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Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
6
4,5 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 28. November 2005
„Meer der Illusionen“ ist ein packender, eindringlicher und stiller Roman, der mit seiner Kriminalgeschichte Zeitgeschichte einfängt und erklärt. Mit der Figur des eindrucksvollen, charismatischen Protagonisten Teniente Mario Conde nimmt uns Leonardo Padura mit auf eine Zeitreise in das Jahr 1989, in dem ruchbar wird, das hochrangige Repräsentanten aus Armee und Innenministerium in Drogengeschäfte sowie illegalen Kunst- und Elfenbeinhandel verwickelt sind. Die scheinbar perfekte kubanische Welt einer klassenlosen, sozialistischen Gesellschaft bekommt Sprünge und Risse.
In diesem Wendejahr spielen auch die vier Romane des Havanna-Quartetts und finden in „Meer der Illusionen“ einen krönenden Abschluß. Seine Meisterschaft zeigt Leonardo Padura vor allem darin, diese geschichtlichen Ereignisse in Einzelschicksalen abzubilden. Am Beispiel von Mario Conde und seinen Freunden läßt uns der Autor diesen großen gesellschaftlichen und politischen Umbruch erleben und nachempfinden - eingebettet in spannende Kriminalhandlungen.
Die vier Romane des Havanna-Quartetts „Ein perfektes Leben“, „Handel der Gefühle“, „Labyrinth der Masken“ und „Meer der Illusionen“ sind faszinierende, großartige Romane, denen man viele, viele Leser wünscht. Sehr empfehlenswert!!!
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Ein Hurrikan rast auf Kuba zu, zerrt die Blätter von den Bäumen. Wie im Sturm blättert man die Seiten des letzten Aktes des Havanna-Quartetts um. Doch was ist das? Teniente Mario Conde ist nicht mehr Teniente Mario Conde, sondern nur noch Kippen, Rum und Mario Conde! Keine Angst, er hat lediglich sein Austrittsgesuch eingereicht. Doch ist es ihm ernst. Seinen Chef hat man unter fadenscheinigen Vorwänden aus dem Amt gejagt. Auch wenn die beiden nie ein Herz und eine Seele waren, so war der Eine ohne den Anderen weniger als die Hälfte wert. Das versicherte und versichert man sich gegenseitig immer wieder.
Der neue Chef von El Conde kann und will das Ersuchen Condes nicht kommentarlos hinnehmen. Und setzt ihm die Pistole auf die Brust. Entweder hilft Conde ihm einen (wie im Krimi: letzten) Fall zu lösen, oder dem Ersuchen wird nicht stattgegeben. Mit all seinen Konsequenzen. Die lauten, unehrenhafte Entlassung und Verfahren wegen Befehlsverweigerung. Ersteres stört Conde wenig, Letzteres könnte nerven. Und außerdem ist der Fall interessant – und er darf seinen ehemaligen Chef mit einbeziehen. Inoffiziell.
Miguel Forcade Mier wurde tot am Strand angespült. Das interessante daran ist, dass Mier vor Jahren „rübergemacht“ ist. Als stellvertretender Leiter der Behörde für Enteignungen der Provinz Havanna gehörte zu den Reisekadern. Das eröffnete ihm auch die Möglichkeit zur Flucht. Und die nutzte er bei einem Stopp in Madrid. Seitdem ist er in Ungnade gefallen. Umso erstaunlicher ist es, dass er ein Visum für Kuba bekam. Alte Weggefährten vermuten, dass man ihn beobachten wollte. Denn einfach nur den alten Vater besuchen, das kaufte ihm niemand ab. Da steckt mehr dahinter. Genauer gesagt, mehrere Millionen. Dollar!
Es geht um einen – den einzigen auf Kuba – Matisse und – wie sich später herausstellt – auch um eine goldene Buddha-Statue.
Leonardo Padura überlässt den Leser nicht seinen Illusionen. Wie immer exzellent recherchiert nimmt er den Leser mit auf eine Reise durch ein unbekanntes Land, durch dessen und die Weltgeschichte. Und auf eine Schatzsuche á la Stevenson.
Quartett! Gewonnen! Vier Bücher, die Kuba dem Leser näherbringen. Vier Bücher, die Havanna im neuen Licht erstrahlen lassen. Vier Bücher, die dem Leser einen Ermittler vorstellen, den man gern auf eine Zigarre und eine Flasche Rum einlädt. Und dazu hört man Creedence Clearwater Revivals „Proud Mary“, weil John Fogerty eine so herrlich schwarze Stimme hat… Keine Sorge: Mario Conde ermittelt weiter im Dickicht unter karibischer Sonne.
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am 3. April 2008
Leonardo Padura schafft vor allem eins: Er verschafft seinen Leser ein Bild von Kuba abseits der Massenaufmärsche und Durchhalteparolen, aber auch abseits von den Heilsversprechungen, die von außen hineingetragen werden. Sein Teniente Conde ist kein Gegner Castros, er hat sich arrangiert, auch wenn er sich eingestehen muss, dass dies nicht in einem Land ausreicht, dessen Visionen längst gestrandet sind. Sein Umgang mit der Enttäuschung besteht darin, dass er jene nicht verschont, die sich in der Führungsriege etwas zu Schulden kommen lassen. Er spürt sie auf, will sie anklagen, obwohl sie alle, dass Scheitern längst zum Programm erhoben haben. Dass Padura einen Hurrikan heraufziehen läßt, in der Hoffnung darauf, dass kein Stein auf dem anderen bleibt, plötzlich die Aussicht auf Zukunft besteht, mag dabei ein Wunschdenken in einem Land sein, dass bleiern daniederliegt. Paduras Kriminalromane zeigen jedoch auch, dass Leben in ihm ist. Das mag fast schon nach Optimismus klingen, ist jedoch vor allem eine gnadelose wehmütige Analyse Kubas unter dem Deckmantel eines Kriminalfalles.
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am 13. April 2013
Hab die 4 Bücher im Kuba-Urlaub mit gehabt. Ideale Lektüre für jeden Kuba- bzw. Havanna-Reisenden. Auf den Spuren von Mario Conde kommt man der Stadt, den Menschen und ihrer Geschichte mit der periodo especiale (das Buch spielt im Jahr 1989) richtig nah. Keine hohe Literatur, aber unterhaltsam.
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am 5. Mai 2013
Leonardo Padura ist 1955 in Havanna geboren und gehört damit zur ersten revolutionären Generation in Kuba. Und er bekennt sich leidenschaftlich zu Havanna, weniger leidenschaftlich, sondern eher nostalgisch zum sozialistischen Erbe.

“Das Meer der Illusionen” ist der letzte Roman seines “Havanna Quartetts”, einer Folge von Krimis mit dem Ermittler Teniente Mario Conde. Er hat schon sein Entlassungsgesuch bei seinem neuen Chef eingereicht, muss aber noch in einem letzten Mordfall ermitteln: Die Leiche des Exilkubaners Miguel Forcade, erstmals 1989 nach 10 Jahren wieder in Cuba, um seinen sterbenden Vater zu besuchen, wird am Strand gefunden, erschlagen und kastriert.

Da er früher der Leiter der Enteignungsstelle war, ist das ein brisanter politischer Fall.
Anfangs liest der Leseteufel voller Begeisterung über den kraftvollen Stil und die ungewöhnliche Sichtweise Paduras, der mit grellen Pinselstrichen ein Bild der kubanischen Gesellschaft malt. Sein alter ego Conde schwankt zwischen tiefster Melancholie über seine verpfuschten 10 Jahre bei den Polizei, worüber ihm nur der Rum und sein verschworener Freundeskreis hinweghilft. Dann wieder malt er sich voller Euphorie sein neues Leben als Schriftsteller aus.

Symbol für diese Wende in seinem 36jährigen Leben ist der auf Cuba zurasende Wirbelsturm, den er als Katharsis herbeiwünscht, bis er sich schließlich auf den letzten Seiten entlädt.

Und das alles ist gleichzeitig der Kritikpunkt an diesem Roman, der sich als Krimi kostümiert, um letztlich doch nichts anderes zu sein als die Autobiographie eines Schriftstellers. Es verstimmt den Leseteufel zunehmend, denn die Krimihandlung degeneriert zum Vehikel für Sozialkritik an den ehemaligen Reichen und Mächtigen.

Im Anhang erklärt Padura wortreich, sein Protagonist sei “... feinfühliger Mensch mit einer Lebenseinstellung, die beinahe die eines Schriftstellers oder Künstlers ist,.. eine sehr individualistische Person.” (S. 282). Ach, diese eitlen Schriftsteller!
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Mario Conde nähert sich seinem 37. Geburtstag und feiert seine Kündigung von der Polizei. Er betrinkt sich durchgängig und wartet sehnsüchtig auf die Ankunft des Hurrikan Félix.

Am dritten Tag dieser Selbstzerstörung bekommt er Besuch von seinem Partner, der ihn zur Arbeit abholen will. El Condes Antrag ist abgelehnt worden und Rangels Nachfolger hat einen Mordfall an der Hand, für den er El Conde einsetzen möchte. Und so untersucht el Conde den Fall eines reichen und einflussreichen Kubaners, der mit einem Spezialvisa aus seiner Fluchtburg in Miami auf die Insel gekommen war, nur um eines Morgens aus dem Meer gezogen zu werden, erschlagen mit einem stumpfen Gegenstand und mit den eigenen Genitalien in seinem Mund.

Wieder führen die Ermittlungen weit zurück in Kubas politische Geschichte und damit auch in Marios eigene Vergangenheit in dieser Geschichte. Und zusammen mit Kuba und der Polizei, deren Teil er gewesen ist beginnt auch Mario sich mehr und mehr aufzulösen.

Im Laufe der Geschichte – die immer mehr autobiographische Signifikanz bekommt, wie ein Interview am Ende des Buchs zeigt – wendet sich El Conde immer mehr von seiner überaus erfolgreichen zehnjährigen Karriere als Polizist ab und der noch unsicheren Karriere als Schriftsteller zu, als sich der Hurrikan der Insel nähert und nicht nur sein Leben durcheinander wirbelt, bevor nur wenige Monate später der Fall des eisernen Vorhangs die sozialistische Welt absolut durcheinander wirbelt.

Dies ist nun also der letzte Band des Havanna-Quartetts, aber nicht die letzte Geschichte über El Conde, die in dem Titel „Adiós, Hemingway“ und Paduras neuestem Titel fortgesetzt wird und dabei seinen Weg als Schriftsteller – und natürlich weitere Erinnerungen an sein früheres Leben – darstellt.
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