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Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen
11
Das Abenteuer des Miguel Littín: Illegal in Chile
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:8,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

VINE-PRODUKTTESTERam 13. Mai 2010
Wenig verstört Diktaturen mehr als Öffentlichkeit. Denn es sind eben doch nicht die Bajonette allein, die für die Stabilität eines Regimes sorgen können. Es gilt, genug Lügen aufrecht zu erhalten, damit das Leben auch unter der Diktatur seinen gewohnten Gang gehen kann. Will man also etwas tun gegen eine Diktatur, dann sorgt man für Öffentlichkeit in Bezug auf deren Untaten. Viele Iraner haben das vor kurzem über das Internet getan. Vielleicht noch wirkungsvoller ist aber ein Beispiel aus der Mitte der 80er Jahre.

1985 reiste der zwangsexilierte Regisseur Miguel Littin für sechs Wochen in sein Heimatland Chile, um dort einen Film über das Leben unter der Diktatur von Pinochet zu machen. 1986 erschien der Film in einer zweistündigen Kinoversion und einer vierstündigen Fernsehversion. Und als 1988 Pinochet eine erste Niederlage in einer Volksabstimmung erlitt, dann 1989 abgewählt wurde, ließ sich trotz erfolgten Vorbereitungen ein zweiter Putsch nicht mehr realisieren. "Protokoll über Chile" mag nicht der alleinige Grund gewesen sein, aber vielleicht ein kleiner Baustein von vielen.

Aber jenseits des Films ist das Unternehmen der Dreharbeiten an sich schon ein besonderer Akt des Widerstands. Littin hat den General brüskiert, gezeigt, dass die Macht der Diktatur Grenzen hat. Gabriel Garcia Marquez erzählt deshalb in diesem Buch die Geschichte der Dreharbeiten, der konspirativen Organisation von drei Filmteams, der Veränderung von Aussehen und Persönlichkeit des Regisseurs und schließlich der Dreharbeiten unter den Bedingungen des Überwachungsstaates. Das alles wird aus der Perspektive von Littin erzählt - auch wenn es Marquez ist, der diesem seinen üblichen, fließend lesbaren Schreibstil leiht. Das Buch geht auf ein wochenlanges Interview mit dem Regisseur zurück.

Man lernt hier viel über den Widerstand gegen eine Diktatur, über die Art, wie man Sicherheitsorgane täuscht, wie Widerstand im Land funktioniert, aber auch, welche Fehler man sich in so einer Situation leisten kann. Letztendlich hat Littin auch eine ganze Menge Glück gehabt. Denn er ist eher ein Künstlertyp, der immer wieder zu spontanen Aktionen neigt und so sich und andere gefährdet. Weiterhin merkt man gut, wie sehr doch das Exil an ihm nagt. Wer selbst mit seiner Heimat stark verbunden ist, wird nachfühlen können, wenn man diese und die geliebten Menschen dort über mehr als ein Jahrzehnt nicht sehen kann.

Mag das alles auch als politisches Thema in die Vergangenheit gehören, das Buch erzählt etwas über die Art von Mut, die man sich auch heute noch angesichts noch immer existierender Diktaturen auf dieser Welt wünscht.
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am 6. August 2014
Illegal in Chile
Gabriel Garcia Marquez

In unseren Breitengraden kaum vorstellbar wie das Leben unter einer Diktatur mit grossen Gefahren verbunden war. Sehr schön geschrieben.
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am 16. Februar 2013
Durch das Buch erfährt man viele Hintergrundinfos zu Chile & Santiago. Es ist informativ & interessant, doch für meinen Geschmack nicht wirklich fesselnd.
5 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 17. Januar 2012
Der Kolumbianer Gabriel García Márquez ist einer der größten unter den großen Erzählern Lateinamerikas, mit seinen Romanen hat er Weltberühmtheit erlangt und bereits 1982 den Literaturnobelpreis gewonnen. García Márquez ist über den Journalismus zur Literatur gekommen und hat sein Werk immer wieder mit Reportagen und politischen Essays ergänzt.

So ist es auch mit diesem "Abenteuer des Miguel Littín", eine prosaische Reportage über den chilenischen Filmemacher Miguel Littín, der in Pinochets Chile der 1980er Jahre einen Film über das Leben in der Diktatur dreht. Dabei ist dem Exilchilenen wie vielen anderen die Einreise in sein Heimatland untersagt.

Das Abenteuer des Miguel Littín ist ein wahrhaft waghalsiges Projekt. In Europa organisiert er mehrere voneinander unabhängige Filmteams, die als Werbefilmer getarnt nach Chile einreisen und dort Filmmaterial über das Leben in den Städten und den Armenvierteln drehen sollen. Zwölf Jahre ist her, dass Littín das letzte Mal in seiner Heimat war, zwölf Jahre sind vergangen, seit sich Augusto Pinochet durch eine gewaltsame Machtergreifung an die Spitze eines auf Repression und Verfolgung basierenden Militärstaates putschte.

Auch Miguel Littín reist also nach Chile, mit Pass, Identität und Habitus eines Geschäftsmanns aus Uruguay, optisch derart verändert, dass ihn selbst seine Mutter nicht erkennt. Es folgt ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Militärpolizei, Spitzeln und anderen Behörden. Bis sich die Kreise um die wahre Identität von Miguel Littín enger ziehen und die Gefahr, dass der tatsächliche Zweck der Unternehmung bekannt wird, stetig zunimmt, haben die Filmteams 32 Tausend Meter Film aufgenommen, unter anderem ein Spiel mit dem Feuer - im Zentrum der Macht, dem Präsidentenpalast La Moneda. Und da das Leben die besten Geschichten schreibt, gibt es sogar noch eine Begegnung mit Pinochet selbst, der Littín allerdings keines Blickes würdigt - und das ist wohl auch besser so.

Diese kurze Reportage, die García Márquez aus der Ich-Perspektive Littíns schreibt, hat Tempo und ist zweitweise spannend wie ein Thriller. Littín sammelt Beweise für eine Generalabrechnung mit Pinochets Chile und riskiert gemeinsam mit seinen Mitstreitern Leib und Leben, um die Filmrollen zur weiteren Bearbeitung ins Ausland zu schaffen. Aber sein Plan geht auf. Entstanden ist dann 1986 der Film "Acta General de Chile" (dt. Protokoll über Chile), den ich mir nur zu gern anschauen würde. Leider ist der Film an den mir bekannten Quellen nicht verfügbar.

Diese Reportage ist zu empfehlen für Freunde und Kenner von García Márquez sowie für an lateinamerikanische Geschichte Interessierte. Wen Isabell Allendes "Geisterhaus" oder die Geschichte ihres Vaters, der am 11. September 1973 von Pinochet gestürzt wurde und sich das Leben nahm, beindruckt hat, findet in diesem Text weitere Perspektiven zum Thema.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 23. März 2001
Das Buch gibt eine gute Beschreibung der politischen Situation Chiles in der Zeit der Herrschaft Pinochets. Es ist kein Buch im Stil der Romane von Garcia Marques, sondern die Niederschrift einer tatsächlich stattgefundenen Begebenheit zu der nicht nur viel Mut und Zivilcourage notwendig war, sondern auch eine große Liebe und Sehnsucht nach der Heimat und den Freunden von einst. Das Buch wird heute auch in Chile gelesen, vor allem von der jungen Generation, die viele Antworten auf viele offene Fragen über die Vergangenheit sucht.
Es ist besonders interessant für Menschen, die die genannten Schauplätze und Orte aus Gegenwart kennen. Heute ist Chile wieder ein demokratisches Land geworden und das tägliche Leben funktioniert normal und genauso wie bei uns in Europa.
Wer das Land und seine Menschen kennt, wird leicht eine Beziehung zu den geschilderten Begebenheiten aufbauen können. Das Buch erinnert an eine Zeit, die bei uns schon längst vergessen ist. Vielleicht wird der eine oder andere manche Dinge nach dieser Lektüre mit anderen Augen ansehen, oder auch sich an unsere eigene Geschichte in nicht allzu ferner Vergangenheit zurück erinnern.
11 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 4. Juni 2004
Nach zwölfjährigem Exil kehrt der Filmemacher Miguel Littín illegal in das Chile unter Pinochet zurück. Seine Mission: Einen Film über das Leben unter der Militärdikatur zu drehen und so dem Diktator "einen langen Eselsschwanz" anzuhängen. Das Resultat waren über 32 000 Meter Film und dieses Buch, mit dem Gabriel García Márquez dem Regisseur selbst eine Stimme gegeben hat. In der Ich-Form lässt er ihn von den "nicht heroischsten, aber würdigsten" sechs Wochen seines Lebens erzählen.
Eine spannende Reportage und ein interessanter Einblick in das Leben unter Pinochet. Eine wahre Geschichte, so packend wie ein Krimi. Genial!
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am 19. November 2001
Da ich mit dem Autor Marquez schon einige gute Erfahrungen gemacht habe und mir eine Freundin das Buch empfahl und gab, habe ich nicht gezögert es auszuprobieren. Vielleicht mag der Titel nicht allzu viel versprechend klingen, doch der Inhalt übertrifft ihn um einiges. Selten habe ich so ein spannendes Buch in meinen Händen gehalten. Einmal angefangen, konnte ich es nicht mehr weglegen, sodass ich nur wenige Stunden las. Es ist eines der seltenen Bücher, die wirklich nicht voraus ahnen lassen, was als nächstes passiert. Besonders interessant ist das Thema, da es wirklich ein -man könnte sagen- autobiographisches Buch ist, denn bisher wusste ich nicht, dass Chile solche harten Zeiten erleben musste!
Wer also auf Abenteuer, Krimi, Geschichte, Südamerika u.ä. steht, sollte keinen Moment zögern, sich dieses Buch zu kaufen!!!!
12 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 19. Februar 2011
Dieser dokumentarische Roman ist mal etwas anderes, aber sofort nach ein paar Zeilen springt einem doch die bekannte Marquez-Schreibweise ins Auge.
Die wahre Geschichte ist wirklich spannend erzählt bzw. geschrieben und an einigen Stellen auch verträumt, wie man es vom Autor gewohnt ist.
Nebenbei erfährt man auch interessantes über Chile.
Wirklich zu empfehlen!
4 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 16. März 2011
Da ich demnächst auch nach Chile möchte, habe ich mir dieses Buch gekauft. Zum einen erzählt der Autor darin eine wirklich mitreißende, spannende Geschichte und zum anderen erfährt man viel über Chile und Santiago. Gleichzeitig bin ich froh, dass ich nun nicht mehr in das Land des Pinochet-Regimes fahren muss.
Ich frage mich, ob dieser Stoff schon verfilmt wurde. Falls nicht: unbedingt nachholen!
3 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 22. Mai 2008
"Die Abenteuer des Miguel Littin" ist genau wie "Abenteuer eines Schiffbrüchigen" ebenfalls zu den journalistischen Werken Márquez' zu zählen. Die ganze Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit und zeichnet ein sehr klares Bild der Umstände in Chile unter Pinochet und geht gleichzeitig sehr detailiert auf die Situation der Exilchilenen ein.
Das Buch ist sehr bis zur letzten Seite spannender als jeder Krimi.
7 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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