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am 1. Mai 2017
Was für eine tolle Familiengeschichte und Kunstgeschichte und Zeitgeschichte. Zum Lesen hatte ich das Tablet daneben, um mir alle die erwähnten Kunstobjekte und Personen anzusehen. Das dürfte der einzige Mangel des Taschenbuches sein, vielleicht zeigt die gebundene Ausgabe mehr Fotos. Die Geschichte wird mir viel Sympathie für die Familie erzählt und bleibt am Ende ohne Groll, wo doch so viel verloren wurde. Ich habe das Buch meiner Mutter weitergegeben, die es gleich im Freundeskreis empfohlen hat.
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am 17. Dezember 2012
Edmund de Waal ist Keramikkünstler. Täglich ist er mit Dingen beschäftigt, die man mit Händen gestaltet, in den Händen halten und fühlen kann. Eine solche Obsession kann nicht ohne Wirkung bleiben auf den Blick, mit dem jemand in die Welt schaut: Er interessiert sich für die Gegenstände, die vor ihm liegen, in Reichweite seiner Hände. Er ist kurzsichtig im besten Sinne.

Es ist dieser Blick, der über weite Strecken dominiert in "Der Hase mit den Bernsteinaugen", dem ersten Buch von Edmund de Waal. Von Anfang an ist er auf eine Sammlung von 264 japanischen Holz- und Elfenbeinschnitzereien gerichtet, die Charles Ephrussi, ein Vorfahr de Waals, Ende des 19. Jahrhunderts erstand, um damit die Kunstsammlung seines noblen Pariser Salons zu bereichern. Über mehr als 100 Jahre folgt der Autor dem Weg der Netsuke, bis diese schließlich in einer Vitrine seines eigenen Hauses in einem Londoner Vorort landen. Die Geschichte der Netsuke ist eng verwoben mit der Geschichte von de Waals Vorfahren, den Ephrussis, einer im Getreide- und Bankgeschäft reich gewordenen jüdischen Familie mit Wurzeln in Odessa. Und auch wenn de Waal vor allem die Geschichte dieser Familie erzählen will: Man spürt, dass der Autor diese kleinen Dinge wirklich liebt, dass sie für ihn mehr sind als nur ein literarischer Kniff zur Ausschmückung der eigenen Biografie. Geradezu programmatisch schreibt er am Anfang: "Ich möchte wissen, welche Beziehung es gab zu diesem hölzernen Ding, das ich in meinen Fingern wende - hart und knifflig und japanisch -, und wo es gewesen ist. ... Ich möchte in jeden Raum gehen, wo dieses Objekt existiert hat, möchte sein Volumen spüren, wissen welche Bilder an der Wand hingen, wie das Licht aus den Fenstern einfiel. Und ich möchte wissen, in wessen Händen es war, was jemandem daran lag, was er darüber dachte - falls er es tat. Ich möchte wissen, wovon es Zeuge war."

Und so ist de Waal immer wieder "bei den Dingen", beschreibt akribisch einzelne Netsuke, impressionistische Gemälde, japanische Schmuckkästchen, prunkvolle Gebäude, Salons, Möbelstücke, Räume - die ganze dingliche Welt, in der sich seine Vorfahren bewegt haben. Von dort geht sein Blick zu denen, "in deren Händen es war", zu den Besitzern und Bewohnern all dieser Pretiosen: dem Pariser Lebemann Charles, den Wiener Statthaltern Victor und Emmy, seiner Großmutter Elisabeth und seinem Großonkel Iggie. Hier zeigt sich dann eine Eigentümlichkeit dieses Buches, die manchen Leser enttäuschen mag: So innig die Beziehung de Waals zur gestaltenden Kunst, zu den Gegenständen ist, so blass bleiben die Menschen, die er beschreibt. Charakterstudien, literarische Figurengestaltung, Dialoge, episches Erzählen - all das ist seine Sache nicht. Der Erzählstil bleibt stets der eines nüchternen Chronisten.

Fairerweise muss man sagen, dass de Waal selbst betont, er habe gerade keine "sepiagetönte Familiengeschichte" schreiben wollen. De Waal ist mehr Sachbuchautor als Romancier. Die meisten Geschichten handeln von Menschen, die von Dingen umgeben sind. "Der Hase mit den Bernsteinaugen" ist eine Geschichte von Dingen, in der auch Menschen vorkommen.

Und doch kann man dieses Buch mit großem Gewinn lesen. Denn nebenbei wird hier auf eine angenehm zurückhaltende Weise Zeitgeschichte vermittelt, vom irritierenden Müßiggang eines reichen Pariser Connaisseurs im Fin-de-siecle, vom Leben im grandiosen Palais Ephrussi am Wiener Schottenring (der heute ein Casino beherbergt), und, dramatischer Höhepunkt der Geschichte, vom österreichischen Anschluss an den Nationalsozialismus im März 1938. Die abscheuliche, plumpe Gewalt, mit der ganz Wien und das Palais Ephrussi "arisiert" werden, die abstoßende Dummheit der sinnlos euphorischen Masse, die ordinäre Bürokratie, mit der Menschen innerhalb weniger Stunden enteignet und bestohlen werden, all dies schlägt unvermittelt auf den Leser ein, und hier ist de Waals ruhiger, sachlicher Erzählstil genau der richtige: Die primitive Bösartigkeit der Nazis verträgt keine Stilisierung.

Die FAZ-Literaturkritikerin Felicitas v. Lovenberg nannte das Buche "eine unbedingt zu erlesende Kostbarkeit". Auch wenn man immer misstrauisch sein darf gegenüber Zitaten, mit denen die Verlage ihre Bücher zukleben: Die Formulierung "zu erlesen" passt gut auf dieses Buch, weil darin etwas von "erarbeiten" steckt. Man muss sich dieses Buch erarbeiten, muss sich anfangs durch die spröde Gegenständlichkeit, durch die staubtrockenen Detailbeschreibungen kämpfen, um dann mit zunächst kleinen, dann immer größeren und schwungvolleren Schritten in die Geschichte einer faszinierenden Familie einzutreten, die am Ende nicht nur auf unfaufdringliche Art bildet, sondern auch sehr bewegt.
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am 23. April 2012
Odessa,Paris,Wien und Tokio sind die Orte,wo Teile der jüdischen Familie Ephrussi,über mehrere Generationen ihren Lebensmittelpunkt hatten.Die Familie war wohlhabend und verdankte ihren Wohlstand ursprünglich,durch erfolgreichem Handel mit Getreide von Odessa aus,manifestierte dieses Handelsgeschick durch Gründung von Bankhäusern.
Söhne der Firmengründer ließen sich Ende des 19 Jh.,in Wien bzw Paris nieder,der damaligen Zentren der Finanz und Kulturwelt.
Der Autor Edmund de Waal,selber ein Abkömmling der Ephrussis,nimmt uns mit auf eine spannende ungemein lehrreiche Zeitreise,ausgehend von einem Besuch,des in Tokio lebenden Großonkels Iggies,der ihm nach dessem Tod eine umfangreiche Sammlung kleiner geschnitzter Figuren aus Elfenbein,Buchsbaum oder anderer Hölzer vermacht.Netsuke heißen diese japanischen Miniatfiguren,die zuerst im Paris Ende des 19 Jh., bei Charles Ephrussi einem feingeistigen Kunstliebhaber landen.Charles war nicht nur ein Sammler und Liebhaber von Kunstobjekten,nein er war auch Förderer vieler impressionistischer Maler.Nach Charles Ableben,machen die Netsuke eine Reise nach Wien der Jahrhundertwende,wo sich Victor ein Cousin Charles und Emmy seine Frau sich der Figuren annehmen.
Edmund de Waal,gelingt es auch hier in Wien,die Familiengeschichte mit vielen Anekdoten und Bonmots lebendig werden zu lassen,zeigt uns aber auch wie später die nationalsozialistische Bewegung,das Leben für Juden unerträglich werden läßt.
Alles geht verloren Besitz,Heimat,Leben aber die Netsuke finden ihre Heimat, da wo sie herkommen,in Japan,bei Iggie dem Sohn von Victor und Emmy.
Schön und intelligent geschrieben,mit ein paar Fotographien und anderern kleinen Abbildungen garniert.
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am 29. Oktober 2012
Nach den umfangreichen Rezensionen noch eine eigene zu schreiben ist eigentlich fast überflüssig, aber da mich dieses besondere Buch doch sehr eingenommen hat, möchte ich kurz zusammenfassen, warum es mir so gut gefallen hat.

Familiengeschichten von ähnlich einflussreichen Familien und Biographien gibt es viele, doch das vorliegende Buch hebt sich sehr weit von den meisten anderen ab. Der Autor hat einen anderen, seinem Beruf, seinen Interessen und Einstellungen entsprechenden Ansatz gewählt. Als Künstler und sehr feinsinniger Mensch spielen die wirtschaftlichen und geschäftlichen Ereignisse in der Geschichte der Familie und der Handels- und Bankhäuser Ephrussi in seinem Buch nur eine untergeordnet Rolle. Er erzählt die Familiengeschichte und die Eigenarten der Familienmitglieder anhand der Kunstgegenstände, die sie besaßen, anhand der Häuser in denen sie lebten und anhand von 264 kleinen japanischen Figuren, den Netsuke.

Auch werden die meisten Familienmitglieder gar nicht oder nur am Rande beschrieben. Ausführlich wird lediglich das Leben der Familienmitglieder dargelegt, die im Besitz der Netsuke-Sammlung sind sowie der Großmutter des Autors. De Waal gelingt es, ein interessantes Bild von ihnen zu zeichnen und auch die privaten und äußeren Ereignisse, die ihr Leben bestimmten, werden dem Leser sehr gut näher gebracht. Dies betrifft besonders den seit Ende des 19. Jh. zunehmende Antisemitismus in Europa, dem sie ausgesetzt waren und hier besonders das Leben der Juden in Wien bis 1938 und auch noch danach. Abgesehen von der Verfolgung, die seine Vorfahren erlitten, legt De Waal dar, in welchem Ausmaß die Familie Zerstörung und der Diebstahl ihres Eigentums erleben musste. Man glaubt dem Autor, dass es dabei nicht um den materiellen sondern um den ideellen und künstlerischen Verlust geht und wie sehr es schmerzt, dass das, was das Leben seiner Vorfahren unter anderem ausmachte, mit Füßen getreten wurde.

Der Stil des Buches ist wunderbar einfühlsam und feinsinnig sowie sprachlich sehr gelungen. Man muss sich auf diese Art eine Familienbiographie einlassen, wenn man ansonsten eher der Leser von nüchternen Faktenbeschreibungen ist. Für mich waren es schöne Lesestunden und auch die hochwertige Qualität dieser Buchausgabe (es gibt unterschiedliche ausgaben) mit den schönen Fotos hat dem Leseerlebnis zu etwas Besonderem gemacht.
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am 24. Juli 2014
Als sein Großonkel stirbt, wird dem Autor Edmund de Waal die umfangreiche Netsuke-Sammlung aus dessen Besitz überschrieben. Netsuke sind bekanntlich kleine japanische Schnitzarbeiten aus verschiedensten Materialien, die früher Teil der traditionellen japanische Gewänder waren und heute immer noch begehrte und damit wertvolle Sammlerobjekte darstellen. Der Hase mit den Bernsteinaugen - der dem Buch seinen Titel gibt - ist eines der Objekte aus dieser Sammlung und Edmund de Waal fragt sich beim Anblick dieser Sammlung, die er lange aus Kindheitstagen kannte, wie diese Objekte als Gesamtheit in den Besitz der Familie gekommen sind. Er beginnt also, der Geschichte der Sammlung nachzuspüren und nimmt den Leser mit auf eine über 2 Jahre dauernde Entdeckungsreise in die Geschichte seiner Familie, der russisch jüdischen Getreidebarone und Bankiers Ephrussi, die es aus Odessa und dem Getreidehandel kommend in Europa zu großem Reichtum gebracht haben. Ohne Übertreibung muss ich sagen, dass ich kaum eine bessere Familienbiographie gelesen habe. Edmund de Wall gelingt es spielerisch, die Belle Epoque in Paris auferstehen zu lassen, wenn man mit Charles Ephrussi die Salons der Stadt betritt, die Einrichtung seiner Wohnung verfolgt und an den Ausflügen mit Renoir und anderen Künstlern teilnimmt. Charles Ephrussi - sagenhaft reich - kauft mit großem Verstand Kunst und viele Impressionisten, er kennt Proust und gibt eine Zeitung heraus. Er ist es auch, der die Netsuke-Sammlung auf einen Schlag erwirbt, als sich im Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts ein ungeheures Interesse für das fernöstliche Japan entwickelt. Dann verfolgen wir den Weg der Netsuke ins Wien des beginnenden 20. Jahrhunderts und erleben den Aufstieg, der Bankiersfamilie bis 1938, als mit brutaler Gewalt nach dem Anschluss" Österreichs der nationalsozialistische Pöbel ins Palais Ephrussi eindringt und sich systematisch alle wertvollen Gegenstände in diesem gewaltigen Haus an der Ringstraße aneignet. Mit ungeheuer vielen Details gelingt es de Wall, ein lebendiges Bild der Zeit in Paris, Wien, Tokyo und Odessa zu zeichnen, den märchenhaften Aufstieg des Ephrussi-Clans in mitten einer latent antisemitischen Umgebung zu erzählen und den Aufstieg, Fall und schließlich Neuanfang der Familie außerhalb ihrer alten mitteleuropäischen Welt nachzuzeichnen.
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am 6. Juli 2012
Edmund de Waal erzählt die Geschichte seiner Vorfahren, der Familie Ephrussi, einer jüdischen Bankiersfamilie, die den Rothschilds an Reichtum und Kunstverstand nicht nachstanden. Der Fokus liegt auf der Sammlung 264 Netsuke, japanischer Miniaturschnitzereien aus Holz und Elfenbein. Das Buch ist literarisch gut geschrieben, was das Verständnis dieser verloren gegangenen Welt des Mäzenatentums, Reichtums und Kennertums Ende des 19. Jahrhunderts erleichtert. Die Nazis haben diese Familie mit all ihrem Wissen und den Kunstobjekten in alle Welt verstreut und/oder vernichtet.
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am 26. Februar 2015
Mag sein, dass sich der Roman in Schriftform gut lesen lässt- in der Hörbuchfassung ist die endlos detaillierte Beschreibung von Gegenständen bis ins Kleinste hochgradig ermüden. Auch ist hier meines Erachtens nicht der richtige Sprecher für dieses monotone Herunterrezitieren gefunden worden. Er verstärkt die Langeweile nur noch mehr. Nun höre ich persönlich Hörspiele gern bei langen Autofahrten; sollten Sie das mit diesem Stück auch vorhaben, seinen Sie gewarnt: man droht entweder einzuschlafen oder aggressiv zu werden, weil absolut nichts passiert außer der Beschreibung von Dingen! Ich rede nicht von Mord und Totschlag sondern von normal gängiger Handlung. Ich bin nicht über die zweite CD hinaus gekommen und habe zu meiner größten Enttäuschung dieses Hörspiel zurückgeschickt. Man mag mir vorwerfen, ich hätte der Geschichte mit diesem verfrühten Abbruch keine Chance gegeben- aber sowenig Freude hatte ich trotz guten Willens bisher an noch keinem Hörspiel!
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am 10. April 2012
Das vorliegende Buch ist eines der besten, das ich jemals gelesen habe. Es gibt einen tiefen Einblick in die jüdische Geschichte in Frankreich und in der österreichisch- ungarischen Monarchie und darüber hinaus eine erschreckende Klarheit in der Darstellung der Verfolgung einer jüdischen Familie in der Zeit der 1.Republik und durch die Nationalsozialisten. Auch sind die Beziehungsgeflechte zur Literatur und zur bildenden Kunst im ausgehenden 19.Jahrhundert von großem Wissen durch den Autor gestaltet. Ein absolut lesenswertes Buch!
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am 12. September 2011
"Der Hase mit den Bernsteinaugen" ist Pflichtlektüre für alle Proust-Interessierte. De Waal beschreibt sehr lebendig und sympathisch, wie er sich seine Kenntnisse über das Leben und die Besitztümer der Familie Ephrussi zwischen 1850 und heute erworben hat. Aufhänger für De Waals Erkundungen ist ein Satz von 264 japanischen Miniaturschnitzereien, für die sich De Waal als Professor für Keramik besonders interessiert. Wenn jemand vorbringt, Miniaturschnitzereien würden ihn nicht soo rasend interessieren, dem kann man das Proust-Zitat entgegenhalten: "... alles ist ergiebig, alles birgt Gefahren in sich, und ebenso kostbare Entdeckungen wie in Pascals Pensées kann man in einer Seifenreklame machen." Hier werden sie eben in Schnitzereien gemacht, denn auf den Spuren dieser so genannten Netsukes lernt man die Geschichte der Ephrussis in Paris, Wien, Tokio und London kennen. Die Ephrussis sind in der Ukraine mit Getreidehandel groß geworden, sodass man sie schließlich als Weizenkönige bezeichnet hat. Sie galten neben den Rothschilds als die reichste und einflussreichste jüdische Familie in Europa und wurden in Wien ab 1938 zur Zielscheibe nationalsozialistischen Terrors. Für Proustianer ist v.a. Charles Ephrussi von Interesse, denn er gilt neben Charles Haas als das zweite wesentliche Vorbild für Prousts Romanfigur Charles Swann. Die Ähnlichkeiten sind tatsächlich verblüffend. Charles Ephrussi war Kunstsammler, Mäzen, Kunsthistoriker, Publizist und ein Mann der Hohen Gesellschaft der Belle Epoque, als den ihn Proust auch kennen lernte. Charles Ephrussi erlebte auch die Diskriminierung und Ächtung der jüdischen Bevölkerung im Zuge der Dreyfus-Affäre, in die auch Proust involviert war. Die Übersetzung von Ruskins Bibel von Amiens" widmet Proust mit den Worten "M.Charles Ephrussi, der stets so gut zu mir ist.". Ich denke, die Proust-Forschung sollte sich der Beziehung der beiden noch detaillierter annehmen. Insgesamt ein hoch empfehlenswertes Buch, das unser Bild der letzten 150 Jahre sehr originell ergänzen kann.
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am 29. Januar 2014
Dieses Buch schildert im Kontext zur Geschichte in Asien und Europa den Aufstieg und Verfall einer Bankiersfamilie durch die vergangenen beiden Jahrhunderte.
Am besten legt man sich einen Atlas zur Weltgeschichte daneben. Spannend, bestens recherchiert mit vielen Quellenhinweisen, wunderbar unterhaltsam geschrieben. Faszinierend die Schilderungen zu Künstlern aus Dichtung und Malerei, mit denen Umgang gepflegt wurde; der Stand der Bildung- man war polyglott. Von diesem Niveau kann man heute nur träumen oder eben lesen.
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