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Das Glasperlenspiel Taschenbuch – 7. November 1972

4.0 von 5 Sternen 103 Kundenrezensionen

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Drei Jahre, nachdem Hermann Hesses ambitioniertes Alterswerk Das Glasperlenspiel (1943) in der Schweiz erschienen war, wurde sein stolzer Autor in Deutschland mit dem Goethe-Preis geehrt. Für den Roman war die Auszeichnung ein doppelter Glücksfall: Zum einen ebnete sie dem Buch auch auf vormals nationalsozialistisch verseuchtem Terrain den Boden; zum anderen machte sie eine Nähe zwischen zwei Autoren deutlich, die der damals 69-jährige Dichter in seiner Entwicklungsgeschichte über Reifung und Abfall des Magister Ludi Josef Knecht schon in der Wahl des Figurennamens formulierte.

Tatsächlich stellt Knecht, der im utopischen Kastalien des 23. Jahrhunderts zum Meister des esoterischen Glasperlenspiels avanciert, eine Art umgedrehten Doppelgänger Wilhelm Meisters dar: Versucht er doch, im meditativen Ordensspiel zu vollkommener, an östlicher Weisheit orientierter Demut zu gelangen. Für Hesse war dies eine Art Sieg des Geistes über die materielle Verrohung der Epoche des "feuilletonistischen Zeitalters", das er vor allem in der Barbarei des nationalsozialistischen Deutschlands figuriert sah. Was Goethe im Wilhelm Meister als "pädagogische Provinz" zur höheren Erziehung des Menschengeschlechts bereits angelegt hatte, hat Hesse in seinem Kastalien literarisch Wirklichkeit werden lassen: eine Seelengemeinschaft von in die Regeln des Glasperlenspiels Eingeweihten, an dessen Ansprüchen Knecht allerdings am Ende, von der Außenwelt verführt, in gewissem Sinne scheitert. Das Hesse dem Leser diese Regeln nicht näher erklärt, sondern hinsichtlich seiner Erläuterungen im Nebulösen bleibt, ist ebenso traurig wie verständlich.

Leider wirkt Hesses Glasperlenspiel -- ein Kultbuch der 68er-Generation -- aus heutiger Sicht deshalb über weite Strecken allzu verkrampft esoterisch und konstruiert: Als literarische Kette aus Glasperlen statt aus echten Perlen geflochten eben. Trotz dieses Mangels ist das historisch etwas angestaubte Glasperlenspiel immer noch besser also so mancher glanzlose Roman der Gegenwart. Und mit der Sonderausgabe des Romans bei Suhrkamp, die anlässlich von Hesses 125. Geburtstag erschienen ist, liegt zudem eine preiswerte Neuauflage vor. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Hören Sie nur auf diese Stimme, die jetzt nicht mehr aus einem Buche, sondern in Ihrem eigenen Inneren spricht; sie wird Sie weiterführen." (Hermann Hesse) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Top-Kundenrezensionen

Format: Taschenbuch
Was ist das Glasperlenspiel? Wenn man das nur in Worte fassen könnte. Vielleicht ist es die Kunst alle Künste und Wissenschaften kunstvoll zu vereinen, zu kombinieren und beherrschen zu können. Warum ist das Glasperlenspiel? Um zu zeigen, dass nicht alle Menschen gleich sind, sondern die Glasperlenspieler bessere Menschen sind. Und selbst bei ihnen gibt es eine Hackordnung. Warum bricht ein Glasperlenspielmeister aus? Weil er in seinem Dasein erfahren hat, dass das Spiel gar nicht das wirkliche Leben ist. Er hat sich auf die Suche gemacht. Auf die Suche nach dem wahren Leben. Dem wahren Sinn. Er bekommt nicht immer Antworten, aber er entwickelt sich durch Erfahrungen stetig. Das Glasperlenspiel" ist das wahrste Meisterwerk von Hesse. Es beinhaltet eine wunderschöne und absolut stimmige Lebensphilosophie. Auch wenn die Geschichte in Form eines dicken Wälzers in Erscheinung tritt - man mag ihn kaum aus der Hand legen. So sehr fesselt einen die Geschichte. Und vor allem: Beim Lesen wird es still um einen herum. Das ist immer ein Zeichen dafür, dass einem das bedruckte Papier etwas Wichtiges zu sagen hat.
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Format: Gebundene Ausgabe
Diesen Roman, der zwischen 1932 und 1943 entstanden ist, halte ich für einen der nachdenklichsten Romane von Hermann Hesse. Obwohl das Buch den gesamten Lebenslauf des Hauptcharakters Joseph Knecht schildert, steht echte Handlung im nur Hintergrund. Hesse beschreibt vielmehr die Gedanken, Entscheidungen und inneren Wandlungen einer Person, die auf den ersten Blick nichts gemeinsam hat mit den Charaktern aus "Siddharta" oder "Narziß und Goldmund". Das offensichtliche Streben nach neuen Umgebungen, Lebenswandel und die dramatisch erscheinende Liebe, wie man sie in vielen seiner Werke findet, scheint im Glasperlenspiel zunächst zu fehlen. So fand ich das Leben von Knecht, und natürlich dessen Umschreibung, verglichen mit dem des Narziß geradezu fade. Das ist der Grund, weswegen mir das Buch über weite Passagen recht zäh vorkam. Andererseits geht viel Spannung aus von den im Laufe der Geschichte immer umfassenderen Beschreibungen des Glasperlenspiels selbst und seiner Ausübung. Was ist dieses Spiel, und was soll es aus der damaligen oder auch der heutigen Zeit versinnbildlichen? Vielleicht hatte ich mich irgendwann an die für Hesse etwas untypische Art gewöhnt, jedenfalls war ich zum Schluß des Romans begeistert vom sich schließenden Inhalt sowie von der Weisheit, die in ihm steckt. Daher kann ich das Buch jedem empfehlen, dem Siddharta gefiel und der mit ein paar mehr Seiten auch zurechtkommt.
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Format: Taschenbuch
Ich hatte schon seit Langem vor wieder einmal einen Hesse zu lesen. Aus meiner Jugendzeit war mir das Glasperlenspiel noch ein Begriff und so griff ich zu.
Worum geht es: In einmal fiktiven Land gibt es eine Region, Kastalien, die sich ausschließlich der wissenschaftlichen und v.a. der aktiven Verbindung von geistiger, musischer und naturwissenschaftlicher Erkenntnis verschrieben hat. Wirtschaftliche Zwänge, oder gar Not kennt man nicht, allerdings ist die Organisation als Orden aufgebaut, auch mit den Attributen Gehorsam und Keuschheit.

Aus dem ganzen Land werden die besten Schüler rekrutiert, um in Kastalien weiter erzogen und ausgebildet zu werden. So geschieht es auch mit Josef Knecht, der zentralen Figur dieses Romans, der als Waisenknabe aufwächst und durch seine hohe Intelligenz auffällt. Kastalien bietet ihm die Möglichkeit seinen wachen Geist mit den unterschiedlichsten Themen zu beschäftigen. Über verschiedene Stufen steigt er in der Hierarchie nach oben und wird letztlich Magister Ludi, der oberste Meister des sog. Glasperlenspiels. Obschon das Buch nach diesem Spiel benannt ist und das Spiel immer wieder umschrieben wird, ist die Information nie so konkret, als dass der Leser im Detail erfahren würde wie dieses Spiel nun tatsächlich gespielt wird. Zumindest so viel wird verraten, dass im Rahmen des Glasperlenspiels sämtliche musischen, geistigen, mathematischen und naturwissenschaftlich-technischen Aspekte einer Fragestellung miteinander verwoben werden und hierdurch ganz neue Erkenntnisse gewonnen werden können.
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Format: Taschenbuch
Wenn sie noch nichts von Hermann Hesse kennen, machen sie sich mit diesem Werk das Leben schwerer. Anfangs quälen sie sich durch die ersten 20 Seiten - dann aber wird sich alles ändern.
Beschrieben wird das Leben des Josef Knecht, eines Eliteschülers, der als brillanter Jungmusiker zu einem begnadeten Glasperlenspieler aufsteigt. Das Glasperlenspiel - für unwissende - ist eine formelhafte, wissenschaftliche Edeldisziplin, die sich aus allen Teilen der Wissenschaft sowie der Kunst zusammensetzt. Abgeschottet führt er ein Leben in Askese.
Als Student kommt Knecht zum ersten Mal seit langem mit der Außenwelt in Berührung und findet Gefallen an ihr...
Trotz seiner sachlich gehaltenen, Hesse-Typischen Sprache kann das Buch den Leser für sich einnehmen. Es ist eine Sammlung großer Weisheiten aus allen Bereichen des Lebens, aus verschiedenen Kulturen und Religionen, verpackt in eine zum Nachdenken anregende Geschichte. Das Werk umfasst ca. 610 Seiten.
Symbolisch und reflexiv ist das Ende des Buches:
Josef Knecht, der trotz allen Wissens über die Welt und ihre Geschichte eigentlich nichts weiß, weil er sie nur aus Büchern kennt, Scheitert beim Versuch, sie wirklich zu entdecken.
Was das Leben ihm nahm, das kann auch er sich nicht mehr holen.
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