Shop now Shop now Shop now Shop now Shop now Hier klicken Jetzt informieren PR CR0917 Cloud Drive Photos Learn More Mehr dazu Hier klicken Mehr dazu Hier Klicken Jetzt bestellen Unlimited BundesligaLive longSSs17



am 14. Juli 2016
Pornographie als Kunst. Teils gerissen, gekonnt, das Unsagbare virtuos gehandhabt. In seiner Art wohl einmalig. Dabei werden durchaus Tiefenschichten des menschlichen Sexualtriebes berührt und ihren Geheimnissen Ausdruck gegeben. Das Chtonische, Dionysische der einmal geweckten Lust und ihre Nähe zur Mord- und Vernichtungslust. Soweit so gut oder ungut. Dann streift es bei soviel Wiederhohlungs- und Steigerungszwang und behaupteter Dauererregung auch das Komische. Das Geschmacklose wird nicht gestreift, sondern geschlürft, ausgesoffen, gefressen, gekotzt. Vieles ist – gut französisch – philosophisch veredelt und in intellektuelle Höhen gehoben, die der steifste Schw…. und die saftigste M…. eigentlich nicht hergeben. Ein bemerkenswertes literarisches Zeugnis. Immerhin vielschichtiger und ergiebiger als die monomanischen Phantasien des Marquis de Sade oder gar die der Anne Declos mit ihrer „Geschichte der O“.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. April 2000
Dies Werk ist nun tatsächlich ein Klassiker. Aber Vorsicht mit vorschnellen Kategorien! Wer ist Bataille? Ein Schriftsteller, ein Philosoph, ein Anthropologe, ein Wissenschaftler? Er ist alles und nichts davon. Er entzieht sich den klaren Grenzen und ihm gelingt es, sich einen ganz eigenen Raum zu schaffen. Er ist Grenzgänger des Surrealismus einerseits und des Existenzialismus a la Heidegger andererseits. Er synthetisiert objektive wissenschaftliche Beschreibung mit subjektivem Erleben; nichts ist klar und eindeutig, es gibt kein System, vielmehr den Mangel des Systems, die leere Stelle, das Unmögliche.
Das vorliegende Werk ist zurecht als "obszön" betitelt, gleichwohl ist es nicht pornographisch. Ganz ähnlich wie bei de Sade muß es dem Leser schwerfallen, das Werk erotisch zu lesen. Sicherlich, es stellt sich hier und da Erregung ein, aber diese Erregung macht nicht im oberflächlich-Erotischen Halt, sie taumelt und dreht sich vielmehr weiter bis zum Unsagbaren. Hier kann sich dann vielmehr Angst einstellen. Das genau ist von Bataille beabsichtigt, den Leser als Subjekt seiner Verkapselung zu entreißen, das Buch, der Text ist nicht mehr ein benutzbares objektives Ding, es findet eine Transgression statt, eine Grenzüberschreitung, die eine innere Erfahrung evoziert, auf das Unmögliche verweisend.
0Kommentar| 61 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Juli 2011
Erst nach Georges Batailles Tod kamen dessen um 1930 entstandene bahnbrechende erotische Erzählungen ans Licht - die allerdings eher von Obszönität als von Erotik handeln: Nicht der Lustgewinn steht im Mittelpunkt, sondern die Entfesselung, der ekstatische Tabubruch. In der aus Psychoanalyse und Surrealismus geschmiedeten Traumlogik dieser Geschichten ist die Blasphemie ein religiöser Akt. Im Mittelpunkt steht die lustvoll selbstzerstörerische Frau.
Die Sammlung beginnt mit der "Geschichte des Auges", die mit sexuellen Metaphern experimentiert und deren kühler, gewandter Stil sich an den ausschweifenden Inhalten reibt. Auch die kürzeren Texte "Madame Edwarda" und "Der Tote" greifen Muster des pornografischen Romans auf. Der psychologische Kurzroman "Meine Mutter" dagegen entfaltet sein Gift schleichend über drei der sechs CDs, bevor "Der Kleine" einen kopflastigen Schlusspunkt setzt.
Die geschulten Stimmen von Eva Mattes, Heikko Deutschmann, Peter Franke und Walter Kreye verhelfen den ungekürzten Texten zum Leben. Feinster Porno für den Kopf.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Januar 2010
Zum ersten Mal ist mir Batailles Denken in "Die Tränen des Eros" begegnet, einer historischen Untersuchung(?) über den Menschen und seine Erotik. Davon beeindruckt, habe ich mir den Prosa-Band "Das obszöne Werk" gekauft - und war gleichermaßen überrascht wie begeistert: Ich vermute, dass es nur wenige Autoren gibt, die allein durch Worte eine derartige Ekstase inszenieren wie Bataille. Eine Ekstase, die bei aller sexuellen Unverblümtheit (Geschlechtsverkehr, Urin, Blut, Tod etc ...) weit über das Körperliche hinausgeht, dieses viel eher als "Rahmen" für eine umfassenede Erotik betrachtet/ benutzt, die den Menschen tief in seinem Innern erschüttert.
"Das obszöne Werk" ist sicherlich kein leichtes Lesevergnügen und vermutlich nur für eine verhältnismäßig geringe Zahl an Lesern als sexuelle Stimulanz zu gebrauchen. Doch gerade diese Art der "nicht-pornographischen Pornographie" macht es für mich zu einem der besten erotischen Bücher überhaupt.
0Kommentar| 16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. September 2002
...ist nicht immer Lust für die Lenden. Ein Fehler, der oft, gerade in Verbindung mit diesem Werk, gemacht wird. Wie der Titel schon sagt: Es geht um Obszönität, und die ist nicht (immer) mit pornografischer Lusterzeugung zu verwechseln. Das gelingt auch nicht bei Charles Bukowski, Henri Miller oder De Sade. Hier geht es um ein Spiel des Geistes mit dem Undenkbaren, dem Obszönen, dem, was man nicht denken soll und darf. Und es ist bis ins Fundament gelungen. Auch wenn Sexualität darin eine Rolle spielt: Erotische Inspiration kann auch auf anderen Ebenen stattfinden, denn in der Erzeugung von Lust im Leser. Und dessen war sich auch Bataille bewusst, hat er nicht DAS Werk zu diesem Thema verfasst: "Die Erotik"?
Und hier hat er uns eine großartige Alternative aus und in einem breiten Fächer offenbart...
0Kommentar| 31 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. Dezember 2006
Wenn man nicht alles tun darf, kann man alles denken. So ist Bataille zu verstehen, der immer an der Grenze, mit dem Hang, diese zu überschreiten, Obszönität in aller Deutlichkeit präsentiert, hier und da dieseits der Grenze bleibt und sich im Erotischen aufhält, um Lust zu versprühen. Lust in Hinblick auf die Phantasie, auf den Geist versprüht er allemal.

Bataille ist schwer einzuordnen. Er ist Philosoph, ganz sicher, ist er Literat wie Miller, Nin? Die Frage bleibt ein wenig offen. Seine Kurzgeschichten mögen noch an Bukowski erinnern, doch die Flachheit und Direktheit hat er nicht, er wird auf eine besondere Art direkt, die die Fragen nach Intelligenz im Erotischen oder nach Obszönität des Intellektuellen stellt. Wenn die wahre Erotik Kopfsache ist, dann wird sie in den Höhen der Phantasie grenzgängerisch obszön. Diese Meisterleitung obliegt dann Bataille und nicht den Sades dieser Welt.

Den sogenannten kleinen Tod überspannt er ebenso, wenn Tod und Erotik bzw. Sex sich anschmiegen und den gesellschaflichen Konformitätsrahmen sprengen. Als wenn er in seiner eigenen geistreichen Ekstase den Leser in eine Welt des Ausser-Sich-Seins transferieren möchte.

Ebenso zwingt er in seiner direkten Art Religion unter den Mantel der Obszönität, bricht die letzten Tabus, wird blasphemisch und tragisch und dokumentiert damit erneut den Dualismus seiner Sexualität: die des Tabus und die der Überschreitung dessen. Nur in der Überschreitung kann er seinen Personen Leben geben, Leben, welches das eigentliche Ich transzendiert.
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. September 2009
Naja. Die erste Erzählung dieses Bandes ("Die Geschichte des Auges") ist ja noch ganz interessant, auch die letzte ("Der Tote") hat was. Der Rest ist völlig sinnfreies, postmodern anmutendes Geschwafel. Der Autor erweckt den Eindruck eines geschlagenen Kindes, das mit seiner religiösen Erziehung und seiner Sexualität nicht klarkommt. Bei seinen ermüdenden Monologen über Lust, Gott, Tod und das Böse ergeht er sich in endlos scheinenden Wiederholungen. Der im Nachwort behauptete soziologische Sinn des öbszönen Werks ist mir bei der Lektüre größtenteils entgangen. FAZIT: Naja. Zwei Punkte, mehr nicht!
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. März 2016
"Nacht, in der ich bis zur Erschöpfung das Band zerreiße, das mich mit den Menschen verbindet."
Oder sagt er es nur so?
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Mai 2013
Dieses Buch kann man nicht auf einen Ruck lesen, ich jedenfalls nicht. Immer wieder blättere ich zurück, lese erneut, lehne mich zurück und denke darüber nach, an wen und was mich diese Art zu Schreiben erinnert. Ich werde noch daran zu "arbeiten" haben ...
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. Mai 2010
Die Erzählung "Meine Mutter" ist für mich einer der besten Texte für Vielleser. Für Menschen, die endlich wieder in Wörtern und Sätzen einen künstlerischen Ausdruck suchen und sich mit der zeitgenössischen Literatur und ihren auf Gewalt herbeigedachten, flachen Erzählungen einfach nur langweilen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

Kokain
9,99 €
Das Unmögliche
13,90 €
Gegen den Strich: Roman
9,90 €

Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken