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Kundenrezensionen

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am 31. Mai 2012
Anfangen möchte ich mit formaler Kritik.

Zur Neuübersetzung wurde schon fast alles gesagt. Ich hielt mich immer für sehr tolerant was so etwas angeht und ich kann durchaus verstehen, dass der Verlag die sicherlich vielen neuen Fans durch die TV-Serie nicht verwirren will. Aber nach gut 4.000 Seiten sämtliche Eigennamen zu ändern, ist bei einem Epos dieser Komplexität und der ungeheuren Vielzahl an Charakteren und Schauplätzen schon ein echtes Ärgernis. Man kommt ständig ins Stocken, wer oder welcher Ort nun mit der Neubezeichnung gemeint sein könnte und das hemmt den Lesefluß doch sehr. Es wäre wohl ein leichtes gewesen, bei so einem "Blockbuster" und der Masse an Altfans einfach zwei Varianten auf den Markt zu bringen, eine derartige Überarbeitung dürfte in 1-2 Tagen problemlos machbar sein. Ebenso ärgerlich sind die sonstigen Fehler in Grammatik, Rechtschreibung & Co. Ich bin da weiß Gott nicht penibel, aber es wirkt doch extrem dahingeschludert. Sowas hat dieses Meisterwerk schlichtweg nicht verdient.

Das zweite große Ärgernis ist der Preis. Es ist überhaupt keine Frage, dass dieses Buch seinen Preis Wert ist - ist bin kein Vertreter der "Geiz ist geil" Mentalität. Aber wenn die englische Ausgabe 5,60€ kostet, stößt es schon einmal auf, dass die englische Kindle-Edition mit 10,99€ zu Buche schlägt, man möchte meinen, vom der Werthaltigkeit sollte es exakt umgekehrt sein. Bei der deutschen Ausgabe wird dann gleich doppelt kassiert, aus einem Buch mach zwei. Bei der Kindle-Edion landet man dann bei 25,98€, bei der gedruckten Variante bei 32€. Ein Aufpreis von knapp 570%. Das grenzt schon an Raubrittertum.

Doch diese Formalien mal beiseite, ich verstehe alle Kunden, die aus diesen Gründen zu recht gnadenlos abwerten, aber bei einem Buch zählt für mich immer noch der Inhalt mehr als jegliche Form oder Frechheiten des Vertriebs, bzw. des Verlages. Letztlich geht es hier immer noch um eines der größten Geschichten der letzten Jahrzehnte und die inhaltliche Auseinandersetzung ist mir da in jedem Fall wichtiger, als "die Gier der Käsehändler", wie Tyrion das wohl ausdrücken würde. Insofern fließt das auch nicht in meine Bewertung mit hinein.

Also zum Kern der Sache.
Ich versuche es so spoilerfrei wie möglich zu halten.

Denn auch hier kann man durchaus berechtigte Kritik üben, ohne sich des Defätismus am Meister schuldig zu machen. Band 1-3 (jetzt englische Notation) sind für mich fraglos ein Meisterwerk der Literaturgeschichte, Punkt. Erwachsenenunterhaltung auf höchstem Niveau, so flüssig und fesselnd geschrieben, dass man einen 1000 Seiten Roman als "zu kurz" empfindet. Auch verwundert es nicht, dass Martin einige Jahre brauchte, um das ursprünglich ja nur auf drei Bände ausgelegte Epos fortzuführen. Meine Vermutung wäre, dass er selbst in diese Geschichte hingesogen wurde, es gab mehr zu erzählen, als man dies vielleicht "am Schachbrett" planen konnte, manche Dinge bekommen einen Eigendynamik, die man vorher schwer abschätzen kann.

Er ließ sich 5 Jahre Zeit und das war gut so, niemand möchte dahingeschriebene Fortsetzungen aus der Motivation die Leserschaft in ihrer Gier zu befriedigen. Doch dann kam dummerweise HBO dazwischen. Aus dem "Übergangsband" nach dem finale furioso in Band 3, wurde eine fast unendliche Geschichte. Band 4 & 5 sind eine Einheit und hätten innerhalb eines Jahres veröffentlicht gehört. Es wurden elf Jahre. Beide Bände dienen nach den "großen Ereignissen" eher der Introspektion, der Entwicklung und teilweise auch der charakterlichen Veränderung der Protagonisten. Doch Martin verliert sich teilweise etwas darin, mehr als einmal bekam ich das Gefühl, er könnte zwar selbst über die kleinste Nebenfigur noch einen 1000 Seiten Roman schreiben und es wäre immer noch interessant, aber es keimt der Verdacht, dass er die Hauptstory wenn nicht aus den Augen, aber so doch die Straffheit verliert, die die ersten drei Bände so ausgezeichnet hat.

Das zwischen dieser "Nabelschau" der einen Hälfte der Hauptfiguren und der anderen Hälfte gut 2.000 Seiten und elf Jahre lagen, macht es nicht einfacher. Und ein Frevel würde ich ihm bedenkenlos ankreiden, die Story, die Hauptcharaktere, der Babutschka-Effekt, dass hinter jeder Geschichte eine tiefere Ebene liegt, großes Kino - in seiner Komplexität schon gigantisch. Nun aber ständig neue Charaktere und "Machtfaktoren" aus dem Hut zu zaubern, die auch durchaus wesentlichen Einfluß auf die Gesamtstory nehmen oder nehmen könnten, dass gehört in die Rubrik "Griff in die Mottenkiste". Und komme mir keiner damit, dass das bereits vorher so angelegt war, von Spatzen oder Quentyn war zigtausend Seiten lang kein Wort zu lesen. Hier bekomme ich das Gefühl, dann doch eher das Skript einer Serie wie Lost zu lesen.

Band 4 & 5 hätten für mich auf einen Band zusammengefasst gehört, bevor es sich dann auf das große Finale in zwei Bänden hinausläuft. Das im deutschen daraus nun gar 4 Bücher werden, also ohne den Gesamtzusammenhang würde ich meinen da eine Soap zu lesen. Hauptsache noch ein paar Bücher verkaufen ohne zum Punkt zu kommen. Dem ist meiner Meinung nach mitnichten so, aber der Verdacht, dass diese Lied von Eis und Feuer niemals zu ende erzählt wird, steht nicht umsonst im Raum. Grade die Straffheit, die Knackigkeit der ersten 3 Bände ist Martin ein Stück weit verloren gegangen.

Nun zur Bewertung, die ich überaus schwierig finde. Denn ich liebe beide Stile von Martin, sowohl den straffen, als auch den ausladenden Stil. Für mich wäre auch jeder Roman über irgendeine Nebenfigur zigtausend Seiten "wert". Aber man kann Martin natürlich auch nur an Martin messen und mit dem Maßstab der ersten 3 Bände, fallen Band 4-5 durchaus ab. Nun bietet Amazon ja nur 1-5 Sterne. Die Kritik an Formalismen berechtigt zu Abzügen, aber mal Hand aufs Herz, wer würde z.B. einen Shakespeare wegen Rechtsschreibfehlern oder madiger Übersetzung abwerten? Als da muß man imho die Kirche im Dorf lassen. Und die Gier des Verlages, ich würde sie Lord Bolton von Dreadfort übergeben, die tragen ihr Wappen nicht umsonst, um mal in Martins Univerum zu antworten.

Bleibt also die Differenz zwischen den Bänden 1-3 und 4-5. Die ersten drei Bände sind und bleiben für mich Weltlitatur, eine der ganz großen Geschichten, die auch keinen Vergleich zu scheuen braucht, Band 4-5 kann imho nicht mithalten, aber man sollte doch nicht vergessen, dass dies nur für den Maßstab Martin vs Martin gilt. Verglichen mit anderen Autoren bleibt das schlichtweg ein Meisterwerk. Er hat ein Universum erschaffen, wo mir bestensfalls ein halbes Dutzend Autoren mit ähnlicher Leistung einfallen. Er ist ein begnadeter Geschichtenerzähler, dessen schwächsten Passagen immer noch besser sind, als die meisten anderen Bücher.

Also wenn die ersten 3 Bände 100% verdient haben, reden wir hier schlechtestenfalls über +90%, also klare 5* im Amazon-Maßstab.
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am 9. Juni 2012
Vorab:

Der neunte Band ist meinen Augen wesentlich besser gelungen als die Bände sieben und acht.
Das liegt aus meiner Sicht vor allem daran, dass die Geschichten der interessanteren Figuren in diesem Band komprimiert wurden.
Sprich dieser Band erzählt nun endlich die Geschichten von Jon Schnee, Tyrion, Daenerys weiter, da können Cersei und Co einfach nicht mithalten.
Es wäre wohl besser gewesen auch weiterhin alle Handlungsstränge paralell laufen zu lassen.
Auch hält der neunte Band einige Überraschungen bereit und die Schilderung der Vorkommnisse rund um die Boltons sind einfach schön grausig und gehen unter die Haut.
Für mich bis jetzt einer der stärksten Teile der Reihe....

Aber:
Und so kommen wir zum wirklich ganz großem Übel dieses Buches...
Da ich erst mit der Neuauflage der Bücher eingestiegen bin, stößt es mir nicht sauer auf, dass die Eigennamen ins Deutsche übersetzt wurden, für mich wirken sie stimmig und hindern mich nicht am Lesegenuß, ich bin aber auch nicht durch die ältere Ausgabe "vorbelastet".
Die Bücher der Reihe waren noch nie frei von Fehlern, sowohl grammatikalischer Art als auch teilweise vom Sinn her,was ich bis jetzt immer übergangen habe, da es sich ja wirklich um ein umfangreiches Werk handelt...
Was sich allerdings Penhaligon mit der vorliegenden Fassung geleistet hat, ist eine absolute Frechheit, eigentlich müssten die Verantwortlichen sofort entlassen werden.
Teilweise wirkt es, als habe man den Ursprungstext durch die Googleübersetzung gejagt....
Da werden Wörter doppelt und dreifach abgedruckt, falsche Wörter abgedruckt, von Satzzeichen etc. wollen wir nicht reden.
Hier ein Beispiel: Kleine Kinder mit aufgequollenen BÄUMEN liefen an ihnen vorbei....
Ah ja...
Und so geht das Seite um Seite.
Wer über sowas hinwegsehen kann, bekommt Fantasy auf höchstem Niveau, wer nicht, bekommt ein sehr dickes Ärgernis.
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am 30. März 2013
Eines vorweg: George R. R. Martin kann schreiben. Er schafft es immer wieder, plastische Szenen in die Köpfe seiner Leser zu zaubern. Damit ist er vielen Autoren überlegen. Dementsprechend sind aber auch die Erwartungen der Fans groß. Und hier enttäuscht er mich, wenn auch auf hohem Niveau.

Zur neuen Üersetzung ist schon alles gesagt: Keine gute Idee. Ich möchte das Buch deshalb nicht abwerten, die Geschichte hängt nicht an den Namen von Personen und Orten, auch wenn es für "Lser der ersten Stunde" lästig ist, mittendrim umlernen zu müssen. Was immer den Verlag geritten hat, es war keine gute Idee!

Apropos Verlag: Dieser Band wimmelt von Druckfehlern bzw. Satzfehlern. Auch hierfür gebührt dem Verlag die Note mangelhaft. Leute, ihr müsst in Sachen "Bücher machen" nachsitzen! Am Geld kann es nicht liegen, die deutsche Ausgabe ist viel teurer als die englische. Da erwartet der Leser ein anständig produziertes Produkt. Auch heirfür möchte ich das Buch nicht abwerten, der Autor kann nichts für die Schlamperei beim Verlag.

Nein, ich bin inhaltlich unzufrieden. Nach der Marotte vorheriger Bände, alle möglichen Wappen detailverliebt zu beschreiben und Nebenhandlungen auszuwalzen, bläht Martin das Personaltableau immer weiter auf. Gewiss, in der Vielzahl der Hauptfiguren liegt der besondere Reiz der Geschichte (auch wenn die ein oder andere "Haupt"figur selbiges verliert, was die Sache spannend hält). Aber eine gewisse Konzentration auf Handlungsstänge und Personen macht Literatur aus und unterscheidet sich von endlosen Serien. Hier verliert sich Martin etwas. Mir jedenfalls kommt der Überblick abhanden, auch wenn ich alle vorherigen Bände nochmal gelesen habe.

Irgendwann müssen die zahllosen Handlungsstränge ja auch zu einem stimmigen Ende geführt werden. Ich hoffe sehr, dass dem Autor das gelingt. Daran sind schon gute Bücher gescheitert, die eine enorme Spannung aufbauen und banal enden. Das hat dieses großartige Epos nicht verdient.

Also drei Sterne, gemessen an der hohen Erwartung. Dennoch gehört Das Lied von Eis und Feuer ins Regal aller Fantasy-Freunde und ist - aufs Ganze gesehen - eine Perle der Fantasyliteratur.
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am 23. Juli 2015
Ganz egal, das wievielte Buch ich aus der „Das Lied von Eis und Feuer“-Saga auch lese, ich bin immer wieder unglaublich beeindruckt von der enormen Weltengestaltung des Autors. Die Bücher drehen sich nicht nur um ein paar Personen, deren Abenteuer man dann miterlebt, sondern erzählen die Geschichte eines ganzen Kontinents. Neben der eigentlichen Hauptgeschichte gibt es noch so viele Nebengeschichten aus der Vergangenheit, die nicht weniger interessant sind. Mit der Welt, die George R.R. Martin erschaffen hat, könnte er ganze Bücherregale füllen, ohne, dass es je langweilig würde.
Auch in dem neunten Band der Reihe kommen viele Charaktere vor, sowohl altbekannte als auch neue. Auch hierbei stellt der Autor unter Beweis, dass er nicht nur vermag Welten zu erschaffen, sondern auch lebensechte Personen. Jedes Kapitel ist so individuell auf den Charakter abgestimmt, dass man nicht einmal Namen lesen müsste, um bereits nach wenigen Zeilen erraten zu können, um wen es sich gerade dreht.
Die Vielzahl an Charakteren stellt für mich jedoch auch einen leichten Kritikpunkt da. Manchmal fällt es mir schwer mich von der Geschichte wirklich packen zulassen und ich würde gerne Kapitel von, aus meiner Sicht, weniger interessanten Charakteren überschlagen, um zu meinen Lieblingen weiter zu blättern. Dazu bin ich vielleicht auch eine typische weibliche Leserin, die seitenlange Beschreibungen von Schlachten nicht sehr spannend findet. Manchmal erscheint mir die Geschichte einfach etwas in die Länge gezogen, gerade wenn man dann die Serie im Vergleich hat und sieht, dass Kapitel ausgelassen wurden, weil sie einfach nichts Bedeutendes, was irgendwie zur Haupthandlung beitragen würde, erzählen.

Fazit:
„Der Sohn des Greifen“ ist eine gelungene Fortsetzung, die mit spannenden Passagen zu überzeugen weiß. Jedoch erhält sich meiner Meinung nach die Spannung leider nicht durch das gesamte Buch, sodass es einige Längen gibt.
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am 18. Juni 2012
Mit diesem Übersetzungs-, Preisgestaltungs- und Lektorierungs-Ärgernis hat der für die Eindeutschung zuständige Verlag mich als Kunden verloren.
Daß die Preisgestaltung und die schlampige Lektorats-Arbeit einfach nur Frechheiten sind - das haben andere Rezensenten hier schon zur Genüge dargelegt. Zu der Übersetzung der Eigennamen noch ein Hinweis für alle "Neu-Leser", die vielleicht nicht so ganz nachvollziehen können, was denn daran jetzt so schlimm sein soll, wenn Namen abgeändert werden, und die sich denken: "Naja, ich bin ja die originalen Namen nicht gewohnt, also tangiert es mich nicht, wenn die nun anders sind als in den ersten Ausgaben der Reihe. Schließlich lese ich ohnehin nur die neueren Ausgaben."

In diesen Büchern gibt es viele "sprechende" Namen. Das ist erstmal eine gute Entscheidung von Martin, der damit einen weiteren sprachlichen Bezug zum Mittelalter gibt: einer Zeit, als die Menschen aus dem einfachen Volk in der Regel nur Vornamen hatten, und als ein "Nachname" i.d.R. nicht vererbbarer war, sondern lediglich den Zweck hatte, die vielen Hans', Thomas' oder "Gernolds besser unterscheiden zu können: "Hans Starkarm" war also nicht der Sohn von Thomas Starkarm, sondern es handelte sich um den Hans mit dem starken Arm, den stäksten der Lehrlinge in der Mühle. Den konnte man so eben von Hans Schwarzkopf, dem dunkelhaarigen Müller-Lehrling unterscheiden.
Naja, über die Enstehung der Nachnamen sind enzyklopädische Abhandlungen geschrieben worden. Der Punkt ist: sprechende Namen sind leicht zu merken, weil man mit ihnen sofort ein Bild verbindet. Und wenn dann einer im Dorf von "Starkarm" spricht, dann braucht es den Vornamen "Hans" kaum mehr.
Solche Art sprechender Namen kommt auch in dem hier rezensierten Buch häufig vor: die sprechenden Zusatznamen werden verwendet, die Eigennamen beiseite gelassen. Wenn dann also z.B. von einer Söldnergruppe erzählt wird, findet sich da ein Krieger, der seiner Vorliebe für Hülsenfrüchte wegen "Bohnen" genannt wird. Ein anderer zockt den ganzen Tag, weswegen ihn seine Kameraden "Würfel" nennen. Und dann wird also von einer Romanfigur erzählt, die sich zu Bohnen und Würfel an den Tisch setzt (das ist kein ausgedachtes Beispiel, sondern kommt im Buch so vor!). Bohnen und Würfel sind keine wichtigen Figuren des Buches. Sie kommen nur in diesem einen Kapitel einmal kurz vor. Irgendwo, nach dreihundert oder mehr Seiten voller mehr oder minder wichtiger setzt sich also jemand zu Bohnen und Würfel an einen Tisch. Intuitiv versteht man es als Leser so, daß sich da einer zum Essenfassen (es gibt, wie wohl in Feldlagern häufig, Bohnensuppe) und zum Würfelspielen an den Tisch setzt. Daß bei "Würfel" ein n fehlt, schiebt man - das schludrige Lektorat setzt man inzwischen innerlich voraus - auf einen Druckfehler. Während der eigentliche Inhalt des Satzes meint, daß sich eine Person zu zwei bestimmten anderen Personen setzt, liest man als deutscher Leser, daß sich diese Person zum Essen und Zocken (mit nicht näher bestimmten anderen Personen) zusammensetzt: der Inhalt wird verwirrt.

Warum ist das nur in der deutschen Übersetzung so nervig, warum ist es nicht dem Autor Martin zuzuschreiben? Weil wir im Englischen die Unterscheidungsmöglichkeit zwischen groß- und kleingeschriebenen Bohnen haben. Herr "Beans" ist ganz klar eine Person, "beans" sind die Dinger, die Blähungen verursachen. Für den englischsprachigen Leser des Originals ergeben sich überhaupt keine Probleme, sprechende Namen von den Dingen zu unterscheiden, auf die sie zurückgehen.
Im Deutschen haben wir aber nun mal die Angewohnheit, alles Substantive auch groß zu schreiben. Und damit ist die leichte Unterscheidungsmöglichkeit perdu.

Es sei darauf hingewiesen, daß in diesen Büchern seehr viele Figuren vorkommen, ein Großteil von ihnen wird fast ausschließlich mit ihren sprechenden Namen genannt - und diese Namen sind, wie im Falle von Lord Snow beispielsweise, im Umfeld des Geschehens schwer abzuheben: Snow, also Schnee, ist Kommandeur einer Truppe, die hoch im Norden auf einem Eiswall Wache schiebt und andauernd schneit es. Wenn da dann z.B. ein Satz lautet: "In der Ferne konnte er Schnee erkennen." - dann ist man als Leser ziemlich angeschmiert, da man erst weiterlesen muß, um zu erfahren, ob es sich hier um das Wetterphänomen oder den Lord Commander handelt.

Also: Die Übersetzung der Eigennamen ins Deutsche war offensichtlich eine dumme Entscheidung, welche die Lektüre nicht nur für "Altkunden", sondern auch für neue Leser unnötig verkompliziert und nicht einfach nur da vielleicht etwas stört, wo die Übersetzungen schlicht lächerlich klingen.

Nun, endlich, auch noch zum Inhalt des Buches:

Ein weiterer Grund, weswegen ich fortan nur noch die Originalbücher lesen werde. Denn die Zweiteilung geschieht an einer Stelle, wo das nach meinem Empfinden aber mal so gar nicht geht. Ich weiß, was ein Cliffhanger ist. Der soll spannend sein. Der soll Lust auf mehr machen. Man soll der "nächsten Folge" entgegenfiebern... Ob man sich diesen künstlich generierten Fieberschub gern antut oder nicht, muß jeder für sich selbst entscheiden. Bestimmte Filmstaffeln, aber auch bestimmte Buchreihen sind als Serien konzipiert.
Diese Bücher von Martin nicht. Hier geht es um eine epische Geschichte, die ganz einfach so viel Raum in Anspruch nimmt, daß man sie nicht in einem Klumpen servieren kann. Irgendwie mußte Martin die Geschichte also in Einzelteile stückeln - und das hat er (bei den Originalen) so gemacht, daß jedes Buch bis zu einer Art echter Zäsur in der Geschichte ging. Man konnte die Bände jeweils lesen, am Ende dann weglegen und sich sagen: "Mensch, war das spannend, schade, daß es jetzt schon vorbei ist, ärgerlich, daß es wohl noch ein ganzes Weilchen dauert, bis ich erfahre, wie die Geschichte weitergeht." Die Bände endeten nicht mit Cliffhangern, sondern mit dem Erreichen von Meilensteinen, mit Übernachtungsstationen auf einer langen Reise.

Dieser neunte deutschsprachige Band endet aber nicht in einer ordentlichen Übernachtungsstation, sondern, um im Bild zu bleiben, in einer stinkenden Kloake. Ich will nicht spoilern, aber die letzte Szene des Buches ist ekelerregend. Eine jener Szenen, die man Martin im Gesamtgefüge der Romane als "wohl notwendig" verzeiht, obwohl eigentlich ein Level von Gewalttätigkeit, von sadistischer Grausamkeit schon überschritten wird, den man als Leser nicht wirklich gern sich vorstellen mag. Ich habe mich mit anderen Fans der Reihe schon diverse Male darüber unterhalten, inwieweit diese Eis-und-Feuer-Welt nun mehr von den Gewalt-und Grausamkeitsschilderungen (gerade, was sexuelle Übergriffe gegenüber jungen Menschen, ja praktisch Kindern, angeht) profitiert, weil sie so "realistisch" rüberkommt, oder ob nicht doch eher manche Schilderungen von Gewalt-Exzessen nur noch Splatter und Gore ohne echten Mehrwert seien. Ich bin mir da nicht sicher, tendiere aber inzwischen dazu, Szenen ab einem bestimmten Brutalitätsgrad nur noch als "temporäre geschmackliche Verirrungen" Martins zu verbuchen. Ich lese sie als redundante Information. Die Information lautet: "Diese Welt ist eine brutale Welt, mittelalterlich, nicht neuzeitlich verzärtelt, und sie zeigt Menschen in ihrer ganzen Abgründigkeit, in all ihrer Fähigkeit, anderen Menschen Schmerzen und Leid zuzufügen." Ich habe diese Information inzwischen begriffen, ich brauche nicht Details zu erfahren, wenn eine Romanfigur von einer anderen Romanfigur gefoltert wird. Schon gar nicht brauche ich sämtliche Details zu erfahren.
Aber nun gut - andere Leser mögen das anders empfinden und Martin schreibt ja nicht nur für mich. Also soll er von mir aus auch sehr ekelhaft grausame Szenen in seine Geschichte mit einflechten. Sie aber ganz an das Ende zu stellen, wo sie sich als Phantombild gewissermaßen in den Kopf des Lesers einbrennen können, ist einfach eine schlechte Entscheidung. Die Martin so ja nicht getroffen hat: im Original geht das Buch an dieser Stelle weiter und der originale 5. Band endet im Englischen so, wie die vorangegangenen Bände: Nicht mit Friede, Freude und Eierkuchen, aber doch so, daß man nicht das Buch aus der Hand legt mit dem Bedürfnis, mal eben kotzen zu müssen. So, wie der neunte Band der deutschen Version endet, so beendet ein guter Autor kein Buch. Und ein dermaßen grandioser Autor wie Martin schon mal gar nicht.

Was also tun? Ich bin kein amazon-Mitarbeiter, aber ich will den Tipp, den mir ein Bekannter just anläßlich dieses Buches gab, dennoch weitergeben: Besorgt Euch 'nen Kindle, installiert da ein gutes Englisch-Deutsch-Übersetzungs-Wörterbuch und lest "A dance of dragons" im Original. Die Möglichkeit, per Fingertipp für Englisch-Vokabeln, die man nicht versteht, sofort jederzeit die Übersetzung angezeigt zu bekommen, macht auch für Leute wie mich, die nicht ganz so flüssig Englisch sprechen, die Lektüre des Originals problemlos möglich: Für weniger Geld bekommt man mehr, muß sich nicht mit schlechter Übersetzung und indiskutabler Lektorierung herumärgern. Einzig die Anfangsinvestition in die Hardware steht da im Raum. Aber angenommen, es kommen noch mindestens 2 weitere Originalbände von "Eis & Feuer" aus Martins Feder, dann hat man das investierte Geld schon fast wieder raus. Ganz davon abgesehen, daß auch andere Bücher in der deutschen Übersetzung häufig überteuert sind und die englischen Originale gerade bei Ebooks davon profitieren, nicht von der deutschen Buchpreisbindung künstlich in den Preishimmel getrieben zu werden.

Ach so, ich wollte was zum Inhalt des hier rezensierten 9. Bandes schreiben: Die Spannung zieht - verglichen mit Band 7 und 8, wieder etwas an. So richtig tut sie es dann wohl erst im 10 Band - der die meiner Ansicht nach spannendere Hälfte des originalen 5. Bandes enthalten dürfte. Endlich kommt mein Lieblingscharakter Tyrion wieder in den Mittelpunkt. Die Wortgeplänkel, die er sich mit anderen Figuren liefert, weisen Martin als großartigen Dialogschreiber aus mit einem Gespür für kernige Geistreicheleien, wenn das Oxymoron hier mal erlaubt sei. Auch Lord Snow und Daenerys erhalten wieder mehr Platz/tauchen wieder auf. Wobei einige Szenen mit Lord Snow wie ein deja-vu auf mich wirkten und ich nochmal in den vorherigen Bänden blätterte, weil ich meinte, sie schon mal gelesen zu haben. Dem ist aber nicht so: dort wurden sie aus Perspektive von Snows korpulentem Freund Sam geschrieben und das paßt also gut in die Sturktur der Romanreihe, die ja häufiger einmal Geschehnisse aus unterschiedlichen Blickwinkeln darstellt.

Zwei Punkte von mir für diesen 9. Band auf Deutsch. Weil man einfach nicht die schlechteste Bewertung für so eine gute Geschichte verteilen kann. Denjenigen, die bis hierher gelesen haben, brauche ich meinen Ratschlag kaum nochmal zusammenzufassen, aber egal: Kauft diesen Band nicht, sondern lest entweder den originalen 5. Band, wenn Ihr gut des Englischen mächtig seid. Ansonsten holt Euch den Kindle und nutzt die Möglichkeit des digitalen Mediums, jederzeit problemlos und ohne viel Aufwand (Nachschlagen in einem Papier-Dictionnary war mir in der Vergangenheit einfach zu nervig auf Dauer) Übersetzungshilfe zu bekommen. Denn das Original "A Dance of Dragons" hat volle fünf Sterne verdient, ist - auch im Gesamtzusammenhang der Reihe betrachtet - wieder richtig spannend und enthält auch ein paar schöne Action-Passagen. Darüber hinaus werden bislang scheinbar unzusammenhängende Handlungsfäden so langsam zusammengeführt; der 5. Originalband scheint mir das Ziel der Erzählung wieder genauer in den Fokus genommen zu haben, als es beim 4. Band zu erkennen war.
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am 18. Juni 2012
Eigentlich müsste man 2 unabhängige Bewertungen zu deisem Buch schreiben können.

Einerseits zur wirklich großartigen Geschichte die mich nach einem kleinen Durchhänger in Band 7 und 8 wieder voll in ihren Bann gezogen hat.
Also 6 von 5 Sternen an George R. R. Martin!

Andererseits zum Produkt: Der vielgescholtene Übersetzungswechsel blieb mir zum Glück erspart da ich von Begin an die "Neue" gelesen habe.
Etwas zerknirscht nehme ich den Preisunterschied zur englischen Version zur Kenntnis. Erst das Buch aufsplitten (wozu eigentlich???) und dann pro "Halbbuch" mehr verlangen erweckt schon das Gefühl über den Tisch gezogen zu werden a la "Die Idioten werden es schon trotzdem kaufen wenn sie wissen wollen wie es weiter geht!"
Was dem Fass allerdings den Boden ausschlägt ist die Anzahl an Rechtschreib-, Satzbau- und Übersetzungsfehlern welche in einem derartigem Ausmaß einfach nicht sein dürfen. Da verschwindet das Lesevergnügen regelmäßig und macht Ärger platz.

Daher gesamt ein Punkt um aufzurütteln! Hier muss jemand kräftig in den wirwissenwohin getreten werden damit den Lesern der Ärger in den zukünftigen Ausgaben erspart bleibt.
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am 13. Juli 2013
Man bestellt das Buch über ein Tablet und als man es auf dem Paperwhite runterladen will, bekommt man gesagt, dass das Buch zu dem Gerät inkompatibel ist. Na toll!! Wie schafft man es 9 von 10 Büchern kompatibel zu bekommen und dieses nicht? Gut, dass man noch einen alten Kindle hat.......

Gerade die Mitteilung vom Verlag bekommen, dass der 9. Teil inzwischen auch mit dem Paperwhite funktioniert. Ausprobiert und geht.
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am 9. Oktober 2012
Vorweg: Diese Rezension gilt NICHT für Neueinsteiger in die Reihe, sondern für Alteingesessene.
Meinen Namen, sowie meine persönlichen Angaben habe ich aus der ansonsten unveränderten Email gekürzt, darum bitte ich um Verständnis.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich möchte Ihnen auf diesem Wege mitteilen, wie unendlich enttäuscht und tatsächlich auch traurig ich bin.
Ich verfolge seit der zweiten Auflage das Lied von Eis und Feuer, damals noch unter Blanvalet.
Heute habe ich mir, mit viel Vorfreude und bis jetzt durch die Arbeit verhindert, endlich die neuen Bücher (Band 9 und 10) der Reihe für 16 Euro pro Buch gekauft.
Natürlich möchten Sie das Buch möglichst weit verbreiten und eine möglichst große Zielgruppe ansprechen, demnach ist das Eindeutschen der Namen ein bisweilen nachvollziehbarer Akt. Was allerdings offensichtlich übersehen wurde: Auch Neueinsteiger, unabhängig ihrer Englischkenntnisse, werden englische Namen akzeptieren - sie bedürfen keiner Übersetzung. Es sind Namen. George R.R. Martin wurde ja auch nicht als Schorsch R.R. Martin abgedruckt.
Dass Davos Seaworth der "See wert" ist, ist eine nette Spielerei, für den Neueinsteiger allerdings unerheblich.
Was viel gravierender ist, liegt auf der Hand: Sie haben all diejenigen, die noch weit vor der HBO-Serie und Ihrer Auflage die Charaktere kennen, lieben und hassen gelernt haben, schwer vor den Kopf gestoßen.
Ich habe es kaum über den Prolog des 9. Bandes hinaus geschafft - und da wurde ledigliche Mance ("Mäns") Rayder als Manke(!?) bezeichnet und einmal Jon Snow zu Jon Schnee gemacht. Als im ersten Kapitel Tyrion Lannister zu Tyrion Lennister (wieso um alles in der Welt?! Es ist tatsächlich nur ein Buchstabe, der jeden Altfan extrem schmerzt - war das WIRKLICH nötig?! Meine Güte, selbst im Englischen wird der Name mit A und nicht mit E ausgesprochen!) wurde, habe ich das Personenregister aufgeschlagen und nach zwei Minuten Fassungslosigkeit beschlossen, Ihnen diese Email zu schreiben.
Sie haben viel Zeit, Geld und Mühen in Änderungen gesteckt, die niemandem helfen, aber viele verärgern.
Ich werde versuchen, noch morgen die Bücher umzutauschen und die englische Originalausgabe zu bestellen.
Ich gebe zu, Ihren Verlag Penhaligon noch nicht vorher gekannt zu haben - da der erste Eindruck prägend ist, werde ich ihn in Zukunft wohl meiden. Ich werde mit Sicherheit nicht der einzige sein.
Nun meine eigentliche Frage: Als Sie ein Meeting bezüglich Änderungen der Übersetzung in dieser großartigen Buchreihe angesetzt haben, hat da wirklich niemand angesprochen, dass das Eindeutschen unter Umständen eine ganz schlechte Idee sein könnte? Oder halten Sie Ihre Leser tatsächlich für so lesefaul, dass englische EIGENNAMEN ein Dorn im Auge sein könnten?
Was haben Sie sich dabei gedacht?

Eine Antwort eines Verantwortlichen bzw. eines Stellvertreters würde mich freuen, ich weiß nicht, wie ich meiner Fassungslosigkeit anders Ausdruck verleihen kann.

Mit freundlichen Grüßen,

T.P.

P.S.: Das mag pathetisch klingen, aber Sie haben mehr als Namen geändert, Sie haben die Namen langjähriger Begleiter verunstaltet und verhackstückt, was die Charaktere tatsächlich wieder fremd und unnahbar erscheinen lässt. Kurz: Sie haben den Geist der Geschichte genommen.
Wenn Sie mir sagen, dass Sie dies nicht kommen sehen haben, bezweifle ich, dass auch nur ein Entscheidungsträger die Buchreihe zuvor konzentriert gelesen hat.
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TOP 500 REZENSENTam 26. Juni 2012
Daenearys Targaryen ist mit Terroristen in Mereen konfrontiert, die in Guerilla Manier nachts ihre Leute umbringen und sich Söhne der Harpyie nennen.
Tyrion Lannister ist auf dem Weg zu Daenerys, ein Weg, der ihn neue, äußerst interessante Bekanntschaften machen lässt.
John Snow steht vor einer schweren Wahl. Lässt er die Wildlings, den ewigen Feind durch die Mauer, bevor sie sterben, damit sie ihm hoffentlich gegen die Others helfen oder lässt er sie sterben und stärkt so die Reihen der Others?
Bran ist endlich am Ziel seiner Suche, aber ob er wirklich findet, was er sich erhoffte?

Eigentlich ist dies der fünfte/ Neunte Band der Reihe, aber doch wieder nicht. Band vier (7/8) enthielt nur die halbe Geschichte (die eher uninteressantere Hälfte mit sehr viel Brienne), hier nun der Rest des vierten (7/8) Bandes mit den Personen, die einen wirklich interessieren. Zum Ende des neunten Bandes hat die Geschichte den Schluss von Band vier (8) eingeholt und wird dann wieder aus allen Sichtweisen erzählt.
Es ist faszinieren, dass man Ereignisse, die bereits im vierten Band (7/8 ) angesprochen wurden nun aus einem anderen Blickwinkel erzählt bekommt, der im Ergebnis so ganz anders ist, als die offizielle Meldung in vierten Band. Totgeglaubte leben länger.

Während Band 4 (7/8) eher als Füllepisode bezeichnet werden konnte, in der nicht wirklich viel Neues passiert und man nicht viel Neues erfährt, macht die Geschichte in diesem Band erneut Fortschritte. Man erfährt ein wenig mehr über die Vergangenheit des aktuell herrschenden Zwistes in Westeros, neue Personen tauchen auf, die noch sehr wichtig werden und natürlich gibt es auch wieder fiese Cliffhanger, wie sich das gehört. Leider hat der Autor auch diesmal wieder gleich zu Anfang eine Prophezeiung ins Spiel gebracht, die den Großteil der Handlung des Daenerys Stranges gleich mal vorweg nehmen, das kann er sich leider nicht abgewöhnen.
Natürlich hat Martin nicht das Rad neu erfunden. Er bedient sich erneut vieler bekannter Motive, wie des Gangs nach Canossa von König Heinrich IV, der Cersei bevorsteht und Heinrich genauso wenig geschadet hat, wie er Cersei brechen wird
. Insgesamt sogt Tyrion mit seinem frechen Mundwerk wieder für Abwechslung und bekommt eine Zwergin zur Seite gestellt, die ihn lehrt, was es heißt ein Zwerg zu sein, in der großen weiten Welt, wo er kein Lannister ist.
Fazit: Es bleibt spannend. Die Möglichkeiten wie sich die Geschichte weiterentwickelt werden übersichtlicher, die drei Köpfe des Drachen sind damit endlich klar.
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Zur deutschen Übersetzung, der ersten Hälfte des Buches über die so geschimpft wird.

Die vorgenommene Teilung nach exakt der Hälfte der Geschichte ist gut gewählt. Bis etwa zu diesem Zeitpunkt laufen dieser neunte Deutsche Band und der vierte Englische (Band 7 und 8 in Deutschland) parallel. Die amerikanische Ausgabe ist mit ihren 1184 Seiten bereits sehr unhandlich. Wenn man bedenkt, dass eine Übersetzung ins Deutsche den Text noch mal um 1/3 aufbäht ist eine Teilung unvermeidlich. Schon so hat das Buch Backsteinformat.

Problematisch jedoch ist die deutsche Übersetzung für mich dadurch, dass die Namen eingedeutscht wurden. Es gibt zwar einen extra Anhang, in welchem die alten, den neuen Namen gegenübergestellt wurden und meist ist die Übersetzung auch in Ordnung, aber für Leser, die die alten Namen gewohnt sind, ist das eine echte Umstellung. Auch wenn man mit Lesern redet, die die nur die deutsche Übersetzung kennen, während man selber die englische gelesen hat, erschwert das die Kommunikation teils deutlich. Das ist aber Geschmackssache und Franzosen würde vehement für eine saubere Übertragung in ihre Muttersprache plädieren und laut aufschreien, wenn so viele englische Begriffe in ihr heiliges Französisch importiert würden.

In einem der Hauptaspekte ist die Übersetzung leider komplett danebengegangen.
Reek wurde mit Stinker übersetzt. Stinker ist schon fast nett, ein liebevoller Kosename. Stinken kommt dem englischen Wort reek aber in Geruchsintensität nicht im Mindesten nahe. Andererseits hat man sich wirklich Mühe gegeben die Reime sinngemäß zu übersetzen.

Reek, Reek, it rhymes with leek.
wurde
Stinker, Stinker, das kommt von stinken, und das das reimt sich auf Schinken.
Ob Lauch oder Schinken, beides kann man essen.

Reek, I'm Reek, it rhymes with squeak
wurde
Stinker kommt von stinken, und das reimt sich auf linken
Hier passt die deutsche Übersetzung sogar besser in den Kontext, da war ich wirklich positiv überrascht.

Erstaunlich ist jedoch, dass der einzige Ort, den man wirklich neu übersetzen sollte, weil er Deutsch nicht funktioniert und so auch falsch ist, unübersetzt geblieben ist: Winterfell. Korrekt wäre Winterfjell gewesen.

Eine Übersetzung ist eben eine Übersetzung. Oft geht einfach der sprachliche Schliff, die Poesie des Originals verloren. Man hat sich jedoch wirklich Mühe gegeben den Sinn und die Form soweit möglich beizubehalten. Natürlich ist es immer besser, das Original zu lesen, aber nicht alle sind der englischen Sprache so mächtig, dass sie dazu in der Lage wären. Die Übersetzung ist gut und Rechtschreibfehler kommen vor, da bin ich nicht so pingelig.

Der Titel "Der Sohn des Greifen" ist soweit gut gewählt, bezieht sich aber eher auf ein Ereignis das in Band 10 kommt. "Die Söhne des Greifen" also der Plural, hätte ich passender empfunden, das hätte sich auf die Guerilla Organisation in Mereen bezogen und nicht auf Daenerys zukünftigen Gatten in deutschen Band 10.
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am 27. Januar 2016
Hatte ich die ersten fünf (deutschen) Bücher mit Begeisterung gelesen, so muss ich mich jetzt mit dem Neunten geradezu abquälen! Und zwar nicht unbedingt, weil die Bücher schlechter geworden sind, sondern weil die ganze Geschichte einfach nicht enden will und ein Finale überhaupt nicht absehbar ist. So langsam aber sicher bekommt man das Gefühl dasselbe Buch wieder und wieder zu lesen. Jeder Hinz und Kunz bekommt eine eigene Storyline, so dass jede Kleinigkeit von allen Seiten beschrieben und beleuchtet wird, aber die Story selbst überhaupt
nicht (mehr) voran kommt. Die ganzen Intrigen und konspirativen Dialoge, alles schon mal da gewesen. Habe langsam die Schnauze voll davon. Diese Reihe ist ein Beispiel dafür, wie man es mit der Kommerzialisierung übertreiben kann.
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