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Das dicke DDR-Buch Gebundene Ausgabe – 1. November 2002

3.7 von 5 Sternen 13 Kundenrezensionen

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Noch in den 80er-Jahren konnte man glauben, der Antifaschistische Schutzwall sei für die Ewigkeit gebaut. Und heute scheint das Land, das er umgab, nur mehr eine blasse Erinnerung zu sein: Lenin und Marx sind schon lange verabschiedet. Auffrischen kann man die Erinnerung an die Deutsche Demokratische Republik nun jederzeit mit diesem bunten, unterhaltsamen Lexikon -- ebenso geeignet für Ostalgiker wie für eingefleischte Wessis, bei denen ein plötzliches Interesse am Sozialismus und seiner Lebenswelt ausbricht.

Zu bieten hat Das dicke DDR Buch beispielsweise "die Straße der Besten" -- eine Galerie der DDR-Prominenz von Johannes R. Becher bis Markus Wolf -- und eine reich bebilderte Chronik der kurzen Geschichte des Arbeiter- und-Bauern-Staates. Es gibt ein Kuriositäten-Kabinett, Anekdoten und Geschichten, und am Ende des Buches kann man sein Wissen in einem DDR-Quiz auf die Probe stellen ("Wie hieß die Wochenzeitung der Pionierorganisation?").

"Warum hing in Fleischerläden immer noch wenigstens eine Wurst am Haken? -- Damit niemand nach Fliesen fragt." Der Leser lacht über "authentische Witze" und schmunzelt über eine Parade von DDR-Qualitätsprodukten (von Club-Cola bis Immergut-Kaffeesahne), die längst aus den Läden verschwunden sind. Humoristischer Höhepunkt bei dieser Tour durch die kommunistische Vergangenheit der Deutschen ist das Kapitel über den kreativen Umgang mit Sprache, der in der DDR gleich auf zwei Ebenen erfolgte: Die Obrigkeit führte lustige neue Begriffe ein, nannte beispielsweise die Fähnchen für die vielen Paraden und Aufmärsche "Winkelement". Das Volk andererseits konterte diese Neuschöpfungen mit Ironie -- aus Winkelementen wurden "Euphoriefetzen".

Bei 223 Seiten kann man sich durchaus dickere Bücher über die DDR vorstellen, aber kaum welche, mit denen Vergangenheitsbewältigung so viel Spaß macht. --Christian Stahl


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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Kaum sind etwas über ein Dutzend an Jahren vorbei, schon haben viele vergessen, dass da mal was irgendwas mit zwei getrennten Deutschen Staaten war. Schon dämmert's! Als „Wessi" - wer hat nur diese hirnrissigen Worte, die es ja „andersrum" auch gab, erfunden? - und insbesondere als einer, der „Ost-Kontakt" hatte, kennt man viele der kleinen und größeren Unterschiede zwischen „Hier" und „Drüben".
Egal, ob man mit der „Ostzone" oder schon der „DDR" (in diesem Fall sind die Anführungszeichen aus Bildzeitungs-Zeiten ja wohl gestattet) aufgewachsen ist, es ist ein Teil unserer Deutschen Geschichte. Das kann man mögen oder nicht, es ist nun mal so. Und besonders ist, dass es eine nicht unwesentliche Zahl von Menschen, Bürgerinnen und Bürgern, gibt, die eine Heimat, Gefühle, Erfahrungen und Erlebnisse lebensgestaltend hatten und das alles plötzlich und (un)erwartet verloren haben. Dabei ging Vielen sicher auch ein Stück von sich selbst verloren.
Das dicke DDR-Buch kann das keineswegs wieder ändern, zurückbringen, berichtigen, wieder gut machen oder klar stellen. Aber es kann gute Erinnerungen - die es ohne Zweifel auch gab - in angenehmer Weise sachlich und doch mit ein wenig wehmütigem Humor aufzeigen. Das tut das Buch in ausgezeichneter Weise. Ohne politisches „Glatteis", ohne vorwurfsvolle Erniedrigung oder Selbstheroisierung gibt eine nach Jahren gegliederte und vor allem stichwortartig kurz gehaltene Chronologie der Deutschen Demokratischen Republik Einblick in die geschichtlichen Abläufe, Kultur und Ereignisse einer Welt, die für die Einen im Dunkel für die Anderen im Alltag lag.
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Das dicke DDR-Buch vom Eulenspiegel Verlag ist ein Buch, das man gerne zur Hand nimmt und sehr ungern wieder weglegt. Seine Lesbarkeit und sein hoher Unterhaltungswert rühren dabei hauptsächlich von den zahllosen farbigen Abbildungen, vom benutzerfreundlichen Layout und von den überwiegend sehr kurzen Artikeln her, alles ähnlich einer Illustrierten und somit Kurzweil hervorrufend.

Auch inhaltlich vermag das Buch wunderbar zu unterhalten, mitunter zu amüsieren und für denjenigen, der die DDR selbst erlebt hat, dürfte es unendlich viele Erinnerungen wachrufen, zu einer Art zweitem Familienalbum werden. Für mich als Westzonler bleibt allemal interessant, was es in der DDR so alles zu kaufen gab, was "Jugendtourist" oder "Fruchtstielbonbon" waren usw. Alle in der "Strasse der Besten" aufgeführten Prominenten kann man und muss man nicht kennen, das Quiz am Ende des Buches bleibt auch nach tagelanger Lektüre noch unlösbar, aber dennoch ein sehr hübscher Einblick in den alltäglichen Sozialismus.

Hier liegt dann allerdings auch das Manko des Buches, das oft die Politik und alles Negative in den Hintergrund rückt und an einigen Stellen den ehemaligen Kadern zu sehr nach dem Mund zu reden scheint. Ungute Gefühle etwa entstehen dort, wo in der Chronik zum Jahr 1961 nur eine briefmarkengroße und dazu noch untypische Abbildung den Bau der Mauer zeigt. Einziger Eintrag hier: "Schließung der Grenzübergänge nach West-Berlin. Der Mauerbau beginnt." - Da könnte man die nötige Distanz und Lockerheit im Umgang mit der eigenen Geschichte vermissen und man wird leicht nachdenklich, ob nicht auch sonst etwas zu wenig reflektierte "Ostalgie" die Federn der Autoren geführt hat.
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Ich muß sagen, ich war überrascht wie ausführlich und toll bebildert dieses Buch gestaltet ist. Es gibt alles her, was ich mir an Wissenswertem vorgestellt habe. Von Reklame über die doch sehr ausführliche Chronik, witziges und vor allem das, was ich schon längst vergessen hatte. toll.
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Verifizierter Kauf
Ein Bekannter ( 20 ) aus Holland war in Berlin zu Besuch.
Er war begeistert von der Stadt und seiner Geschichte.
Mehr Information zur zweigeteilten Geschichte war sein Wunsch und mit dem
Buch "Das dicke DDR-Buch" war er voll zufrieden, weil es ihm Dinge
aufzeigte, die er nur vom Hörensagen seiner Mutter kannte und nun
diese Dinge schwarz auf weiß nachlesen konnte.
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Verifizierter Kauf
Dieses Buch wird nicht mehr neu aufgelegt und es ist nicht mehr im Fachhandel erhältlich. Da wir das dicke DDR-Buch" als Geschenk zum 90. Geburtstag benötigt haben, entschlossen wir uns, es als gebrauchtes Exemplar zu erwerben.

Der Zustand des Buches war gut und die Freude bei der Beschenkten war groß.
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Ich habe das Buch relativ schnell wieder weg gelegt und bin froh, daß ich dafür nicht noch Geld ausgegeben, sondern es aus der Bibliothek geliehen habe.

Selbst aufgewachsen in der DDR, hatte ich gehofft, viel über das alltägliche Leben wiederzufinden. Über die Ost-Produkte, die wir damals hatten, sowie über die Fernsehsendungen, die ich mir als Kind immer angesehen habe. Das alles wird jedoch nur recht oberflächlich auf ein paar wenigen Seiten abgehandelt.

Zum größten Teil besteht das Buch aus einer ausführlichen Chronik. Der Titel des Buches sollte daher vielleicht eher "Die dicke DDR-Chronik" heißen.

Am meisten enttäuscht hat mich jedoch die "Straße der Besten". Die Prominenten werden leider nur als kaum zu erkennende Karikatur dargestellt. Ich gehöre zu den Menschen, denen eher ein Gesicht, als ein Name in Erinnerung bleibt. Für mich ist die Galerie daher größtenteils wertlos.

Amüsant ist der Teil mit den Anekdoten aus dem täglichen Leben in der DDR. Allerdings auch hier wieder nur wenige Seiten.

Alles in allem eine herbe Enttäuschung!
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