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am 18. August 2008
Der Philosoph Spaemann ist als scharfsinniger Kritiker des Zeitgeistes bekannt, der auf keine Meinungen politischer, akademischer oder gesellschaftlicher Art Rücksicht nimmt, weil er sich der Wahrheit verpflichtet fühlt. Das bringt er auch in diesem Buch zum Ausdruck, indem er die Einschränkung der Meinungsfreiheit durch die zunehmende dogmatische Wissenschaftsgläubigkeit kritisiert. Obwohl er von seinem christlich orientierten Denken keinen Hehl macht, genießt er hohe Reputation. Selbst weltliche Medien gestehen ihm eine Brillianz des Denkens zu. "Die Zeit" rühmte er schreibe "von allen deutschen Philosophen das beste Deutsch".
Für Spaemann macht es "die Würde des Menschen aus wissen zu wollen, was ist, und so muss sein, dass der ein sehr kümmerlicher Mensch sein muss, der nicht bereit ist, gründlich über das nachzudenken, was, wenn es wahr ist, as Wichtigste, ja das allein wirklich Wichtige ist."
Das ist eigentlich so logisch, dass es nicht weiter betont werden braucht. Die meisten Menschen kümmert es dennoch nicht. Das Wichtigste ist nach Spaemann die ganz existentielle Frage nach Gott, einer Frage, der niemand ausweichen kann. Der christliche Glaube beanspruche ja die gleiche Universalität wie die Vernunft. "Aber, die Vernunft bleibt hinter ihrem Begriff zurück, wenn sie die Frage nach Gott ausspart".
Spaemann fand sogar im Wirtschaftsmagazin "Wiwo" Gehör, als er seine Gedanken über intelligentes Design äußerte, wo er vor einer dogmatischen Wissenschaftsgläubigkeit warnte. "Es ist die große Täuschung der Moderne, dass die Naturgesetze uns die Welt erklären. Die Naturgesetze beschreiben die Welt, sie beschreiben die Gesetzmäßigkeiten. Aber sie erklären uns nichts." Warum nicht? Weil man das Leben nicht auf physikalische Begriffe reduzieren kann. Viele Menschen würden den Modellcharakter der wissenschaftlichen Rede verkennen und "eine wissenschaftstheoretische Weltanschauung kultivieren, von der sie glauben, sie sage ihnen tatsächlich, wie die Wirklichkeit ist." Damit hat er sicherlich Recht. Wenn sich die Forschung auf eine naturalistische Wissenschaft beschränkt, gibt es keine Chance, Zusammenhänge zu entdecken, die anderer als naturalistischer Natur sind. Wenn man untersucht hat wie Blitze entstehen, weiß man noch lange nicht, warum es sie gibt, bzw. warum die Natur so beschaffen ist, dass sie Blitze hervorbringt. Ganz abgesehen von nicht nachweisbar physikalischen Phänomenen wie z.B. das Wesen der Information bzw. Gedankeninhalte, die bloß abstrakter Natur sind. "Das Entstehen von Innerlichkeit ist z.B. auf gar keine Weise physikalisch erklärbar."
Er wertet es als Alarmsignal, "wenn heute in offiziellen Richtlinien unbedingte Glaubensüberzeugungen und missionarischer Eifer als Kriterium für gemeingefährliches fundamentalistisches Sektierertum genannt werden." Erstaunliche Worte für einen, der sich zum Katholizismus bekennt!
In Europa, warnt er, sei in den vergangenen Jahrzehnten unter der Norm political correctness eine Einschränkung der Meinungsfreiheit zu beobachten. "Wer an Gott glaubt, der glaubt, dass das Gute fundamentaler ist als das Böse" und "dass das Niedere somit vom Höheren aus verstanden werden muss und nicht umgekehrt." Das ist sicherlich auch eine Anspielung auf die Evolutionslehre, die so gesehen zur Umwertung der Werte ihren Beitrag geleistet hat und damit eher den Nachweis des Irrtums erbringt. Ein Irrtum, der sich fatal auswirken könnte.
Auch die große Sehnsucht des Menschen nach einem "im eigentlichen Sinne menschenwürdigen Zustand" wäre naturalistisch nicht erklärbar. Spaemann beharrt darauf, dass Glaube und Vernunft keine Widersprüche seien. Glauben sei sogar die höchste Form von Rationalität, weil er erkannt habe, dass jedes Erkennen auf Glauben beruht. Das Spezifische unserer gegenwärtigen Zivilisation sei, dass man versuche, die Überzeugungen der Menschen dem statistischen Realverhalten anzupassen. Auch wieder nur eine Form der Gleichschaltung der Masse, die man dann leichter manipulieren kann! Das Übliche als das Richtige zu legitimieren, ist jedenfalls mit dem Christentum nicht vereinbar. Sehr wohl aber mit dem ökumenischen Prinzip und Synkretismus.
Spaemann weist darauf hin, es gäbe da eine atheistische Atmosphäre, die tendenziell die Organe für die unsichtbare Welt zum Absterben bringt. Vielleicht unterschätzt Spaemann die momentan ebenso feststellbare Ausbreitung der Spiritualität. Es wird interessant zu beobachten sein, inwieweit und in welcher Form diese mit dem Atheismus und der Wissenschaftsgläubigkeit eine Allianz gegen den von Spaemann vertretenen Glauben an den Gott Abrahams eingehen wird.
Spaemann versäumt es auch nicht, bei allen theoretischen Ausführungen einen Lebensstil vorzuschlagen, der die Seele nicht beschädigt, sondern ihr gut tut, der auch positiv auf die Umgebung ausstrahlt und daraus seine Attraktivität bezieht. Er meint natürlich die christliche Lebensweise.
Interessant sind auch seine Ausführungen zum Leid. So wie der Schmerz ein hilfreiches Signal einer Bedrohung sei, so mache das Leid deutlich, dass das Böse in der Welt ist. Wäre es so, dass der Zusammenhang von Sünde und Leid jederzeit unmittelbar erfahrbar wäre, wäre es zugleich so, "dass der Böse leidet und der Gute nicht, dann wäre die Welt prinzipiell im Gleichgewicht, und der Böse wäre nicht der Fürst dieser Welt." Leiden zerstöre die Lüge, das Böse sei nicht böse. Eine etwas vereinfachte Darstellung. Die Wirklichkeit ist schlimmer.
Ein empfehlenswertes Buch.
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am 9. Dezember 2014
Die Gedankenführungen von Spaemann sind einleuchten und teilweise überraschend. Dieses Buch könnte zu meinem Lieblingsbuch werden, da es nicht nur den Begriff der Wahrheit behandelt, sondern ihn auch stichhaltig definiert.
Leider sind meine philosophischen Grundkenntnisse nicht so fundiert, dass ich dieses Büchlein leicht lesen könnte.
Die vielen Fachbegriffe, die in diesem Buch Verwendung sind für den Laien schlicht nicht verständlich. Ich sehe mich nicht als Laien, obgleich ich die fachspeziefischen Begriffe größtenteils kenne.
Für den philosophisch gebildeten Menschen ist dieses Buch eine große Freude, für mich eine Mühsal mit viel Freude und für den Laien ein frustrierender Leidensweg.
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am 24. April 2016
Das Buch "Das unsterbliche Gerücht" von Robert Spaemann gefällt mir deshalb nicht, weil es darin von lateinischen Redewendungen wimmelt, für die es weder im Buch (Anhang, Register etc.) noch außerhalb (Arbeitsheft, Arbeitshilfe etc.) Erläuterungen gibt
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am 2. November 2008
In seinem Buch "Das unsterbliche Gerücht" versucht der hoch angesehene konservative Philosoph Robert Spaemann die "Täuschungen der Moderne" zu entlarven und liefert en passant noch einen neuen Gottesbeweis. Vor lauter Respekt vor dem renommierten Denker werfen sich selbst eher liberale Medien wie die "Zeit" in den Staub und loben wie alle anderen sein profundes Wissen und seine abwechslungsreiche Sprache. In diesem Buch gibt es sicherlich etliche Passagen, denen man nur bewundernd zustimmen kann; z.B. die These, dass ein reduktiver Naturalismus die wichtigsten Aspekte der menschlichen Existenz ausblendet. Nur warum man im Umkehrschluss an einen personalisierten Gott glauben soll, diese Argumentation von Spaemann ist nicht immer logisch schlüssig und bezieht sich nicht überall auf den aktuellen Stand der Naturwissenschaften. Dass man ihm bei seinen sprachlich so schönen Ausführungen dennoch gern folgen möchte, ist einerseits ein Ausweis großer schriftstellerischer Fähigkeiten und hängt andererseits mit der, wie es einmal Thomas Metzinger in Bezug auf die Philosophie des Geistes ausgedrückt hat "unübersichtlichen Problemlage" zusammen, "die reichlich Hinterhalt für metaphysische Heckenschützen" bietet.
Hier einige Beispiele:
Bereits im ersten Kapitel reproduziert Spaemann die bekannte These, dass ein Nicht-Glaube (an einen personalen Gott) eine Überzeugung sei, die sich qualitativ nicht vom Glauben an einen solchen unterscheide. Diese sei wie jene eine letzthin unbeweisbare Überzeugung. Das mag für fundamentalistische Atheisten gelten, aber für die Mehrzahl der praktizierenden Agnostiker gilt es sicherlich nicht. Es gibt unendlich viele empirisch nicht überprüfbare Sachverhalte (z.B. Dawkins' um die Sonne kreisende Teekanne) und im allgemeinen fahren wir besser damit, solche Fragen zu ignorieren. Spaemann zitiert dazu dann auch an einigen Stellen Ockham, dem er aber nur dann recht gibt, wenn es nicht gerade um Gott geht.

Spaemanns Angriffe auf den Naturalismus beziehen sich auf einen reduktiven Naturalismus und sind in sofern oft durchaus treffend. Nur ist ein reduktiver Naturalismus angesichts der Erkenntnisse z.B. aus der Nichtgleichgewichts-Thermodynamik und der Evolutionsbiologie selbst in den Naturwissenschaften nicht mehr die vorherrschende Meinung. Spaemann meint, dass Begriffe wie Emergenz ja nur Namen liefern würden für nichtreduktive Phänomene, aber diese eben nicht erklären könnten - sonst wären sie eben auch reduktiv. Dennoch sind diese Phänomene aber naturalistisch, wir können sie studieren, simulieren und beschreiben - mit oder ohne Gott.

Für besonders kritisch, ja zum Teil irreführend halte ich die Anmerkungen des Autors zu Evolution und Intelligent Design. Warum bei Lebewesen ein qualitativ neues Phänomen in der Form auftritt, dass diese "Ziele" haben, erklärt schon ein einfaches Verständnis von Evolution. Wesen, die solche Ziele (Überleben zwecks Reproduktion) nicht haben werden schwerlich 3 Milliarden Jahre Evolution überstehen. Regelrecht irreführend ist Spaemanns Vergleich mit einer Rakete, die ihr Ziel sucht, 'da habe dann nicht die Rakete ein Ziel, sondern der Erbauer'. Das ist kein Wunder, denn die Rakete ist natürlich von intelligenten(?) Zeitgenossen entworfen worden und gerade nicht Produkt einer natürlichen Evolution. Genauso ist es bei den Bach'schen Kompositionen. Natürlich kann hinter allem ein geheimer Plan liegen, trotzdem sollten wir das Nachdenken über andere Erklärungswege nicht einstellen.

Bei seinem Gottesbeweis schließlich zitiert Spaemann ausführlich Friedrich Nietzsche (was würde der wohl dazu sagen?) und konstatiert, dass wir, wenn wir auf eine Gottesvorstellung verzichten ganz generell unseren absoluten Wahrheitsanspruch aufgeben müssten. Da wir nun aber bekanntermaßen alle zunächst einmal naive Realisten sind (um die Argumentation von Spaemann etwas abzukürzen), mithin an eine wahre Welt glauben, müssten wir eigentlich auch an Gott glauben. Nun stellen Nietzsche und seine Nachfolger tatsächlich den absoluten Wahrheitsbegriff in Frage, dass heißt aber nicht, dass wir damit den Begriff der Wahrheit komplett über Bord werfen. Es wird alles etwas komplizierter in der (Post-)Moderne. Angebote zur (Wieder-)Vereinfachung der Welt sollten wir kritisch lesen.

Dafür ist das Buch mit seiner stilistischen Eleganz prima geeignet.
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am 20. Februar 2010
Spaemann stellt dar, welche Denkalternativen zur Gottesidee existieren und welche Konsequenzen diese haben. Er läßt sich nicht einschüchtern durch Vorurteile, die als common sense gelten.
Großartig, wie sich bei Spaemann glasklare Logik und Abstraktion mit treffenden sehr konkreten Beispielen mischt. Die Dichte seiner Gedanken in diesem Buch ist stellenweise leichter verständlich, wenn man andere Werke desselben Autors (Natürliche Ziele: Geschichte und Wiederentdeckung des teleologischen Denkens bzw. Die Frage Wozu?) schon gelesen hat.
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am 8. Mai 2009
Von einem Autor der ein Wandel vorzogen hat, von einem radikalen Atheisten zum Priester kann man nur in Dankbarkeit verfallen. Es zeigt sich immer wieder, dass der Glaube im Menschen verankert, ist egal, welche Religion er später wählt. Ein empfehlenswertes Buch auf dem Weg zu einer tiefen Erkenntnis.
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