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am 21. Juli 2017
Weil ich ein Jahr in Istanbul gelebt habe (Erasmus) habe ich einen besonderen Bezug zu Istanbul. Dieses Buch beschreibt die Stadt so schön, dass man sich sofort zurückversetzt fühlt.
Die teils Kontroverse Auseinandersetzung mit der türkischen Vergangenheit in Bezug auf die Armenier finde ich gelungen. Von Romantik über Dramatik bis hin zum politischen Statement wird hier alles geboten.

Für mich eine absolute Leseempfehlung für alle, die sich für die Türkei interessieren oder sogar für sie schwärmen.
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am 23. November 2011
Dieses Buch ist wahrlich Geschichtsunterricht in Romanform.
Ein amerikanisches Mädchen mit einem armenischen Vater begibt sich auf die Reise, ihre Wurzeln zu finden. Da ihr Stiefvater Türke ist,beschließt sie eines Tages seine Familie in Istanbul zu besuchen. Dort erfährt sie vom Genozid der Türken an den Armeniern. (1915-1923) Deren führende Intelligenz wurde ermordet, das Volk aus dem Land geworfen und teilweise ermordet. Viele flohen nach Amerika und leben dort in Hass auf ihre Verfolger.
Nur die ganz Jungen reichen sich zur Versöhnung die Hand.

Manchmal ist diese Buch schon sehr anstrengend - aber das Durchhalten zahlt sich aus.
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am 4. April 2007
Mit Regen und Flüchen beginnt dieser Roman über eine türkische Familie in Istanbul und eine armenische in den USA, die eigentlich nichts verbindet, zumindest nichts, das ihnen bewusst wird. Bis eines Tages die armenische Tochter einen Beschluss fasst.

Armanoush ist neunzehn, ihr Vater ist Armenier, ihre Mutter waschechte Amerikanerin, die in zweiter Ehe mit dem Türken Mustafa verheiratet ist. Abwechselnd lebt sie bei dem Vater und seiner armenischen Großfamilie in San Franzisko und der Mutter in Tucson, Arizona. So unterschiedlich beide sind, eines haben sie gemeinsam: Sie sind überbehütend und eines Tages beschließt Armanoush auszubrechen und die Familie ihres Stiefvaters in Istanbul zu besuchen. Der Mutter erzählt sie, sie sei bei Papa und seiner Großfamilie, denen wiederum erzählt sie, sie sei in Arizona bei Mama.

Voller Sorge kommt sie in Istanbul an. Für sie ist es die Stadt, in der ihre Vorfahren ermordet worden sind, die Türken werden sicherlich feindselig reagieren, wenn sie erfahren, dass sie Armenierin ist? Doch die türkische Familie empfängt sie herzlich und das ändert sich nicht, als Armanoush ihre Herkunft verrät. Stattdessen reagieren sie erstaunt. Von der Geschichte wissen sie so gut wie gar nichts.

Armanoush trifft in Istanbul ein Haus voller Frauen an. Den Kazancis sind immer die Männer abhanden gekommen, entweder starben sie früh, oder sie flohen, wie Armanoushs Stiefvater, der zum Studieren in die USA flog und nie mehr zurückkam. So leben vier Generationen Frauen unter einem Dach. Urgroßmutter "Petit Ma", die einmal Rachmaninov spielen konnte und jetzt wegen Alzheimer nicht einmal mehr Kinderlieder klimpern kann. Großmutter Gülsüm, die in einem früheren Leben Iwan der Schreckliche war, hart und verbittert durch die Ehe mit einem prügelnden, lieblosen Mann. Die vier Schwestern Banu, Feride, Cevriye und Zeliha mit den kurzen Röcken und hohen Absätzen. Die hat ein uneheliches Kind, Aysa, den Bastard von Istanbul.

Ihre Schwester Banu kann in die Zukunft sehen und legt erfolgreich Karten. Dazu hat sie zwei Djinn, einen guten, Frau Süß und einen bösen, Herrn Bitter. Letzterer ist wichtiger. Er kann ihr die Vergangenheit zeigen. Und weiß, wie schmerzlich Erinnerung sein kann. Das ist seine Rache an seiner Herrin: Er erzählt, was wirklich geschehen ist.

Immer tiefer dringt das Buch in die Geschichte der Personen ein, greift zurück in die osmanischen Zeiten, als Griechen, Armenier und Türken zwar nicht immer friedlich zusammenlebten, aber immerhin lebten. Dann die Ereignisse von 1915, als der Urgroßvater von Armanoush mit einigen hundert armenischen Intellektuellen abgeholt und in ein Todeslager gebracht wird. Die Geschichte Shushans, der Großmutter Armanoushs. Und bald zeigt sich, wie die gleiche Vergangenheit beide Familien geprägt hat, wie zufällige Ereignisse und die große Geschichte die kleinen Lebensläufe prägt. Denn: "Familiengeschichten vermischen sich miteinander in einer Weise, dass etwas, was Generationen zuvor passiert ist, in scheinbar belanglosen Entwicklungen der Gegenwart wieder auftaucht. Die Vergangenheit ist alles andere als vergangen. [...] Das Leben besteht aus Zufällen, auch wenn manchmal ein djinni nötig ist, um das herauszufinden."

Shafak verwebt diese Lebensläufe, zeigt, wie die Geschichte ihre Fangarme in die heutige Zeit ausstreckt und wie die Personen wurden, was sie nun sind. Erstaunlich, mit welcher Kunstfertigkeit sie dabei alle Register des Erzählens zieht, Personen und Geschichte lebendig werden lässt, die Leser fesselt und gleichzeitig dafür sorgt, dass das Buch einen nicht mehr loslässt und immer aufs neue beschäftigt. Bruchstück um Bruchstück taucht die Vergangenheit auf, nie erzählt Shafak alles auf einmal und obwohl der Leser bald ahnt, wer der Vater des Bastards ist, gelingt es ihr doch noch, ihn am Schluss aufs neue zu überraschen.

Nur wenige Familienromane erzählen so gekonnt, John Irvings "Gottes Werk und Teufels Beitrag" ist noch am ehesten vergleichbar.

Weil es um Armenier und Geschichte ging, wurde das Buch von Nationalisten in der Türkei vor Gericht gezerrt. Allerdings weigerte sich das erste Gericht diesmal, die Klage überhaupt zu verhandeln, das zweite sprach die Autorin frei. Das Buch wurde in der Türkei ein Bestseller, offensichtlich können Militär und Nationalisten das Thema nicht mehr länger unter den Teppich kehren. So hat Shafak nicht nur einen spannenden Roman geschrieben, sondern auch gezeigt, dass Bücher eine Bedeutung haben darüber hinaus, dass sie den Leser für einige Stunden fesseln können. »Shafak ist die beste Autorin, die die Türkei im letzten Jahrzehnt hervorgebracht hat.« behauptet der türkische Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk. Vermutlich ist das eine Untertreibung.

(C) Hans Peter Roentgen
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am 21. August 2017
„Der Bastard von Istanbul“ ist das erste Buch, das ich von Elif Shafak gelesen habe und sicher nicht das letzte. Ich war so begeistert von der Welt und den Charakteren, dass ich gleich eine ganze Rezension geschrieben habe. In kurz: Hinter jeder Ecke wartet eine neue Überraschung und die Handlung schlängelt sich schnell um 2-3 Familien. Ich mag das Buch wegen zwei Punkten: die stimmungsvolle Beschreibung von Istanbul, der Stadt, die ich immer besuchen wollte, und die vielen, ganz unterschiedlichen Frauenfiguren, alle anders, und alle gut so. Besonders Kapitel 11 kann ich euch da ans Herz legen. Großer Lesetipp.
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am 11. April 2007
Elif Shafak Der Bastard von Istanbul Eichborn Verlag

ISBN 3821857994

Nicht zu wissen, wo man hingehört und wo die eigenen Wurzeln liegen, das kann bedrückend und niederschmetternd sein!

Zwei junge Frauen, weitläufig mit einander verwandt, in ganz verschiedenen Welten zu Hause, die eine in Istanbul, die andere in Amerika, leiden beide an diesem Identitätssyndrom.

Asya ist das uneheliche Kind ihrer Mutter. Sie lebt in Istanbul unter verschwisterten Tanten, Mutter, einer Großmutter und einer Urgrußmutter in einem reinen Frauenhaushalt.

Die Familie gehört zur oberen Mittelschicht, ist akademisch gebildet und teilweise berufstätig.

Den Männern der Familie haftet das Gerücht an, dass sie nie lange leben, weil fast alle Ehemänner, Brüder und der Vater früh verstorben sind.

Um das einzige männliche Familienmitglied vor diesem Schicksal zu bewahren, wurde Mustafa nach Amerika geschickt.

Hier knüpft die amerikanische Geschichte an:

Rose, gebürtig aus Arizona, hatte einen Amerikaner armenischer Herkunft geheiratet, von dem sie geschieden ist. Die gemeinsame Tochter Armanoush aus dieser kurzen Ehe lebt bei ihr. Aus Rache an der großen armenischen Sippe und aus Liebe heiratet Rose in zweiter Ehe den Türken Mustafa, eben jenen Bruder der Sippe der Kazanci aus Istanbul.

Warum die Rache?

Es ist eine bekannte Geschichte, dass Armenier und Türken in Jahre langer Fehde zu einander standen, seit nach dem Ende des Osmanischen Reichs Mitglieder einer jungtürkischen Bewegung die armenischen Intellektuellen rücksichtslos verfolgten, aus Istanbul deportierten und damit den Völkermord an den Armeniern eingeleitet haben.

Neben der Identitätssuche der beiden Mädchen ist dieser Konflikt das ganz große Thema dieses Romans.

Während Mustafa sich aus allen Familienbanden entfernt hat und Amerikaner geworden ist, hat die in San Francisco ansässige armenische Familie ihren starken Zusammenhalt beibehalten und ist von erdrückender Fürsorge für fast alle ihre Familienangehörigen.

Asya und Armanoush sind jede in eine Welt und in Familien hineingeboren worden, in denen es unmöglich ist, Klarheit über ihre Zugehörigkeit sowohl zu einer Nation als auch zu einer Familie zu gewinnen. Auf der Suche nach ihrer wahren Identität begegnen sich die beiden Mädchen in der Familie von Armanoushs Stiefvater in Istanbul.

Hier beginnt die eigentliche Geschichte. Die beiden Mädchen kommen sich näher, teilen abenteuerliche Erlebnisse und Begegnungen und führen viele wunderbare literarische und philosophische Gespräche.

Der ganze Roman ist von einem ungewöhnlichen Zauber verschiedener Welten, Kulturen und dem Zusammenprall unterschiedlicher Völker und Charaktere.

Elif Shafak gelingt es, in einem groß angelegten Zeitgemälde zwei verschiedene Familienszenarien zu zeichnen.

Alle Figuren werden mit ihren Eigenheiten, Sonderbarkeiten, teilweise Verrücktheiten und Aufsässigkeiten und in ihrem ganz gewöhnlich Alltagsverhalten sehr persönlich charakterisiert.

Man bekommt Einblick in innerfamiliäre Familienstrukturen und Lebensgewohnheiten in der Türkei, von denen man hier nur wenig weiß.

Kaum ist je so klar geworden, dass es auch in der Türkei feizügige und liberal eingestellte Stadtbewohner und ein hinterwäldlerisches Völkergemisch gibt, das zu explosiven Spannungen innerhalb des Landes führen kann.

Geschichte und kulturelles Anderssein wird leichter begreiflich, wenn man Eindrücke durch personifizierte Handlungen vermittelt.

Elif Shafak ist das mit diesem Roman gut gelungen.

Sie ist eine angesehene Autorin, vielfach ausgezeichnet und gleichzeitig in der Türkei für diesen Roman verfolgt, angeklagt und frei gesprochen worden, da sie das Tabu des armenischen Völkermordes hier thematisiert hat.

Dieses Buch ist lesenswert und hoch aktuell.
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am 9. März 2007
Die junge, unehelich geborene Istanbuler Türkin Asya, erzogen von ihren Tanten und einer Mutter, die sie ebenfalls "Tante" nennt, ist Nihilistin und leidet zutiefst unter ihrem Schicksal als "Bastard", zumal ihre Mutter sich weigert, die Identität ihres Vaters preiszugeben. Sie rebelliert gegen das Diktat der überwiegend sehr konservativen Tanten und lebt ihr eigenes, allerdings wenig zielgerichtetes Leben.

Gleichzeitig droht in Amerika auch die gleichaltrige Armanoush an ihrer Familie, oder eigentlich an ihren Familien, zu zerbrechen. Der Spagat zwischen der armenischen Familie ihres Vaters, bei der sie sämtliche Ferien verbringt, und die sie tief hineinzieht in das zurückgewandte nationale Empfinden der Exilarmenier und ihren Hass auf alles Türkische, und ihrer von ihm geschiedenen Mutter Rose mit ihrer wütenden pauschalen Ablehnung des Armeniertums (weil sie sich von der Familie ihres Exmannes immer diskriminiert fühlte) mit ihrem etwas faden, aber sympathischen, aus Rache am Ex geheirateten türkischen Ehemann, fällt ihr zunehmend schwer. Armanoush versteht, dass sie sich selbst nur finden und positionieren kann, wenn sie in die Türkei reist und ihren armenischen Wurzeln nachspürt. Heimlich nimmt sie mit der Familie ihres Stiefvaters Kontakt auf und besucht diese.

Asya ist zunächst versucht, dem Gast mit derselben Abneigung zu begegnen, die sie für alle Frauen empfindet. Aber rasch entwickelt sie Verständnis für Armanoushs verzweifelte Suche nach ihrer Vergangenheit, und zwischen den jungen Frauen entsteht eine für sie selbst überraschende Freundschaft. Sie können zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehen, wie viele gefährliche schlafende Hunde Armanoushs Besuch wecken wird.

Elif Shafak hat in ihrem Roman mehrere Tabuthemen der türkischen Gesellschaft verarbeitet: den Genozid an den Armeniern, Inzest aufgrund einer verlogenen Sexualmoral, die Stellung der Frau in der Familie und die Ächtung unehelich Geborener. Hauptthema ist die Auseinandersetzung mit dem Massenmord an der armenischen Minderheit in der Türkei 1915. Elif Shafak schildert das Selbstverständnis der Nachkommen überlebender Armenier sehr sensibel; sie wirbt für Verständnis, ohne jedoch unkritisch zu sein. Zugleich vermeidet sie eine pauschale Verurteilung der Türken, insbesondere der jungen Generation, der es einerseits an Informationen zum Völkermord mangelt, und die andererseits auch nicht die Verantwortung für Taten übernehmen möchte und kann, die ihre Vorfahren verübt haben - eine Diskussion, die den Deutschen vertraut anmutet.

Das rechte Augenmaß bewahrt die Autorin auch hinsichtlich der Lanze, die sie für die türkische Frau bricht: Sie wertet die Männer nicht ab, während sie aufzeigt, wie zerstörerisch die traditionelle Rollenverteilung und die Vorurteile gegenüber einem unkonventionellen Lebensstil auf Frauen wirken können.

Der Roman ist geschickt konzipiert und spannend verfasst und stellt dem Leser sorgfältig auskomponierte, interessante und authentische Charaktere vor. Immer wieder überrascht der mit Sarkasmus gespickte Humor der Autorin; in mancher auf den ersten Blick komödienhaft anmutenden Szene verbirgt sich ein tiefer Abgrund.

Elif Shafak wurde 2006 aufgrund dieses Romans in der Türkei wegen "Verunglimpfung des Türkentums" angeklagt. Schon allein deshalb lohnt es sich, ihn zu lesen und sich eine Meinung darüber zu bilden. Abgesehen davon handelt es sich bei "Der Bastard von Istanbul" um ein wunderbares Stück Literatur und eine Liebeserklärung an eine Stadt zwischen den Welten, die sich für eine Mittlerfunktion wie kaum eine andere anböte.
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am 5. April 2010
Ich bewundere Autoren, die wie Elif Shafak in ihrem Buch "Der Bastard von Istanbul" mehrere plots miteinander verbinden können, ohne, dass es einem zunächst auffällt. Selten habe ich ein Buch gelesen, bei dem der TItel so gut passt wie bei diesem BUch, selten habe ich erlebt, wie ein Autor eine derart harte Materie wie den Genozid an den Armeniern um 1915, das Rollenverständnis der Frau in der türkischen, amerikanischen und armenischen Gesellschaft zu verschiedenen Zeiten, den Widerspruch zwischen Familienzusammenhalt und innerfamiliäre Ausgrenzung,Liebe und das alles nicht zuletzt in einem sehr spannenden Handlungsstrang zu erzählen, selten war ich so von einem Buch überrascht wie von diesem.

Es wird bestimmt nicht das letzte Buch der Autorin bleiben und auch die Thematiken an sich werden mich nicht mehr so schnell loslassen.
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am 27. September 2008
Die Geschichte der 19-jährigen Armanoush, die bei dem türkisch-armenischen Konflikt zwischen den Welten steht, ist spannend und oft auch witzig erzählt. Die historischen Hintergründe erfährt man dabei fast beiläufig.
Die angenehme Stimme von Anja Bilabel macht die 11 CDs zu einem kurzweiligen Genuss.
Weiterer Pluspunkt: Auf zwei Extra-CDs befindet sich das komplette Hörbuch im MP3-Format zum schnellen Kopieren auf PC oder MP3-Player.
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am 21. November 2011
Die vorliegenden Rezessionen waren der Anlass die DVD zu kaufen.
Erfreulicherweise habe ich hinter der Familiengeschichte noch viel mehr Inhalt gefunden und wundere mich, dass ich davon bisher nichts gelesen habe: für mich bildet die Familiengeschichte nur den Rahmen , sich mit Themen auseinander zu setzen wie Nationalbewußtsein, der Frage, wie lange müssen sich die Enkel für die schlimmen Taten ihrer Vorfahren entschuldigen, gibt es Wege in der Zukunft friedlich zusammen zu leben, sich zu tolerieren ohne zu vergessen u.ä..
Ich habe das Buch als Fabel empfunden (ich meine Parallenen wie "Nathan der Weise" ). Die gegenüber gestellten Ansichten regen zum Nachdenken über Themen an, die uns alle betreffen, in Deutschland mit dem Erbe des Nationalsozialismus, in der Türkei u.a. die Verarbeitung des Massakers an den Armeniern, in Japan und China die Kriegsgreuel(z.b. die Versklavung der Frauen, die den Soldaten zur Verfügung gestellt wurden und über deren Schicksal so lange geschwiegen wurde).
Die Auseinandersetzung mit diesen Themen und das Finden von Lösungen wird zukünftig den Weg der Geschichte bestimmen und ist Voraussetzung für ein friedliches Nebeneinander in Toleranz, sowohl der Menschen, als auch der ethnischen Gruppen und der Völker .
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Elif Shafaks neues Buch ist ein spannend geschriebener Roman und gleichzeitig ein aktuelles Zeitdokument. Denn die Diskussion um den Genozid der Armenier in der Türkei während des Ersten Weltkriegs ist brisant wie nie zuvor – erst vor wenigen Wochen erschütterten der Mord an dem türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink und die überstürzte Ausreise des liberalen türkischen Literaturnobelpreisträgers Orhan Pamuk die Weltöffentlichkeit.

Der Autorin, selbst wegen „Verunglimpfung der türkischen Republik“ angeklagt, geht es in ihrem Roman aber nicht um blinde Schuldzuweisungen, sondern um eine Aufarbeitung der türkischen Geschichte. Und es geht ihr um das private Schicksal zweier Familien und ihrer Frauen, die sich den aufrechten Gang durchs Leben von der Geschichte und den verbrämten Nationalisten nicht verbieten lassen wollen.

Ein sehr empfehlenswerter Blick auf unseren europäischen Nachbarn - und in der Türkei mit über 60.000 verkauften Exemplaren schon jetzt ein Bestseller. Ein Zeichen, das Hoffnung macht.
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