicht Jahrzehnte harter Arbeit brauchten, um dahinter zu kommen, wie gerade eine bestimmte Krebsart funktioniert, und wie man sie außer Gefecht setzen könnte.

Beeindruckend, wie viel Hingabe und Ausdauer seitens der Wissenschaftler, Ärzte, Patienten und anderer Beteiligten es bedurfte, um auf den Stand zu kommen, auf dem man heute ist, um z.B. die Medikamente zu haben, die man heute wirksam gegen bestimmte Arten von Tumoren einsetzen kann.
Der Autor schildert viele Schicksale der Menschen, die sich dem Krebs im Laufe ihres Lebens stellen mussten. Manchmal ging es gut und sie wurden gesund. Oft genug aber war es tragisch. Auch weil einige Patienten den Zugang zum brandneuen Medikament nicht rechtzeitig erhalten konnten.
Mukherjee schildert u.a. seine Gedanken zur Entstehung und zum Krieg gegen Krebs und wird oft philosophisch, was eindeutig als Bereicherung des Ganzen führt. Der Gemeinschaftsgedanke im Kampf gegen Krebs ist sehr anschaulich geschildert worden. Aber auch dass die Vorbeugung die beste Medizin ist, liegt er eindrucksvoll dar. Sicher hat man es schon mal gehört, aber das kann man nicht oft genug wiederholen. Insb. wenn man sieht, dass heute viele (junge) Menschen rauchen.

Dieser Zusammenhang zw. Rauchen und Krebs wurde sehr gut ausgearbeitet. Der Autor zeigt auch diesen langen Prozess, der der eindeutigen Erkenntnis voranging, dass das Rauchen Krebst verursacht. Anhand von vielen Beispielen erläutert Mukherjee, wie das Rauchen die Atemwege zerstört, und warum man als Raucher sehr wahrscheinlich frühzeitig an Krebs sterben wird. Er schildert auch sehr eindrucksvoll die Kaltschnäuzigkeit der Tabakindustrie, mit der sie ihre Geschäfte, trotz unzähliger Opfer vorantreibt, u.a. wie in den 70-ger Jahren die Ärzte in USA korrumpiert wurden, damit sie Zigaretten ihren Patienten weiterempfehlen, wie sie auf Arztkongressen Schlagen standen, um die Päckchen einer neuen Marke umsonst zu bekommen. Aber auch in der jüngsten Zeit haben die Tabakkonzerne ihre Dreistigkeit bewiesen. Nachdem es problematisch wurde, großes Geld damit im Westen zu machen, gingen sie in die Schwellenländer. „Anfang der 1990ger Jahre… schloss das Unternehmen Britisch American Tobacco mit der Regierung von Usbekistan eine .. Vereinbarung, die ein Produktionsmonopol begründete, und trieb dann intensive Lobbyarbeit, um das neue gesetzliche Verbot von Tabakwerbung zu kippen. Nach BAT-Investition nahm in Usbekistan die Zahl der Raucher um rund 18 Prozent jährlich zu, und der Umsatz stieg von 1990 bis 1996 um 50 Prozent.“ S. 351. Ähnliches passierte 2004 in Mexico.

Manchmal hat mich Mukherjee auch überrascht. Ich hätte nie gedacht, dass ich in der Krebsbiografie über den Krimkrieg von 1854-1857 lesen werde. Im Teil 4 schreibt er über die Verbreitung des Rauchens und sehe da, der Krieg hat auch diese schädliche Nebenwirkung offenbart.

Zugegeben, manchmal wird es sehr detailliert, manchmal geht Mukherjee schon tief in die Materie hinein, um dem Leser den Stoff zugänglich zu machen. Das hat er prima gemeistert. Sehr zugänglich beschrieben, z.B. wie bestimmte Krebsarten entstehen, wie sie sich verhalten und wie man sie überwinden kann, sodass aufmerksame Leser auf jeden Fall ihre Chance haben, das Geschilderte zu begreifen und vieles für sich mitnehmen zu können.

„Medizin…beginnt mit dem Erzählen von Geschichten. Patienten erzählen, um Krankheit zu beschreiben; Ärzte erzählen, um sie zu verstehen. Die Wissenschaft erzählt eine eigene Geschichte, um Krankheiten zu erklären. Diese Geschichte von der Entstehung eines Karzinoms – von Karzinogenen, die Mutationen in zellinternen Genen auslösen, was zu Signalkaskaden in Zellen führt, die daraufhin Zyklen von Mutationen, Selektion und Überleben durchlaufen – stellt den überzeugendsten Überblick dar, den wir von der Geburt des Krebses haben.“ S. 485.

Sehr interessant ist auch der Ausblick im Nachwort „Atossas Krieg“, u.a. wie es im Jahr 2050 ausschauen könnte, denn in einer Biografie spricht man am Ende über den Tod, so Mukherjee, und er fragt, ob es je möglich sein wird, im Fall von Krebs davon zu berichten.
Man kann noch etliche Seiten über dieses Buch schreiben, aber es ist besser, ihr lest es selbst.

Fazit: Ein sehr aufschlussreiches, gekonnt wie spannend geschriebenes Werk, das nicht nur eine Fülle lesenswerter Informationen liefert, sondern auch vorzüglich unterhält und zum Nachdenken und Diskutieren anregt.

Für junge Menschen, die sich für Biologie, Medizin und ähnl. Fachgebiete interessieren oder zu studieren begonnen, ist „Der König aller Krankheiten“ von S. Mukherjee ein must read. Aber auch für andere Leser ist es eine tolle, unterhaltsame und intelligente Lektüre. Viele Schicksale von Menschen mit diversen Arten von Krebs, aber auch von den Ärzten, Wissenschaftlern und anderen Kämpfern gegen diese Krankheit, laufen vorm inneren Auge ab. So bekommt man u.a. eine bessere Sicht auf krebskranke Menschen, kann mehr Verständnis aufbringen, besser mit ihnen umgehen, uvm.

Das Buch ist chic gestaltet: Es ist zwar TB, aber jedes Kapitel fängt auf der rechten Seite an. Das sieht man heute nicht oft.

Fünf wohl verdiente Sterne und eine klare Leseempfehlung!
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. April 2012
Wenn ich je ein Buch gelesen habe, das den Pulitzerpreis verdient hat, dann dieses.

Ein Buch über Krebs, kann das unterhaltsam sein, fragt man sich nicht zu Unrecht. Ja, und wie! Spannend wie ein Thriller ist dieses umfangreiche und brillant recherchierte Werk, dazu in einer Sprache geschrieben, die Fachleute genauso verstehen werden wie der unbedarfte Leser. Und das macht die Größe dieser Biografie aus: Die Sprache! Ich weiß nicht, wie viel Lob auch der Übersetzerin gebührt, aber ich hatte das Gefühl, einen Pageturner zu lesen, so dramatisch wird hier beschrieben, wie hilflos, manchmal bizarr und leidenschaftlich sich einzelne Wissenschaftler und Ärzte dem Kampf gegen den Krebs widmen.

Hinzu kommt eine sehr feinfühlige Betrachtung der Patienten, die ihresgleichen sucht. Ein tolles Fachbuch, das weder erleichtert, noch ängstlich macht. Vielmehr habe ich gelernt, dass Krebs das Stärkste ist, das der menschliche Organismus entwickelt hat. Leider hat es sich gegen uns gewendet. Ein Paradoxon, das nach Lektüre des Bouches deutlich wird. Krebs ist ein Teil von uns uns wird auch in naher Zukunft nur selten heilbar sein.
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. März 2012
Ich lese eigentlich keine Fachliteratur, keine Geschichtsbücher und schon gar nicht medizinische Bücher. Die Werbungen und euphorischen Kritiken (und der Pulitzer-Preis sagt ja auch einiges aus...) zu diesem Buch verleiteten mich, tief in meine Tasche zu greifen und es mir blind zu kaufen und ich bin begeistert.
Es ist keine Biografie der Krankheit Krebs (die ja auch viel zu unterschiedliche Formen und Arten aufweist), es ist eher eine Geschichte des Kampfes gegen den Krebs. Und damit ist es ein Kriegsbericht geworden.
Selbst betroffen weiß ich, dass der Kampf gegen Krebs viel militärische Bilder braucht. Mukherjee benutzt diese Bilder und das erschreckt schon manchmal. Da er aber immer wieder die Menschen, die den Krebs bekämpfen, ausführlich beschreibt wird der Schrecken gebrochen und es wird Menschlichkeit vermittelt. Die Helden sind dabei teilweise die Ärzte, deren Fehler und persönlicher Ehrgeiz aber auch schonungslos aufgedeckt werden - die wahren Helden sind aber immer wieder die erkrankten Menschen und ihre Kraft und ihr Kampf.
"Der König aller Krankheiten" ist ein schweres Buch. Teilweise musste ich es beim Lesen aus der Hand nehmen, da mir mein Arm schwer wurde, noch öfter musste ich es allerdings zur Seite legen, weil meine Gefühle mit mir durchgingen. Ich hätte nicht gedacht, dies je von einem Sachbuch sagen zu können.
Dieses Buch fesselt wie ein Krimi. Ich denke, es ist schon jetzt ein Klassiker.
0Kommentar| 76 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Es ist ein bemerkenswerter Widerspruch: Einerseits ist Krebs, nach Herzerkrankungen, die häufigste Todesursache in der westlichen Welt, also ein Teil der Lebenswirklichkeit im Alltag der Menschen. Andererseits verursacht diese Krankheit noch immer den Hauch des Bösen, welcher unweigerlich das Leben eines Menschen abrupt beendet. Wem ist es nicht bereits passiert, dass er bei der Nachricht des Todes eines Prominenten 'nach kurzer schwerer Krankheit' kurz zusammengezuckt ist und sich bei dem Gedanken erwischt hat: Aber mich hats nicht erwischt...Die Menschen verdrängen, dass das Leben und Sterben an mit und an Krebs ein Stück Normalität in den Krankenhäusern dieser Republik ist und täglich hunderte von Menschen diesen Kampf verlieren. Siddharta Mukherjees Darstellung "Der König aller Krankheiten" beschreibt Krebs als einen ständigen Begleiter der Menschheit seit Beginn von uns erhaltenen Aufzeichnungen und konzentriert sich dabei auf den auf den Kampf gegen den Krebs in den vergangenen Jahrhunderten, der von großen Rückschlägen und kleinen Fortschritten geprägt ist.

"Medizin [...] beginnt mit dem Erzählen von Geschichten" (485) schreibt Mukherjee. Der Onkologe erzählt die Geschichte des Krebses anhand vieler Einzelschicksalen betroffener Patienten sowie den Anstrengungen der Wissenschaft, den Krebs zu besiegen. Besonders eindringlich veranschaulicht der Autor den teils verzweifelten Kampf am Beispiel Brustkrebs. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts galt die radikale Mastektomie als das erfolgsversprechendste Heilmittel, eine OP, die bei den betroffenen Frauen zu teils schweren Verstümmelungen und selten zu einer dauerhaften Remission führte. Heute wirkt diese Methode archaisch und mit minimalinversiven Operationen in Verbindung mit Bestrahlung und/oder Chemotherapie können heute mehr Menschen dauerhaft geheilt werden.

Das Problem sei, so der Autor, dass es nicht einen Krebs gebe, sondern viele verschiedene Arten, die auch noch bei jedem Menschen unterschiedlich verlaufe. Der Krebs könne also gar nicht besiegt werden, da es den Krebs überhaupt nicht gebe. Große Erfolge lassen sich nur bei Einzelerkrankungen feiern. Bis zum 1974, zum Beispiel, ist fast jeder betroffene Mann an Hodenkrebs gestorben, doch mit der Entdeckung des Medikaments Cisplatin stieg die Heilungsrate auf 90%. Warum dieses Medikament fast nur bei Hodenkrebs zu gute Erfolge erzielt, weiß man nicht (vgl. 268).

Krebs werde, so Mukherjee, wohl immer ein Teil des menschlichen Lebens bleiben, da diese Krankheit unter anderem durch natürliche Prozesse hervorgerufen werde, ohne die wir überhaupt nicht überlebensfähig wären: "Krebs ist ein Defekt unseres Wachstums, und dieser Effekt ist fester Bestandteil von uns. Folglich können wir den Krebs nur so weit loswerden, wie wir uns von unseren physiologischen Prozessen befreien können, die wachstumsabhängig sind - Altern, Regeneration, Heilung, Fortpflanzung" (568).

Fazit: Mukherjee sehr gut zu lesendes Buch verdeutlicht, warum der Krebs mehr als wohl alle anderen Krankheiten furchteinflößend auf die Menschen wirkt. Es wird wohl nie ein Heilmittel gegen alle Krebsarten geben und Krebs ist ein Teil der natürlichen Wachstumsprozesse unserer Zellen und somit Teil unserer Existenz, was uns alle, trotz gesunder Lebensführung, zu potentiellen Krebserkrankten macht.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden