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TOP 1000 REZENSENTam 30. September 2013
Mit "Das Haupt der Welt" überreicht uns Rebecca Gablé zum ersten Mal einen historischen Roman mit deutschem Hintergrund und entführt ihre Leser in das frühe 10. Jahrhundert, eine Zeit über die ich zugegebenermaßen bis dato wenig, bis gar nichts wusste.

Wie man es von Rebecca Gablé kennt, sind die historischen Fakten, die sie spielend leicht in die fiktive Handlung einfließen lässt, sehr informativ, sogar richtig unterhaltsam und spannend.
Ihre kraftvolle und mitreißende Sprache lässt einen im Nu in das frühe Mittelalter versinken und man bekommt in etwa eine Ahnung, wie es damals gewesen sein könnte.

Beinahe unbewusst lernt man viel über die damalige Zeit und die Zustände des Reiches. Über die Feindschaft zwischen zwei Völkern, die darauf folgende Unterwerfung durch die Sachsen, die einstige Aufteilung des Landes, die bitteren Kämpfe um die Sachsenkrone und den fremdartigen slawischen Glaubensvorstellungen und Traditionen.

Besonders in der Eingangsphase beschreibt sie einige sehr grausame Übergriffe, die einen erschrocken innehalten lassen. Doch sie schafft es, diese Szenen nicht grotesk wirken zu lassen, indem sie sie ohne viel Brutalität darstellt. Ihre Wirkung verfehlen diese Abschnitte dennoch nicht.

Beinahe alle Hauptcharaktere sind anders als in den anderen Romanen von Frau Gablé nicht fiktiv, sondern historisch belegt. Der wohl Bekannteste unter ihnen ist der Sachsenkönig Otto I. und die wohl interessanteste Perspektive bietet uns der slawische Prinz und Außenseiter Tugomir, der als Geisel am Hofe alles hautnah miterlebt. Die Umstände, die ihn in diese Lage brachten, sind gewiss traurig. Doch er verfällt nicht dem Selbstmitleid und kapituliert. Er steht standhaft für sein Volk ein und kann den Bräuchen der Sachsen nur wenig abgewinnen. Ständig stellt er den Glauben der Christen und die Existenz des Buchgottes in Frage und sorgt mit seinem spitzfindigen Humor für einige unterhaltsame Momente.

Wie auch in den Englandromanen stehen hier gleichzeitig mehrere nennenswerte Charaktere im Mittelpunkt, die gemeinsam, freiwillig oder gezwungenermaßen, verschiedene Zeitspannen und wichtige historische Ereignisse durchstehen. Ihre facettenreiche Darstellung macht die Handlung so lebhaft, man fiebert ununterbrochen mit. Auf über 850 Seiten hasst, liebt, hofft, bangt und trauert man gemeinsam mit ihnen, sodass es am Ende schwer ist, sie zwischen zwei Buchdeckeln zu bannen.

***Fazit***

Rebecca Gablé schafft es mit einer beeindruckenden Leichtigkeit, die trockenen Fakten der deutschen Geschichte in einen unterhaltsamen, gar schillernden Roman zu verwandeln. Ich bin ein großer Fan ihrer historischen Romane und finde, dass ihr der erste Sachsen Roman wirklich gelungen ist, und hoffe sehr auf eine Fortsetzung.
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am 18. Dezember 2015
Ich war sehr gespannt auf das Hörbuch, da mich die Story wirklich neugierig gemacht hat. Sehr positiv finde ich Detlef Bierstedt, der die Geschichte prima vorliest. Was allerdings richtig nervt auf Dauer ist, das fast nach jedem Kapitel Trommelgeräusche kommen. Weiß nicht, was man sich da gedacht hat. Vielleicht, das der Zuhörer wieder aufgeweckt wird, falls er eingeschlafen ist.
Die Story fängt spannend an. Leider ebbt der Spannungsbogen nach einer Zeit ab, um dann am Schluss wieder anzusteigen. Man hat das Gefühl die Autorin wusste in der Mitte nicht so recht, wo die Reise denn hingegen soll. Die Story plätschert so dahin. Der Schluss kommt dann so schnell und er läd zur Fortsetzung ein.
Die historische Hintergrund scheint gelungen und in die Story gut eingebettet. Allerdings bleiben die Hauptfiguren Tugomir und seine Schwester blass und oberflächlich. Das ist der Autorin schon besser gelungen.
Vielleicht hätte sie eine Recherche machen sollen, wie Menschen sich fühlen die ihre Familie verlieren, verschleppt werden und dann in einem fremden Land leben müssen. Die Hauptfiguren durchleben das mit einer Gleichgültigkeit, die nicht glaubwürdig ist.
Auch die Liebesgeschichte von Tugomir mit der Tochter seines Feindes finde ich langweilig dargestellt. Die geschriebenen Sexszenen passen nicht in den Schreibstil. Das kann man auch gefühlvoller und romantischer Schreiben. Klingt irgendwie nach einem Porno. Sorry.
Ich war doch enttäuscht, da mir die Waringham Saga doch sehr gefällt. Vielleicht kommt ja noch eine Fortsetzung, die besser gelingt. Es ist nette Unterhaltung aber leider nicht mehr. Schade.
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am 2. Oktober 2013
Nach drei Saetzen war ich " gefesselt " , ein wunderbares Buch, eine der Hauptpersonen, der Slawe Tugomir, geraet als Gefangener an den Hof Heinrichs I und nach dessem Tod an den Hof Ottos I. Tugomir ist als zurueckhaltender, beobachtender , kritischer, aber eben aufrechter Mensch beschrieben und gerade diese Art ist sehr einnehmend.

Rebecca Gablé steigt mit diesem Buch Anfang des 10. Jhd in die deutsche Geschichte ein, die staendige Aufmuepfigkeit der Slawen versuchen Heinrich I und seine Schergen, spaeter auch Otto I mit aeusserster Brutalitaet ( gerade im ersten Teil des Buches ist man erschuettert ueber das beschriebene Kriegsgeschehen ) und taktisch von Otto klug gewaehlter Christianisierung, Herr zu werden.

Diese Epoche deutscher Geschichte ist mir fremd, es ist klasse ueber diese Zeit mehr zu erfahren, sogar viele der Hauptpersonen sind historisch verbrieft.

Die Ambivalenz der Freundschaft zwischen dem Slawenprinzen und Otto und seinem Halbbruder Thankmar ist wunderbar beschrieben und zu jeder Zeit nachvollziehbar. Gerade zu Beginn des Buches versucht es Tugomir doch immer wieder, sich gegen die entstehende Sympathie zu den Bruedern und anderen zu wehren, hauptsaechlich um sich und seine Ideale zu schuetzen. Seine Schwester Dragomira wird hochschwanger in einen Damenstift verschleppt und da auch sie mit Otto unabdingbar verbunden ist, kreuzen sich auch diese Lebenslinien erneut.

Ein wunderbares Buch, es faellt mir schwer aus diesem Roman wieder aufzutauchen, ich hoffe auf weitere Fortsetzungen !!!
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am 23. Dezember 2013
Nach der Ankündigung eines neuen Romans von Rebecca Gablé war ich sehr gespannt. Als ich dann noch las, dass mein "Lieblingskaiser" Otto l. eine der Hauptfiguren ist und auch das Havelland eine Rolle spielt (ich stamme aus Berlin)war meine Vorfreude kaum zu bremsen.
Und dann begann ich also voller Freude zu lesen (zufällig waren wir gerade in Quedlinburg).
Die Geschichte ist durchaus spannend. Allerdings sind die Charaktere nicht so ausgearbeitet wie ich es sonst von Frau Gablé kenne und liebe. Es gibt eine Flut an geschichtlichen Informationen (die Zeit ist natürlich auch sehr spannend und voller Umbrüche).
Aber beim Lesen hatte ich immer das Gefühl, das Buch nimmt mich nicht mit.
Zu meinen Lieblingsbüchern zählen "Der König der purpurnen Stadt" und "Hiobs Brüder". Hier war ich jedes Mal traurig, wenn das Buch seinem Ende zuging.
Diese Buch hat mich am Ende etwas ratlos zurückgelassen, weil ich das Gefühl hatte, das irgendetwas fehlt. Falls es eine Fortsetzung geben sollte, werde ich diese natürlich auch lesen, vielleicht kommt die Geschichte ja doch noch in Fahrt. Denn über Otto l. gibt es noch viel zu berichten.
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TOP 500 REZENSENTam 18. November 2013
Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut und entsprechend groß war auch meine Erwartungshaltung.
Zunächst jedoch möchte ich meinen Unmut darüber kundtun, dass die Werke dieser Autorin seit einiger Zeit zunächst immer nur als (teure) Hardcoverausgabe erscheinen. Sicherlich schön für Sammler und Leute die sich am Anblick eines Buches im Regal genauso erfreuen, wie am Inhalt. Mir kommt es dagegen eigentlich nur auf den Inhalt an, meine Bücherregale sind schon übervoll. Neue Romane kaufe ich deshalb fast ausschließlich nur noch als E-Book und die sollten nicht mehr als eine Taschenbuchausgabe kosten.
Bei Gablé habe ich die Wartezeit nicht ausgehalten und in den sauren/teuren Apfel gebissen.

Diese Geschichte fand ich nicht ganz so fesselnd und schlüssig wie die Waringham Bände, es störte mich ein wenig der Stellenwert der übernatürlichen Elemente und das reichlich halbe Dutzend bildhaft geschilderter Liebesszenen hätte es auch nicht gebraucht, um mich für die Geschichte zu begeistern.
Leider habe ich auf den Rat in einem Bücherforum gehört und die historischen Anmerkungen der Autorin erst am Schluss gelesen. Mir wären einige Wendungen und Handlungen der Hauptfiguren, die mich im Roman irritiert haben, wesentlich klarer gewesen. Ein historischer Roman ist kein Krimi, die Bösen und die Guten, die Sieger und die Verlierer stehen vorher fest.
Das Nachwort nimmt einem keineswegs die Freude an der Geschichte oder verrät Überraschungen. Meinem Verständnis für den Verlauf der Geschichte und warum Gablé die Geschichte so und nicht anders erzählt hat, hätte es geholfen.

Insgesamt habe ich den Kauf nicht bereut, die Zeit und das Umfeld bietet einem Norddeutschen viele Aha-Erlebnisse und so gekonnt Romanhaft haben sich auch noch nicht viele Autoren an diesem Thema versucht. Einige Logikschwächen und Ausflüge in den Fantasy-Bereich lassen für mich nur die aus der Schule bekannte Note 2+ zu (4 Amazon-Sterne), damit ist dieser Roman aber immer noch besser als etliche andere, die ich in letzter Zeit gelesen habe. An Gablé habe ich eben besondere Erwartungen.

Allerdings möchte ich anmerken, dass Gablé andere Schwerpunkte in ihren Geschichten setzt als z.B. ein Bernard Cornwell. Die Beschreibung von Schlachten, den strategischen und taktischen Winkelzügen eines Feldzuges, sind nicht ihr Ding und so vermeidet sie auch in diesem Roman weitgehend die Beschreibung selbst wichtiger Schlachten, die werden nur schnell am Rande erwähnt um die Geschichte voran zu treiben.
Das der historische Hintergrund gewohnt sorgfältig recherchiert ist, braucht man bei dieser Autorin kaum zu erwähnen. Für mich war es eine gute Anregung häufiger aus dem Roman heraus im Netz nach weiteren Informationen zu bestimmten Orten und Vorfällen zu suchen. Wie jeder gute historische Roman regt „Das Haupt der Welt“ zur Beschäftigung mit der Geschichte an.

Fazit:
Nach dem für mich schwächeren Band "Der dunkle Thron" wieder ein Lichtblick und ich hoffe es gibt bald eine Fortsetzung.
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am 5. September 2015
Ich habe bisher fast alle Bücher von Rebecca Gablé gelesen, fand sie richtig gut und habe mich auf das jeweils nächste schon vorher gefreut. Diesmal muss ich nun unbedingt eine Fünf-Sterne-Rezension schreiben. Ich kenne bisher wenig historische Romane, deren Handlung in diesem Zeitraum in Deutschland spielt, und war deshalb ganz besonders gespannt. Meine Erwartungen sind nicht enttäuscht worden. Vieles aus der Geschichte dieser Zeit war mir längst nicht mehr bewusst, wohl auch, weil es wahrscheinlich im Geschichtsunterricht vor langer, langer Zeit gar nicht so gründlich behandelt wurde und ich mich später nie gezielt damit beschäftigt habe.
Hier nun wird einem diese Epoche sehr bildhaft und lebendig nahe gebracht - zum einen durch die wichtigsten Charaktere des Romans, deren Persönlichkeit mit all ihren Facetten gezeichnet wird und deren Widersprüchlichkeit richtig gut sichtbar wird, deren Beziehungen zueinander - Otto I., Tugomir, Thankmar u. a. - viel zur Spannung des Buches beitragen, aber auch durch die Beschreibung der Lebensweise im frühen Mittelalter. Es gibt grausame Szenen, aber ebenso sehr poetische Momente und all das vermittelt ein sehr stimmiges Gesamtbild. Interessant war für mich auch die Beschreibung des Lebens der slawischen Stämme und ihr Bezug zu dem erstarkenden Reich Ottos I., ebenso die Einflüsse der Christianisierung auf diese alte und traditionelle Lebensweise.
Sehr gut fand ich auch die Darstellung der unterschiedlichen Frauengestalten, deren Einfluss auf den Lauf der Geschichte, aber auch deren Schicksal, das oft von den männlichen Personen nachhaltig beeinflusst wurde.
Die Sprache des Romans wird der vielschichtigen, spannenden Handlung völlig gerecht und trägt dazu bei, dass man das Buch bzw. den Kindle nicht aus der Hand legen möchte und fast ein wenig traurig ist, wenn man zum Schluss kommt. Deshalb hoffe ich auch auf eine Fortsetzung.
Hilfreich waren für mich die Anmerkungen der Autorin zum historischen Hintergrund am Ende des Buches.
Und noch etwas: Viele der Orte im Buch sind von hier gar nicht so weit entfernt und es war interessant, darüber aus dieser historischen Sicht zu lesen.
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am 14. April 2016
Ich habe, wie immer vor dem Kauf eines Buchs, die Bewertungen mit einem Stern gelesen und war deshalb sehr skeptisch, als ich anfing zu lesen. Nachdem ich zu Ende gelesen habe, frage ich mich, ob die Leser, die schlechte Bewertungen abgegeben haben, das gleiche Buch wie ich gelesen haben.
Im einzelnen: Ja, es gibt mehr Sexszenen als bei den Warringhams, ja, sie sind deftig und es gibt auch Schilderungen von Vergewaltigungen. Aber das Buch ich nicht zugepflastert mit Titten, prallen Schwänzen etc. wie es in einer der Bewertungen heißt. Alles hält sich im Rahmen, das Buch mit einem Pornoroman zu vergleichen, ist völlig daneben. Wer aber in einem Buch zwischen Liebenden allenfalls nur über keusche Blicke lesen will, sollte die Finger von dem Buch lassen.
Otto der Große ist nur eine Nebenfigur? Nun, ich hatte eigentlich gedacht, dass Tugomir die Hauptperson ist und Otto tatsächlich als Nebenfigur vorkommt. Das stimmt so nicht, Otto und Tugomir sind gleichwertig.
Eindimensionale Charaktere? Die Warringhams kamen mir auch nicht sehr vielschichtig vor. Dennoch fand ich die Bücher klasse.
Zuviel Grausamkeiten, Schilderung von blutigen Kämpfen? Fand ich nicht. Die Gemetzel der damaligen Zeit waren nun einmal grausig. Dass sie zum Teil detailreich beschrieben worden sind, trifft allerdings zu, wer also keinerlei blutigen Szenen in Büchern mag, sollte den Roman tatsächlich nicht lesen.
Langeweile, fehlende Spannung? Ist bei mir nie aufgekommen. Die geschilderten Ereignisse aus Ottos Leben sind bekannt. Da kann man nicht gespannt sein auf den Ausgang. Und wie sie beschrieben wurden, ist lebendig und unterhaltsam.
Kein durchgehender Handlungsstrang zu erkennen? Das stimmt ein wenig. Das Buch springt immer wieder zwischen den Erlebnissen von Otto und Tugomir hin und her. Das liegt daran, dass es sich nicht für EINE Hauptperson entscheiden kann, sondern eigentlich zwei hat. Aber man liest sich da ein. Und das es eine Aneinandereihung von einzelnen Szenen ist... Nun ja, es wird jeweils ein Teil zweier Lebensgeschichten erzählt, anhand von einzelnen Ereignissen. Ich fand es ok, auch die Warringham-Bücher schilderten Szenen aus dem Leben das Protagonisten und nicht einen zusammenhängenden Zeitraum.
Mein Fazit: Ein sehr gutes Buch einer sehr guten Autorin, die gut daran getan hat, die Warringhams ihrem weiteren Schicksal zu überlassen und sich einer anderen Zeit und einem anderen Land zuzuwenden. Die Geschichte um Otto und Tugomir ist anschaulich geschrieben und mit Etwas Erotik und deutlichen Schilderungen von Schlachten lebendiger als die etwas "klinisch sauberen" Warringham-Bücher. Der Schreibstil lässt sich flüssig "weglesen". Die Ereignisse um Otto sind gut recherchiert, die um Tugomir sind interessant erfunden. Für mich beste Unterhaltung mit ein wenig Geschichtskunde.
Warum keine fünf Sterne? Eine Hauptfigur - Tugomir - wäre besser gewesen.
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am 18. Oktober 2015
Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation im Jahre 929: König Heinrich I. muss sein Reich schützen. Im Süden und im Westen gelingt ihm das durch kluge Heirats- und Bündnispolitik. Die Slawenstämme im Osten müssen befriedet werden, damit seine militärische Kraft allein gegen Ungarn stehen kann.
Die Heveller sind als erstes dran, die Brandenburg wird belagert und fällt. Der Fürstensohn Tugomir wird als Geisel gefangen genommen. De Fürstentochter Dragomira sieht keinen anderen Ausweg und bietet sich Otto, Heinrichs Sohn, als Geliebte an.
Das slawische Volk der Daleminzer hat weniger Glück: Sie kämpfen erbittert und werden dafür von Gero, ein besonders brutaler und sadistischer Feldherr Heinrichs und späterer Todfeind Tugomirs, abgeschlachtet. Nur die Kinder werden als Sklaven mitgenommen.
Tugomir versteht, dass er für eine lange Zeit eine Geisel Heinrichs sein wird, und beginnt, sich als Heiler mit der Situation zu arrangieren. Auch Dragomira tut dies, wird Ottos Geliebte und gebiert ihm einen Sohn.
In den folgenden Jahren bestimmt Heinrich seinen Sohn Otto als seinen Nachfolger und übergeht damit nicht nur die traditionelle Reichserbteilung, sondern auch Thankmar, seinen erstgeborenen Sohn, und den jüngsten Sohn Henning. Während Thankmar das sogar ganz friedlich hinnimmt, da er sich selbst mehr als Krieger denn als Herrscher versteht und Otto unterstützt, ist Henning höchst beleidigt. Nach Heinrichs Tod intrigiert er, angestachelt von der Königswitwe und seiner Mutter Mathilda, und zettelt einen Aufstand nach dem nächsten an. Otto verzeiht seinem Bruder immer wieder und muss lernen, Härte zu zeigen.
Nachdem Tugomir Otto einmal das Leben gerettet hat, freunden sich die beiden unterschiedlichen und doch in ihren Rollen gefangenen Männer an.
Das ist nur ein geringer Teil dieses Romans, welcher etwas mehr als ein Jahrzehnt umfasst und eine Zeitspanne entscheidener Ereignisse deutscher Geschichte anschaulich beschreibt.
Damit betritt Rebecca Gablé, die für ihre spannenden und mitreißenden Mittelalter-Romane Englands bekannt ist, literarisches Neuland. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn das Heilige Römische Reich Deutscher Nation wird in dieser Zeit geprägt durch Wandel und Expansion, aber es wird auch gestärkt und geht geeinter als je zuvor aus genau dieser Zeit hervor.
Zudem ist es der Autorin auf vortreffliche Weise gelungen, Charaktere zu erschaffen, die authentisch wirken. Fasziniernd die Darstellung der Feinde Otto und Tugomir, aus denen vorsichtige Freunde werden – tragisch die undankbare und doch schlüssige Entwicklung Thankmars – hoffnungsvoll die junge Dragomira, die ihr Glück verdient – der Leser liebt oder hasst oder verehrt oder verachtet die lebensechten Figuren. Alleine sie reichen bereits, damit ich »Das Haupt der Welt« jedem geschichtsinteressierten Leser empfehlen kann.
PS: Henning würde ich am liebsten einfach über's Knie legen ;-)
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am 7. Oktober 2013
Als Heinrich I. seine Nachfolge als König des Ostfrankenreich regelte, war der als sein Erbe eingesetzter Lieblingssohn Otto zunächst wenig begeistert - die Grenzen zum Slawenreich waren unsicher, die ständigen Überfälle der Ungarn berüchtigt und gefürchtet und selbst der eigene Adel ein einziger Unruheherd.
Schon seine Geschwister bedeuteten Brisanz: Thankmar, sein älterer Halbbruder aus der annullierten ersten Ehe Heinrichs - aus der offiziellen Erbfolge ausgeschlossen, selbst die Güter seiner Mutter wurden ihm vorenthalten. Oder Heinrich, genannt Henning, der Lieblingssohn seiner Mutter - den diese auf dem Thron sehen wollte, zum Preis von Ottos Tod.

Aus der Perspektive Tugomirs, eines slawischen Fürstensohns, den Otto bei seinem ersten von ihm durchgeführten Überfall auf Brandenburg als Geisel nahm, verfolgt man die Entwicklung des Reiches unter Otto von seiner Zeit als Prinz mit Pfalz in Magdeburg bis zum Jahr 941, nach den Revolten des Adels.

Und mein Fazit:
Wie macht sie das nur? Aus dem (für mich sonst) eher knochentrockenen Stoff der Entstehung des Heiligen Römischen Reichs unter Otto I. hat Rebecca Gablé mal wieder einen Roman gezaubert, der mir nicht nur in den letzten Nächten verdammt viel Schlaf geraubt hat, sondern mich derart in die Geschichte gesogen hat, dass mir die knapp 850 Seiten dieses Wälzers einfach zu wenig waren.
Dabei wurden von ihr die bekannten Fakten so genial mit fiktiven zum Roman verarbeitet, dass man sich absolut vorstellen kann, dass es so und nicht anders gewesen sein muss.

Da noch einiges Potential bis zu Ottos Tod im Jahr 973 vorhanden ist, was eine spannende Fortsetzung bedeuten könnte, hoffe ich natürlich schwer darauf...

Ein klasse Roman, fesselnd bis zur letzten Silbe, herrliches Kopfkino. 10 uneinholbare, perfekte Sterne.
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am 8. Januar 2016
Ich bin ein großer Fan der Romane von Rebecca Gablé und war sehr erfreut, dass sie nun auch mal über das deutsche Mittelalter schreibt.
Wie immer faszenierte die Story: Ein Kriegsgefangener, eine Geisel, kommt an den sächsischen Hof (bzw. die Pfalzen) und hat Schwierigkeiten, sich in seine neue Rolle einzulassen. Er findet eine neue Aufgabe in der Ausübung seiner heilerischen Fähigkeiten und kümmert sich um andere slawische Sklaven. Tugomir macht sich in Sachsen nicht nur (sächsische) Freunde, sondern auch Feinde. Nach vielen Hindernissen kommt aber auch diese Geschichte wieder zu einem Happy End. Ich hoffe auf eine Fortsetzung!
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