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am 9. Oktober 2010
Ich finde "The Imaginarium of Doctor Parnassus" äußerst schwierig zu beurteilen. Es ist ein sehr exzentrischer Film in jeder Bedeutung dieses Begriffs (überspannt, extrem, bizarr, phantastisch), und ich kann jeden verstehen, der nicht viel damit anzufangen weiß. Über die überbordende Vorstellungskraft und Kreativität von Drehbuchschreiber und Regisseur Terry Gilliam braucht man wohl nicht zu streiten; visuell ist dieser Film auf alle Fälle ein Genuss, vor allem bei der Ausgestaltung der Phantasiewelten zieht das Animationsgenie der legendären Monty Pythons jedes Register (bis hin zu tanzenden Polizisten in Röcken). Was die Story betrifft, so weist der Film durchaus einige Schwächen auf. Die Geschichte um den uralten Dr. Parnassus, der mit seinem Imaginarium und einer kleinen Truppe (seine 15-jährige Tochter Valentina und die Assistenten Anton und Percy) durch die Gegend zieht und für seine magische Kunst so gut wie keine Zuschauer gewinnen kann, zeigt sich insgesamt reichlich verworren. Dr. Parnassus (Christopher Plummer) verdankt nicht nur seine Unsterblichkeit einer Wette mit dem Teufel, Mr. Nick (Tom Waits), sondern hatte, um die Liebe einer Frau zu gewinnen, mit diesem einen weiteren Pakt geschlossen, durch den er nun seine Tochter an Mr. Nick zu verlieren droht. In dieser Situation kommt der charmante, aber undurchsichtige Tony (Heath Ledger) ins Spiel, den Valentina (Lily Cole) und Anton (Andrew Garfield), gerade noch vorm Tod durch Erhängen retten können, und der sich (da er anscheinend sein Gedächtnis verloren hat) der kleinen Truppe anschließt. Zentrale Szenen des Films sind natürlich die verschiedenen Phantasiewelten, in die einige Personen durch den magischen Spiegel des Imaginariums gelangen. Hier kann sich Gilliam so richtig "austoben", und wahrscheinlich fährt man am besten, wenn man nicht allzuviel über Logik oder Bedeutung nachdenkt, sondern einfach nur die Bilderwelten genießt. Es dürfte allgemein bekannt sein, dass der Film kurz vor dem Aus stand, als Heath Ledger während einer Drehpause (bedingt durch die Verlegung des Drehortes von London nach Vancouver) auf tragische Weise verstarb. Es fällt schwer, den Film zu sehen, ohne an dieses traurige Ereignis zu denken; wahrscheinlich wird "The Imaginarium of Doctor Parnassus" ohnehin am ehesten als "der letzte Film, in dem Heath Ledger spielte" in die Filmgeschichte eingehen. Dies umso mehr, als er (aus meiner Sicht durchaus glaubwürdig) vor allem deshalb weitergedreht wurde, um Heath Ledger zu würdigen, und er stark durch diesen Gedanken geprägt ist. Durch die geniale Idee, die Rolle von Heath durch drei befreundete Schauspielerkollegen (Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell) weiterführen zu lassen, die alle drei einen engagierten Einsatz ihrer überragenden schauspielerischen Fähigkeiten zeigen, ist nicht nur die Qualität des Films um einiges aufgewertet worden. Man spürt die Betroffenheit von Johnny Depp, als er in seiner Szene über die Toten spricht, die "für alle Zeiten unsterblich sind" und "keine Angst" mehr zu haben brauchen. Diese eingebauten Bezüge haben mich sehr stark berührt, denn sie zeigen, dass es seinen Freunden nicht nur darum ging, irgendeinen Film zum Abschluss zu bringen. (Nur am Rand sei erwähnt, dass die drei ihre Gagen zu Gunsten von Ledgers kleiner Tochter gespendet haben.) Ich kann nicht sagen, dass "The Imaginarium of Doctor Parnassus" mir insgesamt als Film besonders gut gefallen hat. Dafür war er mir oft zu chaotisch und wuselig. Aber er hat mich (nicht zuletzt durch seine Hintergrundgeschichte) durchaus beschäftigt und beeindruckt. Deshalb wäre es für mich persönlich nicht angemessen, ihm eine Be- bzw. Abwertung zukommen zu lassen, die ihn mit irgendeiner hirnlosen Hollywood-Komödie gleichsetzen würde.
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am 24. Februar 2010
Die Meinungen über diesen Film gehen stark auseinander. Voller Euphorie einerseits und sehr kritisch bis abwertend andererseits. Ich selbst bin nicht enttäuscht. Auch nicht wahnsinnig überwältigt. Aber schön war's! Am allerbesten gefiel mir, wie Dr. Parnassus' merkwürdiger Wagen, von Pferden gezogen und scheinbar aus einer anderen Welt herstammend, durch das moderne London fuhr. Das hatte einen seltsam berührenden, ambivalenten Charakter und war einfach bezaubernd. Beeindruckt hat mich auch, dass man zwar anfangs etwas Mühe hatte, in die Story hineinzukommen, aber dann - als man auf einmal völlig eingtaucht war und völlig paralysiert noch mindestens eine halbe Stunde mehr von den eklektischen, überbordenden Imaginationen des Dr. Parnassus eingesaugen hätte mögen, war der Film plötzlich vorbei. Plötzlich herausgerissen - ja, so ist das wohl mit den Fantasien! Man kann sie nicht halten, nur für den Moment genießen, wenn sie über einen hereinbrechen.
Dr. Parnassus reist mit seinem 'Imaginarium' und seinem 'fahrenden Volk': seiner Tochter Valentina, einem Zwerg und dem jungen Anton durch England. Nach und nach filtert sich heraus, dass Dr. Parnassus mit dem Teufel im Bunde steht und dessen Wetten nicht widerstehen kann. Dabei hat er sogar seine Tochter verspielt. Doch Mr. Nick - der Teufel bietet ihm eine neue Chance, sie zu retten. Hilfe bekommt der Alte von Tony, dem Gehängten, einem undurchsichtigen Chameur und Halodri. Natürlich wäre Regisseur Terry Gilliam nicht er selbst, wenn die Story ganz so straight erzählt würde, und so bordet der Film über und über von Ideen, bildhaft und moralisch und philosophisch und und und. Das ergibt so manches Mal ein recht buntes, zumeist wirklich atemberaubend schön anzusehendes Durcheinander. Doch leider werden alle diese Ideen nur kurz erwähnt und nicht so recht entfaltet, bleiben oberflächlich und verwirrend.
Was bleibt also von dem Film zurück - außer dem Bild von der werbereifen, glücklichen, modernen Familie, von dem Valentina, das im Wandertheater aufgewachsene Mädchen träumt und welches am Ende des Films *Wirklichkeit* wird? Ist es das? Oder die alte Geschichte vom Dr. Faust und dem ewigen Leben? Nagut, als übergeordnete Instanz bleibt natürlich Dr. Parnassus allgegenwärtig, als Erzähler bzw. Imaginator A L L E R Geschichten, D E R Geschichte. Denn mal ehrlich: Wir leben in Geschichten, der einen Großen und den vielen Kleinen des Alltags, die wir erzählen, sehen, hören. Und uns so immer und immer wieder unsere Existenz vor Augen führen, v.a. wortwörtlich mittels Bildern als cineastische Allegorie. So fädeln sich all diese imaginierten Bilder auf, die man schon irgendwo gesehen hat, wie eine fantastische Bildergeschichte unserer Welt. Und natürlich bleibt auch die Erscheinung der wunderbaren Valentina alias Lily Cole in der traumhaften Szene mit den Pappbäumen des Imaginariums, zwischen die sie elfengleich schlüpft - das ist Kino.
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am 12. Juni 2010
Mr.Nick(Tom Waits), besser auch unter dem Namen Teufel bekannt, spricht diesen Satz aus ganzem Herzen. Schließlich begründet sich sein Schattenreich genau auf dieser Tatsache. Das allerdings der 1000jährige Gedankenkünstler Dr. Parnassus(Christopher Plummer), der mit seinem mittelalterlichen Wandertheater durchs neuzeitliche London zieht, mit dem Teufel wettet, das war nicht zu vermuten. Liegt es am Alter, oder vielleicht doch an zuviel Alkohol? Wer weiß das schon? Parnassus hat mit einer Wette das Ewige Leben gewonnen. Jetzt allerdings droht ihm der Verlust von etwas viel wichtigerem: Seine Tochter Valentina(Lily Cole) soll in drei Tagen, an ihrem sechzehnten Geburtstag, an Mr. Nick übergeben werden. Aber noch hat Parnassus eine Chance, denn Mr. Nick bietet eine neue Wette an. Wer es schafft 5 Seelen für sich zu gewinnen, dem gehört Valentina. Parnassus nimmt an. Mit seinen Gefolgsleuten Valentina, dem Zwerg Percy(Verne Troyer) und dem Gehilfen Anton(Andrew Garfield) versucht er sein Glück. Dazu stösst plötzlich unerwartete Hilfe. Tony(Heath Leadger), den Parnassus Truppe aufgehängt unter einer Brücke findet. Für die Lebensrettung bedankt Tony sich mit neuen Ideen für Parnassus Kabinett. Und so kommt es dazu, dass die Ausflüge in Parnassus Gedankenwelt urplötzlich zu einem gefragten Event werden. So werden Seelen gewonnen, aber auch Träume zerstört, denn: Mit Tony stimmt etwas nicht. Percy und Anton ahnen es, aber Parnassus und Valentina sind blind für deren Bedenken. Wie sagt Percy so schön: "Die Wahrheit zu sagen ist nie eine gute Idee." Als alle Lügen ans Tageslicht kommen ist es dann auch schon fast zu spät. Parnassus und der Teufel stellen sich zum letzten Duell.

Terry Gilliam, Mitbegründer der legendären Monty Python, ist der Mann für kreativ-schräge Produktionen. Mit einem etwas anderen Blick auf die Details ist Gilliam dabei stets ein wenig neben der Spur. So auch in -Das Kabinett des Doktor Parnassus-. Die Geschichte schlägt von einfach durchschaubar bis genial konzipiert eine Menge Haken. Sie lebt vor allem vom atemberaubenden Widerspruch des neuzeitlichen Londons mit der Welt des Parnassus. Das hat Gilliam perfekt hinbekommen. Seine Kulissen erinnern an Gemälde von Dali oder Plattencover der Gruppe Yes. Dazwischen tummeln sich eine Handvoll Schauspieler, denen man den Spaß an der Arbeit anmerkt. Heath Ledger, der während der Produktion starb, gibt den undurchsichtigen, aber liebenswürdigen, Tony mit jeder Menge Herzblut. Seine Vertreter im Geiste(und vor der Kamera), Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell sind als dreifacher Ledger-Ersatz brillant. Lily Cole, Verne Troyer und Andrew Garfield füllen ihre Rollen mit zauberhaftem Leben. Tom Waits zeigt, dass er nicht nur ein begnadeter Musiker, sondern auch ein fantastischer Schauspieler ist. Über allem aber schwebt, jedenfalls für mich, Christopher Plummers Darstellung des Doktor Parnassus. Wer das kanadische Filmurgestein Plummer aus -Syriana, Inside Man, Malcom X oder Der rosarote Panther kehrt zurück- kennt, der wird begeistert sein von der unglaublichen Darstellungskraft des mittlerweile 80jährigen Mimen.

-Das Kabinett des Doktor Parnassus- ist alles andere als gewöhnliches Kino. Gilliams Projekt erinnert hier und da ein wenig an Filme wie -The Fall-, bleibt jedoch einzigartig und eigenständig. Nicht jedermann wird sich mit den surrealen Kulissen und wandelbaren Charakteren der Purzelbaum schlagenden Story zurechtfinden. Das ist einerseits gewöhnungsbedürftig, aber auch wahnsinnig interessant und spannend. Mich hat Gilliams Märchen begeistert und ich kann ihnen, ohne die Garantie dafür, dass es ihnen genau so geht, den Film empfehlen. Als Kino-Abenteuer-Experiment, als Märchenstunde, oder als Gedenken an Heath Ledger. Wie sagt Parnassus: "Mit Beharrlichkeit und wilder Hingabe kannst du den Gipfel erreichen!" Im Märchen funktionert das. In Gilliams Film ebenfalls.
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am 24. September 2010
Der Film:

Der neue Film von Terry Gilliam wird von zwei Fragen begleitet: Konnte Gilliam den Tod von Hauptdarsteller Heath Ledger, der während der Dreharbeiten unerwartet starb, filmisch glaubhaft verarbeiten?
Und kann Gilliam nach dem unsäglichen Brothers Grimm und dem schwer zugänglichen Tideland an frühere Fantasyerfolge wie Time Bandits oder Brazil anknüpfen?

Ja und Nein.

Vor vielen Jahren schloss der unsterbliche Dr. Parnassus (Christopher Plummer) eine Wette mit dem Teufel (Tom Waits) ab. Der Preis: die Seele seiner Tochter Valentina (Lily Cole), die zu Beginn des Films kurz vor ihrem 16. Geburtstag steht.
Bevor die Frist abläuft, nimmt die Truppe einen geheimnisvollen Mann (Ledger) auf, der vorgibt, sich nicht einmal an seinen Namen zu erinnern. Daraufhin lässt sich der spielfreudige Beelzebub, genannt Mr. Nick, auf eine neue Wette ein, die Valentina vor ihrem höllischen Schicksal bewahren könnte.

Das titelgebende Kabinett ist ein klappriger Schauwagen mit einer ebenso klapprigen Bühne, auf der ein Spiegel steht. Wer durch diesen hindurch schreitet, landet in einer Welt, die seinem eigenen Unterbewusstsein entspringt und in der er sich zwischen gut und böse entscheiden muss. Günstig für Gilliam, der somit seiner überbordenden Fantasie freien Lauf lassen kann. Geradezu angeberisch tischt er farbenfrohe, schaurige, schöne, einfallsreiche Welten auf, die auch glaubhaft machen, wenn Ledgers Figur auf einmal aussieht wie Johnny Depp, Jude Law oder Colin Farrell.Schauspielerisch gibt es ebenfalls nur Positives zu berichten. Vor allem Plummer und Waits bilden ein schönes Gespann und geben dem Film einen stabilen zentralen Konflikt. Auch Andrew Garfield, Arthouse-Freunden vielleicht als "Boy A" im Gedächtnis, macht in der Rolle des in Valentina verknallten Hilfsknechts Anton einmal mehr auf sich aufmerksam, zumindest soweit es seine etwas platt konstruierte Figur erlaubt.

Womit wir beim großen Problem des Films wären. Die Fantasiewelten mögen einfallsreich sein und der Zwist zwischen Parnassus und Mr. Nick unterhaltsam, doch der Rest der Geschichte ist durchweg uninteressant. Das romantische Geplänkel des hilflosen Anton lädt zum Gähnen ein, der dubiose Hintergrund von Ledgers Figur entpuppt sich als schrecklich generisch, und nicht zuletzt gibt der Teufel seinem vermeintlichen Widersacher derart viele zweite Chancen, dass echte Spannung partout nicht aufkommen mag. Zudem ist die Mythologie, die hinter dem Spiegel steht, bestenfalls durchwachsen. Die moralischen Entscheidungen, denen sich die Leute in den Spiegelwelten stellen müssen, sind uneindeutig und teilweise schlichtweg unsinnig.

Das Kabinett des Dr. Parnassus ist weit entfernt vom Desaster eines Brothers Grimm und bietet vielerlei Bezauberndes, sowohl im Visuellen als auch in der Lösung der Probleme der Produktion.
Insgesamt bleibt er leider weniger als die Summe seiner Teile. Doch auch wenn Gilliam mit seiner leicht autobiografisch anmutenden Geschichte kein großes Werk erschafft, ist ihm ein im Wortsinne sehenswerter Film gelungen, der sich fraglos vom gängigen Einheitsbrei abhebt.

Zur Disc:

Das Bild:
Das Bild überzeugt mit kaum wahrnehmbarer Körnung, perfekter Sauberkeit und ausgezeichneter Schärfe. Auch die Farbdarstellung ist tadellos. Abzüge gibt es für den Kontrast: Schwarz wirkt eher wie Dunkelgrau, die Detaildarstellung in dunkleren Passagen gerät dadurch nicht optimal und auch die Plastizität leidet ein wenig darunter.

Der Ton:
Beide DTS-HD-Master-Audio-5.1-Tonspuren bieten ausgewogenen Mehrkanalsound mit schöner Raumtiefe und regelmäßig beanspruchten Surroundkanälen. Direktionale Effekte werden ebenso exakt wiedergegeben wie die Dialoge aus dem Centerkanal. Für Bass-Fetischisten wird hingegen wenig geboten.

Die Extras:
- Intro von Terry Gilliam (02:49 Min., OmU):
Der Regisseur gibt einen kurzen Überblick über das Projekt, spricht den tragischen Tod seines Hauptdarstellers Heath Ledger an und beschließt seine Einleitung zum Film ebenso humorvoll wie charmant.

- Audiokommentar von Terry Gilliam (OmU): Entspannt, humorvoll, tiefgründig - so muss sich ein tiefer Einblick in die Welt des Filmschaffens anhören. Wunderbar.

- Entfernte Szene (04:13 Min., OmU):
Eine längere Version der anfänglichen Szene, in der ein kleiner Junge in die wundersame Welt hinter dem Spiegel von Dr. Parnassus tritt. Mit optionalem Audiokommentar von Terry Gilliam.

- Kostümprobe mit Heath Ledger (01:56 Min., OmU):
Der Titel sagt alles und doch wieder nichts: Wenn man als Filmfreund Heath Ledger mit vollem Elan in allerlei Maskeraden "herumblödeln" sieht, kommt doch etwas Wehmut auf. Auch diesen Bonus-Teil kann (und sollte) man sich mit Gilliams Kommentar ansehen.

- Der Blick hinter den Spiegel (03:18 Min., OmU):
Interviews mit dem Regisseur, den wichtigsten Darstellern und Produzenten des Films, unterlegt mit kurzen Ausschnitten aus dem Film.
Symphatische Werbefeaturette.

- Die Entstehung des Klosters (06:57 Min., OmU):
Die Entstehung dieser aufwändigen Szene vom Storyboard über die gezeichneten Designs bis hin zum Modellbau und der CGI-Umsetzung.
Informativ und mit genau der richtigen Länge.

- Szenenaufbau vom Storyboard zur finalen Sequenz (02:60 Min.):
Eine ausgesuchte Szene wir durch einen viergeteilten Bildschirm in allen Entwicklungsstufen abgespielt.

- Heath Ledger und Freunde (05:31 Min., OmU):
Eine Mischung aus Interviews, Filmausschnitten sowie Auszügen aus den Dreharbeiten. Inhaltlich geht es darum, wie man es schaffen konnte, den Film trotz des Todes von Heath Ledger fertigzustellen.
Sehenswertes Segment, das aber durchaus ausführlicher hätte sein dürfen.

- Interview mit Heath Ledger (03:00 Min., OmU):
Ein älteres Radiointerview Ledgers, von Bildern aus dem Film unterlegt.
Unnötiges Stückwerk.

- Das Kabinett des Terry Gilliam (06:15 Min., OmU):
Auch hier bekommt man den üblichen Mix aus Interviews, Filmausschnitten und Szenen von den Dreharbeiten serviert. Neben Gilliams inhaltichen und visuellen Konzept sowie der Umsetzung von letzterem berichten die Schauspieler auch über die Zusammenarbeit mit dem visionären Regisseur.
Informativ, aber etwas werbelastig.

- Cast und Crew (08:05 Min., OmU):
Terry Gilliam stellt auf einer Filmpremiere einige seiner Mitstreiter vor.
Muss man nicht gesehen haben.

- Dr. Parnassus weltweit (05:44 Min., OmU):
Unkommentierte Szenen von diversen Filmfestivals.

Neben dem Kinotrailer werden auch noch die Gilliam-Filme Tideland, Brothers Grimm und 12 Monkeys beworben.

Fazit:
Bild- wie tontechnisch stark, sieht man von erwähntem Kontrast-Manko ab. Die inhaltliche Tiefe, die dem Großteil der kurzen Bonussegmente abgeht, macht der fabelhafte Audiokommentar von Terry Gilliam wett. Ein ausführliches Making-Of aus einem Guss wäre dennoch das Tüpfelchen auf dem i gewesen. Alleine die zahlreichen Augenöffner von Gilliams Fantasiewelt führen zu einer klaren Kaufempfehlung.
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am 22. November 2012
Was soll man zu diesem Film sagen? Dass die Geschichte sehr konstruiert wirkt? Ja. Dass man vielleicht mit mehr Verwirrung rausgeht als man in den Film reingegangen ist? Sicherlich. Dass er vielleicht ein Tick zu bunt, zu extravagant, zu fantastisch ist? Sicherlich. Dass er zahlreiche Fragen offen lässt? Auf jeden Fall.
Und trotzdem irgendwas hat der Film, das mich fasziniert. Die durch die Bank weg guten Schauspieler. Tom Waits, der den verdammt noch mal coolsten Teufel gibt, den ich je irgendwo gesehen habe. Die Geschichte, die, wenn man mal unter die Oberfläche getaucht ist, eine Geschichte über Wahrheit und Lüge, über Traum und Realität ist. Eine Geschichte über Fantasie, aber auch über Familie, Vertrauen und Zusammenhalt. Und Kritik an unserer Gesellschaft ist auch mit drin.
Vielleicht muss man in der passenden Stimmung sein, um diesen Film genießen zu können. Vielleicht muss man Effekte und Farben mögen. Vielleicht muss man einen sehr skurrilen Humor haben.
Und wenn Terry Gilliam einen Film macht, dann kann man keinesfalls einen Film erwarten, den man mal so nebenbei ankucken kann und alles versteht. Man muss sich schon intensiv darauf einlassen! Keinesfalls ist es Gilliams bestes Werk. Aber ein guter Film für Leute mit Fantasie ist „Das Kabinett des Doktor Parnassus“ auf jeden Fall!
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am 23. Dezember 2015
Diesen Film würde ich am ehesten als Märchen für Erwachsene beschreiben. Jemand, der eher Fantasy erwartet, würde mit dem Film vermutlich nicht richtig glücklich werden. Wenn man aber als Kind gerne Mächen las, dann wird man hier vieles aus dem geliebten Genre erkennen.

Der Film spielt in der "realen" Welt, aus der man manchmal die Fantasiewelt betritt. Die Bilder der Fantasiewelt im Film erinnern mich etwas an die ausgefallenen Bilder und Situationen in "Alice in Wonderland", nur eben nicht gar so schräg, weil sie deutlicher als Methaphern erkennbar sind. Wie es sich für ein Märchen gehört ist der Film voll mit Methaphern, wie z.B. Menschen mit mehreren Gesichtern als die Methapher für die Unaufrichtigkeit; die Überlegung, dass der Mensch mit der stärkeren Phantasie den anderen unterdrücken könnte als die Methaper dafür, dass wir uns manchmal von den Vorstellungen anderer irreleiten lassen können und dadurch irgendwann vielleicht ein Leben führen, dass wir gar nicht gewollt haben; und schließlich der gute alte Kampf um die Seelen zwischen dem verzweifelnden Guten und verführerischen Bösen.

Der Film ist tiefgründig, wenn man gewillt ist zuzuhören und nachzudenken und ist wahrscheinlich nichts für ein Abspannen vor den bunten Bildern einer Schnulze oder eines aktiongewaltigen Abenteuers. Wer aber im Verfolgen eines Märchengeschehens geübt ist und die Fantasie mit ihren methaporischen Anregungen als Ergänzung zu unserer "normalen" Welt genießt - der sollte sich den Film auf jeden Fall ansehen!
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am 27. Januar 2016
Ein modernes Märchen über den Handel und das ewige Spiel mit/gegen den personifizierten Tod. Im Gegensatz zu manch anderem Rezensenten, die die Geschichte anscheinend nicht nachvollziehen konnte, ergibt sich meiner Meinung nach eine stimmige und letztlich klare Geschichte. Auch wenn vieles natürlich einfach (es ist für mich nun mal ein Märchen) "phantastisch" ist.
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Es gibt wenige Filme, bei denen ich gestehen muss, sie nicht verstanden zu haben. Dies ist einer davon. Dabei ist die Geschichte, die hier erzählt wird nicht einmal so kompliziert. Es geht um eine Wette, die ein Unsterblicher mit dem Teufel abschließt. Aber warum diese Geschichte erzählt wird, und vor allem, aus welchen Gründen und Motivationen die verschiedenen Teilnehmer an diesem Spiel handeln, so wie sie es denn tun, das ist mir während des Filmes merkwürdig fremd geblieben.

Dagegen sind es viele, einzelne Motive, die einem bekannt vorkommen. Da ist die antiquiert wirkende Zirkus- und Schaustelleratmosphäre, die irgendwie aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Da ist die Figur des Unsterblichen, der unter seinen Schicksal leidet, so sehr er sich doch als Sterblicher dieses Schicksal gewünscht hat. Da ist die Figur des liebenden Außenseiters, der sich selbst nicht sicher genug ist, um seine Liebe endlich erobern zu können. Da ist die schöne Prinzessin, der Gefahr droht. Da ist der Teufel, der um Seelen kämpft, aber letztendlich vielleicht weniger das Böse will, sondern statt dessen im Auftrag des Guten für Chaos und damit Leben in der Welt sorgt (erinnert sich jemand an die Selbstdefinition von Mephisto in Goethes Faust?). Und dann haben wir noch die Bilderwelten von Terry Gilliam, in denen neben alten, verlassenen Industrie- und Stadtlandschaften diesmal auch eine digitalisierte Form der gezeichneten, surrealistischen Welten aus der guten alten Monty Pythons Zeit eine große Rolle spielt.

So entsteht zumindest bei mir das merkwürdige Gefühl, im Film zuhause, aber in seinen Gestalten fremd zu sein. Und letzteres ist vor allem deshalb merkwürdig, da hier die wichtigste Person - also die zentrale Person der Handlung - von immerhin vier durchaus bekannten Schauspielern gespielt wird, die man auch schon kennen und lieben gelernt hat. Die Aufgabe, in dem unendlichen Spiel zwischen dem Teufel und dem Unsterblichen etwas Unruhe herbeizuführen, fällt nacheinander Heath Ledger, Johnny Depp, Jude Law und Collin Farrell zu. Notwendig war das wohl nicht zuletzt, weil Ledger den Film selbst nicht mehr beenden konnte. Die Lösung, die man dann gewählt hat, führt im Film zu einigen durchaus witzigen Momenten. Aber ob diese etwas mit der Handlung zu tun haben? Wieder verstehe ich etwas nicht.

Geschichten zu erzählen, das wird in einer der Schlüsselstellen des Buches als Grundlage unserer Welt, unserer Existenz bezeichnet. Eine Geschichte steht für sich. Sie braucht keine Erklärung. Und wie das Kabinett des Dr. Parnassus im Film von allen Besuchern auf eigene Weise erlebt wird, erlebt jeder Zuhörer eine Geschichte auf eine andere Weise. Vielleicht ist der Film ja selbst als ein solches "Imaginarium" gedacht, das jeder Zuschauer des Films auf eine eigene Art wahrnehmen soll, genau wie die merkwürdige Welt hinter dem Spiegel, von der hier erzählt wird. Aber zumindest ich kehrte auch aus dieser Welt der Imagination etwas ratlos zurück.
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am 24. Dezember 2014
der film ist fast durchgehend verwirrt wirkendes gefasel und gebrabbel.
er zeigt düstere, schmutzige gestalten, die eher gewaltsam als zart und liebevoll miteinander umgehen und an alkoholismus leiden.

die vielgelobten optisch interessanten und opulenten szenen sind zumindest bis zur filmhälfte rar und äusserst kurz - ich liebe so manchen film für solche szenen (aber dann bitte etwas lämnger als einige sekunden im schwenk)
und die filmstars interessieren mich nicht genug, um den film aufzuwerten.

ich empfehle den film eher fans und cineasten - ich habe den film bis zur hälfte geschaut ca und dann abgebrochen.
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am 9. Juni 2016
Mitten in den Dreharbeiten des Filmes ist Heath Ledger verstorben. Seine Rolle wurde mit weiteren anderen Schauspielern besetzt. Dies tut der Geschichte keinen Abbruch, sondern gibt ihr eher noch mehr Charme. Die Story selbst ist wunderbar abgehoben und skurril, Tom Waits glänzt in der Rolle des Teufels - sehr zu empfehlen
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