Fashion Sale Hier klicken Strandspielzeug b2s Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More sommer2016 HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

3,2 von 5 Sternen
424
3,2 von 5 Sternen
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:22,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Die Story handelt von der IT-Spezialistin Mae Holland, die einen neuen Job im beliebtesten Unternehmen der Welt antritt: "Der Circle" ist eine Art Fusion von Google, Facebook und Twitter, die größte Datensammelmaschine der Erde, eine Plattform für alle nutzerrelevanten Informationen, die man sich denken kann. Passworte, Profile, Blogs, GPS- und Handydaten, alles "verwaltet" der Circle. Zum Wohle der Gesellschaft und aus völlig uneigennützigen Gründen. Natürlich nicht. Die völlige Transparenz hat ihren Preis, nur bemerken die Nutzer zunächst nicht, welchen Preis sie dafür zahlen. Sie zahlen am Ende mit ihrer Freiheit.
Die Circle-Firmenzentrale in Kalifornien ist ein paradiesischer Ort, an dem für die Angestellten die denkbar besten Lebensbedingungen geschaffen werden, im Austausch für die völlige Hingabe an die Firma (vor dem inneren Auge sieht man permanent die Google-Zentrale). Ein Hauptaugenmerk liegt auf der perfektionierten Kommunikation. Alle sind mit allen vernetzt, der soziale Austausch, die Entwicklung von Ideen und Visionen ist die übergeordnete Leitidee. Natürlich ist die Teilnahme am völlig transparenten Leben freiwillig, denn der Circle ist eine philanthrope Firma. Nur wer nicht mitmacht, der wird halt ein ganz kleines bisschen bestraft. Auch Philanthropie hat eben ihren Preis.
Mae bringt bald neue Ideen in den Konzern, die letztlich dazu führen, dass die gesamte Bevölkerung der USA unter die Hegemonie des Circle fällt. Sie tut dies im guten Glauben, der Terrorabwehr und dem Erhalt des Friedens in ihrem Land zu dienen. Der Circle ist spätestens ab diesem Zeitpunkt nicht mehr nur Facebook, sondern auch die NSA. Wer nicht "freiwillig" transparent ist, der ist verdächtig. Und wer verdächtig ist, der wird gejagt. Als Einige das vermeintlich menschenfreundliche Monster durchschauen, ist es bereits zu spät.

"Der Circle" wird gepriesen als der würdige Nachfolger von Orwells "1984", aber wer mit diesem literarischen Schwergewicht in den Ring steigt, der muss sich auch daran messen lassen. Dem Buch fehlt leider einiges, was Orwell ausmacht: Der visionäre Charakter, die sprachliche Brillanz und die dramaturgische Raffinesse. So gigantomanisch die Vision des Circle auf den ersten Blick erscheinen mag, so naheliegend und trivial ist sie letztlich. Es ist einfach die lineare Weiterentwicklung der Gegenwart, ohne Brüche und ohne echte Überraschungen. Eine wahre Vision zeichnet sich aber gerade durch Brüche im konventionellen Denken aus. Im Jahr 1949 war Orwells "1984" eine spektakuläre Vision, etwas, das in der Lebenswelt des Autors nicht vorkam, für die damaligen Leser kaum vorstellbar war und erst 60 Jahre später Realität wurde. Der Circle ist für mich dagegen in etwa so futuristisch wie eine Armbanduhr, die meinen Insulinspiegel misst. Gibt es noch nicht, ist aber nur eine Frage von einigen Jahren. Absolut vorhersehbar und keineswegs visionär.

Das eigentliche Problem des Romans ist aber seine Eindimensionalität. Der Erzählstrang ist vollkommen linear, ohne Parallelstories oder auch nur einen auktorialen Erzähler (also einen, der "alles weiß"). Dadurch bleibt die Dramaturgie ausgesprochen flach. Die Perspektive ist völlig beschränkt auf die direkte Erlebniswelt von Mae Holland, deren Begriffsstutzigkeit über die Folgen ihres Handelns in seltsamem Widerspruch zu ihrer angeblich überragenden Intelligenz steht. Ihre Vorgesetzten und der Firmenchef manipulieren sie permanent mit simplen Psychotricks und sie bemerkt auch hier nicht, dass sie nur ein willfähriges Werkzeug ist, das glaubt, ihre wegweisenden Ideen seien wirklich von ihr. In Wirklichkeit sind sie ihr nur durch offenkundig manipulative Fragen ins Hirn gepflanzt worden. Einmal kommen ihr dann doch Zweifel an der totalen Transparenz, als sie bemerkt, dass es in ihrem Leben Dinge gäbe, die sie ihren Eltern nicht erzählen würde. Sie ist aber so simpel gestrickt, dass sie auf die Frage des Firmenchefs, ob ihre Eltern diese Dinge vielleicht doch wissen wollen, mit "ja" antwortet und gleich zu dem Schluss kommt, dass es nichts gäbe, das zu verheimlichen gerechtfertigt ist. Mir ist letztlich nicht klar geworden, warum sich im Roman der Rest der Menschheit genauso einfältig wie Mae verhält und in einen globalen Rausch der totalen Transparenz verfällt.

Sprachlich ist Dave Eggert ein solider Handwerker. Die Charaktere werden so angelegt, dass sie über Kleidung, Physiognomie und Small Talk so beschrieben sind, dass der Leser schnell weiß, woran er ist. Diese Vorhersehbarkeit ist bei aller Phantasie, die in den raffinierten Gadgets des Circle steckt, und den hübsch ausgedachten Locations die zweite Schwäche des Buches. Wenn der Leser längst den Braten gerochen hat und die nächsten 20 Seiten schon selber schreiben könnte, tappt die Heldin immer noch im Dunkeln. Die Geschichte wird insgesamt etwas zu mundgerecht serviert, sie ist zu glatt, die Figuren sind ein wenig zu flach, wirken manchmal schablonenhaft und haben kaum Ecken und Kanten.

Und genau aus diesen Gründen ist "Der Circle" eben auch "nur" ein solider, spannender Unterhaltungsroman, kein neues "1984". Ein Hype wäre aus meiner Sicht unangebracht.

Torben Kessler liest routiniert und mit angenehmer Stimme. Ihm gelingt es, die Sätze so zu strukturieren, dass man den Inhalt auf Anhieb versteht und in Dialogen die Sprecher gut auseinanderhält. Man hört ihm gerne zu und das ist bei 10 Stunden Laufzeit eine ausgesprochen wichtige Eigenschaft.
11 Kommentar| 162 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Dezember 2014
Der Titel “Der Circle” in Kombination mit dem Coverbild, das durch den roten Hintergrund und die Zeichnung in der Mitte sofort ins Auge sticht, fängt die Aufmerksamkeit des Lesers ein, da man mit beidem erstmal nichts anfangen kann solange man den Inhalt des Buches nicht kennt. Um den Titel zu verstehen, reicht es, den Klappentext zu lesen, denn der “Circle” ist die Firma, um die sich Dave Eggers neuestes Werk dreht.

“Der Circle” hatte mich aufgrund seiner vielen guten Kritiken in der Literatur- und Bloggerwelt neugierig gemacht. Obwohl Zukunfts-Szenarien an sich nicht so mein favorisiertes Thema in Büchern sind, hat mich der Klappentext gerade in Zeiten von NSA und Co. neugierig gemacht.

Leider fiel mir schon der Einstieg in das Buch recht schwer und es wurde auch nicht wirklich besser. Obwohl der Plot an sich viel Potential bietet, hat “Der Circle” vor allem zwei wesentliche Schwächen: schwache Charaktere und viele Wiederholungen. Mae, die Protagonistin des Buches, ist so naiv, dass es schon weh tut und deshalb leider gar nicht sympathisch. Es kam während des Lesens so oft vor, dass ich sie am liebsten anschreien und schütteln wollte, weil ich ihre Naivität nicht ertragen konnte. Sie erscheint dadurch insgesamt unglaubwürdig, was im Übrigen auch auf einzelne Elemente der Story zutrifft. So wirkt beispielsweise ihr rasanter Aufstieg auf der Karriereleiter des Circle derart konstruiert, dass man nur die Augen verdrehen kann.
Aber auch die anderen Figuren wie Kollegen, Eltern, Freunde und Liebhaber waren alle irgendwie charakterlos und blutleer. Einzig Maes Ex-Freund Mercer konnte mich überzeugen.

Die Story rund um den Circle und seine Programme bzw. Erfindungen war größtenteils schon interessant. Der Leser bekommt einen guten Einblick in die Praktiken der Internetriesen wie Facebook, Google, Amazon, etc., die natürlich im Buch nie namentlich erwähnt werden, die die fiktive Firma “Circle” aber in sich vereint. Dave Eggers zeigt auf, welche Auswirkungen das Internet auf die Privatsphäre jedes Einzelnen haben kann. Was anfangs alles noch als praktisch und komfortabel erscheint, spitzt sich immer mehr zur totalen Überwachung zu, die (verständlicherweise) nicht jedem gefällt.
Je mehr sich der “Circle” schließt (=Totalüberwachung jedes Einzelnen), umso spannender wird es auch, wenngleich die Dramatik auf den letzten 100 Seiten teilweise etwas konstruiert und zu bemüht wirkt.

Ein Thriller ist dieses Buch jedenfalls definitiv nicht, denn für einen Thriller sollte eine kontinuierliche Spannung erzeugt werden, was durch die vielen Wiederholungen und eine oft vorhersehbare Handlung leider nicht der Fall war. Dem Buch hätten 100 Seiten weniger gut getan, da man die vielen Wiederholungen nur noch überfliegt und sich denkt “Ja doch. Ich habe es schon beim ersten Mal verstanden.” Das Ende hat mir wiederum sehr gut gefallen, da der Autor hier wenigstens nicht noch die Moralkeule schwingt.

Kurz erwähnen muss ich auch noch die “Aquariums”-Metapher, die ja in vielen Rezensionen gelobt wird. Für meinen Geschmack war diese Metapher vom gefräßigen Hai, der alles um sich herum verspeist, viel zu plump und passte so gar nicht in den Plot.

Mein Fazit: Mit “Der Circle” zeigt Dave Eggers welche Auswirkungen das Internet auf die Privatsphäre jedes Einzelnen haben kann. Trotz der spannenden Thematik konnten meine Erwartungen an die Geschichte leider nicht erfüllt werden. Schuld daran waren vor allem eine naive, unglaubwürdige Protagonistin, eine lineare Handlung ohne Überraschungen und etliche Wiederholungen.
88 Kommentare| 118 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Dezember 2014
Die Lektüre dieses Romans, der momentan einen extremen Hype (u.a. auch durch den von mir ansonsten sehr geschätzten Denis Scheck) genießt, hinterlässt bei mir Zwiespältigkeit. Einerseits gelingt es der Autor die gängigen Mechanismen sozialer Netzwerke und technischer Möglichkeiten des Internets glaubhaft zu extrapolieren und zu zeigen, welche Folgen dies für die Privatsphäre hat. Auch nicht ungeschickt ist sein Konstrukt der Firma "The Circle", deren Angebot eine Kombination der Dienste von Facebook, Twitter usw. ist. Die Firmenzentrale und deren Strukturen lehnen sich an die Arbeitskultur von Silicon Valley Unternehmen wie Google an.

So weit so gut. Aus diesem Setting hätte man gut ein Sachbuch machen können. Hat der Autor aber nicht. Er hat sich dazu entschieden, ein Stück Belletristik zu erzählen, einen Roman zu schreiben.

So weit so schlecht. Denn, wie immer steht und fällt ein solcher Versuch mit dem Plot und mit den Charakteren. Der Plot ist linear, es werden keine Nebenhandlungen erzählt und wirkliche Überraschungen gibt es auch nicht. Die Dramatik in den letzten Kapiteln wirkt sehr konstruiert und ganz zum Schluss hat der Autor erkennbar keine Lust mehr gehabt oder der Lektor saß ihm mit dem Abgabetermin im Nacken.

Wie auch die anderen Rezensenten muss ich darüber hinaus die extreme Flachheit der Charaktere bemängeln. Allen voran die Protagonistin Mae Holland, die als naives Dummchen protegiert von einer Schulkameradin einen Job im "Circle" ergattert und dort einen rasanten überhaupt nicht nachvollziehbaren Karriere-Höhenflug erlebt.

Fazit dennoch: Wer über die Erzählschwächen hinweg sieht, bekommt eine lesenswerte und bisweilen gruselige Extrapolation, wie es mit unserer Privatsphäre enden kann.
0Kommentar| 81 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. März 2016
Wenn "The Circle" eins geschafft hat, dann mich zum Nachdenken zu bringen. Ich habe es nun seit ein paar Tagen beendet und es lässt mich immer noch nicht so ganz los. Das spricht ja nun eigentlich für ein sehr gutes Buch. Mein Problem mit diesem Buch ist, dass ich das Thema unheimlich interessant finde, die Ideen und die "neue Techik" wirklich sehr gelungen dargestellt werden und auch realistisch klingen. Man kann sich eine ähnliche Zukunft also durchaus vorstellen.

Allerdings kann ich die Handlungen der Charaktere überhaupt nicht nachvollziehen! Also wirklich so gar nicht! Mae, die Hauptperson gibt mir einfach mal gar nichts, ich kann mich kein Stück mit ihr identifizieren! Am Anfang wirkt sie noch eingeschüchtert von ihrem neuen Arbeitsplatz und man kann ja noch nachvollziehen warum sie sich recht schnell beeinflussen lässt. Der erste Teil des Buches hat mir deshalb auch noch relativ gut gefallen (Trotz einiger ständiger Wiederholungen und teilweise etwas nervigen Dialogen.) Aber was dann im zweiten Teil folgt hat mich einfach nur aggressiv gemacht! Es kann doch nicht sein, dass sich eine Person durch einige wenige Gespräche so beeinflussen lässt, dass sie das eigenständige Denken und jegliche Selbstreflexion komplett einstellt. Dass ihr die Meinung Ihrer Eltern und Ihres Exfreundes Mercer total egal sind. Dass sie einfach so gewillt ist ihr komplettes Privatleben öffentlich zu machen und es sie überhaupt nicht nervt, dass jeder sieht wann und wo sie aufs Klo geht.

Und vor allem: Dass neben ihren Eltern, ihrem Exfreund und noch wenigen anderen Personen, es keinen zu stören scheint und man es komplett normal findet. Vor allem, da der Roman so nah in der Zukunft spielt wirkt das für mich extrem unrealistisch.

Mein Lieblingscharakter ist eindeutig Mercer! Die anderen find ich fast alle ziemlich schrecklich. Am schlimmsten Francis! Und was der supermysteriöse Kalden an Mae findet begreift man auch überhaupt nicht. Dann passieren diese schlimmen Dinge mit Maes Eltern, ihrer besten Freundin Annie und Mercer und selbst die bringen Mae nicht einmal ansatzweise dazu, an dem was sie, oder der Circle tut zu zweifeln! Jedesmal denkt man wieder: "So jetzt muss sie es doch raffen", aber nichts! Ich wollte Mae einfach nur noch -tut mir Leid- eine reinhauen. Den zweiten Teil des Buches fand ich jedenfalls sehr anstrengend. Ich habe die ganze Zeit auf einen Wendepunkt in der Geschichte gewartet und der wurde auch oft genug angedeutet. Nur kam er einfach nicht!

Wie gesagt, die Idee an sich finde ich echt gut, nur ist sie für mich nicht gut umgesetzt worden und hat mir zu viele Schwächen. Mir hat auch das Ende gefallen (obwohl ich die ganze Zeit damit gerechnet habe). Alles in allem ist mir das ganze etwas zu überspitzt dargestellt, auch wenn das vielleicht so gewollt ist um die "Gefahr" einer gläsernen Gesellschaft zu verdeutlichen.
Drei Sterne gibts weil "The Circle" mich trotzdem zum Nachdenken gebracht hat und mich das Thema nun schon einige Tage beschäftigt. Es lässt mich kritisch auf meinen eigenen Umgang mit sozialen Netzwerken blicken und das finde ich sehr gut! Was mich beunruhigt ist, dass es mich dazu gebracht hat, seit Jahren so etwas ähnliches wie eine Rezension zu schreiben um meine Meinung mit dem Rest der Welt zu teilen!
0Kommentar| 9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. Juni 2016
Wir dürfen nicht vergessen, dass wir hier in Deutschland in einem Land leben, in dem Bildung weitestgehend kostenlos ist.
Mae hat am Ende ihres Studiums über 200.000 USD Schulden und hat sich von Anfang an den Anpassungsprozessen unterwerfen müssen, um überhaupt so einen Kredit zu bekommen. Sie ist das Produkt dieses menschenfeindlichen Marktaspektes auf das Berufsleben, der sich vor allem auf unerfahrene Menschen auswirkt und als Jugendwahn daher kommt - weil ältere Leute schon selbständig denken können? Der 'markttaugliche Mensch' soll überhaupt keine Tiefe haben, sondern sich als Konsument begreifen.
Es ist nicht nur in Amerika so, dass der persönliche Wunsch nach Teilhabe anfällig macht fürs Krötenschlucken - man denke an die Herrscharen von Praktikanten, die sich selbst ausbeuten, indem sie sich ausbeuten lassen, die Internetsklaven, die für ihre Mikrodienste in Cent bezahlt werden. Besonders gerne wurden auch junge Talente in Werbeagenturen ausgebeutet, die sich auch noch ganz toll finden durften, weil sie da waren, wo die Post abging. Heute sind es die Internet StartUps. Psychologen, die in die Werbung gehen, Hochschulabsolventen, die in Beratungsfirmen schwärmen - alles das sind Teile der Maschinerie, die Firmen und Organsiationen neoliberal gleichschalten und dem Menschen das Selbst-Denken erschweren sollen. Das alles greift schon lange um sich und der Datenhunger aller global agierenden Unternehmen nimmt ständig zu und kann sich auf unsere Bequemlichkeit verlassen.
Mae sollten wir also nicht nach literarischen Gesichtspunkten betrachten, sondern eher als Blaupause für einen kritischen Blick in unsere nähere Umgebung und die von den Medien propagierten Typen. Genau so sollen wir sein.
Mir hat das Buch nicht unbedingt literarisch gefallen, was aber auch an der niedrigen Betroffenheitsschwelle liegen kann.
Aber mir wurde klar, wie das Anfüttern funktioniert. Gerade der Circle steht ja für das 'Gute' schlechthin, nicht nur einfach gute Jobaussichten, sondern 'Innovation', 'Umwelt', 'Sicherheit', 'Sauberkeit'. Das Buch macht offensichtlich, wie der glückliche Überschwang der Protagonistin regelrecht aufgesogen wird und sich mit diesen Schlagworten verbindet. An mehreren Stellen im Buch ist Maes spontane Reaktion eher zwiespältig, aber weil sie an das Gute von The Circle glaubt, tötet sie eher die innere Stimme ab, als an dem zu zweifeln, was für sie zentrale Bedeutung ihres Seins hat. Die diversen Eskalationsstufen in ihrer Entwicklung bis hin zum 'Verhindern' der für sie als 'Apokalypse' empfundenen Zerschlagung des Circle ist die konsequente Deklination, was aus uns Menschen werden kann, wenn wir nicht als freie Wesen in einer relativ geschützten Gesellschaft uns entwickeln dürfen, sondern als Mensch und als Gesellschaft 'marktkonform' sein müssen.
Man kann es auch so sehen: Da, wo das Buch in den Augen mancher besonders schlecht ist, ist es besonders gut.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. Februar 2016
Erstmal das Positive: Das erste Drittel ist spannend, wenn auch skurril. Und, ja: es regt zum Nachdenken an, wieviel Transparenz noch "richtig" ist - und wo man persönlich lieber rechtzeitig sein Veto einlegen sollte.
Jetzt zur Kritik: Mae ist sowas von leichtgläubig und beeinflussbar, dass es manchmal fast weh tut. Und: Mir fehlt ein Wendepunkt!!! Ständig hofft man darauf, dass die Protagonistin endlich sieht, was abgeht, und sich wehrt. Mercer würde ihr sicher helfen. Aber nein - sie verrät sogar ihre einzige heimliche Leidenschaft, nach den zauberhaften Momenten auf dem Wasser. Geht echt gar nicht!
Und: Es sind ein paar Übersetzer-Kinken drin sowie logische und Rechtschreibfehler (sowas wie "macht nicht's" darf nicht passieren). Wäre es die 1.Auflage, dann noch halbwegs verzeihlich; aber für eine 2.Auflage (die ich geschenkt bekam) hätte man diese Dinge korrigieren sollen...

Persönliches Fazit: Wäre das Ganze aus Kaldens Sicht geschrieben, dann hätte das Ganze deutlich mehr Potenzial gehabt!
11 Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. Mai 2016
Auf das Buch bin ich durch die Bestsellerliste gestoßen und nach einer Leseprobe habe ich mich dazu entschieden, es zu lesen, da ich das Thema sehr ansprechend und modern fand. Leider wurde ich sehr enttäuscht. Die Grundidee ist toll, aber leider ist die Umsetzung miserabel. Der Autor hat meiner Meinung nach einen schlechten Schreibstil und die Handlung ist weder spannend noch fesselnd. Stattdessen werden Seiten mit sinnlosen Dialogen (dabei weiß jeder, der gerne schreibt, dass Dialoge nur dann verwendet werden sollen, wenn sie die Handlung vorantreiben oder dem Leser wichtige Informationen liefern) und langweiligen Szenen (Stichwort Kajak fahren) gefüllt. Dazu kommen die oberflächlichen und uninteressanten Charaktere, bei denen ich manchmal das Problem hatte, sie auseinander zu halten, weil sie so flach waren.

Nun zu der Protagonistin Mae (deren Name schon eine Quälerei ist). Sie ist in meinem Alter (ich bin 23 sie 24) und trotzdem extrem naiv, manipulierbar, von sich selbst überzeugt und dämlich. Mit logischen Charakteren komme ich zurecht, egal ob ich ihre Handlung mag oder nicht, aber Maes Verhalten ist sowas von unrealistisch, dass ich mich während dem Lesen gefragt habe, ob sie auch nur einen Funken von Intelligenz oder Moral besitzt. Damit hat es sich Eggers zu einfach gemacht und ist in seinem Roman, der sicherlich auch erschreckend sein und zur Aufklärung dienen sollte, gescheitert.

Was ebenfalls unrealistisch ist: Die Gesellschaft bzw. die Welt wehrt sich - abgesehen von einzelnen Personen - überhaupt nicht gegen die Abschaffung der Privatsphäre, gegen die Transparenz etc. Weder die Medien, noch irgendwelche Bewegungen oder kritische Stimmen werden thematisiert oder fließen in die Handlung ein, außer die eines Ex-Freundes der Protagonistin. Das ist zu wenig, zu unrealistisch, zu zu zu...

Um zum Ende zu kommen: Dieses Buch war eine totale Zeitverschwendung. Mae macht keine nennenswerte Entwicklung durch, die Auswirkungen des Circle auf die gesamte Welt werden kaum thematisiert und von einem prägenden Buch kann bei Weitem nicht die Rede sein. Die Idee war gut, aber der Autor hat mit seinem Schreibstil und seiner Handlung die solide Basis zerstört. Hätte sich ein anderer Autor diesem Thema angenommen und daraus ein spannendes Buch ohne Längen, einer sich-entwickelnden Hauptperson und einem guten Schreibstil gemacht, hätte es ein prägendes Buch mit einer Existenzberechtigung an Schulen werden können. So bleibt leider kaum etwas hängen, außer der Frage, welche Arbeit der Lektor wohl geleistet haben mag.

Die Lobeshymnen kann ich überhaupt nicht nachvollziehen und Vergleiche mit Orwell oder Huxley sind eine Beleidigung für die genannten Autoren.
0Kommentar| 9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 18. Oktober 2014
Mae ist vierundzwanzig und hat seit ihrem Studium in einem mittelmäßigen Job bei den Strom- und Gaswerken ihres Heimatortes gearbeitet. Jetzt, nach achtzehn Monaten, wird endlich ihr Traum wahr: Ihre Studienfreundin Annie hat ihr einen Job beim Circle beschafft, dem wohl modernsten und einflussreichsten Technologiekonzern Amerikas. Von ihrem Einsatzort in der Customer Experience lernt sie die Unternehmensphilosophie kennen und erlebt den Start weltverändernder Innovationen hautnah mit. War sie anfangs noch skeptisch, wird sie allmählich ein Teil des Circle. Aber wohin wird die Vision des Unternehmens die Welt führen?

Der Leser lernt Mae an ihrem ersten Arbeitstag beim Circle kennen. Sie ist begeistert, geradezu überwältigt von der Gelegenheit, für das Unternehmen arbeiten zu dürfen. Eine erste Führung des Campus zeigt ihr, dass das Unternehmen seinen Mitarbeitern alles bieten möchte: Die neueste Technik, Sportplätze, Partys, Livemusik, die besten Köche in der Kantine, Wohnheimszimmer, wenn es zu spät wird, um nach Hause zu fahren. Auf den ersten Blick wirkte dieses Unternehmen auch auf mich wie der Traum eines jeden Arbeitnehmers.

Nach den ersten überwältigenden Tagen voller neuer Eindrücke beginnt für Mae ihr Einsatz in der Customer Experience. Hautnah verfolgte ich, wie sie ihre Hauptaufgabe kennenlernt, die Beantwortung von Kundenanfragen. Doch damit ist es nicht getan. Bald wird ein weiterer Bildschirm aufgestellt, auf dem sie mit ihrem Vorgesetzten kommuniziert. Einer, mit dem sie im sozialen Netzwerk des Circle agieren kann, denn Partizipation ist alles. Einer, der den Rang ihrer sozialen Aktivität anzeigt, ein Armband für Vitalfunktionen und Schritte misst, ein Kopfhörer, mit dem sie Fragen beantwortet… immer mehr Technologie kommt hinzu, die immer mehr Möglichkeiten der Kommunikation, aber auch der Überwachung bietet. Hat Mae anfangs noch den Campus um fünf Uhr verlassen und sich aus dem sozialen Netzwerk ausgeklinkt, wird sie bald eindringlich gebeten, den Circle an ihrem Leben teilhaben zu lassen. Immer stärker wird sie ein Teil der Gemeinschaft, will dazugehören, und muss schließlich entscheiden, was ihr im Leben wichtig ist.

Besonders fasziniert hat mich, wie schleichend die Entwicklung vor sich geht. Wo ist die Grenze, an der man zugeben sollte, dass es zu viel wird? Mit wie viel Transparenz und Überwachung kann man selbst leben? Der Autor nahm mich mit in eine Welt, die sich gar nicht so sehr von unserer heutigen unterscheidet. Die technischen Innovationen, die beschrieben werden, gibt es zum Teil schon oder es ist nicht unwahrscheinlich, dass sie bald möglich sind. Doch sollte man sie wirklich in dem Ausmaß einsetzen, wie der Circle es tut? Könnte es passieren, dass ein Unternehmen in unserer Zukunft tatsächlich eine solche Macht entwickelt, und wie viel Macht haben Technologiekonzerne heute schon? Wie viel in diesem Buch wird in zehn, zwanzig, dreißig Jahren Realität sein?

Die eindringliche, nüchterne Sprache des Buches hat mich immer tiefer in die Geschichte hineingezogen. Nur wenige Bücher haben es bislang geschafft, mich so sehr zum Nachdenken zu bringen wie dieses. Obwohl ich es nun seit ein paar Tagen ausgelesen habe, beschäftigt es mich noch immer sehr. Dave Eggers zeigt zahlreiche Möglichkeiten auf, wie eine flächendeckende Überwachung realisiert werden kann, wie das Wissen und die Erfahrungen eines jeden der ganzen Welt zugänglich gemacht werden können. Gleichzeitig präsentiert er Charaktere, die von dem, was sie tun und wofür sie stehen, vollkommen überzeugt sind. Oder kommt bei dem einen oder anderen nicht doch ein leiser Zweifel auf…? Gerade die Tatsache, dass die Ideen nicht von Grund auf schlecht sind, sondern man es damit zu weit treiben kann, macht es schwer, die Grenze zwischen Richtig und Falsch zu finden.

Erwartet keine actionreiche Geschichte, keine großen Emotionen. Hier wartet eine kühle Welt der Technologie auf euch, die auf völlige Transparenz ohne Geheimnisse und auf maximale sozial Vernetzung zusteuert. Kann und will man so etwas? Findet am besten selbst heraus, wo eure Schmerzgrenze der Überwachung liegt – lest dieses Buch, von mir gibt es dafür eine absolute Leseempfehlung.
0Kommentar| 21 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. März 2016
...frei nach Herbert Grönemeyer in seinem Lied "Uniform" würde ich dem Buch diese Überschrift geben.

Es ist ein gutes Buch, vielleicht auch ein wichtiges in der heutigen Zeit. Ich habe die Protagonistin auch als naiv erlebt. Aber: Wenn man den Circle mit einer Sekte vergleicht - und der Gedanke drängte sich mir abseits von Google und Facebook ziemlich oft auf - kann man sich schon vorstellen, dass digitale Gehirnwäsche und Größenwahn zu derart unreflektiertem Verhalten führen könnte. In meinem Bekanntenkreis habe ich bei Menschen, die das 40. Lebensjahr bereits überschritten haben, die Erfahrung gemacht, dass für sie eine Kommunikation und Problemlösung nur noch über Whatsapp und Facebook möglich ist. Das sind für mich schon Verhaltensweisen, die zeigen, wie digitale Kommunikationsformen und die Macht der Unternehmen des Silicon Valley dazu führen, dass man sozial inkompetent wird. Dazu habe ich starke Parallelitäten in diesem Buch gefunden. Das bedeutet für mich, dass das Buch durchaus auf Verhaltensweisen von Menschen basiert, die heute schon vorhanden sind. So weit das Positive und Wichtige aber auch das Bedrückende an dem Buch.

Allerdings bin ich auch der Meinung, dass es sich sehr zäh las. Wenig Spannung, teilweise fühlte ich mich genervt von dem Buch und seinem Inhalt. Manchmal wurde es fast uninteressant. Man konnte erahnen, dass bei der Protagonistin kein Sinneswandel eintritt. Allerdings wäre das vermutlich auch reichlich kitschig gewesen. Das Ende kam dann zwar wirklich schnell, aber für mich nicht zu schnell. Ich war froh, das Buch aus der Hand legen zu können und von dem digitalen Overkill genug zu haben.

Die wichtigste Botschaft des Buches ist für mich, dass man aktuelle Entwicklungen im Bereich Social Media mit ausreichend Skepsis betrachten, sich ein großes Maß an Privatsphäre behalten und die entsprechenden Plattformen oder Tools nur rudimentär nutzen sollte. Vor diesem Hintergrund wäre es sehr wichtig, dass gerade Menschen, die abhängig von digitaler Kommunikation sind, dieses Buch lesen. Aber Bücher sind ja in deren Augen meist völlig out. Wobei - vermutlich sind diese Leute auch schon so in ihren Verhaltensweisen gefangen, dass es bei ihnen ähnliche wie bei Mae Holland nicht zu einem Sinneswandel käme. Insofern passt das Buch zum Teil wieder zur heutigen Realität.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. April 2016
Den Sektencharakter der Zunkunftsbesessenheit und Fortschrittsgläubigkeit mache ich sowohl in der Gegenwart wie im Roman von Eggers aus. Kritiker daran werden als Kulturpessimisten verbrämt oder im Roman als Bigfoot verspottet, Respekt ihrer Traditionen oder dass man sich mit ihren Argumenten auseinandersetzt findet nicht statt. Fachwissenschaftler der Literatur bekriteln allerlei, machen die Kriterien für einen schlechten Roman aus, aber deren Empfehlungen sind oft unlesbar. Ich fand ihn spannend bis zur letzten Seiten und er hat mich gut unterhalten. Und dass die Sprache dünn, keinen ästhetischen Mehrwert besitze, die Fuguren simpel gestrickt seien, hat mich nicht gestört, ermöglichten ab eine flotte Lese.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

4,99 €
8,93 €

Benötigen sie kundenservice? Hier klicken