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Roger Willemsens Buch über unser "Hohes Haus" bestätigt mir genau das was ich zwar schon geahnt, aber in letzter Konsequenz nie wirklich wissen wollte. Der Satelit namens Parlament, den wir neben unserer Verfassung nach dem letzten Krieg auf den Weg brachten, hat sich mit zunehmender Zeit aus dem für ihn vorgesehenen Orbit entfernt. Ursprünglich geeicht auf augenhohe Bürgernähe hat er diesen Korridor schon längst in Richtung Lobbyismusnebel im Sternzeichen Kommerz verlassen. Einzig die offshorereske Energieversorgung inklusive der langen, überländigen Leitungen bremsen ihn noch. Die Hoffnung auf Wiedereintritt ist trotzdem nur noch marginal. Die Umlaufbahn hat sich in eine unkontrollierbare JoJo Gummibandflugkurve im luftleeren Raum gewandelt. Nach sechzehn Jahren Kohl und der Verlegung der Kreiselhöhe auf den Berliner Breitengrad dämmert uns langsam, daß er den Kontakt zu uns verloren hat. Bürgernähe ist nur noch eine Floskel unter vielen. Der Bürgerwille ist unnützes Beiwerk bei der Entscheidungsfindung und stört nur den laufenden Prozess. Der Stellenwert des Bürgerwillens ist den Aushangflächen des Jugendschutzgesetzes in den Kaschemmen dieser Republik nicht unähnlich. Meist hängt er unrettbar vergilbt, von Frittenfett und Staub fast zur Unkenntlichkeit verranzt, irgendwo zwischen Tresenunterkante und den WC Steinen im Pissoir.

Der Bericht des ausserparlamentarischen Horchpostens auf den Rängen des Parlaments beschreibt in wunderbarer Weise, wie wenig sich die Mitglieder des Parlaments Mühe geben dies zu kaschieren. Possenspiel um Possenspiel reiht sich in Willemsens Buch aneinander. Gewählte Dekadenz und parlamentarische Inkompetenz trifft auf Großmannsucht und Selbstüberschätzung. Die Parteitreue der Parlamentarier und die damit verbundene Sorge um die eigene Karriere geben dem Parlament und letztendlich auch der Demokratie den letzten Rest. Nur ganz wenige Aufrichtige scheinen es unter die Reihen der Blender und Gaukler geschafft zu haben. Es sind zuwenige um das Trudeln aufzuhalten. Aber die Hoffnung stirbt wie wir wissen immer zuletzt. Warum nicht auch die Hoffnung auf eine einstürzende Glaskuppel? Wären wir Briten würde in diesem Falle der Doppelnullagent James Bond mit seiner Drahtseildigitaluhr unter der einstürzenden Kuppel hindurchschwingen und im Vorbeigleiten M. von der Regierungsbank retten. Leider haben die deutschen Geheimdienste nur Nullen im Angebot und selbst diese sind meistens mit dem Schreddern von Akten beschäftigt. Natürlich wäre ihnen vom Einsturz des Parlaments "nichts erinnerlich gewesen". Quot erat demonstrandum.

Das sehr lesenswerte und eloquent formulierte Buch krankt nur an einem: Das Unerträgliche zu überwinden und den Willen aufzubringen das Buch zu Ende zu lesen. Mir bleibt eigentlich nur der Dank an den Autor, verbunden mit der Hoffnung, daß das Jahr auf den Rängen des "Hohen Hauses" keine bleibenden Schäden bei ihm hinterlassen hat. Ich entschuldige mich beim Autor für mein schreckliches Deutsch und wünsche Aufrichtigst Gute Erholung!
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Zunächst einmal dachte ich das es sehr langweilig sein dürfte, die Beobachtungen der Sitzungen im Hohen Haus zu lesen, doch schon nach den ersten Seiten war mir klar, das die erwartete Langeweile ausbleiben würde. Roger Willemsen ist/war dafür bekannt mit sehr genauer Beobachtung und geschickter Hinterfragung vermeintlicher Tatsachen das Interesse lenken zu können. Mir persönlich gefällt es sehr gut, wie er im Buch die einzelnen Aussagen verschiedenster Politiker mit Fakten hinterlegt und diese dann dem Leser präsentiert. Hierbei kommen viele der (selbst noch) heute aktiven Protargonisten nicht gut davon.
Die Einblicke "hinter die Kulissen" die man durch das Buch gewinnt sind allemal lesenswert. Es ist interessant vom Autor aufgezeigt zu bekommen das die Debatten die geführt werden häufig bereits entschieden sind da die entsprechenden Gremien schon vor Tagen eine Entscheidung gefällt haben.

Für wehn ist dieses Buch lesenswert? Guten Gewissens kann man das Buch nicht wirklich jedem empfehlen, da es zeitweise viel politisches Verständniss erfordert. Herr Willemsen ist jedoch ein Künstler der Worte der den Leser in jedem Kapitel (Sitzungstage) immer wieder abzuholen weis. Für jeden der sich für die Politik interessiert ist dieses Buch auf jeden Fall ein interessantes Werk.
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am 22. September 2015
Sehr scharfsichtige, sprachlich bisweilen brillante Abrechnung mit dem Politikbetrieb im Reichs/Bundestag des Jahres 2013. Nie langweilig! W., sicherlich einer der klügsten Köpfe in erweiterten deutschen Politik- und Kulturwesen (an dieser Stelle alles Gute!) versteht es immer wieder neue Perspektiven zu finden und neue Akzente zu setzen, auch wenn es doch immer wieder um das Gleiche geht: die Demaskierung des ritualisierten und oft sinnfreien Agierens unserer Volksvertreter, denen fast immer das eigene Amt wichtiger als die Sache und die Fraktionsdisziplin wichtiger als die politische Gestaltung ist. Geradezu reflexartig wird der politische Gegner immer ins Unrecht gesetzt und ohne Ansehen der Sache und der Argumente verhöhnt. Dabei hat W. eine eindeutige Abneigung gegen CDU/CSU und F.D.P. ohne allerdings unfair zu werden. Ohne Ansehen der Parteizugehörigkeit beleuchtet er auch die wenigen Sternstunden parlamentarischer Rede.
Der politikverdrossene Wutbürger, sicherlich Hauptabnehmer des Buches, wird sagen: „ja, schön, aber das haben wir schon immer gesagt!“ Egal! Die sprachliche Virtuosität mit der W. ,der natürlich das Hörbuch selber liest was dem Ganzen zusätzliche Eindringlichkeit verleiht, vorträgt, ist einfach in hohem Maße lesens- und hörenswert und eröffnet auch dem politisch Interessierten neue Perspektiven. Den einzigen Vorwurf den ich W. machen kann: er liest zu schnell, ich kann kaum folgen. Ich habe mir deshalb das Papierbuch auch noch bestellt und werde es noch mal lesen!
Wenn man allerdings bedenkt, was über dieses ausgesprochen kluge, pointierte aber nie unfaire, meinungsstarke aber nie polemische Buch hier an Kritiken so abgesondert wird und DAS auf die Gesamtbevölkerung hochrechnet, kann man glauben, dass wir vielleicht doch die Volksvertreter haben die wir verdienen.
Eigentlich müssten nach der Lektüre dieses entlarvenden Buches die Mehrzahl unserer Parlamentarier schamesrot zurücktreten und sich ernsthaft um ehrliche Arbeit bemühen, aber die bisweilen arrogante Dreistigkeit, ich bin da nicht so elegant wie W., schützt wohl vor jeder Selbsteinsicht.
Und es gilt: „Am Ende gewinnt der Murks!“
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am 2. Dezember 2015
Für Politik- und Sprachbegeisterte sehr toll, aber durch die gleichmäßige Tonhöhe von Herrn Willemsen etwas schwer zu hören. Sehr gut finde ich, dass auch mal Rücksprünge in die Geschichte des "Hohen Hauses" gemacht werden und den einzelnen Tagen auch Anmerkungen zu sonstigen Meldungen voran gesetzt werden. So erinnert man sich besser daran, wie es in dem Jahr war und einige Bemerkungen aus dem Parlamentsalltag werden verständlicher. Ein großer Respekt vor Herrn Willemsen, der sich nicht nur ein Jahr in den Bundestag gesetzt hat, sondern auch die Zitate aus den 58.000 Seiten Protokoll zusammen gesucht hat.
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am 31. März 2014
"Keine Kritik an der parlamentarischen Praxis kann so drastisch sein wie jene,
die durch das Parlament selbst vorgetragen wird. Kein Angriff auf Abgeordnete kann so polemisch sein wie das,
was sie selbst gegeneinander vorbringen, keine polemische Pointe kann so enthüllend sein wie das Zitat."

Warum tut er sich das an? So war ich versucht zu denken angesichts der mitunter leicht skurrilen Schilderungen aus den Tiefen des Hohen Hauses.
Roger Willemsen hatte ein Jahr lang Unterricht darin, wortreich nichts zu sagen. Zum Glück für uns war er kein gelehriger Schüler, denn die Protokolle seiner 'Schulstunden' sind gewohnt geistreich und tiefgründig. Er liefert uns weder Interpretationen noch Leitartikel, er bietet uns 'Mitschnitte', die zwischen den Zeilen Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung durchscheinen lassen, ohne daß er seine eigene politische Couleur dafür preisgäbe.
Die historische Abfolge der Ereignisse des Jahres 2013 ist uns noch gegenwärtig. Um so mehr ist es ein Vergnügen, sie von Roger Willemsen noch einmal auf seine Weise präsentiert zu bekommen. Dabei erfahren wir noch so einiges, was uns ohne ihn nie offenbar geworden wäre, z.B. daß unter den Bänken zuweilen Händchen gehalten wird, daß es zu später Stunde schon mal schneller gehen kann, bis ein Gesetz durchgewunken ist, daß es unter den Parlamentariern manchmal schlimmer zugeht als bei einem Haufen pubertierender Pennäler. Aber letzteres hatten wir schon geahnt.
Wir stolpern über Namen von Abgeordneten, die wir nie zuvor gehört haben und vermissen den aus unserem Wahlkreis, dessen Engagement zu unserem Wohle in der Provinzzeitung täglich so preisend hochgelobt wird.

Das Buch ist zum Nachlesen der zahlreichen Pointen unverzichtbar. Ich für mich zog es aber vor, mit Roger Willemsen als Beifahrer unterwegs zu sein. Mit seiner Stimme, der völlig akzentfreien Sprache, mit der er seine brillant geschliffenen Texte zelebriert, wird jeder auf der Zuschauertribüne verbrachte Tag zu einem Erlebnis. Jens-Uwe Krause und Annette Schiedeck fungieren treffsicher und gekonnt authentisch als Verkörperung der ParlamentarierInnen.

Schade, daß Roger Willemsen im Fernsehen so selten zu sehen ist. Sein Niveau ist über jeden Talk erhaben. 'Willemsens Woche' mit Michel Petrucciani - das waren noch Zeiten!
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am 1. Juni 2014
Liest sich gut. Ein richtiger privater Straßenfeger, für mich. Man kriegt einen WIRKLICh spannenden Einbliclk, in unser Parlament. Das Ganze hat Niveau, aber manchmal etwas zuviel davon. Willemsen, der sympathische aber eitle Schreiber, manchmal würde ihm etwas mehr Bodenständigkeit gar nicht schlecht tun .....
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am 28. März 2014
Ein sehr lesenswertes Buch. Wer sich für den Parlamentarismus interessiert sollte es unbedingt lesen. Endlich wird auch mal über die Parlamentarier geschrieben, die nicht in den Talkshows permanent zu sehen sind. Gewünscht hätte ich mir mehr Hintergrundinformationen über die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Parlaments.
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am 23. September 2014
Auf jeden Fall ein gutes, politisches Sachbuch! Man könnte meinen, das Thema (ausschließlich Politik) wird auf Dauer langweilig! Aber dies ist hier nicht der Fall. Willemsen schafft es, das Ganze spannend zu gestalten. Dennoch ist es an wenigen -wirklich wenigen- Stellen in die Länge gezogen. Daher der eine Stern weniger und somit vier Sterne.
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am 26. März 2016
Ein Jahr lang Nahbetrachtung des Bundesparlamentes! Das war dringend erforderlich. Roger Willemsen war in seinen Betrachtungen zwar nicht immer fair und hatte in diesen öfter auch eine leichte Schlagseite nach links ist aber letztlich erstaunlich präzise mit seinen Äußerungen über die Atmosphäre im Parlament und die in diesem "handelnden" Abgeordneten. Er hat den Menschen im Abgeordneten freigelegt, was die Rede über ein politisches Sujet und den Inhalt des jeweiligen politischen Themas den betreffenden Abgeordneten schon auch entscheidend veränderte.
Nicht leicht zu lesen, aber daher umso wertvoller.
Ein Muss für politisch Interessierte!
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am 16. Oktober 2015
Sehr gute Beobachtungsgabe des Autors. Ein Jahr das Hohe Haus aushalten ist an sich schon eine Leistung. Unterhaltsam und spannend. Ein Muss für jeden politisch Interessierten.
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