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VINE-PRODUKTTESTERam 15. Juli 2010
Auch ich denke, dass man eine Rezension nicht mit einer Inhaltsangabe verwechseln und damit künstlich aufblähen sollte.
Meine Schwester hatte mir Petros Markaris schon vor Jahren empfohlen, und dummerweise habe ich aus irgendeinem Grunde viel zu lange gewartet, ihn zu lesen. Ein großer Fehler. Kostas Charitos ist mit Sicherheit einer der originellsten Kommissare im Krimi-Dschungel, und die Serie um ihn ist eine echte Entdeckung.

Hat mann/frau die ersten drei Bände der Serie gelesen, kann man auf diesen Roman nicht verzichten. Zum einen entwickelt sich natürlich das liebgewonnene Familienleben weiter, zum anderen ist natürlich KostasŽ Tochter in Gefahr.

Aber ich muss meinen Vor-Schreibern zustimmen. Dies ist nicht der beste Kostas. Zwar kommen Stimmung, Angst, Sorge, Unruhe etc. gut rüber, aber für einen waschechten Krimi ist all das zu wenig, auch wenn natürlich ein weiterer Handlungsstrang existiert. Kostas rast ein wenig zu hetkisch durch die Geschichte, der echte Sog der Voergänger fehlt hier ein wenig.

Empfehlung: auf jeden Fall die drei Vogänger lesen, dann will man diesen sowieso nachlegen. Als guten Einzel-Krimi anderswo gucken.
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am 1. Oktober 2007
Petros Markaris erzählt in seinem vierten Charitos-Kriminalroman nicht nur eine atemberaubende Geschichte, er zeichnet ein pralles Bild der griechischen Realität, fern ab aller Urlaubsklischees. Und es ist ein sehr ernüchterndes Gemälde!

Für Kostas Charitos, dem zum Kult gewordenen Kommissar, kommt es knüppeldick: seine innig geliebte Tochter gerät in die Hände von Kidnappern. Die Urlaubs-Fähre nach Kreta wird entführt. Zunächst weiß keiner, wer dafür verantwortlich ist, Islamisten, Palästinenser oder etwa gar Tschetschenen? Das lange Schweigen der Entführer strapaziert die sowieso schon angespannten Nerven der Betroffenen und der Kommissar hat in Athen den Mord an einem männlichen Fotomodell zu klären. Er pendelt zwischen der Einsatzzentrale der Polizei auf Kreta und Athen hin und her. Seine Frau ist wild entschlossen, die Tochter zu befreien, Kostas darf nicht, er muss sich raus halten.

Nur widerwillig und in ständiger Sorge um das Wohl der Tochter sieht sich Charitos in einem Mordfall ermitteln, hinter dem weit mehr als bloße Eifersucht steckt. Seine Befürchtungen, dass hier eine ganz andere Serie von Morden begonnen hat, bestätigt sich leider nur allzu schnell: ein Verrückter will die Werbung aus den Medien verbannen, und dafür tötet er.

Die Entführer lassen letztendlich alle frei, mit Ausnahme von Katharina. Als Tochter eines hochrangigen Polizisten ist noch ein zusätzliches Druckmittel für die Gangster. Und was alle nicht für möglich halten wird zur Gewissheit: die Kidnapper sind Griechen, politische Fanatiker, die mit ihren christlich-orthodoxen Glaubensbrüdern in Serbien gegen die islamistische Barbarei und für die Freiheit des orthodoxen Glaubens im ehemaligen Jugoslawien kämpfen.

Markige Sätze legt Petros Markaris einer "Organisation Griechischer Freiwilliger für das serbische Bosnien" in den Mund - und rührt damit an ein griechisches Tabuthema. Zwar hatten die griechischen Medien nach dem Fall von Srebrenica von der Dankbarkeit berichtet, die serbische Soldaten für die griechischen Freiwilligen empfinden, die an deren Seite kämpften, doch spätestens als die Massengräber als Ergebnisse dieser Waffenbruderschaft bekannt wurden, zog man es in Griechenland vor zu schweigen. Und genau dieser Umstand macht das Buch so brisant.

Der Autor erschafft sehr authentisch wirkende Personen und gibt der Story einen unglaublichen Tiefgang. Erzählt wird aus der Sicht eines Betroffenen, der mit dem Verbrechen in der Gesellschaft und mit der Politik umgehen und leben muss. Der trotz aller Verbrechen humorvolle und wunderbar satirische Roman ist sehr klug aufgebaut und dermaßen fesselnd, dass die Auflösung des Falles am Ende fast zur Nebensache wird. Die Dialoge MarkarisŽ sind äußerst lebendig und der ganze Plot wirkt genauestens recherchiert, die gnadenlosen Kommentare und spitzen Bemerkungen tun ein übriges. Mit diesem rasanten Gesellschaftskrimi um Kommissar Charitos zeigt Petros Markaris warum der Autor und der Protagonist längst Kultstatus erlangt haben ...
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am 9. August 2007
Die Kriminalromane von Petros Markaris um den Athener Kommissar Kostas Charitos bieten allesamt höchsten Lesegenuß. Sie zeigen einen einfachen, aber aufrechten Menschen und seine Familie, der sich mitten in einem korrupten System seine eigene Form von Wahrheit und Gerechtigkeit erhält, obwohl er in der Tiefe seines Herzens ein konservativer Kleinbürger geblieben ist, aber einer von der sympathischen Sorte.

Im neuen Fall ist seine Familie direkt betroffen. Seine Tochter Katerina, von der wir in den anderen Büchern immer mal wieder gelesen haben, vor allen Dingen, daß sie mit einem Mann zusammen ist, den Kostas nicht so richtig akzeptieren kann, im Gegensatz zu seiner Frau, hat mit einer brillanten Prüfung, in der sie unter anderem auch über terroristische Straftaten referierte, ihren Doktortitel als Juristin mit Bravour erhalten. Während Kostas inständig hofft, daß sie, so wie er, in den Polizeidienst geht, legt sie sich noch nicht fest und liebäugelt mit einer wissenschaftlichen Karriere an der Universität. Doch bevor hier eine endgültige Entscheidung gefällt ist, werden sie und ihr Mann Opfer eines terroristischen Anschlags. Die Fähre, mit der sie in den Urlaub fahren wollten, wird entführt und Katerina als Tochter eines Bullen" als spezielle Geisel gehalten.

Kostas Charitos mischt sich zum Leidwesen seines Vorgesetzten in die Ermittlungen ein. Wie immer hilft ihm dabei ein Blick in sein geliebtes Lexikon, den Dimitrakos, wo er zunächst einmal die Definition von "Terror" nachschlägt. Es ist nicht nur diese, aus den früheren Büchern schon bekannte Marotte des Kommissars und die liebevoll-zänkischen Auseinandersetzungen mit seiner nicht minder kleinbürgerlichen Frau, sondern auch die Art und Weise, wie der Autor griechische Geschichte und Gegenwart zusammenführt in einem scharfen und doch witzigen und etwas ironisierenden Stil, die das Buch so lesenswert und amüsant machen. In diesem neuen Roman um Kostas Charitos erfahren seine treuen Fans auch etwas mehr von seiner Vergangenheit, als er noch unter der Militärjunta als junger Polizist anfing. Manches Mal, wenn ihm etwa angesichts schlimmer Verbrechen mehr oder weniger die Hände gebunden sind, sehnt er sich im Stillen nach den Möglichkeiten der Folter zurück, die sie damals hatten, doch gleich ruft er sich als guter Demokrat wieder zur Räson. Seine alte, seltsame Freundschaft zu Thodoris hilft ihm dabei. Thodoris ist ein mittlerweile steinalter Kommunist, den der junge Kostas in den Kerkern der Junta kennenlernte und mit dem er in bisher jedem Fall spricht, weil der mit seinen alten Beziehungen immer etwas beitragen kann zur Auflösung des Falles. So auch dieses Mal.

"Der Großaktionär" ist ein spannender, historisch und aktuell politisch aufschlußreicher Kriminalroman mit dem unverwechselbaren Stil eines griechischen Schriftstellers, der wohl auch in seiner Heimat nur als Unikum bezeichnet werden kann. Hoffentlich schenkt er uns noch einige seiner Kostas Charitos Romane.
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am 31. März 2007
Kommissar Kostas Charitos ist stolz auf seine Tochter, die ihre Promotion auf dem Gebiet der Rechtswissenschaft mit Bravour abgeschlossen hat. Bevor sie sich um ihre berufliche Zukunft kümmert, will Katerina erst einmal zur Erholung mit ihrem Lebensgefährten verreisen. Die Überfahrt nach Kreta, eigentlich nur ein Auftakt für den Urlaub, wird zu einem tagelangen, zunehmend traumatisierenden Alptraum, denn Terroristen bemächtigen sich des Schiffs.

Kostas, der sympathische, etwas altmodische Kommissar, muss nicht nur um das Leben seiner Tochter und des Schwiegersohnes in spe bangen. Denn zu Hause an seinem Arbeitsplatz wartet ein kniffliger Fall auf ihn. Jemand hat den homosexuellen Star aus einem sehr erfolgreichen Werbespot regelrecht hingerichtet, und es gibt kein ersichtliches Motiv. Kostas muss rasch handeln und zum Teil auf eigene Faust: Als er eine Verbindung zu den Terroristen für möglich hält, die Katerinas Schiff in ihre Gewalt gebracht haben, tun seine Vorgesetzten dies als Spinnerei ab.

Dieser Krimi läuft zunächst erstaunlich ruhig an. Der Leser, dem die Reihe fremd ist, kann sich so jedoch gut auf den unkonventionellen Athener Kommissar und sein Umfeld einstellen; wer beides kennt, freut sich über Katerinas Fortentwicklung.

Dann läuft der Autor zur Hochform auf: Passagen atemloser Spannung wechseln sich mit kurzen, stimmungsvollen Abschnitten voller Lokalkolorit und kauzigem Humor ab. Alle Charaktere sind authentisch und klar gezeichnet, die Orte wurden passend zur Handlung gewählt. Bei der Auflösung hat sich der Autor Ungewöhnliches und Überraschendes einfallen lassen, doch wirkt am Ende alles stimmig und glaubwürdig. Auch hat Petros Markaris die Hilfe von Kommissar Zufall nicht übermäßig bemüht: Kommissar Kostas Charitos besitzt ausreichend Talent, um seinen Fall durch solide Polizeiarbeit zu lösen.
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am 21. Juli 2009
Poli kala!!!!
Ein reiner Genuss....spannend, atmosphärisch, humorvoll, interessant und ein sprachliches Meisterwerk.....am besten mit einem Glas Retsina geniessen.....auf diesen Schriftsteller kann man süchtig werden!
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am 17. Januar 2013
Der Autor schildert das Leben im heutigen Griechenland. Dazu benutzt er recht gekonnt den zeitweilig etwas ruppigen Kommissar Charitos als Ich-Erzähler in Gegenwartsform. Dieser subjektive Ansatz macht die Romane so besonders lesenswert, vor allem auch, weil der Autor uns einerseits geographisch den Verkehrsstau Athens - eine von ihm weidlich ausgeschlachtete und gelegentlich fast überstrapazierte Attitüde - und andererseits in kurzen Hinweisen die Geschichte Griechenlands des 20. Jahrhunderts von Venizelos über Metaxas, die deutsche Besatzung und die Junta der Obristen näherbringt. Dazu kommt die Fixbesetzung seiner Romane, allen voran Ehefrau Adriani, die sich durch Kochen und Fernsehen zu verwirklichen sucht, und Tochter Katerina, die eben erst promovierte Juristin, der schillernde Kriminaldirektor Gikas mit seiner attraktiven Sekretärin Koula, vor allem aber die besondere Beziehung des Kommissars zum Altkommunisten Sissis und zum Journalisten Sotiropoulos. Das sind die Herzstücke der Erzählungen.
Die Entführung der Fähre nach Chania und die Geiselnahme der Passagiere durch Terroristen bilden den einen Handlungsstrang, während zur selben Zeit offenbar ein Serienmörder zugange ist, der Werbemodels tötet und damit Panik in Politik und Wirtschaft auslöst. Der Mix der beiden Handlungsstränge scheint mir nicht wirklich gelungen, denn die Täter bleiben diesmal blaß und die Familiengeschichte des Kommissars überlagert zu sehr seine Erhebungen. Insgesamt kein schlechter, aber doch ein schwächerer Markaris.
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am 21. Oktober 2009
Der Autor kennt die Stadt und die Menschen,die in dieser Stadt leben.
Wir haben hier zwei Verbrechen,die anscheinend nichts miteinander zu tun haben,einmal eine terroristische Geiselname und dann Mord in der Homosexuellen Szene.
Erst als der Kommissar den Zusammenhang erkennt,findet er die Lösung und die ist dann nochmals eine Überraschung.
Wunderbar zu lesen,ohne extremen Horror und Sex,gute Übersetzung-Literatur-
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am 1. September 2015
Spannend wie immer , griechische Milieustudien vom Feinsten .Und wer die Möglichkeit hat Petros Markaris bei einer Lesung zu erleben sollte unbedingt hingehen!
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am 28. Januar 2016
Wer Markaris liebt: Wie immer ein Lesegenuss!
Ebenso kommen Athen-Fans auf ihre Kosten, da sehr viele topographische Beschreibungen geliefert werden.
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am 2. März 2015
Wieder werden aktuelle Themen indem Krimi bearbeitet. Eine sehr gute Mischung, die uns Deutschen die griechische Seele näher bringt. Sehr zu empfehlen!
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