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Das Geheimnis des Veda Taschenbuch – 1. Januar 2014


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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Aus dem 1. Kapitel: Das Problem und seine Lösung

Gibt es überhaupt oder gibt es noch ein Geheimnis des Veda? Nach landläufigen Auffassungen wurde der Kern jenes alten Mysteriums erfaßt und für alle sichtbar enthüllt, oder besser: es gab nie wirklich ein Geheimnis. Die Lieder des Veda sind die Opferhymnen einer primitiven, noch barbarischen Rasse, verfaßt im Rahmen eines Systems zeremonieller und beschwichtigender Riten, gerichtet an personifizierte Kräfte der Natur, voll von wirrem, halbgeformtem Mythos und groben astronomischen Allegorien, die sich noch im Entwicklungsprozeß befinden. Erst in den späteren Hymnen bemerken wir ein erstes Auftreten tieferer psychologischer und ethischer Gedanken - nach Auffassung einiger Kommentatoren den feindseligen Drawiden entlehnt, den "Räubern" und "Veda-Hassern", die in den Hymnen selbst freizügig verflucht werden - und den wie auch immer erlangten ersten Keim der späteren vedantischen Spekulationen. Diese moderne Theorie befindet sich im Einklang mit der überkommenen Vorstellung von einer raschen menschlichen Entwicklung aus dem nicht allzu fernen Wilden. Sie wird untermauert durch einen imposanten Apparat kritischer Forschung und vertreten von einer Reihe von Wissenschaften, die leider noch jung, in ihren Methoden weitgehend auf Vermutungen angewiesen und in ihren Resultaten unbeständig sind: Vergleichende Sprachwissenschaft, Vergleichende Mythologie und Vergleichende Religionswissenschaft.

Ich habe die Absicht, in diesen Kapiteln eine neue Betrachtungsweise des alten Problems anzuregen. Dabei empfehle ich keineswegs, eine negative und destruktive Methode anzuwenden, die gegen die überkommenen Lösungen gerichtet ist, sondern präsentiere schlicht, positiv und konstruktiv eine umfassendere und, in gewisser Weise, eine komplementäre Hypothese, die auf breiteren Grundlagen beruht, - eine Hypothese, die zudem auch noch Licht auf ein oder zwei wichtige Probleme in der Geschichte des alten Denkens und Kultes werfen kann, welche von den gewöhnlichen Theorien nur sehr ungenügend gelöst wurden.

Wir haben im Rig-Veda - dem wahren und einzigen Veda nach Einschätzung europäischer Gelehrter - eine Sammlung von Opferhymnen in einer sehr alten Sprache, die eine Reihe fast unlösbarer Schwierigkeiten bietet.

Sie ist voll alter Formen und Wörter, die in der späteren Sprache nicht mehr auftauchen und oft nur durch gescheite Vermutung in ihrem fraglichen Sinn bestimmt werden können. Ein großer Teil selbst jener Wörter, die sie mit dem klassischen Sanskrit gemein hat, scheinen eine von der späteren Schriftsprache abweichende Bedeutung zu haben oder zumindest zuzulassen. Eine Vielzahl ihrer Vokabeln, insbesondere der gebräuchlichsten Wörter, läßt überraschenderweise eine Menge von unzusammenhängenden Bedeutungen zu, die - je nach unserer Präferenz bei der Wahl - ganzen Abschnitten, ganzen Hymnen und selbst dem ganzen Denken des Veda recht unterschiedliche Inhalte geben können. Im Verlauf von mehreren tausend Jahren wurden zumindest drei beträchtliche Versuche unternommen, den Sinn dieser alten Litaneien zu bestimmen, Versuche, die in ihren Methoden und Resultaten völlig verschieden waren. Einer von ihnen stammt aus prähistorischer Zeit und existiert nur fragmentarisch in den Brahmanas und den Upanischaden. Aber wir verfügen über die vollständige traditionelle Interpretation des indischen Gelehrten Sayana, und wir haben heute jene Interpretation, die mit einem gewaltigen Aufwand an Vergleich und Vermutung von der modernen europäischen Gelehrsamkeit erarbeitet wurde. Beide haben ein gemeinsames Merkmal: die außerordentliche Unvereinbarkeit und Dürftigkeit des Sinnes, den ihre Resultate den alten Hymnen aufprägen. Die einzelnen Zeilen können - sei es natürlicherweise, sei es kraft Mutmaßung - einen guten und zusammenhängenden Sinn ergeben. Die resultierende Sprache kann in verständliche Sätze gelenkt werden, auch wenn sie im Stil bombastisch sein mag, mit überflüssigen und schmückenden Beiwörtern überladen ist und bei aller erstaunlich protzigen Form und Wortfülle wenig Sinn enthüllt. Wenn wir aber die Hymnen als Ganzes lesen, scheinen wir uns in der Gegenwart von Menschen zu befinden, die, ungleich den frühen Autoren anderer Rassen, nicht zu klarem und natürlichem Ausdruck oder zusammenhängendem Denken fähig waren. Mit Ausnahme der kürzeren und einfacheren Hymnen hat die Sprache eine Tendenz, dunkel oder künstlich zu sein. Die Gedanken sind entweder zusammenhanglos oder müssen vom Interpreten zu einer Ganzheit geschmiedet werden. Der Gelehrte ist im Umgang mit seinem Text gezwungen, an die Stelle der Interpretation einen Akt beinahe freier Erfindung zu setzen. Nach unserem Gefühl offenbart er nicht so sehr den Sinn, als daß er widerspenstiges Material in eine Art Form und logische Folgerichtigkeit hineinzwingt.

Und doch hatten diese dunklen und barbarischen Texte das beste Schicksal in der gesamten Literaturgeschichte. Sie waren anerkanntermaßen die Quelle nicht nur von einigen der reichsten und tiefsten Religionen der Welt, sondern auch von einigen der subtilsten metaphysischen Weisheitslehren. In der festen Tradition von Tausenden von Jahren wurden sie geachtet und verehrt als der Ursprung und Standard von allem, was in Brahmana und Upanischad, in Tantra und Purana, in den Doktrinen großer philosophischer Schulen und in den Lehren berühmter Heiliger und Weiser als autoritativ und wahr angesehen wurde. Der Name, den sie trugen, lautete Veda, das Wissen.

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