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am 5. Juli 2008
bildet in Verbindung mit anderen Schriften Feuerbachs, wie z.B. "Gedanken über Tod und Unsterblichkeit" und "Der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde" die Basis einer rational nachvollziehbaren Religionskritik. Feuerbach entlarvt die Religion als anthropologische Philosophie. Der Mensch ist der Anfang, der Mittelpunkt und das Ende der Religion.
"Die Religion ist das Verhalten des Menschen zu seinem eignen Wesen - darin liegt ihre Wahrheit und sittliche Heilkraft - aber zu seinem Wesen nicht als dem seinigen, sondern als einem andern, von ihm unterschiednen, ja entgegengesetzten Wesen - darin liegt ihre Unwahrheit, ihre Schranke, ihr Widerspruch mit Vernunft und Sittlichkeit, darin die unheilschwangere Quelle des religiösen Fanatismus, darin das oberste, metaphysische Prinzip der blutigen Menschenopfer, kurz, darin der Urgrund aller Greul, aller schaudererregenden Szenen in dem Trauerspiel der Religionsgeschichte."
Als Grundbaustein für einen objektiven Blick auf Religion und Glauben, als Grundbaustein für eine offene, humane Weltanschauung und als grundlegendes Wissen für eine materialistisch-humanistisch angelegte Lebensphilosophie, ist dieses Buch ein MUSS.
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(Zitat: Ludwig Feuerbach)

Der Philosoph Ludwig Feuerbach ( 1804-1872), ein Naturalist und Materialist, lehrte einen philosophischen Anthropologismus, demzufolge nicht Gott den Menschen geschaffen hat, d.h. "Gott" und " Jenseits" aus menschlichen Wünschen und Hoffnungen entstandene Phantasiegebilde sind. Dies geht aus vorliegenden Text hervor. Der Philosoph meint, dass der Mensch durch seinen " Glückseligkeitstrieb" sich veranlasst sah, religiöse Vorstellungen zu entwickeln. Er sagt: " Der Mensch glaubt an Götter nicht nur, weil er Phantasie und Gefühl hat, sondern auch weil er den Trieb hat, glücklich zu sein....Was er selbst nicht ist, aber zu sein wünscht, das stellt er sich in seinen Göttern als seiend vor; die Götter sind die als wirklich gedachten, die in wirkliche Wesen verwandelten Wünsche des Menschen...und Gefühl keine Religion, keine Götter. Und so verschieden die Wünsche, so verschieden sind die Götter, und die Wünsche so verschieden, wie es die Menschen selbst sind."

Am Beispiel des Christentums möchte Feuerbach den wahren Kern der Religion aufdecken. Der Philosoph versucht mit seinem Text, den Menschen von seinen jenseitigen Illusionen und Projektionen zu befreien und die Religion im Herzen und im Gemüt der Menschen zu verankern. In Feuerbachs Religion steht nicht der abstrakte Gott, sondern der konkrete Mensch aus Fleisch und Blut im Mittelpunkt. Feuerbach ist davon überzeugt, dass der Mensch immer sich selbst meine, wenn er Gott sagt.

Die Befriedigung der eigenen Wünsche in einer eingebildeten Religion ist ein kindlicher Traum der Menschheit. Der Mensch muss aus seinem Traum erwachen und beginnen, das, was er durch Religion nur in der Phantasie bekommt, durch Handeln in der Wirklichkeit zu erzielen: ein schönes, glückliches von den Roheiten und blinden Zufälligkeiten der Natur freies Dasein. Für Feuerbach liegen die Mittel, dies zu erlangen, in der Bildung und in der Kultur.

Obschon der Nachweis, dass der Gott der Religionen eine Projektion des menschlichen Selbstverständnisses ist, kein schlüssiger Beweis für die Nicht-Existenz Gottes darstellt, zeigt Feuerbach in diesem Werk den Zusammenhang zwischen religiöser Vorstellung und unserer menschlichen Lebenswelt auf. Er macht unmissverständlich klar, dass das Diesseits und Jenseits miteinander verschwistert sind und man gut beraten ist, sich durch eigenes Handeln den Himmel auf Erden zurückzuholen.

Je älter ich werde, um so klarer wird mir, dass Feuerbach Recht hatte.
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am 14. Mai 2011
Feuerbachs "Das Wesen des Christentum" ist ein wichtiger Beitrag in der religionsphilosophischen Diskussion zur Zeit der deutschen Aufklärung und des deutschen Idealismus mit Kant, Hegel und Schleiermacher. Im Prinzip sagt Feuerbach das gleiche wie Schleiermacher, Religion sei Ausdruck des menschlichen Selbstverständnisses bzw. -verhältnisses, nur dass Feuerbach das Ganze in einer pejorativen Hülle verpackt. Würde man bei Feuerbach alle vermindernden Partikel ("nichts als", "nur", "nicht mehr als" ...) streichen, hätte man Schleiermacher. Wo Feuerbach sich allerdings auf Schleiermacher beruft, tut er das häufig in einer (absichtlich) polemisch verfremdenden Weise - wenn Feuerbach z.B. von einem (schlechthinnigen) "Abhängigkeitsgefühl" spricht (7. Kapitel, S. 128 Mitte), deutet er Schleiermacher im Folgenden bewusst um.

In der heutigen Fundamentaltheologie, die sich an Schleiermacher orientiert, werden die Kritik Feuerbachs und die Ideen Schleiermachers bereits umfassend aufgenommen und angewandt. Nicht so hingegen die dialektische Theologie, die Feuerbachs und Schleiermachers Thesen meist grundsätzlich verwirft.

Ein gut zu lesendes, lehrreiches Werk, das aber aus heutiger Perspektive nur richtig verständlich ist, wenn man es im Zusammenhang mit Schleiermacher sieht. Dann ist es auch längst nicht mehr so überraschend und innovativ, wie es dem ersten Anschein nach auftritt. Die polemische Ausdrucksweise, die Feuerbach teils an den Tag legt, sollte man überlesen, weil sie mit der Kenntnis von Schleiermacher größtenteils unbegründet ist.
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am 5. Februar 2016
Feuerbachs Gedanken übers Göttliche sind genauso wie die von Nietzsche
nicht mehr aus der deutschen philosophischen Ideologie wegzudenken,
Unbedingt lesenswert
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am 9. März 2009
Insofern man/frau sich mit Fragen der Religion(en) und des Glaubens auseinandersetzen möchte, ist die Lektüre dieses Büchleins - ich neige dazu zu sagen: eine unumgängliche Notwendigkeit oder auf Neudeutsch "Ein Muss", möchte aber gerade auf diesem sensiblen Gebiet des Glaubens eben keine Vorschriften machen, weswegen ich meinen Hinweis mit dem Attribut empfehlenswert" umschreiben möchte - also die Lektüre darf ich somit sehr empfehlen. Die philosophische Auseinandersetzung mit dem Gottesbegriff unserer Altvorderen regt zum Nachdenken an, ebenso und fast zwangsläufig wie die zu Lebzeiten dieses Philosophen stark kritisierte Abkehr vom (damaligen) Christentum.
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am 26. Dezember 2003
Feuerbach kritisiert hier auf eine Recht unphilosophische art und Weise das Christentum, frei von blanken Sprüchen und "Schwächer-Stärker" Moral. Für ihn sind Religionen nichts weiter als Institutionen, die den Menschen seine Instinkte und menschlichkeit rauben. Ohne diesen ganzen Götteglaube beschreibt er, hätte die Welt nicht so einen Zerfall. Da hat er wohl recht. Für Leute die Nietzsche nicht verstehen und Epikur füt unaktuell halten ist dieses Buch eine einfache Einführung zum Thema Religionskritik.
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am 4. November 2015
Herr Feuerbac seine philisophischen Betrachtunngen über das Christentum sind sehr gut gelungen ,ich konnte aus Zeitgründen dieses Werk nicht zu Ende gelesen, gebe aber dafür 5 Punkte
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am 16. Februar 2011
Wer Nietzsches Antichrist verstehen will (er verstand den Terminus offenbar nicht), der sollte Ludwig Feuerbach gelesen haben. Wie das AT für das NT ist Feuerbach für Nietzsche ...
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