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am 11. Februar 2016
Das Buch bietet weder große Literatur, noch tiefe Einsichten, sondern plätschert etwas lustlos vor sich hin. Nach den begeisterten Kommentaren anderer Leser hatte ich mir etwas mehr fachliche Tiefe erwartet, aber für mich liest sich das Buch wie eine eher unangenehme Strafarbeit. Das hemmt den Lesefluss, und da ich gerade drei Filmprojekte parallel laufen habe, komme ich auch nur zögerlich voran. Wer weiß, vielleicht wird es weiter hinten ja lustvoller? Ich werde berichten, sobald ich durch bin :)
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Wer sich für das Werk und die Vita des Autors interessiert, unternimmt am besten einen Ausflug auf die Website der Filmakademie Baden-Württemberg, deren Geschäftsführer Thomas Schadt seit 2007 ist. Bei der Lektüre wird schnell klar, warum dieser deutsche Regisseur und Dokumentarfilmer so viele interessante Geschichten zu erzählen weiß. Allerdings nahm er sie nicht in sein Buch auf, um bei seinen Lesern Eindruck zu schinden, sondern um Ihnen Unerklärbares näher zu bringen. Auch wenn Storytelling zum Handwerk eines Filmemachers gehört, finde ich es ebenso erstaunlich wie erfreulich, dass Thomas Schadt diese Form der Wissensvermittlung auch bei seiner Lehrtätigkeit einsetzt. Und mit Genugtuung nahm ich zur Kenntnis, dass Thomas Schadt immer wieder auf Menschen zu sprechen kommt, die ihm als Vorbilder dienten und die ihm letztlich das Wesentliche über die Kunst des Dokumentarfilms vermittelten.

Im Vorwort zur dritten Auflage schreibt der Autor, dass einige Filmwissenschaftler anmerkten, der Theorieteil enthalte wissenschaftliche Ungenauigkeiten. Zum Glück ließ sich Thomas Schadt von diesen Kritiken nicht dazu verleiten, notwendige Unschärfen durch akademische Formulierungen zu ersetzen. Denn um das 'Gefühl des Augenblicks' zu begreifen, taugen Worte und Definitionen nur sehr bedingt. Daran erinnern auch die vielen Zitate bekannter Regisseure und Künstler, die Thomas Schadt in sein Buch aufgenommen hat. Wer kein Sensorium für die Codes des Unbewussten hat und keine Geschichten erzählen kann, sollte es sich zweimal überlegen, ob Dokumentarfilmer wirklich seine Berufung ist.

"Zur Dramaturgie des Dokumentarfilms" lautet der Untertitel, womit bereits angetönt ist, dass es sich nicht um ein Lehrbuch im üblichen Sinne handelt. Trotzdem möchte ich die Lektüre allen empfehlen, die mit den Mitteln bewegter Bilder versuchen, Wirklichkeit einzufangen. Auch oder gerade weil Thomas Schadt Dinge anspricht, die talentierte Jungfilmer oft nicht hören wollen. Natürlich kann inzwischen fast jeder eine Kamera bedienen oder irgendwelche Szenen mit Smartphones festhalten. Aber auch die so genannte Wirklichkeit verlangt nach Gestaltung, wenn man sie einem größeren Publikum vermitteln will. Und Kunst ist immer auch Handwerk, dessen Regeln man zuerst kennen sollte, bevor man sie gezielt missachtet oder verändert.

Im ersten Teil, überschrieben mit "Zur Theorie des Dokumentarfilms", wird in zwölf Kapiteln vermittelt, worauf gute Dokumentarfilmer achten und wie sie das Regelwerk Schritt für Schritt erlernten. Oder in Stichworten ausgedrückt: Dramaturgie, Gattung, Dokus, Wahrheit und Wirklichkeit, Glaubwürdigkeit, Rollenspiele, Distanz und Nähe, richtige und falsche Bilder, innere Haltung und äußere Form, On und Off, Plan und Zufall, Dokumentarfilmer als komische Typen.

Den zweiten Teil bezeichnet Thomas Schadt "Zur Praxis des Dokumentarfilms" und signalisiert damit eine Trennung, die er so scharf gar nicht macht und machen will. Aber natürlich geht er doch vertiefter auf folgende Themen ein: Idee, Thema und Auftrag, Recherche, Exposé, Finanzierung, Team und Equipment, Dreharbeiten, Interviews, Schnitt und Montage, Postproduktion, Bilder, Menschen und Filmpremiere. Im Anhang finden sich noch eine Liste mit deutschsprachigen Regisseuren, die dem Autor besonders in Erinnerung blieben, seine eigene Filmographie, Recherchemöglichkeiten und eine unkommentierte, eher zu kurz geratene Literaturliste.

Mein Fazit: Kein Lehrbuch im übliche Sinne, sondern gekonntes Storytelling. Dem erfahrenen und bekannten Dokumentarfilmer Thomas Schadt ist es geglückt, Theoretisches so in Geschichten zu verpacken, das es Spuren im Gedächtnis hinterlässt und beim Publikum wichtige Fragen auslöst. Empfehlen möchte ich dieses Buch auch jungen Lesern, die vom Medium Film vielleicht so begeistert sind, dass sie das Handwerkliche leicht übersehen. Dass Menschen sehen und schreiben können, heißt noch lange nicht, dass sie deshalb schon Filmer oder Schriftsteller sind. Denn auch in diesen Bereichen gilt: Wer es zum Meister bringen will, braucht Vorbilder und muss Qualen auf sich nehmen.
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am 19. September 2015
... und endlich mein Leben als Dokumentarfilmerin zu beginnen... Sehr interessantes, mitreißendes, desillusionierendes Buch über den Alltag, die Vorgehensweise, Brot und Kunst eines Dokumentarfilmers. Ich war letztendlich doch zu bequem für diesen Weg, aber kann es nur wärmstens empfehlen, selbst, wenn man nur so am Thema interessiert ist, es liest sich sehr gut und ist informativ.
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am 21. März 2013
Ich gehöre nicht zur Zunft der Filmemacher, bin Amateuerfilmer. Etwas über die Technik des Dokumentarfilms wollte ich erfahren, weil der Dokumentarfilm ohne vorher festgemachte Regie und Dramaturgie auskommen muss und das interessierte mich sehr. Einmal durchgelesen habe ich die rund 270 Seiten und werde sie wieder lesen und dann vielleicht noch einmal lesen. Es ist eine gute Story rund um den Dokumentarfilm und ich kann es jedem der eine Kamera benutzt nur empfehlen.
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am 6. Januar 2013
Gutes und lebendig geschriebendes Buch zum Theme Dokumentarfilm für Leute aus der Praxis aber auch Laien, die sich für das Thema interessieren.
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am 19. Juli 2014
Bei dem Buch bekommt man richtig Lust Dokumentarfilme zu drehen. Die Sprache ist leicht verständlich und man lernt sehr viel.
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