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Dieser Film hat es echt schwer. Jeder vergleicht ihn mit der literarischen Vorlage und schüttelt bedenkenschwer den Kopf. Dem Einen ist er nicht ernst genug, der Nächste vermisst wichtige Stellen und historische Bezüge, ein Dritter schließlich wünscht sich berühmte Schauspieler. Klar, sie alle haben aus ihrer Perspektive recht, aber für den Genuss des Streifens ist das vollkommen egal.

Es ist den Machern der Romanverfilmung nämlich gelungen, die wundervolle Erzählung um den Hundertjährigen, der an seinem runden Geburtstag ausbricht, in köstliche Abenteuer verstrickt wird und dabei sein ereignisreiches Leben passieren lässt, wundervoll leicht und höchst vergnüglich zu präsentieren. Der schwarze Humor, der schon dem Roman eigen ist und die Skurrilität der Figuren – vom Polizeiinspektor über die bescheuerten Gangster hin zu der durch Zufall zusammengewürfelten Viererbande – kommt in dem Film voll zum Tragen. Selbst die Elefantendame Sonja setzt sich im wahrsten Wortsinn mit Bravour ins Geschehen.

Ich habe Tränen gelacht bei den Erlebnissen, die Alan Karlsson (Robert Gustafsson) erlebt, und ich wurde dabei noch einmal an die herrliche Lektüre erinnert, die allerdings (und das ist vielleicht ein Vorteil) ein paar Jahre zurück liegt. Insgesamt ein toller Film, der davon profitiert, ohne große Namen auszukommen und vor allem frei zu sein von jeglichem Hollywood-Klamauk.
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am 28. März 2016
...ein Mensch kennt das Buch... NICHT. Alle, die hier nur 1 Stern vergeben haben, haben das Buch gelesen und lapidar abgeurteilt, dass das Buch besser sei als der Film. Gut, in Ordnung, aber ist der Film für sich genommen deshalb schlecht? Nur weil ich zuerst ein leckeres Menü gegessen habe, muss der Fraß an der Frittenbude doch nicht per se schlecht sein.

Ich beispielsweise fand den Film für sich genommen gut. Die Charaktere spielen ihre Rollen gut, die Szenerie ist lustig, es kommt keinen Moment Langeweile auf. Der Regisseur patzt ein bisschen, die Kameraführung könnte sich vielleicht auch ein wenig anstrengen, aber alles in allem eine gelungene Mischung aus Abenteuer und Humor.

Und noch etwas: es gibt nahezu keine unlogischen Handlungen. Alles ist in sich schlüssig (wenn auch verrückt), alles könnte rein theoretisch so passiert sein. Naja, vielleicht war der Ausbruch aus dem Gulag mittels Handgranate etwas gewagt, aber ansonsten hat es wirklich gepasst.

Bevor ich also rin künstlerisches Werk einfach aburteile, weil das Werk, aus dem es hervorgegangen ist, noch besser war, überlege ich, ob das, was der Ressigeur und seine Hauptdarsteller wirklich so wenig wert war. Und noch etwas: wenn ich nur 1 Stern gebe, dann bedeutet das auch, dass es ein sehr schlechter Film war und sogar zu den schlechtesten Filmen aller Zeiten gehört. Und hier wird es schon recht unfair: wer schon einmal Space Invaders oder Mars Attack gesehen hat, der weiß, es gibt schlimmeres. Was geben wir dann solchen Filmen? Minus 4 Sterne?

P.S.: Ich habe die beiden oben genannten Filmtitel frei erfunden, jede Ähnlichkeit mit existierenden Filmen sind frei erfunden, geschweige denn habe ich sie gesehen.
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am 10. Januar 2016
"Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" ist nicht nur ein unglaublich sperriger Filmtitel, es ist auch der Versuch, den Roman-Bestseller von Jonas Jonasson auf die Filmleinwand zu zaubern. Zuerst war also wie so oft das Buch, danach folgt der Film. Beide Veröffentlichungen finden ihre jeweiligen Liebhaber, haben ihre Berechtigung und versprühen ihren eigenen, voneinander unabhängigen Charme.

Allan Karlsson (Robert Gustafsson) langweilt sich in seinem kargen Zimmer des örtlichen Altenheimes. Nun gut, die Angelegenheit mit dem in die Luft gesprengten Fuchs war nicht nett, aber die Faszination Sprengstoff begleitet ihn bereits sein ganzes Leben. Noch lange kein Grund, mit zahlreichen Gästen eine Marzipan-Torte zu verschlingen und dem Leben in freier Wildbahn gänzlich abzuschwören. Kurzerhand steht der Senior mit Pantoffeln auf dem Fensterbrett und flüchtet.

Das Geld ist knapp, das Ziel nicht vorgegeben, der Zufall spielt Schicksal - optimale Voraussetzungen für ein klassisches und vergnügliches Roadmovie. Ehe Allan die Situation begreift, ist er - noch unbewusst - im Besitz eines Koffers mit 50 Millionen Kronen und strandet per Bus im schwedischen Niemandsland. Dort trifft er auf den pensionierten Bahnwärter Julius (Iwar Wiklander). Bei Speis und Trank entwickeln die beiden schnell eine spontane Männerfreundschaft, deren witzige und skurrile Dialoge jäh gestört werden, als der ursprüngliche Bote des Geldkoffers Bulten (Simon Säppenen) in der Tür steht. Mit gemeinsamen Kräften entledigten sich die beiden rüstigen Herren dem Problem aus dem Rocker-Milieu, allerdings nachhaltiger als gewollt, denn der Prügelknabe erfriert kurzerhand in der Kühlung. Spätestens jetzt haben die zwei nicht nur eine Menge Geld, sondern auch eine Leiche an der Backe. Und plötzlich sind es sehr viele Menschen, die nachhaltig am Verbleib des Rentner-Duos interessiert sind, auf jeden Fall die schwedische Polizei und ein Rocker-Klub unter Führung der Mafia.

Die Voraussetzungen für eine gelungene Flucht aus der Misere sind nicht optimal, aber Allans Lebensweisheit und Erfahrung sorgen für eine erstaunliche Gelassenheit. Fortan bewegt sich der Film zwischen Rückblenden in die Vergangenheit des Hauptprotagonisten und der fortschreitenden Handlung der Gegenwart. Ironisch, lustig und mit einem Feuerwerk an Seitenhieben wird dabei das politische Weltgeschehen eines Jahrhunderts auf den Arm genommen, denn Allan hat als Sprengstoffexperte und Geheimdienstmitarbeiter zahlreiche Tänze mit den Mächtigsten der Weltgeschichte geführt. Und das, obwohl Männer seiner Ansicht nach gar nicht tanzen (aber trinken...) sollten. Sei es General Franco, die US-Präsidenten Ronald Reagen und Harry S. Truman, der Diktator Stalin oder der Erfinder der Atombombe, Julius Robert Oppenheimer. Allan sorgte schon immer für Jubel, Trubel und Heiterkeit.

Dabei ist es fast unerheblich, dass aus dem Duo im Laufe der Spielzeit ein waschechtes Quartett, verstärkt durch den ewigen und unvollkommenen Langzeitstudenten Benny (David Wiberg) und die Hofbesitzerin Gunilla (Mia Skäringer), geworden ist. Letztere bringt auch noch ihre schwergewichtige Elefantendame in das Geschehen mit ein, was den weiteren Ablauf nun wesentlich beeinträchtigt, bevor das indonesische Bali als geeignetes Ziel und Ende aller Strapazen auserkoren wird.

Die Lebensgeschichte von Allan ist umfangreich, die Handlungsstränge ebenso. Die Bemühungen, ein sehr umfangreiches Buch in einen Film von nicht ganz zwei Stunden zu pressen, sind unübersehbar. Der Film lebt von der Rolle Allans, dessen lakonische, fast schon völlig gleichgültige Art, eine gesunde Portion Ironie, Witz und Charme versprüht. Es ist bizarr, wenn ein Mann von 100 Jahren mit dem Tod bedroht oder als Gammelfleisch bezeichnet wird. Die stoische Ruhe und Gelassenheit von Allan wirken tiefschwarz und begleiten den kompletten Film. Der ist per se nicht übermäßig lustig, sondern stimmt vor allem nachdenklich, veralbert herrlich die Politik der Vergangenheit und ist dabei unterhaltsam, verstörend und herrlich unkorrekt.

Freunde von Absurditäten und Zynismus werden diesen Film lieben. Nur Anhänger von Comedy-Filmen a`la Schenkelklopfer, tränenden Augen und vibrierenden Magenwänden, sollten um diese schwedische Verfilmung einen weiten Bogen machen. Denn Popcorn-Kino sieht anders aus. Ob leider oder zum Glück, entscheidet der jeweilige Betrachter.
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am 20. März 2016
Ich habe diesen Film gerade mit meiner Freundin geschaut. Sie hatte zuvor das Buch gelesen und ich hatte null Plan was mich erwartet.
Dem Titel nach zu urteilen hätte ich diesen Film niemals ausgewählt, er hörte sich für mich an wie "1000 erste Dates" oder dergleichen amerikanische Dummdoofdödelei.
Beim Anblick des Covers dachte ich auch es sei dieser Jackass Johnny böser Opastreifen und hab gedacht das kann ja nur besser als ein japanischer Monsterfilm sein...
Aber ich wurde enttäuscht. Der Film ist großes Kino, die Darsteller spielen ihre Rollen mit Liebe und stellen so unglaublich trockene Charaktere dar wie ich es aus Filmen wie Adams Äpfel etc. nur kenne.
Vergleichen kann man den Film von seiner Erzählweise mit "Forest Gump" nur mit schwedischem Humor, was mir persönlich besser gefällt, denn ich musste wirklich zwischendurch herzhaft lachen und dazu bringen mich nur wenige Filme.

Zur Story selbst, Allan Karlsson landet für sein Alter relativ fit in einem Altersheim und soll dort seinen Hundersten Geburtstag feiern, doch dazu kommt es nicht. Allan haut ab durchs Fenster und beginnt eine Reise voller 1%tiger Biker MC's, einem Koffer voller Geld, ne'm Elefanten, inkompetente Polizisten und anderen Freaks.
Nebenbei wird Allans Lebensgeschichte erzählt und diese ist im Vergleich zur Fluchtstory um einige geschichtlich relevante Punkte reicher, ähnlich wie bei Forest Gump.
So trifft er mit seiner primitiven Art und Weise Staatsoberhäupter und ist mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts eng verbunden.
Der Film erzählt die Geschichte so locker und flockig, so dass man immer gespannt ist was als nächstes passiert und keine Langeweile aufkommt.
Positiv hervorzuheben ist noch, dass einem sich das Ende des Films nicht zu Anfang direkt erschließt, wie es in vielen anderen Filmen leider so oft der Fall ist.

Film-Buch Vergleich (Aussage meiner Freundin)

Im Buch gibt es mehr Handlungszweige und es ist sicherlich ausführlicher und komplexer, aber der Film spiegelt die Stimmung des Buches zu 100% wider.

Fazit:
Warum geben so viele Leute diesem Film so wenige Sterne??
Weil viele Leute einen schlechten Filmgeschmack haben, anders kann ich mir dies auch nicht erklären... es schauen ja auch viele Leute RTL2... was solls.
Super Film!
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Ohne vorher jemals von Jonas Jonassons' Buch gehört zu haben, schaute ich mir den Film bei ARD HD an und war begeistert. Ich schaue mir gerne mal Roadmovies an, weil sie bekannterweise recht innovativ sind. Dieser Film ist für mich so eine Mischung aus "Forrest Gump" und "Der seltsame Fall des Benjamin Button".

Die Blu-ray bietet ein Wendecover ohne den lästigen FSK-Flatschen, ein über vierzigminütiges Making-Of, und ein Interview. Die Bildqualität ist sensationell, und wer ein Heimkino-System besitzt, bekommt einen erstklassigen DTS-Sound 5.1 um die Ohren geflogen. Man kann sich den Film auch auf Schwedisch anschauen (deutsche Untertitel sind bei Bedarf einblendbar).

Bei Fazit: Witzig, skurril, warmherzig, und vollgepackt mit schwarzem Humor um einen Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand - Diese Blu-ray kommt in meine Sammlung!
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am 4. April 2016
Mein Freund hat den Film zufällig auf Amazon Prime entdeckt und fand ihn super lustig.
Ich persönlich fand ihn durchschnittlich. Muss einigen Vorrednern zustimmen. Ein wenig wie eine Mischung auf Roadmovie und "Forrest Gump".
Zumindest macht er Lust auf das Buch, das mit Sicherheit mehr zu bieten hat.
Ich muss den Film kein 2. mal sehen.
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am 30. März 2016
Lustiger Roadmovie durch die skandinavische Einöden:
Ein lustiger, weil überzogen, Roadmovie nicht nur durch die geographische Landschaften Schwedens, sondern auch durch das Leben des Protagonisten, der sich von Kindesalter an durch Leben im wahrsten Sinne des Wortes "bomben" musste...
Sehr lustig und emphehlenswert für die ganze Familie.
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am 7. April 2014
Erst mit dem Hype des zweiten Buches von Jonas Jonassen wurde ich auf den Hundertjährigen aufmerksam. Bevor ich das Buch las ich, dass die Verfilmung auf der diesjährigen Berlinale Deutschlandpremiere hatte. Die Stimmung war super, weil der Film gut war. Der Film begann mit einem Überraschungseffekt, insbesondere wenn man das Buch wie ich noch nicht gelesen hatte. Der Film setzte mit enormen Tempo und vielen absurden Gags fort, wobei der Film immer wieder Rückblenden vornimmt, wenn sie für die weitere Erzählung notwendig sind. Ganz anders als das Buch. Nachdem ich begeistert den Film gesehen habe, war ich vom Buch enttäuscht. Zum Teil ist es sehr langatmig und nicht annährend so lustig wie der Film. Dies liegt aus meiner Sicht vor allem daran, dass der Film das Buch strafft und die komplette Erzählung der Polizei verkürzt, dafür die Hintergründe der 50. Mio. Euro in den Vordergrund stellt. Buch und Film sind zwei unterschiedliche Medien, die selten eins zu eins in das andere übertragen werden kann. Während des Interviews am Ende der Premiere berichtete der Regisseur, dass beim ersten Mal dem Autor Jonassen der Film missfiel. Beim zweiten Mal gefiel ihm der besser und beim dritten Mal liebte er den Film. Ich empfehle allen, unvoreingenommen den Film zu schauen und ihn als eigene Geschichte zu betrachten.
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am 4. April 2016
aber gerade wenn die Meinungen so weit auseinander gehen wie bei diesem Film interessiert es mich erst recht.
Die Schauspieler fand ich toll. Es ist auch an der einen oder andren Stelle mal ein bisschen lustig, wobei, so richtig ins Lachen
kam ich eigentlich nie. Das mag aber daran liegen dass ich eher den "Klamauk-Humor" mag, und das hier eher tiefsinniger Humor ist.
Die Handlung ist nett, allerdings ist mir persoenlich der Film ein bisschen zu "zaeh" Daher ziehe ich mal 2 Punkte ab, aber drei sind immer noch befriedigend...und so sehe ich den Film - aber nochmal: Geschmäcker sind verschieden...
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am 28. April 2016
Hervorragender trockener Humor. Sehr trocken erzählze Handlung mit reichlich Pinten, auch durch die ständigen Rückblicke in das Leben des 100-Jährigen. Das die Schauspieler teilweise recht ungelenk und laienhaft wirken, passt meiens Erachtens hervorragend ins Konzept. Lange schon nicht mehr so gelacht! - aber wie gesagt, muss man mögen ;-)
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