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Das Ding mit Jane Spring: Roman Taschenbuch – 6. November 2006
- Seitenzahl der Print-Ausgabe384 Seiten
- SpracheDeutsch
- Herausgeberbtb Verlag (TB)
- Erscheinungstermin6. November 2006
- ISBN-103442735858
- ISBN-13978-3442735853
Von der Marke
Produktbeschreibungen
Klappentext
Detroit Free Press
"Das Buch der Saison!"
Daily News
"Wer 'Sex and the City' mochte, wird 'Das Ding mit Jane Spring' lieben!"
Booklist
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Und so verhält es sich auch mit Jane Spring. Bei der ersten Begegnung macht man sich sehr rasch eine Vorstellung von ihr. Schon allein der Name! Wer würde da nicht an Blütenknospen und sanfte Hügel denken, Waldnymphen und kleine Lämmchen, die unschuldig über saftige Wiesen tollen. Spring ist ein schöner Name, so sanft und beruhigend, eine Frau Spring möchte man wirklich gerne kennen lernen. Und dann erst der Vorname: Jane! Diese Kombination verheißt Wohlbehagen pur.
Männer sahen im Geiste eine große, heiße Blondine mit Stupsnase und den schlanken Fesseln eines Rennpferds vor sich, mit der sie wilden Sex haben würden. Der Anblick der realen Jane Spring präsentierte ihnen hingegen einen strengen schwarzen Hosenanzug, der ihre Figur unvorteilhaft verhüllte, einen strengen Pferdeschwanz, durchdringende Augen, die von einer dicken schwarzen Brille umrahmt wurden, und ein Gesicht, das sich kaum je zu einem Lächeln verzog. Aber all das schreckte sie nicht ab.
Sie waren ja schließlich mit diesen alten Filmen aufgewachsen, in denen die unauffällige, zuverlässige Chefsekretärin sich plötzlich die Nadeln aus dem Haar und die Brille von der Nase zieht und zu der Sexbombe mutiert, die schon immer in ihr verborgen lag. Damit schien klar, womit sie es bei Jane Spring zu tun hatten. Sie waren sich da absolut sicher, wie es Männer in solchen Dingen ja immer sind. Auch Jane war so ein Geschöpf, ein scheinbar harmloses Kätzchen, das zur Tigerin werden kann. Und sie waren sich auch absolut sicher, dass es eines ganz bestimmten Mannes bedurfte, die Tigerin zu entfesseln, und - dieser Mann waren ausgerechnet sie. Verständlich also, dass die Männer in ihr Bild von Jane Spring geradezu verliebt waren.
Nur - die Frauen waren es auch. Was man nach dem gerade Gesagten nicht unbedingt erwarten sollte. Aber wenn Frauen ihr in der U-Bahn gegenübersaßen oder an der Kasse im Supermarkt hinter ihr standen, dann wussten auch sie gleich, womit sie es bei Jane Spring zu tun hatten. So eine hatten sie alle in der Schule gehabt. Das arme, schlaksige Mädel, das schon in der achten Klasse so hochgeschossen war wie heute und sich darum immer ein wenig krumm hielt, besonders zwischen Jungs, das weder rauchte noch trank und seine ganze Freizeit mit Lesen verbrachte. Und in den naturwissenschaftlichen Fächern war sie natürlich Klassenbeste. Auch hier stand fest: Frauen wie sie entwuchsen niemals diesem seltsamen und ungelenken Ich, sie war garantiert immer noch zutiefst verunsichert und verschüchtert, und vor allem ging ihr jegliches Gespür für Mode und Stil ab. Sie tat ihnen auch heute noch leid, obwohl sie längst schon kein Mädchen mehr war.
Aber da spielte noch etwas anderes mit hinein. In der Schule hatten sie eine wie sie völlig ignoriert, aber jetzt begegneten sie ihr mit unverkennbarem Wohlwollen. Ein unförmiger, schwarzer Hosenanzug, das Gesicht ohne eine Spur von Make-up, flache Treter und eine dicke, hässliche Taucheruhr am linken Arm - bei dem Anblick drängte sich ein Gedanke auf: Mensch, die ist ganz sicher keine Konkurrenz. Mit dir könnte ich glatt befreundet sein, Jane.
Aber das Ding mit Jane Spring war, dass sie so ganz und gar nicht den Fantasien, die andere um sie herum aufbauten, entsprach. Weder war sie das verspielte Sexkätzchen, das die Männer in ihr sahen, noch das verkrampfte, schüchterne und unsichere Mädel, das die Frauen wollten. Dass sie keinem dieser Bilder entsprach, bedeutete für sie einen Segen, aber auch einen ungeheuren Fluch.
Wenn man sie näher kennen lernte, verdarb das nämlich alles. Und die Konsequenzen waren ausgesprochen schmerzhaft. Wenn man ihr nicht zu nahe kam, nicht zu lange mit ihr sprach, konnte man seine Fantasien über Jane Spring so lange aufrechterhalten, wie es einen gelüstete. Es war faszinierend, wie viel Mühe sich Janes Mitmenschen gaben, sie zu sezieren und zu destillieren, vor allem, wenn man bedenkt, dass sie sich umgekehrt eine solche Mühe niemals machte.
Aber wenn man sie erst einmal richtig kennen lernte, wurde einem vieles klar.
Jane Spring setzte das Messer an, machte einen präzisen, fünf Zentimeter langen Schnitt und lächelte zufrieden, als sich das Blut von ihrem Steak langsam auf ihrem Teller ergoss. Perfekt. Genau so liebte sie ihr Steak. Sie trennte ein Stück ab, schob es in den Mund und ignorierte währenddessen den Kellner, der ihr Wein nachschenkte. Ihr Gegenüber versuchte, sie nicht einfach nur sprachlos anzustarren, denn eigentlich soll der Mann ja das Gespräch in Gang halten. Aber wie sie da saß, sichtlich jeden einzelnen Bissen genoss und dabei auch noch hemmungslos und zufrieden grunzte, wie hätte er da den Blick von ihr abwenden können?
Wie sie wohl im Bett sein würde?
»Wie ist Ihr Steak?«, fragte er, dabei hätten ihm selbst die Leute im Nebenhaus darauf eine Antwort geben können. Hätte er doch bloß eine Videokamera dabei! Das hier würden ihm seine Kollegen niemals glauben.
»Fantastisch. Ich sag ja immer, es geht nichts über rohes Fleisch«, mampfte sie und machte sich über den Knochen her. Sie nagte so gierig daran herum, als müsste sie gleich darauf zu ihrem Auto im Halteverbot stürmen. »Na, Sie schaffen Ihr Essen wohl nicht, oder?«, schmatzte Jane und wies mit dem Messer auf seinen Teller. »Wollen Sie denn nicht aufessen?«
»Wollen Sie etwa mein -?«, fragte er ungläubig.
»Na, das können wir doch wohl nicht umkommen lassen«, argumentierte sie. »Na los, geben Sie schon Ihren Teller her.«
Er hatte sie erst vor einigen Tagen kennen gelernt, und das auch nur flüchtig. Er war neu im Büro, und seine elektronische Schlüsselkarte bereitete ihm Probleme. Jane hatte beobachtet, wie er sie ein paar Mal erfolglos durch den Leser gezogen hatte, schob ihn dann beiseite und erledigte das für ihn. Er dankte ihr und entschuldigte sich dafür, dass er sie aufgehalten habe. Die erste Woche, erklärte er ihr, da laufe eben noch nicht alles so glatt. Er werde sich gleich am Nachmittag mit dem Sicherheitsdienst in Verbindung setzen. Jane schüttelte den Kopf und kniff die Augen zusammen. »Na, was für eine brillante Idee«, sagte sie höhnisch und rauschte an ihm vorbei.
Sicher, der Empfang war nicht gerade herzlich gewesen, aber sie hatte so etwas an sich ... Er hatte ihr nachgesehen, wie sie den Gang hinuntereilte, und registrierte das blonde Haar, die langen Beine, den eisigen Blick und die Stupsnase, und da erging es ihm, wie schon einem ganzen Haufen von Interessenten vor ihm. Er wollte sie. Die kühle Fassade, da war er absolut sicher, war genau das: nichts als Fassade. Dahinter verbarg sich eine ganz andere Frau, eine, die er unbedingt kennen lernen und ausziehen musste.
Er hatte sie noch am selben Nachmittag angerufen, um sich nochmals bei ihr zu bedanken und sich mit ihr zu verabreden.
Und nun also saßen sie einander im Restaurant gegenüber. Als der Kellner den Tisch abräumte, lehnte sich Jane zurück, verschränkte die Arme und sah ihn von oben bis unten an.
»Das ist ein sehr schicker Anzug. Gute Passform, besonders an den Schultern«, erklärte sie. »Ehrlich, ich sehe kaum mal einen Mann, der begreift, dass ordentliches Aussehen und Integrität zusammengehören. Schön, dass es so was noch gibt. Gut gemacht.«
Er fasste an seinen Kragen. Er blähte sich auf. Das war ja ein vielversprechender Anfang. Erster Punkt...
Produktinformation
- Herausgeber : btb Verlag (TB) (6. November 2006)
- Sprache : Deutsch
- Taschenbuch : 384 Seiten
- ISBN-10 : 3442735858
- ISBN-13 : 978-3442735853
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2,171,077 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Kundenrezensionen:
Kundenrezensionen
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Kurzweilig und sehr humorvoll.
Allein das Date ziemlich am Anfang ist herrlich komisch, das Buch schon deshalb lesenswert. Aber nicht allein deshalb.
Das Buch ist meiner Meinung nach nicht schlecht. Die Idee ist an sich ganz gut, jedoch ist die Umsetzung in meinen Augen etwas daneben gegangen. Es geht um Jane Spring, Staatsanwältin und knallhart. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und noch weniger Rücksicht auf die Gefühle anderer. In ihren Augen ist kein Mensch gut genug, der nicht wie sie auf einer Militärbasis groß geworden ist und die entsprechende Erziehung genossen hat. Aufgrund ihrer direkten Art macht sie sich in ihrem Umfeld nicht wirklich Freunde. Trotzdem wundert sie sich, dass sie keinen Mann abkriegt und fragt sich, was Männer von einer Frau eigentlich erwarten. Und hier ist für mich der erste Haken: Wenn ich eine intelligente und erfolgreiche Frau bin, muss mir doch klar sein, dass mir mit einem Verhalten wie bei der Bundeswehr nicht gerade die Männerherzen zufliegen. Außerdem hat Jane Spring wirklich keine Ahnung was Männer wollen, was in meinem Augen im 21. Jahrhundert nun wirklich sehr unwahrscheinlich ist. In jeder Zeitung, im Fernsehen oder im Internet gibt es so viel Beziehungstipps, dass das an einem Menschen nicht spurlos vorüber gehen kann.
Der zweite Haken folgt direkt auf den Fuß: An einem verschneiten Wochenende schaut Jane Spring einen Doris-Day-Film nach dem anderen und begreift, dass das genau der Typ Frau ist, den Männer wollen. Und sie "verwandelt" sich in Doris Day: sie zieht rosa Kostüme an (vorher trug sie nur schwarze Hosenanzüge), verändert ihr Appartement und ihr Stimme und ist fortan zu jedem nett - so wie Doris Day. Und hier ist der Knackpunkt: eine selbstbewusste Frau, wie Jane Spring es ist, verändert sich in meinen Augen nicht von einem auf den anderen Tag in einem anderen Menschen. Das ist irgendwie unrealistisch. Wenn sie eine schüchterne, an sich selbst zweifelnde Frau wäre, würde die Geschichte eher passen.
Auch fehlt der Geschichte ein wenig an Pepp. Sie plätschert so vor sich hin, schafft es aber wenigstens auf den letzten 50-100 Seiten den Leser ein wenig zu fesseln.
Mein Fazit: Ein Buch, das man lese kann, aber nicht muss. Da der Schreibstil der Autorin ganz okay ist und die Geschichte in ihren Grundsätzen nicht verkehrt ist, gebe ich diesem Buch 3 Sterne.
Sharon Krum hat mit ihrem zweiten Roman eindeutig eine Hommage für Doris Day geschrieben. Die quirlige Schauspielerin bekam mit ihrer lächelnden Art einfach alles, was sie wollte. Sie versprühte gute Laune und jeder liebte sie. Im krassen Gegenzug setzt die Autorin hier ihre Protagonistin ein, der als Tochter eines Generals Tugenden wie Disziplin, Loyalität und Ehrlichkeit als höchstes Gut gelehrt wurden. Vielleicht sind es gerade die beiden Extreme, die den Humor ausmachen. Missverständnisse zwischen Jane und ihrer Umwelt sind damit vorprogrammiert, die mit einigem Wortwitz aufgeklärt werden.
Die romantische Komödie erhebt sicher keinen Anspruch auf Plausibilität. Die Verwandlung geschieht praktisch über Nacht und die Umgebung scheint auch keinerlei Fragen zu stellen, sondern hoffen heimlich auf eine Erklärung. Die Charaktere haben auch wenig Tiefe, sodass das Ende schon wie ein Doris-Day-Film von vornherein feststeht. Der Schreibstil ist dabei aber so schwungvoll, dass es dennoch eine nette Unterhaltung ist.
