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Das Attentat Gebundene Ausgabe – 24. Juli 2004

4.7 von 5 Sternen 41 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Harry Mulisch, 1927 in Haarlem geboren, lebt heute in Amsterdam. In seinem umfangreichen Werk - Erzählungen, Romane, Theaterstücke, Gedichte, Essays, Studien, Reportagen, Libretti und Drehbücher - spielen der Zweite Weltkrieg und dessen Folge, der Kalte Krieg, eine wichtige Rolle. Harry Mulisch erhielt zahlreiche Literaturpreise, unter anderem den Niederländischen Staatspreis für Literatur. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Es war Abend, ungefähr halb acht. Für einige Stunden hatten im Kanonenofen leise ein paar Holzscheite gebrannt, doch jetzt war er kalt. Anton saß mit seinen Eltern und Peter am Eßzimmertisch. Auf einem Teller stand ein blumentopfgroßer, verzinkter Zylinder, aus dem ein dünnes Rohr ragte, das sich wie ein Ypsilon teilte und an den Enden in zwei Öffnungen auslief, aus denen zwei gegeneinandergerichtete spitze, grellweiße Flämmchen bliesen. Der Apparat warf ein seelenloses Licht in den Raum, in dem als tiefe Schatten die zum Trocknen aufgehängte und immer wieder ausgebesserte Wäsche, Stapel ungebügelter Hemden, Küchengeräte, eine Kochkiste zum Warmhalten des Essens sowie zwei Arten von Büchern aus dem Arbeitszimmer des Vaters zu sehen waren: Die Reihe auf dem Buffet war zum Lesen da, der Stapel von Romanen auf dem Fußboden diente zum Anfeuern der Brennhexe, auf der gekocht wurde, falls es etwas zu kochen gab. Zeitungen erschienen schon seit Monaten nicht mehr. Mit Ausnahme des Schlafens spielte sich das häusliche Leben nur noch im ehemaligen Eßzimmer ab. Die Schiebetüren waren geschlossen. Dahinter, auf der Straßenseite, lag das Wohnzimmer, das die Steenwijks den ganzen Winter über nicht betreten hatten. Um die Kälte möglichst draußen zu halten, blieben die Vorhänge auch am Tage zugezogen, so daß das Haus vom Kai aus gesehen unbewohnt aussah.

Es war Januar 1945. Fast ganz Europa war befreit, feierte, aß, trank, liebte und begann den Krieg allmählich zu vergessen, aber Haarlem glich von Tag zu Tag mehr einem grauen Schlackeklumpen, der aus dem Ofen gezogen worden war zu einer Zeit, als es noch Kohlen gegeben hatte. Antons Mutter hatte einen dunkelblauen Pullover vor sich auf dem Tisch, die Hälfte davon war bereits verschwunden. In der linken Hand hielt sie ein größer werdendes Wollknäuel, um das sie mit der rechten schnell den Faden aus dem Pullover wickelte. Anton schaute auf den hin und her springenden Faden, der den Pullover - mit flachen ausgebreiteten Ärmeln lag er da, als wollte er etwas aufhalten - aus der Welt verschwinden und zur Kugel werden ließ. Als ihm seine Mutter kurz zulächelte, schaute er wieder in sein Buch. Ihre blonden Haare hatte sie über den Ohren in zwei Schnecken gedreht, die aussahen wie Ammonshörner. Hin und wieder hielt sie kurz inne und nahm einen Schluck von ihrem kalt gewordenen Ersatztee, den sie mit geschmolzenem Schnee aus dem Garten gekocht hatte, weil die Wasserleitung zwar noch nicht abgesperrt, dafür aber eingefroren war. Sie hatte ein Loch im Zahn, das zur Zeit nicht behandelt werden konnte, und deshalb (wie früher ihre Großmutter) gegen die Schmerzen eine Gewürznelke hineingesteckt, die sie in der Küche gefunden hatte. So gerade wie sie dasaß, so krumm saß ihr gegenüber ihr Mann und las ein Buch. Sein dunkles, grau werdendes Haar lag wie ein Hufeisen um den kahlen Schädel. Von Zeit zu Zeit blies er sich in die Hände; obwohl er kein Arbeiter, sondern Justizbeamter beim Landgericht war, waren sie groß und klobig. Anton trug die Kleidungsstücke auf, aus denen sein Bruder herausgewachsen war, Peter hatte einen zu großen schwarzen Anzug seines Vaters an. Er war siebzehn Jahre alt, und da er plötzlich zu wachsen begonnen hatte, als es immer weniger zu essen gab, sah sein Körper aus, als sei er aus Dachlatten zusammengebaut worden. Peter machte Schularbeiten. Seit einigen Monaten ging er nicht mehr aus dem Haus, da er in dem Alter war, in dem man bei Razzien aufgegriffen und zur Zwangsarbeit nach Deutschland geschickt werden konnte. Da er zweimal eine Klasse hatte wiederholen müssen, war er erst in der vierten Klasse des Gymnasiums, und damit er nicht noch weiter zurückblieb, bekam er nun von seinem Vater Unterricht, mit Hausaufgaben und allem, was dazugehörte. Die Brüder ähnelten sich ebensowenig wie ihre Eltern.

Es gibt Ehepaare, die sich ausgesprochen ähnlich sehen, und das liegt vielleicht daran, daß die Frau der Mutter des Mannes und der Mann dem Vater der Frau ähnelt (wahrscheinlich ist es noch komplizierter), in der Familie Steenwijk jedoch gab 17 es eine deutliche Zweiteilung: Peter hatte das Blond und die blauen Augen seiner Mutter, Anton das dunklere Haar, die braunen Augen und die nußfarbene Haut des Vaters, die um die Augen herum noch dunkler wurde. Er war in der ersten Klasse des Gymnasiums, brauchte jetzt aber ebenfalls nicht zur Schule zu gehen, da die Weihnachtsferien wegen des Kohlenmangels bis zum Ende der Frostperiode verlängert worden waren. Er hatte Hunger, aber er wußte, daß er erst wieder morgen früh eine Scheibe pappiges graues Brot mit Rübensirup bekommen würde. Am Nachmittag hatte er vor der Volksküche im Kindergarten eine Stunde lang Schlange gestanden. Erst als es schon dunkel wurde, war der von einem Polizisten mit geschultertem Gewehr bewachte Handwagen mit den Kesseln in die Straße eingebogen. Nachdem die Lebensmittelkarten gelocht worden waren, wurden ihm vier Kellen wäßrige Suppe in den mitgebrachten Topf geschöpft.

Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Gebundene Ausgabe
Dieses Buch habe ich geschenkt bekommen. Das ist insofern wichtig zu erwähnen, weil ich es sonst vermutlich nie gelesen hätte. Und ohne Frage bin ich während des Lesens zu der Erkenntnis gelangt, das es mehr als nur Schade gewesen wäre, hätte ich dieses Buch und diesen Autor nicht kennen gelernt.
Im Roman geht es um ein ungeheuer tragisches und dennoch fast zufälliges Ereignis, das im Winter 1945 in Holland stattfindet. Der zwölfjährige Anton Steenwijk wird Zeuge, wie der Polizist Ploeg, der mit den Nazis zusammenarbeitet, erschossen wird. Er muss mit ansehen, wie die Nachbarn, vor dessen Haus Ploeg erschossen wurde, die Leiche packen und vor seinem Elternhaus ablegen. Bevor sein Bruder oder seine Eltern Gelegenheit haben, darauf zu reagieren, rollen die ersten Mannschaftswagen der Deutschen die Straße hinunter und die Situation eskaliert. Anton wird von den Soldaten mitgenommen, während seine Eltern und sein Bruder einem mehr als ungewissen Schicksal entgegensehen.
In Fünf Abschnitten aus Antons Leben unterteilt, wirft Mulisch einen fast dokumentarischen Blick zurück auf die Ereignisse und wie sie das Leben von Anton beeinflusst haben. Das ist fast immer spannend und tief bewegend. Mehr als einmal legte ich das Buch beiseite und fragte mich, wie mein Leben durch so ein Ereignis geprägt worden wäre. Natürlich eine rein hypothetische Frage, aber es spricht für dieses Buch, das man sich Begriffen wie Schuld und Sühne, Vergebung und Verdrängung nicht mehr so ohne weiteres entziehen kann. Im Buch dauert es fast Jahrzehnte, bis Anton bereit ist, die Ereignisse nicht mehr zu verdrängen und sich gezielt an eine Aufarbeitung der Vergangenheit heranwagt.
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Format: Gebundene Ausgabe
Es gibt einen Grund, warum man manche Bücher Romane nennt, welcher nicht allein daher rührt, dass es ein längeres erzählerisches Werk ist. Nein, Roman nennt man solche Bücher, die zwischen zwei Buchdeckeln können, was sonst das Leben nur kann, wenn man es lebt. Zusammenhänge, Verwirrungen, Nuancen, Beziehungen, Wiederkehrendes und Erinnertes, Verlorenes - ein Roman kann all das Erfinden und doch ist es auf eine seltsame Weise Wirklichkeit.

Harry Mulisch (ich bin auf ihn und seine Romankunst bereits in meiner Rezension zu Zwei Frauen näher eingegangen) hat mit "Das Attentat" ein Werk abgeliefert, dass nicht nur die Bezeichnung, sondern wahrhaftig den Titel "Roman" mehr als verdient hat; als wäre dieses Wort ein Zauberwort, etwas Mystisches, beinah Unerklärliches, wäre es nicht so ein realer Gegenstand. Es ist ein Buch voller Einfachheiten und doch ist es sprachlich so gut komponiert und genial konzipiert, dass das Einfache sich hier weit über die Summe seiner Teile hinaushebt zu einer spannenden, anrührenden und unvergleichlichen Geschichte.

Tatsächlich beginnt diese Geschichte zwar an einem Abend im Jahr 1945, aber irgendwie ist es eher so, als würde Mulisch dort einsetzten und nicht dort beginnen. Vielleicht gerade deswegen, wegen dieses Stilgriffes, ist man sofort, ohne große Vorarbeit gefesselt - was natürlich auch an seiner wunderbar filigranen und erlebnisnahen Sprache liegt, die einen hineinzieht in ihre Wirklichkeiten.
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Format: Taschenbuch
Ein kurzer Trip nach Amsterdam war der Anlass diesen Roman von Mulisch zu lesen. Ich hatte vorher nichts von ihm gelesen, aber da seine eigene Bekenntnis ist 'In Holland bin ich weltberühmt' , dachte ich, es wird an der Zeit, dass ich etwas von ihm lese. Der Roman ist vor 20 Jahren verfilmt worden und erhielt damals den Oscar als bester ausländischer Film. Ich habe ihn damals gesehen und war sehr beeindruckt von dem Film. Ich würde ihn gern wieder sehen, aber in Deutschland gibt es ihn nicht als DVD und in Holland nur auf Holländisch mit holländischen Untertiteln. Schade. Ich hoffe, er kommt bald auf DVD auf den Markt.
Aber zum Buch. Der Anschlag bezieht sich auf die Ermordung eines Nazi durch holländische Widerstandskämpfer. Zur Vergeltung löschen die Nazi neben anderen Geiseln auch eine holländische Familie aus, nur der jüngste Sohn überlebt. Das Buch ist seine Geschichte. Er versucht den Verlust und die unglaubliche Brutalität zu verdrängen, aber immer wieder gibt es Ereignisse, die ihn mit seiner Vergangenheit konforntieren. Mulisch zeichnet ein sorgfältiges Porträt eines Mann, der erst zum Schluß lernt, dass man sich sicher eigenen Geschichte stellen muss und dass man auch auf die Gesellschaft Einfluss nehmen muss. Ein sehr beeindruckendes Buch, das ich innerhalb kürzester Zeit beendete. Es macht wirklich neugierig auf mehr von Mulisch.
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Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENTTOP 500 REZENSENT am 16. August 2004
Format: Gebundene Ausgabe
Harry Mulisch verdeutlicht in diesem Roman die Bedeutsamkeit des organisierten Widerstandes gegenüber politischer Tyrannei jedwelcher Art. Zudem zeigt der Autor, dass Verzagtheit im Hinblick auf despotische Strukturen letztlich dazu führen kann, in ethisch bedenkliche Situationen zu gelangen und schließlich, dass angstvolles Wegducken kein wirksamer Garant ist für die Sicherheit der eigenen Existenz.
Der Anästhesist Anton Steenwijk hat im Herbst 1981 auf einer Friedensdemonstration in Amsterdam gewissermaßen ein Erweckungserlebnis. Er protestiert dort gemeinsam mit Zehntausenden gegen die fragwürdige Abschreckungsphilosophie der Atomwaffentyrannei. Durch einen kollektiven Angstschrei erwacht Anton endlich aus seiner inneren Lähmung, die entstanden ist durch ein furchtbares Kriegserlebnis während seiner Kindheitstage.
Was war geschehen? Anfang 1945 ist Holland immer noch von den Deutschen besetzt. Kollaborateure gehen gemeinsam mit den Nazis gegen die Zivilbevölkerung vor. Es herrscht Terror. Anton lebt gemeinsam mit seinem älteren Bruder und seinen Eltern - zurückgezogen - in einem idyllischen Villenviertel in Haarlem. Man befasst sich mit altphilologischer Problematik. Als auf der Straße vor besagten Häusern seitens der Widerstandskämpfer ein besonders sadistischer, holländischer Faschist hingerichtet und dessen Leiche dort zurückgelassen wird, versperrt Anton aus Furcht vor dem, was kommen wird, die Türen der elterlichen Wohnung. Lange dauert es nicht, bis die Nazis, durch die Schüsse aufmerksam geworden, vor Ort sind, den Toten auf der Straße vorfinden und daraufhin mit einem willkürlichen Akt der Vergeltung, die üblichen Terrormaßnahmen einleiten.
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